Das Foto aus Donauwörth, das ein Schaufenster der Grünen und darin ein rassistisches Plakat, gerichtet gegen den „weißen Mann“ zeigt, machte seit gestern in den sozialen Netzwerken die Runde.  Das Plakat sei typisch für den grünen Kampf gegen rechts heißt es dazu.

Und dann als Erklärung: „Gemeint ist sicherlich die AfD und dies mit allen Mitteln, also auch Gewaltanwendung. In jeder wirklich funktionierenden Demokratie wären die Grünen längst als verfassungsfeindliche, rassistische und Gewalt verherrlichende Terrortruppe verboten.“

Gestern dann ein Update von JouWatch: Die Plakate sind kein Fake. Die Grünen haben aber angeblich die Plakate nicht selbst angebracht und bei der Polizei Anzeige erstattet.

Nun ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht, das wir hier veröffentlichen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Ihnen sicherlich schon zu Ohren gekommen ist, wurden im Laufe des Dienstagabends zwei satirische Plakate an dem neuen Büro der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Donauwörth befestigt. Die Plakate fielen zahlreiche Stunden nicht auf, bis eine Passantin diese aufgrund der Inhalte meldete. Doch wer ist für die „Attacke“ auf das Grünenbüro verantwortlich? Etliche Berichte und Spekulationen kursieren durch die sozialen Netzwerke und die Presse. Wer erdreistete sich dazu, eine künstlerische und kreative Aktion auch noch zu Beginn des Europawahlkampfes durchzuführen? Wer „attackierte“ ein Büro mithilfe von Tesafilm und Plakaten?

Damit Sie und Ihre Kollegen ruhig schlafen können, teilen wir hiermit mit, dass wir, die Aktivisten der Identitären Bewegung Augsburg, der Schalk in dieser höchst brisanten Plakataktion sind. Aber wir lassen uns keine Angst machen und beziehen hiermit Stellung. Denn eine mutige Gesellschaft zehrt von Meinungsaustausch und Anschauungsdiversität. Wir sind Europas Jugendbewegung und stehen ein für Vielfalt und Erhalt unserer Kulturen in den unterschiedlichen europäischen Ländern und wir stehen ebenfalls ein für den alten weißen Mann, auf den – laut diversen Landtagsabgeordneten – ohnehin keiner Bock hat (ein Video dazu ist, nur am Rande, auf YouTube zu sehen, einfach Mal „Katharina Schulze hasst alte weiße Männer“ suchen).

Genau diese Haltung ist die Intention hinter unserer kleinen und künstlerischen Aktion. Wir Aktivisten der IB Augsburg haben eine gefährliche Tendenz bei den Grünen mit den Sprüchen „Tod dem weißen, deutschen Manne“ oder „Nazis bekämpfen mit allen Mitteln“ überspitzt und satirisch dargestellt und bis zur Stellungnahme Lettenbauers gab es nur wenige, die an der Authentizität der Plakate gezweifelt haben. Diese Tatsache spricht Bände, nicht für uns, sondern für die „attackierte“ Partei.

Ebenfalls aufschlussreich sind einige Zitate aus der örtlichen Presse: „Staatsschutz ermittelt wegen Nazi-Plakaten bei den Grünen“. Dass zum einen der Staatsschutz ermittle wegen des schlichten Anbringens zweier Plakate an einem Büro lassen wir hier unkommentiert stehen, wir hoffen jedoch, dass die Streiche der Buben und Mädchen in der kommenden Mainacht nicht genau so viel Arbeit mit sich bringen. Zum anderen bitten wir hiermit ganz offiziell um die genaue Definition des Wortes Nazis bzw. der Klärung, weshalb Slogans wie „Nazis bekämpfen mit allen Mitteln“ als „Naziplakat“ betitelt wird. Unseres Erachtens stellen diese Aussagen doch eher Slogans der linksextremistischen Seite dar –man erinnere sich doch bitte an dieser Stelle an diverse Plakate der Antifa nach dem Angriff auf den AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz.

Um unser Bekenntnis jedoch nicht unnötig in die Länge zu ziehen, bitten wir hiermit zuletzt um eine offizielle Stellungnahme der Bündnis 90/Die Grünen Donauwörths zu ihrer Einstellung bezüglich der Inhalte der in einer Attacke angebrachten Plakate. Weshalb wurde sich bis dato vehement nur von der Anbringung, jedoch in keinster Weise von den Inhalten distanziert?

Hochachtungsvoll, Die Aktivisten der Identitären Bewegung Augsburg.“

Ob dieses Bekennerschreiben echt ist, konnten wir auf die Schnelle nicht feststellen. Sollte es wirklich von der IB stammen, muss diese sich doch fragen, ob die Aktion – angesichts der Turbulenzen, in der die IB gerade in Österreich ist – wirklich klug war. Oder der IB und ihren Anliegen mehr schadet, als es auf das problematischer Verhältnis der Grünen zu Rechtsstaat und Demokratie hinweist.

Update: Die IB Schwaben hat sich nun ganz offen zu der Aktion bekannt: