(David Berger) Der Schock über die Kreuzversteck-Aktion der Bischöfe Marx und Bedford-Strohm am Jerusalemer Tempelberg sitzt bei vielen Christen noch tief. Dennoch nahm sich nun der nächste Bischof ein Vorbild an den beiden und versteckte sein Brustkreuz bei einem Besuch im Oman.

Unter dem bezeichnenden Titel „Der Islam zeigt ein freundliches Gesicht“ veröffentlichte die Stuttgarter Zeitung einen lobhudelnden Beitrag von Michael Trauthig (gehörte er eigentlich zu jenen Journalisten, die im Oman dabei waren und wer trug die Reisekosten?) über die jüngste Diensteise des protestantischen Landesbischofs von Württemberg Frank Otfried July in den Oman.

Zusammenarbeit mit Scharia-Institut

Im Leading-Text heißt es: „Landesbischof Frank Otfried July wurde bei seiner Reise in den Oman herzlich aufgenommen. Denn Württembergs Landeskirche pflegt gute Beziehungen zum Sultanat – und kooperiert sogar mit dem örtlichen Scharia-Institut.“

Ja, Sie haben richtig gehört. Man kooperiert in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg tatsächlich mit einem „Scharia-Institut“.

Also mit jenem Institut, das über die Scharia genau ausarbeitet, wie etwa die vom Koran vorgeschriebene Unterwerfung der Frau unter den Mann genau im Alltag aussieht, was man mit Homosexuellen macht, wenn sie auffliegen und wie mit weniger willigen „Ungläubigen“ umzugehen ist.

Menschenrechte im Namen des Islam mit Füßen getreten

Die Wikipedia weiß zu berichten: „Im Sultanat Oman stehen die Menschenrechte nach der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam unter dem Vorbehalt der Gesetze der Scharia. Die absolut regierende königliche Familie geht konsequent gegen oppositionelle Stimmen und Kritiker vor. Gemäß dem Jahresbericht 2010 der Organisation Amnesty International werden im Sultanat Oman Menschenrechte missachtet oder verletzt:

  • Inhaftierung gewaltloser politischer Oppositioneller
  • Unterdrückung der Meinungs- und Religionsfreiheit
  • Haft ohne Anklage und Gerichtsverfahren
  • Anwendung der Todesstrafe

Da der Bischof aus dem „besten Deutschland, das wir je hatten“ (Merkel), kommt, ist ihm der Umgang mit Oppositionellen und die desolate Lage der Pressefreiheit im Oman vermutlich nicht weiter aufgefallen. Aber dass man dort im Namen des Islam „Ehebrecherinnen“ oder Homosexuelle ins Gefängnis steckt, muss doch den Herrn Landesbischof irgendwie stören. Schließlich ist man doch sonst so politisch korrekt und ruft den Ausnahmezustand aus, wenn eine Politikerin an Karneval mal einen politisch nicht ganz korrekten Witz macht.

Aber selbst wenn, dann war das vermutlich nicht mehr so richtig wichtig, denn der Bischof wurde dort ja ganz herzlich aufgenommen, wie uns die StZ wissen lässt.

Auch er verleugnete Jesus

Das hatte natürlich seinen Preis: Nach dem Vorbild seiner größeren Mitbrüder in Berlin und München hat auch er schön brav sein Brustkreuz versteckt. Und das offensichtlich ganz ohne Scham, denn er posiert für die Kamera entsprechend.

Da freute sich auch der Religionsminister, der den Bischof – so der Zeitungsartikel – ganz herzlich umarmte. Dann ist ja alles gut. Nur ein Problem hat der Bischof. Seine beiden großen Vorbilder, ließen – als sie auf dem Tempelberg ihr Kreuz versteckten – die Öffentlichkeit wissen, die Juden hätten das so gewollt. Diese Ausrede wird im Oman etwas schwieriger. Dabei kommt ein „Die Juden sind an allem schuld“ in der Regel in islamischen Ländern immer gut an. Macht aber nichts, das wird ja nicht die letzte Dienstreise gewesen sein…

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