Soll man sich in den Sozialen Medien wie Twitter oder Facebook mit seiner echten Identität präsentieren oder lieber anonym bleiben? Ein Gastbeitrag von Marcus Franz

Diese Frage ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine politische, da in den Kampagnen wie #GegenHassimNetz und in anderen Initiativen sowie von Politikern immer wieder der Vorschlag geäußert wird, die Social Media sollten eine Klarnamenpflicht veranlassen. Ich habe in den letzten Tagen viele online-Debatten über das Thema geführt und von der überwiegenden Mehrheit der Diskutanten die Antwort bekommen, die Anonymität sei besser, weil sie einfach einen Schutzfaktor bietet.

Erschreckende Wahrheiten

Die Begründungen und Erklärungen für diese als notwendig empfunden Schutzfunktion der Anonymität sind aber erschreckend: Die meisten User fürchten persönliche Angriffe, Probleme am Arbeitsplatz, Schikanen durch Chefs, materielle Einbußen für ihre Firmen, Repressalien für ihre Kinder, Schwierigkeiten mit Freunden und Familie usw., wenn sie sich mit dem vollen Namen zu einer nicht mainstreamtauglichen Meinung bekennen. Notabene: Es geht dabei definitiv nicht um das Anbringen von Hasspostings, sondern lediglich um die grundrechtlich festgeschriebene freie Meinungsäußerung mit Namen und Gesicht.

Was für ein erschütternder Befund!

Dieser Befund, der uns ein weithin etabliertes repressives Meinungsklima zeigt, ist erschütternd. Dem Autor dieser Zeilen wurden zahlreiche Beispiele und Beweise übermittelt, dass das tatsächlich so ist und dass unbescholtene Bürger wegen ihrer Meinung gravierende Nachteile im Berufs- und Privatleben hinnehmen mussten und müssen. Die Palette der geschilderten Probleme reicht von der überschiessenden Kritik im Freundeskreis bis hin zum erzwungenen Jobwechsel und zur versuchten Existenzvernichtung durch Rufmord-Kampagnen. Es wurde über Sachbeschädigung, konzertierte Feme-Aktionen und öffentliche Hetz-Kampagnen berichtet (auch der Autor hat selber derartiges schon erlebt).

Die Konservativen als Zielscheibe

Das Bezeichnende dabei ist, dass die Opfer der üblen Ereignisse fast durchwegs aus dem bürgerlichen, konservativen oder patriotischen Milieu stammen und kritische Positionen einnehmen, die nicht dem kommunizierten „moralisch richtigen“ und linkslastigen Mainstream entstammen. Die Zielscheiben der Repressionen sind also Leute, die sich öffentlich gegen die Merkel-Politik äussern oder solche, die grundsätzlich die europäische Migrationspolitik in Frage stellen. Es sind Menschen, welche die nationalen Interessen für wichtiger erachten als die EU-Politik oder Leute, die Viktor Orban für einen wichtigen und guten Politiker halten. Oder es sind Bürger, die gegen modernistische Erfindungen wie die #EheFuerAlle oder die Verharmlosung der Abtreibung auftreten.

Die modernen Jakobiner

Alle diese Meinungsträger werden im medialen Klima der linksautoritären Gesinnungsethik, die bereits eine Art religiöse Funktion übernommen hat, von den selbsternannten Inquisitoren der veröffentlichten Meinung früher oder später persönlich angegriffen, denunziert, diffamiert, geblockt oder angezeigt. Das besonders Üble und Bedenkliche daran ist, dass bekannte, nach links tendierende Journalisten hier eine Art Vorhut dieses modernen Jakobinertums übernommen haben und dass neolinke Politiker diesen „Opinionleaders“ brav hinterher trotten, weil sie glauben, dabei Stimmen machen zu können. Die neulinke Politik hat sich damit selber zu einer Art Schergentum der altlinken Medienleute degradiert. Um dies zu kaschieren, unterstützen die heute völlig ideenlosen Linken dann Einrichtungen, die sich um die Opfer des Hasses im Netz kümmern sollen. Ein Zynismus der besonderen Art…

Besser anonym als nur Katzenfotos

Mit diesem Wissen ausgestattet ist es vermutlich besser, seine Anonymität auf den Social Media zu behalten, da man als erkennbare Person sonst nur Katzenbilder posten kann, wenn man garantiert keine Probleme haben möchte. Anders gesagt (und so traurig dieser Rat eigentlich ist): Wer als Bürger seine vom Mainstream abweichende politische Meinung und fundierte Kritik ein- und anbringen will, muss das aus Sicherheitsgründen anonym tun.

Habet Mut!

Wer allerdings den Mut aufbringt oder sich in einer politischen oder medialen Position befindet und daher die Möglichkeiten dazu hat, sollte alles tun, um der freien Meinungsäußerung, hinter der auch eine erkennbare Person steht, zum Durchbruch zu verhelfen. In der Verfassung bzw. im Grundgesetz steht dieses Recht schon seit Jahrzehnten. Und die Demokratie ist erst dann eine reife und brauchbare, wenn die Freiheit der Meinung ungefährdet gelebt werden kann.

Der Beitrag erschien zuerst hier.

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26 Kommentare

  1. Solange „Untertanen“ nicht offen und frei ihre Meinung sagen und schreiben können, ist das was wir haben, ein Staat mit Meinungsdiktatur! Ergo, de facto eine perfide Diktatur!
    Und unter einem Pseudonym andere mit Unverschämtheit und Bedrohungen zu verunglimpfen, ist schäbig und unmenschlich!

      • Selbst erlebt. Arbeitsagentur war unfähig meinen beruflichen Werdegang, mit verschiedenen Abschlüssen, wieder zu geben. Da ich selbständig war flog nach kurzer Zeit aus dem System mit der Bemerkung doch H4 zu beantragen. Es ging aber nicht weil ich noch nicht arm genug war. Umschulung bezahlte ich aus eigener Tasche.
        Beim Amt wollte ich nur den Ablauf wissen, eventuell für später. Nach der Aufnahme von Namen und Adresse bekam ich die Formulare mit vorgeschriebenem Termin der Abgabe. Hatte mächtig zu rudern um aus der Nummer wieder raus zu kommen.
        Ein anderer schilderte das gleiche Vorgehen von dem gleichen Amt in einem Forum.
        Schon früher mal in einer anderen Stadt, beim Wohngeldamt, wo ich wohnte, sagte man mir erst einreichen dann Auskunft. Nicht mal ansatzweise bekam ich eine Auskunft.
        Durch Zufall hatte ich eine Kundin die in einem Amt arbeitete und mir freundlicher weise ein paar Eckdaten gab und so konnte ich eine Entscheidung treffen um nicht in das bürokratische Messer zu laufen. Daten sammeln auf Teufel komm raus.
        Übrigens früher war eine Auskunft beim Finanzamt kostenlos, wo von ich auch Gebrauch machte aber seit einiger Zeit ist eine relevante Auskunft nur noch nach Nennung der Steuernummer o.ä. möglich und kostenpflichtig. Es gibt eben immer genug Träumer, die denken noch in Kategorien von vor 30 Jahren.

  2. Auch interessant

    ( Kopp-Report) Michael Grandt:
    Schweden-Wahl: So dreist wurden die “ Rechtspopulisten“ betrogen – durch Tricks, Vertuschungen und Lügereien der Systemparteien wurden die Schwedendemokraten möglichst klein gehalten ( wie in Deutschland ?!), obwohl 2 Tage vor der Wahl laut einer einer Umfrage – die Schwedendemokraten als stärkste Partei sahen…..

  3. In dieser Scheindemokratie wo Meinungsfreiheit immer weniger eine Rolle spielt und Menschen um ihre Existenz (Arbeitstelle ) Angst haben müssen, weil sie islamkritisch sind – ist die Anonymität hilfreich – wenigstens so seine ehrliche Meinung sagen zu können.
    Allerdings, Morddrohungen und Aussagen die weit unter der Gürtellinie gehen, geht gar nicht !

  4. Ich habe nichts anderes erwartet.
    Rot-Grün, das gerne und lautstark Begriffe wie „Freiheit“ und „Demokratie“ im Mund führt, gesteht genau dieses Personen, die eine abweichende Meinung vertreten nicht zu.
    Dieses selbsternannte „Gutmenschen-Gesindel“ schreckt nicht vor Repressalien, ja Terrorakten gegen missliebige Menschen, denn nichts anderes ist es, wenn z. B. Andersdenkende mit Drohungen und/oder Benachteiligungen „auf Linie“ oder zum Schweigen gebracht werden.
    WO BLEIBT DIE STAATSMACHT, DIE UNS VOR SOLCHEN MACHENSCHAFTEN ZU SCHÜTZEN VERPFLICHTET IST???

  5. Ich möchte es mal so formulieren: Unter dem z.Z. herrschenden „Merkelregime“ hat sich inzwischen ein linksgrünrotfaschistischer „Ku-Klux-Klan“ etabliert, der sich hochtrabend, und als Verhöhnung der Geschichte (1933-1945), „Antifa“ nennt.
    Man muss sich es einmal ausmalen, wenn sog. „Rechtsaktivisten“ aus D. und der EU, den Prenzlberg in Schutt und Asche gelegt hätten, wie derzeit der asoziale „Rote Rotz“ beim G20-Gipfel in Hamburg.
    Da die Printmedien, ausser AfD- und Trump-Bashing, seit 2015 gleichgeschaltet sind, erinnern sie alle mehr oder weniger an den „Völkischen Beobachter“, oder dem Käseblatt der DDR “ Neues Deutschland“.

  6. Meinungsfreiheit war gestern. Da versenkte das System missliebige Meinungen in pluralistischer Flut. Wir scheinen aber im Zeitalter der Alternativlosigkeit angekommen, betrachten wir die Macher, unter anschwellender Hysterie, Lagerdenken, simplifizierender Feind-Freund-Erkennung. Die dunklen Meister des divide et impera spielen ihre Klaviatur des Trennens meisterhaft im Hintergrund. Und die Herde glaubt, das komme einfach so, mit ein bisschen Luhmann oder so, nur eins das will sie nie, den Zusammenhang erkennen.

  7. Ich stehe zu dem was ich sage und tue!
    Was will man mir auch weg nehmen? Ich habe nichts mehr, was man mir nehmen könnte. Meine winzig kleine Firma musste ich aus gesundheitlichen Gründen abgeben, Vermögen habe ich keines. Und das bisschen Rente das ich mal bekomme wird mir der Staat hoffentlich nicht stehlen.

    • „Ob da wohl eine zentrale Datenbank existiert, in der alles zusammengeführt wird? Mit alles meine ich ALLES!“
      Das könnte schon sein. Wenn einer einen Antrag, wenn auch erfolglos bei irgendeiner Sozialbehörde gestellt hat werden alle erfassten Daten ein Leben lang gespeichert, gilt nur für Biodeutsche. Finanzämter, Banken, Schufa, usw. alle sammeln Daten die werden über kurz oder lang alle, jetzt schon teilweise, zusammengeführt werden. Wenn in der DDR das mit Akten gelang, Kaderakten, die von Betrieb zu Betrieb, wo alles drin stand, weiter gegeben wurden. Andere Akten wurden von Kreisamt zu Kreisamt, der Wohnorte weiter gegeben. Da wird es doch wohl im Zeitalter der EDV gelingen. Das einzige Problem ist die Datenmenge.
      Ich habe da mal eine Vermutung das da schon lange Daten erfasst wurden. Ein mir Bekannter wollte eine Tätigkeit aufnehmen, Betrieb, wo noch eine Sicherheitsüberprüfung notwendig war, wo er natürlich durchfiel. Erst später erfuhr ich das er im Wendland damals dabei war.
      Übrigens über eine e-Mail Adresse geht es viel schneller an die Identität heranzukommen. Eine Wegwerfadresse schürt nur noch den Verdacht.

  8. Selbstverfreilich anonym !
    Es gibt viel zu viel verrückte Netzsurfer, als dass man sich mit dem Klarnamen auf dem Silbertablett präsentieren könnte. Manche tun es ja … wer’s braucht kann das gerne machen, ich mache das nicht.
    Und gar eine „Verpflichtung“ dazu, sprengte ja wohl jeden freiheitlichen Rahmen.
    Einerseits wird ein Datenschutz aus dem Boden gestampft, dass man sich bald selbst nicht mehr wiederfindet und andererseits soll der User mit seinem Klarnamen in aller Welt auftreten.
    Wie kann man nur auf eine solch Hirnrissige Idee kommen ?
    Wir können auch alle nackt auf die Strasse gehen – öfter mal was neues !

  9. Ich bin unbedingt für das Auftreten im Internet unter der echten Identität. Wenn ich mich persönlich mit Menschen in einer Gruppe unterhalte, verstecke ich mich doch auch nicht hinter einem Nicknamen und stehe zu meinen Aussagen. Das anonyme Posten verleitet doch gerade viele Menschen zu Hasstiraden und/oder fake-Nachrichten. Das große Problem allerdings: wie soll die echte Identität in sozialen Medien kontrolliert werden?

    • Na Mensch Herr Schaper,

      hoffentlich sagen Sie nie was Falschen, bzw. IMMER das Richtige 😉

      Wäre doch nur jeder so mutig wie Sie, müsste die Antifa nachts Überstunden schieben.

      Eine Frage hätte ich aber noch. Sollten Google und Co. besser mit China, Pakistan, etc. zusammenarbeiten und Adressen von nicht ganz so Mutigen an die örtlichen Politbüros weiter leiten? Muss doch in ihrem Sinne sein, oder darf es mal wieder nur Deutsche Helden geben?

    • Sind „Hass“ und „Zeitungs-Enten“ mittlerweile strafbar, oder warum kann man das nicht laufen lassen wie bisher (hat doch bis 2015 supi gefunzt, oder?)? Ohne Hass keine Liebe, so einfach ist das mit den sozialpädagogischen Gedankenverbrechensbekämpfern. Will der Deutsche Übermensch mal wieder den Hass verbieten? Was in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht gelang (wozu auch), hat der Deutsche sich mal wieder zum Töpferkurs gemacht. 🙂

      PS
      Wenn Sie noch nicht mal solchen Pipifax wissen, wie man I(P)dentitäten in sozialen Netzwerken problemlos feststellen kann, warum sollten Sie dann an anderer Stelle viel schlauer sein und überhaupt jemand auf Sie hören?

    • Wenn das Bild echt ist, dann vermute ich mal das Sie sich wenn Sie sich in einer Gruppe unterhalten, alles Gleichgesinnte sind. Meine Erfahrung ist das man sich nicht mal mehr nach dem 4 Augenprinzip unterhalten kann, auch bei moderater Kritik am System Merkel, wenn der Andere anderer Meinung ist. Was ich aber noch aus früheren Zeiten in der DDR kannte.

      • Der Lieblingsspruch alter DDR Genossen war/ist:

        Die Mauertoten hatten selber Schuld. Sie wussten doch, dass Republikflucht verboten war.

        Kann man so sehen, muss man aber nicht.

        Manche Menschen haben ein Gottvertrauen in Merkel und ihren Hofstab, dass sie überhaupt keinen Grund hätten, jemals etwas anderes zu wählen. Ob die an der Realität vorbei leben?

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