Die aktuelle Regierungskrise schlägt in der neuesten Forsa-Umfrage massiv zu Buche. Im Verlauf der Woche bricht die Union um 4 Punkte ein, verliert fast zwei Millionen Wähler! Doch auch der Koalitionspartner SPD verliert zwei Punkte, fast eine Million Wähler. Kaum mehr aufzuhalten scheint dagegen die AfD, die innerhalb von Tagen um zwei Punkte zulegen kann und nun den höchsten Wert erreicht, den Forsa jemals ausgewiesen hat. Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

Was für ein Kuriosum! Zunächst führte Forsa von Montag bis Mittwoch eine Umfrage durch, die dann ausgewertet und am Wochenende veröffentlicht werden sollte. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse in Berlin. Aus der Machtprobe zwischen CSU und CDU, zwischen Seehofer und Merkel wurde eine Regierungskrise. Forsa reagierte sofort und führte Donnerstag, Freitag gleich noch eine Umfrage durch und fasst die Ergebnisse, die gestern Abend veröffentlicht wurden, darin zusammen. Sie zeigen einen beispiellosen Einbruch der Union, aber nicht nur das.

CDU/CSU verlieren von der ersten zur zweiten Wochenhälfte sage und schreibe 4 Punkte, fallen von 34 auf 30 Prozent, einer der niedrigsten Werte, die jemals gemessen wurden für die Union. Doch wo gehen die fast zwei Millionen Wähler hin? Nicht zur SPD. Auch diese verliert massiv und fällt laut Forsa von 18 auf 16 Prozent.

Bei der Frage nach der Kanzlerpräferenz fällt Merkel auf ihren niedrigsten Wert in diesem Jahr, nämlich von 49 auf 46 Prozent. Noch vor wenigen Jahren erzielte sie hier Werte von 60 bis 70 Prozent.

Doch auch die neue SPD-Vorsitzende Andrea Nahles büßt im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt ein. Für sie würden sich gerade einmal 13 Prozent der Wähler entscheiden wollen. Selbst die meisten SPD-Wähler wollen auf keinen Fall eine Kanzlerin Nahles.

Die großen Gewinner sind erneut die Grünen und die AfD

Die zwei Prozentpunkte (900.000 bis eine Million Wähler), die von der SPD abwandern, gehen wohl zum Teil zu den Grünen, die ihren Aufwärtstrend fortsetzen können und jetzt sogar auf 14 Prozent steigen, inzwischen also nicht mehr viel schwächer sind als die SPD. Weniger profitieren kann von dieser doppelten Schwäche der Regierungsparteien Die Linke (SED, PDS, die Linkspartei). Diese fiel zunächst von 10 auf 8 Prozent (erste Wochenhälfte), konnte dann aber die Hälfte ihrer Verluste in der zweiten Wochenhälfte wieder wettmachen, als sie auf 9 Prozent stieg.

Leicht verbessern kann sich die FDP, die von 9 auf 10 Prozent steigt und damit zumindest bei Forsa wieder vor der Linkspartei liegt, welche damit auf Platz 6 verwiesen wird. Der große Sieger ist aber neben den Grünen erneut die AfD. Diese steigt von 13 auf 15 Prozent. Dies ist der höchste Wert, den Forsa jemals ausgewiesen hat für die Alternative für Deutschland, ein neues Allzeithoch. Bei der ebenfalls gestern Abend veröffentlichten Emnid-Umfrage, die aber bereits vor vier bis zehn Tagen durchgeführt wurde, stieg die AfD auch schon auf 15 Prozent. Die Befragung war aber noch vor der Regierungskrise. INSA und YouGov sahen die AfD schon vor ein, zwei, drei Wochen bei 16 Prozent.

Neueste Forsa-Umfrage

Hier die Forsa-Werte der zweiten Wochenhälfte im Überblick (Veränderung zur ersten Wochenhälfte):

  1. CDU/CSU: 30 % (– 4)
  2. SPD: 16 % (– 2)
  3. AfD: 15 % (+ 2)
  4. GRÜNE: 14 % (+ 2)
  5. FDP: 10 % (+ 1)
  6. LINKE: 9 % (+ 1)
  7. Sonstige: 6 % (-)

Forsa-18-06-16

(c) Jürgen Fritz

Die Zahl der Unentschlossenen stieg von 23 auf 26 Prozent. Die drei Regierungsparteien, – CDU, CSU und SPD -, die bei der vorletzten Bundestagswahl 2013 zusammen noch bei über 67 Prozent lagen, kommen laut Forsa zusammen jetzt gerade noch auf 46 Prozent.

Die tatsächlichen Werte von Union und SPD dürften eher noch niedriger, die der AfD dagegen noch höher liegen

Wenn Forsa die Union mit 30 Prozent ausweist und die SPD mit 16 Prozent, kann davon ausgegangen werden, dass die tatsächlichen Werte eher noch niedriger sind. Forsa-Chef Güllnerist seit Jahrzehnten SPD-Mitglied, gilt als sehr Merkel-nah und ist ein absoluter AfD-Hasser, lässt keine eine Gelegenheit aus, um gegen diese Hetze zu betreiben und versucht immer wieder, sie klein zu reden.

Die AfD, die nun sogar von Forsa aktuell mit 15 Prozent ausgewiesen wird, dürfte zum jetzigen Zeitpunkt tatsächlich wohl eher bei mindestens 16 bis 18 Prozent liegen. Fünf Tage vor der letzten Bundestagswahl gab das umstrittene Institut die AfD, die tatsächlich bei 12,6 Prozent landete, noch mit 9 Prozent (3,6 Prozent weniger) an.

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Zum Autor: Jürgen Fritz studierte in Heidelberg Philosophie, Erziehungswissenschaft, Mathematik, Physik und Geschichte für das Lehramt. Nach dem zweiten Staatsexamen absolvierte er eine zusätzliche Ausbildung zum Financial Consultant unter anderem an der heutigen MLP Corporate University. Er arbeitete etliche Jahre als unabhängiger Finanzspezialist. Außerdem ist er seit Jahren als freier Autor tätig. 2007 erschien seine preisgekrönte philosophische Abhandlung „Das Kartenhaus der Erkenntnis – Warum wir Gründe brauchen und weshalb wir glauben müssen“ als Buch, 2012 in zweiter Auflage. Seit 2017 betreibt er schwerpunktmäßig seinen Blog JÜRGEN FRITZ. Hier erschien der hier veröffentlichte Beitrag zunächst.

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H.P.
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„Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer“ (Zitat George Bernard Shaw).

Rainer Franzolet
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Bei all den manipulierten Zahlenspielchen, wo Forsa eine besonders perfide Rolle spielt, frage ich mich immer wieder. Sind tatsächlich die Deutschen in der Masse völlig degeneriert und verblödet? Gehe ich in den nächsten Supermarkt, dann fühle ich mich von hirnlosen Zombies umgeben. Wenn die Reaktion dieser Lebewesen ist, weg von Merkel oder der SPD hin zu den Grünen zu tendieren???????

Emma
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Emma

Schon merkwürdig, die Union kann machen was sie will, fällt aber NIE unter 30% !!!

Seeräuberjens
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Seeräuberjens

Zum ersten Mal hätte die GroKo keine Mehrheit mehr.

Andreas Donath
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Andreas Donath

Ich reime mir die Hintergründe der FORSA-Umfrage so zusammen: Ein schlechtes Ergebnis der Unionsparteien als Warnschuss an Seehofer/Söder, klein beizugeben, da Uneinigkeit im Regierungslager nur den „Rechten“ und Grünen in die Hände spiele. Diese Institute bestehen nicht aus preußischen Beamten, sondern sind fürstlich entlohnte Dienstleiter, die vom und im System Merkel erheblich profitieren.

Andreas Donath
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Andreas Donath

Ja, Herr Fritz, bei FORSA ist höchste Vorsicht geboten – so oder so. Generell sind mir heute fast alle demoskopischen Institute zu regierungsfromm als dass ich ihnen vertrauen könnte. Allensbach hat unter Renate Köcher ja den Schritt von der wissenschaftlich fundierten Demoskopie a la Noelle-Neumann zum demoskopischen Regierungs-Standbein, sogar mit manipulierten Umfragen, signifikant vollzogen.

Gabi
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Gabi

Ich glaube keiner Statistik die ich nicht selbst gefälscht habe.Nie im Leben ist die CDU samt Schwesterpartei noch bei 30%.In meinem Bekanntenkreis ist ein eiziger der diese Volksverräter noch wählt.Mit dem kriege ich mich deswegen auch regelmäßig in die Haare.Aber gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen und wer nicht hören will muß fühlen.Alte deutsche Sprichwörter,die heute noch zutreffen.

Feiert mal schön :-)
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Feiert mal schön :-)

Die Realität ist doch leider die, dass 15% (selbst wenn’s stimmt) für was genau gut sind? Nebenbei holen die Grünen mächtig auf mit Potential zur drittstärksten Kraft, falls es dem einen oder anderen entgangen sein sollte 🙂 .

Peter Seidler
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Peter Seidler

die „repräsentative“ Forsa-Umfrage kann man vergessen, da sie von SPD-Mitglied und Forsa-Chef Güllner für seine Agenda politisch instrumentalisiert wird mit der Aussage: „Mit hartem Flüchtlingskurs verliert ihr eure Wähler“! Denn im gleichen Zeitraum ist die CDU/CSU beim seriöseren Umfrageinstitut Emnid von 32 Prozent auf 33 Prozent GESTIEGEN!!

Emma
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Emma

Für mich ist eh nur die AfD wählbar !
Ich denke viele Bürger lassen sich von der CSU täuschen….und glauben den halbherzigen Schman…

Jupp
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Jupp

Ein Staat hat 4 Seiten, einen Boden und einen Deckel – und natürlich einen unabhängigen Richter.

Karl-Josef Vogel
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Karl-Josef Vogel
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Was ich allerdings überhaupt nicht verstehen kann sind die Prozente der Grünen. Wie kann man einer Deutschland und den Deutschen feindlich gesonnenen Partei überhaupt noch eine Stimme geben?

Eckard
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Eckard

Forsa-Meinungsmanipulationen sind mit Vorsicht zu genießen, Güllner ist ein AfD-Hasser wie der Niedertracht-Krankfurt-Präsident! Von allen Instituten ist einzig INSA seit 2016 in der Nähe der tatsächlichen Ergebnisse. Und die werden wohl heute oder morgen die nächsten Zahlen veröffentlichen. Wenn Gülle der AfD 15% gibt, werden es in Wirklichkeit 18% sein und damit wären sie Sozen eingeholt!

Demokrat
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Demokrat

Alle Profiteure der Krise scheinen nun bei den Grünen unterzukriechen, während die Kritiker zur AfD wechseln. Die Spreu trennt sich wohl vom Weizen…

Ursula Kranz
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Ursula Kranz

Die große Zahl der grün-Wähler ist mir ein Rätsel und bereitet mir Sorgen.

Susanna W.
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Susanna W.
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Jede Regierungskrise ist mir egal, da es inoffiziell schon eine seit 2015 gibt.nämlich seit jeder Nazi sein soll der gerne Deutsch ist und gegen chaotische Flüchtlingszustände.CDU CSu Grüne SPD oder Linke in der Regierung haben ihren vertrauensvorschuss verspielt weil sie nicht einmal mehr wissen was Deutsche leisten und brauchen.Wir sollen aber ihren Unfug zum Schaden unserer Kinder zahlen. No!

Ullrich Kaden-Rißmann
Gast
Ullrich Kaden-Rißmann

am unverständlichsten ist der Aufwärtstrent der Grünen, denn die sind die deutschhassensde Partei von allen. Alle die Grün wählen würden, wählen den Untergang Deutschlands

Herbert
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Herbert

Die Wähler der Scharia Partei Deutschland (SPD) wechseln zu den linksversifften Grünen. Wo ist da der Unterschied zur SPD? Oder wurden da nur Migranten zur Umfrage positioniert?

Matthias Liebe
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Matthias Liebe

Solange die AfD unter 20% liegt muss man konstatieren, dass der DummDödelDeutschen immer noch NICHTS begriffen haben…

Knjas
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Knjas
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Am Zuwachs der Stimmenanteile für die Grünen Geisterbahnbremser ist eines klar: Der Michel hat noch immer nichts kapiert. Er wird es auch erst dann merken, wenn es wie am Ende des 1000-jährigen zu spät ist.

r.v.d.m.
Gast
r.v.d.m.
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Wenn man sich diese Balkenkonstruktion anschaut,
kann man den deutschen Michel absolut vergessen !
15 % für die einzige Partei, die Deutschland wieder
zum Rechtsstaat verhelfen will.
70 % die dagegen stimmen, in den Gehirnen dieser Bürger
scheint sich nur noch Stroh zu befinden !
Die könnten alle hinter dem Banner „D. verrecke herlaufen“ !

Wolfi
Gast
Wolfi

Wie kann man eine Partei wählen, die nicht einmal eine totes junges Mädchen ehrt?
Viel zu viele meiner Landsleute laufen offensichtlich durch unser (???) Land, ohne ihr Gehirn einzuschalten.

Oraetlabora51
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Oraetlabora51
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Ich bin überrascht
Wußte gar nicht, daß es „in diesem unseren Vaterlande“(Zitat H.Kohl) so viele selbstquälerische Masochisten gibt!
70%-Wahnsinn!

Inge
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Da kommt Freude auf, AfD wirkt immer mehr,die Menschen erwachen langsam und erkennen in was für einem Zustand sich unsere einst sichere Heimat befindet, Deutschland seit 2015 grenzenlos mörderisch kriminell,und die Bevölkerung darf dieses Irrsinn ausbaden.

Balduin
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Balduin

Wir müssen noch sehr viel Aufklärung betreiben und Missstände die uns Altparteien eingebrockt haben aufdecken, damit die AFD die Situation in Deutschland noch retten kann. Ausruhen ist jetzt nicht, kämpfen mit all unserem Wissen um das Blatt zum Wohl unseres Volkes noch einmal zu wenden.

Tinas Senf
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Tinas Senf
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Mein Gedanke gestern abend, als ich bei Wahlrecht.de reingeschaut habe:

Wenn sogar der linke Forsa-Güllner es nicht mehr vermeiden kann, die AfD auf 15 % zu schätzen, dann ist sie in der Realität vermutlich bei mindestens ca. 18 %.

Der Beobachter
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Der Beobachter
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Wer kann schon diese Meinungsinstitute ernst nehmen mit 1.000 Befragten Menschen via Telefon etc…LOL.

Aubin
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Aubin

Kein Grund zum Jubeln, solang die Grünen zulegen, schliesslich und endlich die MehrKill Partei, damit bleibt alles beim oder bei der ALTEN!