Vatikanskandal weitet sich aus: Benedikt XVI. will mit dem Projekt „Theologe Papst Franziskus“ nichts zu tun haben

32
Bilder aus besseren Zeiten - Bildquelle: Screenshot Youtube

(David Berger) Es ist alles noch viel heftiger als ursprünglich angenommen. Ich hatte in den letzten Tagen bereits über den neuen Papst-Franziskus-Skandal berichtet. Heute Morgen wurde ein weiterer Abschnitt des Viganò-Schreibens bekannt, in dem sich Papst Benedikt unzweideutig vom System Franziskus distanziert.

Einer der Papst Franziskus treu ergebenen Vatikanmitarbeiter (Mgr. Viganò) war auf die Idee gekommen, der emeritierte Papst Benedikt sollte doch zu einer vom Vatikan herausgegebenen Kleinschriftenreihe mit Aufsätzen von Papst Franziskus und Theologen, die dessen intellektuelle Kapazitäten loben, ein Vorwort schreiben.

Das Vorwort wurde nie geschrieben, aber der Antwortbrief von Benedikt im Zusammenhang mit der Präsentation der Kleinschriftenreihe veröffentlicht, als Lob für die denkerischen und theologischen Qualitäten von Benedikt für Franziskus verkauft. Und als Zeichen für die Kontinuität der Theologie der beiden Päpste. Die es natürlich nicht gibt, aber dadurch sollten die konservativen Franziskuskritiker ruhig gestellt werden.

Vor einigen Tagen kam dann heraus, dass man eine wichtige Passage des Briefes mit Photoshop unleserlich gemacht hatte und den manipulierten Brief an die Weltpresse weitergereicht hatte.

Sehr schnell wurde klar, dass Franziskus und die Seinen hier der Welt eine Fakenews unterjubeln wollen.

Nun kommt es allerdings noch dicker. Das Online-Magazin kath.net, das für seine ungewöhnlich guten Beziehungen zu dem direkten Umfeld des emeritierten Papstes bekannt ist, veröffentlichte heute morgen einen letzten Absatz des Briefes, den der Pressesaal des Vatikan der Presse ebenfalls komplett vorenthalten hatte. Kath.net schreibt:

„Das ist nicht das Ende der Geschichte, denn die Geschichte ist eine andere.

Am 12. Januar 2018 informierte das Mediensekretariat Benedikt XVI. über das Vorhaben, elf Heftchen zur Theologie von Papst Franziskus zu veröffentlichen, dies verbunden mit der Anfrage, ob es Benedikt XVI. möglich sei, einen Beitrag zu diesem Projekt zu leisten. Die Antwort Benedikts XVI. auf dieses Ansinnen ist auf den 7. Februar datiert. Es handelte sich dabei um ein privates Schreiben an den Präfekten Viganò, das nicht zur Veröffentlichung bestimmt war: auf dem Umschlag stand: „personale riservata“. Dennoch wurden die ersten beiden Absätze verlesen, der erste Absatz veröffentlicht. Bereits an diesem Punkt war der innere Zusammenhang des Schreibens bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt worden.

Aber, und das ist das Neue: es gibt auch einen dritten Absatz, der ganz unterschlagen wurde

In diesem Absatz erklärt Benedikt XVI., dass er nicht die Absicht habe, mit einem Projekt zu tun zu haben, bei dem einer der Beteiligten der deutsche Theologe Peter Hünermann ist, ein entschiedener Gegner Johannes Pauls II., des damaligen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre Ratzinger und dann des neuen Papstes Benedikt XVI.“

Und kath.net ist kann als erstes Presseorgan in deutscher Sprache sogar den ganz unterschlagenen Absatz publizieren. Benedikt schrieb weiter:

„Nur am Rande möchte ich meiner Überraschung über die Tatsache Ausdruck verleihen, dass unter den Autoren auch Professor Hünermann ist, der sich während meines Pontifikates damit hervorgetan hat, führende antipäpstliche Initiativen zu unterstützen. Er spielte eine relevante Rolle bei der Veröffentlichung der ‚Kölner Erklärung‘, welche im Zusammenhang mit der Enzyklika ‚Veritatis splendor‘ das päpstliche Lehramt massiv attackierte, besonders in Fragen der Moraltheologie. Ebenso war die „Europäische Theologengesellschaft“, die er gegründet hat, von ihm ursprünglich als eine Organisation der Opposition zum Päpstlichen Lehramt gedacht gewesen. Später hat das kirchliche Empfinden vieler Theologen diese Orientierung verhindert und ermöglicht, dass diese Organisation ein normales Instrument der Begegnung zwischen Theologen wurde.

Ich bin gewiss, dass Sie für meine Absage Verständnis haben werden, und ich grüße Sie herzlich.

Ihr Benedikt XVI.“

Ein Vorgang von unerhörter Tragweite, an dem man sieht, wie weit man im Vatikan des Papstes Franziskus bereit ist zu gehen, wenn es um die Durchsetzung der Eigeninteressen geht. Aber der auch deutlich macht, wie intransigent Benedikt zur katholischen Lehre steht.

Besonders sein Hinweis auf die Moraltheologie ist ein Wink mit dem Zaunpfahl an seinen Nachfolger, der unter anderem mit seinem Wanken im Hinblick auf die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe die Kirche an den Rand einer Kirchenspaltung getrieben hat.

Franziskus ist für den Vatikan das, was Merkel für Europa ist. Wie lange wird die katholische Kirche, wie lange wird das Abendland brauchen, um sich von beiden zu erholen?

***

Sie wollen Philosophia Perennis unterstützen? Mit zwei Klicks geht das hier:

PAYPAL

… oder auf Klassische Weise per Überweisung:

IBAN: DE04 3002 0900 0803 6812 81
BIC: CMCIDEDD – Kontoname: David Berger – Betreff: Spende PP

Meine Artikelbewertung ist (3.67 / 3)

32
Hinterlassen Sie einen Kommentar

avatar
400
21 Comment threads
11 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
22 Comment authors
Gustav StaedtlerH. AppelWilhelmJörg B.Lutheraner Recent comment authors
  Abonnieren (alle Kommentare oder nur meine Kommentare)  
neueste älteste beste Bewertung
Ich möchte benachrichtigt werden zu:
Gustav Staedtler
Gast
Gustav Staedtler

Dass sich selbst die Päpste geistig nicht einig sind, ist Beweis dafür, dass sie den heiligen Geist nicht haben und auch ansatzweise gar nicht kennen.
Denn es gibt nichts und niemanden, der so einig macht wie der heilige Geist.

Gustav Staedtler
Gast
Gustav Staedtler

Der unfehlbare Idiot hat festgestellt, dass 3×3=7 ergeben, denn bei Gott sind alle Dinge möglich. Und das ist nun für alle Gläubigen verbindlich. Alles andere ist Häresie, denn wenn Gott alle Dinge möglich sind, dann dem „Heiligen Vater“ erst recht. Das leuchtet auch dem dummesten aller gläubigen Christen ein, dazu braucht er kein Katholik zu sein.

H. Appel
Gast
H. Appel

Mein Großvater pflegte immer zu sagen, wenn einer Unrecht zu Recht verdrehen wollte:
„keine Angst, eines schönen Tages stirbt der auch“

Wilhelm
Gast
Wilhelm

Benedikt der 16., der Denker zeigt den Standort, Franziskus der „Macher“ den Weg, den die Kirche gehen soll. Beide müssen sich an die vermeintlich gefundene „Wahrheit“ halten und nicht wie ein Mäntelchen nach dem Wind drehen. Schon gar nicht müssen sie andere „Religi- onen“ je nach Tagesgeschäft adaptieren. Allerdings mischen wie immer im Vatikan hinter den Kulissen viele „graue“ Eminenzen mit.

Jörg B.
Gast
Jörg B.
Meine Artikelbewertung ist :
     

Die OneWorld-Schreiber offenbaren Doppelmoral. Sie, die ihnen nicht genehme Politiker mit dem Etikett „autokratisch“ versehen äußern Sympathie für diesen zuvor „unmöglichen“ Stil. Der Zweck heiligt die Mittel?
„Deshalb ist es gerade beim Aufräumen im eigenen Haus beziehungsweise Palast wichtig, unbarmherzig zu sein. Franziskus muss die Kurie mit ihren eigenen Mitteln schlagen.“ Die Zeit 08.03.18

Lutheraner
Gast
Lutheraner

Papst Benedict hat sich diskret von Papst Franziskus seinen antichristlichen Werken im Schreiben distanziert. Da mag der despotische F noch so vor Wut keifen, Fakten verdrehen um Ratzinger zu schaden, allein dieser hat nichts unrechtes getan und war der letzte christliche Papst vor dem Antichristen und Kommunisten Franziskus.

Wolfgang
Gast

Sie werden Dämonen austreiben: Was Sie über Dämonen – Ihre unsichtbaren Feinde – wissen müssen Taschenbuch – 2009 von Derek Prince (Autor)

Was Sie über Dämonen, Ihre unsichtbaren Feinde, wissen sollten. Was sind Dämonen? Wie finden Dämonen Einlass im Leben eines Menschen? Brauchen Christen überhaupt je Befreiung von Dämonen?

EinFragender
Gast
EinFragender
Meine Artikelbewertung ist :
     

Ja, der Skandal weitet sich aus. Das nun Briefvarianten im Umlauf sind, die von Papst Benedikt XVI als persönlich gekennzeichnet sind, zeigt nur das wieder Kräfte am Werk sind denen nichts heilig ist.
Mal wieder benutzt man Papst Benedikt XVI sein Feindbild Papst Franziskus zu beschädigen, egal ob man Papst Benedikt damit schadet oder nicht. Papst Benedikt hat besseres verdient.

Ein Leser
Gast
Ein Leser

Wo findet man bitte eine seriöse deutsche Übersetzung des kompletten Original-Briefes? Danke!

Cloé
Gast
Cloé

Streng vertrauliches Schreiben an einen Angestellten … dann zerstückelt in genehmen Häppchen doch veröffentlicht … und hoffend das Benedikt XVI. es nicht mitbekommt bzw aus politischen Erwägungen schweigt ? Dieser Bischof von Rom hat sich jedoch den Falschen dafür ausgesucht, – wie verkommen ist der eigentlich ? Palastrevolution ?

Albatros
Gast
Albatros

Wer glaubt in Papst Franziskus einen klugen Christen zu sehen, der glaubt auch ein Pekinese den man stets vorm Ersaufen im Schnee retten muss, wäre ein Lawinenrettungshund. PF ist ein bösartiger Hochstapler, der die Christen und Christus erniedrigt, verhöhnt und diabolisch Fäden zieht.

Rasio Brelugi
Gast
Rasio Brelugi
Meine Artikelbewertung ist :
     

Obgleich ein nicht-religiöser Zeitgenosse, schätze ich die Geradlinigkeit, Konsequenz und Intellektualität von Bendikt alias Ratzinger sehr. Im Gegensatz zu den heutigen islam-devoten Kirchenoberen präsentierte Benedikt am Beginn seiner Amtszeit den etwa 1000 Jahre alten Disput aus Konstantinopel neu, Thema / Leitfrage: Was hat der Islam Gutes in die Welt gesetzt?

Wissen Sie mehr, Herr Berger?

Micky Mouse
Gast
Micky Mouse

Papst Franziskus will für seine Welteinheitsreligion das Christentum auslöschen, bekämpft Widerstand, benutzt Ratzinger nachdem Christen sich von ihm als Antichristen nicht mehr täuschen lassen, um zu täuschen. Versuchte mal im katholischen Laden eine Luther Bibel, Bücher von JP II oder Ratzinger zu bekommen, vergeblich, alle dem Scheiterhaufen der Zensur gewichen, für Franziskus Schmierschriften

Aubin
Gast
Aubin

Vor allem ist dadurch zu sehen, dass Benedikt hätte im Amt bleiben können, da er dies offenbar mental immer noch besser bewältigt als das derzeitige unterbelichtete Halbschattengewächs.

Jürg Rückert
Gast
Jürg Rückert

Franz und Angela sind Zwillinge – ich habe es schon lange so gesehen.
Der Papst hat bereits 2 Jahre vor Merkel die Grenzen im Mittelmeer zum Einsturz gebracht. Nach seiner Wutpredigt auf Lampedusa begannen die Fährverbindungen.
Purzel-Franz und Tanzlieschen. Das endet im Feuer des Heerlagers der Unheiligen.

Kerstin
Gast
Kerstin

Es wäre schön, wenn der eremitierte Papst sich dazu durchringen könnte, seine Kritik auch öffentlich zu äussern. Meiner Meinung nach wäre das seine Pflicht.

Liebe Mitdiskutierende,das war mein letzter Kommentar hier.Ich verabschiede mich und wünsche Euch alles Gute. Ich hoffe, wir erleben es noch, dass dieses Land zu halbwegs normalen Zuständen zurückkehrt.
Over and out.

DasKleineKrümelmonster
Gast
DasKleineKrümelmonster

Und da dachte unsereins immer, im Vatikan ginge es staubtrocken, langweilig und verknöchert zu. Aber das ist ja da wie im richtigen Leben! Ob Dan Brown seine Geschichten wirklich nur erfunden hat?

Nun gut, ich bin kein Katholik – mir reicht schon das jämmerliche Bild, das die EKD abgibt, völlig.

Vielen Dank an den Autor für die Informationen. Bitte bleiben Sie „am Ball“ bzw. an der Soutane!

hallo+zusammen+bzw.+gemeinsam!
Gast
hallo+zusammen+bzw.+gemeinsam!

Satansanbeter sind aus meiner Sichtweise heraus die Obersten von Kirche (mit ihren Tempeln, Kreuzzügen, Heiler- bzw. Hexenjagden und -verbrennungen, Lügen, Bodenraub, Unterdrückung, Folter, etc.) und Koran (alles Negative noch schlimmer bzw. extremer). Der pädophile Dreck muss weg!!!

Ben Goldstein
Gast

Die Franziskaner waren schon immer Oppositionelle, die den Laden unterwandern wollten und nun haben.

Andreas+Donath
Gast
Andreas+Donath

Das Schlimme ist, dass solche intellektuell drittklassigen, dafür aber eminent sendungsbewussten Figuren wie dieser dürftige Papst oder die dröge Merkel gar nicht daran denken, Konsequenzen aus ihren Fehlern zu ziehen. Dafür fehlt diesen passionierten Weltrettern schlicht und einfach die Größe und der Anstand – zudem halten die sich tatsächlich für unersetzlich.

Emma
Gast
Emma

Wie lange wird das Abendland brauchen, um sich von beide zu erholen ?
Tja, ich hoffe wir werden das alle noch erleben !