(David Berger) Gestern wurde auch in Deutschland bekannt, dass der Vatikan einen Brief Papst Benedikts XVI an den Pressemann des Papstes Monsignore Dario Edoardo Viganò manipuliert hat, um den emeritierten Pontifex zum Lobredner für 5 Jahre Papst Franziskus zu machen.

Derzeit bemüht sich die Clique rund um Franziskus diesen zu verteidigen und macht dadurch alles nur noch schlimmer. Gestern in den Abendstunden ließ der Vatikan wissen:

„Das Foto, das vom Brief veröffentlicht wurde, ist kein Fake, sondern ein Kunstwerk“.

Man habe den unleserlich gemachten Teil den Gläubigen nicht vorenthalten wollen.

Katholisches.info enthüllt Näheres dazu, wie es zu dem „Kunstwerk“ kam:

„Benedikt XVI. kam offenbar selbst nicht auf den Gedanken, dem regierenden Papst eine schriftliche Huldigungsnote zukommen zu lassen. So wurde etwas nachgeholfen.

Msgr. Viganò ließ eine vollständige Ausgabe samt Schuber von elf Kleinschriften über „die Theologie von Papst Franziskus“ in das Kloster Mater Ecclesiae bringen und übermittelte dazu dem gewesen Kirchenoberhaupt am 12. Januar ein freundliches Schreiben.

Was genau Viganò darin geschrieben hat, ist nicht bekannt. Offenbar war aber eine Bitte um eine Stellungnahme zur Schriftenreihe enthalten. Es war klar, daß sich Benedikt XVI. allein schon aus Höflichkeitsgründen einer solchen Bitte nicht entziehen konnte, da sich die Publikation auf das regierende Kirchenoberhaupt bezieht.“

Viganò erhielt bereits Anfang Februar eine Antwort vom emeritierten Papst, hielt diese aber offensichtlich zurück, um sie im großen Stil zum 5-jährigen Thronjubiläum seines Chefs zu veröffentlichen. Was er dann tatsächlich vor drei Tagen tat und gleich die nun im Handel erhältliche Kleinschriftenreihe von Franziskus vorstellte.

Katholisches.info weiter: „Das Echo war enorm. Die papstnahen Vatikanisten trugen wie „Revolutionswächter“ (Nuova Bussola Quotidiana) die Nachricht in Windeseile in alle Welt hinaus. Wer mehr, so die Sprachregelung, als Benedikt XVI. könne dem regierenden Papst ein Zeugnis der theologischen und philosophischen Größe ausstellen?

Der Brief Benedikts wurde wie eine Gratulation und eine Huldigung verbreitet, oder mehr noch wie ein Zeugnis, das Benedikt seinem Nachfolger ausstellte. Note: ausgezeichnet.

Mit triumphierendem Tonfall reagierten engste Vertraute von Papst Franziskus, darunter Antonio Spadaro, der Chefredakteur der römischen Jesuitenzeitschrift „La Civiltà Cattolica“. Der über Twitter frohlockte und dabei nicht darauf vergaß, den Kardinälen der Dubia gleich einen weiteren Seitenhieb zu verpassen, über die er sich lustig machte … Nicht gesagt, aber deutlich gemeint wurde damit, daß Franziskus-Kritiker nun endlich den Mund zu halten hätten. Benedikt XVI. selbst habe ihnen den Mund gestopft. Kardinal Kasper hatte es schon einige Tage zuvor formuliert: Es solle endlich Schluß sein mit „haltlosen“ Häresie-Vorwürfen gegen Franziskus.“

Das war denen, denen der Mund gestopft werden sollte dann doch zuviel. Der bekannte Vatikanist Sandro Magister veröffentlichte, als er bemerkte, welches Spiel die Vertrauten von Papst Franziskus mit der Öffentlichkeit spielen, den gesamten Brief. Während man den Brief Benedikts als großes Lob für die Theologie von Franziskus verkaufen wollte, war er in Wirklichkeit das genau Gegenteil:

„Viganò hatte die entscheidende, weil unangenehme Stelle im Text für die Presse weggelassen.

Darin teilte ihm Benedikt XVI., daß er die elfbändige Schriftenreihe über Franziskus gar nicht gelesen habe, weshalb er auch kein Urteil darüber abgeben könne. Mehr noch: Er beabsichtige auch gar nicht, sie lesen, weil er wichtigeres zu tun habe.

Um genau zu sein, ein handfester Affront gegen die „Theologie von Papst Franziskus“, die Benedikt XVI. in höfliche Worte kleidete. Schließlich antwortete er ja nur einem römischen Dikasterienleiter, der ihm unaufgefordert einen ganzen Schuber von Büchern zukommen hatte lassen. Das Viganò den Brief für andere Zwecke verwenden wollte, bekommt nun auch diese Zurückweisung eine besondere Brisanz, die Benedikt XVI. so nicht absehen konnte. Eine hochnotpeinliche Situation.“, so katholisches.info.

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17 Kommentare

  1. Als ich von der angeblichen Unterstützung durch Papst Benedikt erstmals aus der Tagespresse erfuhr war mein erster Gedanke, entweder ist das ein Fake oder den Hochbetagten verlassen langsam seine geistigen Kräfte. Ratzinger hat uns den Schatz und Reichtum seiner tiefgründigen Theologie hinterlassen. Franziskus wird als (Mit)Zerstörer des Abendlandes in die Geschichte eingehen. Unverzeihlich!

  2. Etwas einfach gesagt: Dem Vatikan laufen die Schäfchen davon, wie findet man neue? Papst Benedikt war zum Islam sehr kritisch eingestellt. Papst Franziskus sieht da eine Blutsauffrischung im Zusammenschluss… Nun, zum Verständnis eine alte Geschichte: Der Vatikan hat aus strategischen Gründen den Islam geboren!
    ayunion.wordpress.com/2012/11/26/religion-mohammed-der-einst-jesus-war/

  3. Katholisches.info ist eine Plattform die schon zu Zeiten von Papst Benedikt XVI gegen den Papst gewettert hat und viel Unsinn verbreitet hat. Hat sich nicht geändert.

    Interessant ist ein Artikel auf kath.net: http://www.kath.net/news/63139
    Papst Benedigt XVI wollte Kardinal Bergoglio (Jetzt Papst Franziskus) in die Kurie holen. Offensichtlich standen die beiden sich damals schon nahe.

  4. Auf Kathnet ist gerade übrigens ein Artikel Franziskus. Ich finde seinen Autor ansonsten recht gut und werde ihn auch weiter lesen.

    Sicherlich findet sich aber auch bei ihm nun die Anpassung an die von einem erfolgreichen Autor gewünschte Freundlichkeit.

    Sehr auffällig beschreibt er Franziskus da als volksnah und so..

    Vom Preisgeben der Schafe an den Islam kein Wort.

    • Da gibt es mehrere Artikel aus Anlaß des 5jährigen. Ich fand den von Michael Hesemann recht lesenswert und informativ.

      Man hatte lange Jahre von links versucht, Benedikt mies zu machen, indem man seinen Vorgänger Johannes Paul hochjazzte. Jetzt spielen sie von rechts Benedikt gegen seinen Nachfolger aus.

  5. also.. so wie das schon große Kirchenlehrer und Selige vorausgesagt haben. Die eine Kirche ist die Christi, die andere verfolgt diese und predigt die Götzen des Zeitgeistes.
    Irgendwann kommt das eben alles mal, was in den Texten steht..

  6. Ich hatte mich auch schon gewundert ..
    Immer augenscheinlicher wird ja, dass wir eine Person auf dem Papststuhl haben, die eine etwas andere Funktion in der Heilsgeschichte haben wird, als ein Hirte.
    Diese eher schreckliche Rolle hatte Benedikt eben nicht.. daher bin ich auch der Meinung, dass er sozusagen im Castel Gandolfo in Sicherheit gebracht wurde. Wir haben sie nun, die beiden Päpste..

  7. Benedikt schreibt, er habe nicht die Kraft, die elf Bändchen gründlich zu lesen, und sei schon andere Verpflichtungen eingegangen. Wie kann man daraus lesen, er habe „Wichtigeres zu tun“? Welch befremdlicher Wille, Papst Benedikt zu instrumentalisieren und vor den eigenen Karren zu spannen!

    • Was hat Benedikt tatsächlich geschrieben? Warum wird sein Brief nicht komplett veröffentlicht?
      Ansonsten mein Eindruck: Grober Keil auf groben Klotz.

  8. Ach so ! Na das erklärt ja vieles. Dann ist also dieser Mann, der sich so um Muslime bemüht gar kein Papst, sondern eine Kunstfigur. Darauf wäre ich nicht von allein gekommen. Sehr aufschlussreich, Danke.

    • Früher (räusper) hätte man diese Kunstfigur unter „entartete Kunst“ verbucht und in`s Depot verbannt. Bei dieser Gelegenheit … wie groß genau sind die Katakomben unter dem Petersdom ?

  9. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass Benedikt Amoris Laetitia als Abkehr von Lehre und Tradition der Kirche betrachtet. Soviel zur viel beschworenen angeblichen inneren Kontinuität der beiden Pontifikate, von der theologischen und philosophischen Kompetenz des aktuellen Amtsinhabers ganz zu schweigen.

  10. Das Foto eines ablehnenden Briefes ist ein „Kunstwerk“ ? Ich habe da jetzt Definitionsprobleme. Ich würde sagen, – der Schuß ging voll nach hinten los und der Krach heute morgen unter den Fenstern war nicht die Müllabfuhr, sondern das bebende Lachen aus einigen Winkeln des Vatikan. Laaaaach !

  11. Der „Revolutionär“ auf dem Stuhle Petri muss sich fragen lassen, ob er sich mit Domestiquen oder aufrechten Männern umgeben hat. Hat er die kräftigen Gestalten „wegkastriert“? Gewisse Paralellen zu Merkel?
    Früher war „Revolution“ Teufelswerk, heute gilt sie als Handschrift Gottes.

  12. Die „Unfehlbaren“ logen schon immer; nur früher praktizierten sie die Doppelzüngigkeit geschickter. Wann merken die „Schäfchen“ beider Kirchen, dass diese nie welche waren, sondern weltliche Macht- und Geschäftsunternehmen. Für den Verkauf ihrer beiden mystischen Produkte – zwei „Herrengötter“ – hatten sie nicht einmal Herstellungskosten und die Vertriebskosten finanziert(e) der Steuerzahler.

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