(David Berger) Am 30. Juni, kurz nach der Geburt meines Blogs begann ich einen Beitrag mit den Sätzen:

„Eine Krankheit macht bei queeren Guthomos, bei Antisemiten und Linksgrünen die Runde: die Bergerphobie. Einmal pro Monat publiziere ich ab sofort hier die vielsagendsten Mails, Blogbeiträge, Facebook- und Twittersprüche. Übrigens bewusst immer solche, die – trotz Beschwerden – nicht von den sozialen Netzwerken entfernt wurden.“

Aus der Ankündigung wurde vollumfänglich nichts. Das hatte zwei Gründe:

Zum einen ließen nach der öffentlichen Bloßstellung die nicht-anonymen bergerphoben Kommentare stark nach, wo sie wie von Leuten wie Jakob Augstein kamen, replizierte ich in einem eigenen Beitrag, einmal auch in der ZEIT.

Wo sie anonym waren, wiederholten sie einfach Altbekanntes.

In den letzten Wochen nun hat sich, zumal nachdem ich bei dem Frauenmarsch in Berlin öffentlich aufgetreten war, das Klima noch einmal zusätzlich erhitzt.

So will ich Ihnen zwei besonders erlesene Perlchen nicht vorenthalten, die mich in den letzten Tagen – neben den üblichen alltäglichen Beschimpfungen – erreichten.

Der erste Text ist eine private Mail, die mich vor etwa einer Woche erreichte. Die IP scheint verschleiert zu sein, da die mail offiziell aus Finnland kam.

 

Klingt erst mal, als ob die Mail aus linken Kreisen kommen würde („Naziblog“). Dazu passt aber das Wort „Stricher“ so gar nicht. Denn das ist eindeutig die Diktion von Rechtsextremen – die das Wort gerne ersatzweise für homosexuelle Männer gebrauchen.

Linke mit besonderen intellektuellen Qualitäten, wie der Neuköllner Roland Niedermeier, scherzhaft auch der „Reiserobby genannt, bevorzugen da für mich in der Regel eher „Nazinutte“.

Dass man mit fast 50 in dem horizontalen Gewerbe, zumal in Berlin und wenn man sich nur auf die vermutlich noch viel älteren „Nazis“ (sie müssen ja irgendwie schon vor 45 existiert haben) spezialisiert hat, nicht mehr das große Geld machen kann, sollten sie aber wissen.

Es bleibt also die Frage: Ein Rechtsextremer, der sich als Antifant tarnt oder ein Linksextremer, der zuviele Nazipornos gesehen hat und jetzt auch mal in die Rolle der strengen Herren schlüpfen will, die ihn sonst immer – gedanklich-erotisch – foltern?

Oder gar einer, der aufgrund seiner Zugehörigkeit zur zivilisiertesten Religion des neuen Jahrtausends über all den Extremen steht?

Kommen wir zum zweiten Kunstwerk, das offensichtlich kurz nach der strengeren Freischaltungspraxis bei PP entstand, durch die wir auch bei unseren Lesern einen gewissen Klärungsprozess herbeiführen und Antisemiten verdrängen wollten.

 

Erschienen ist der kleine Hymnus antisemitischer Hochkultur bei Anonymousnews (Kommentarteil), die sich auch schon mal ganz ungeniert bei PP bedienen, um die Texte dann auf ihrer Seite zu publizieren.

Auch hier stellt sich die Frage: Ein antisemitischer Künstler aus dem linken, dem rechtsextremen oder dem muslimischen Kulturkreis?

So recht werden wir das wohl nie erfahren. Aber wirklich wichtig ist das auch nicht. Beschimpfungen aus allen drei Kreisen rechne ich mir als schubladenfreie Person als Ehre an!

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