Ein Gastbeitrag von Niki Vogt

In Russland steht die Präsidentenwahl an. Die Stimmung ist dementsprechend angeheizt. Die russische Bevölkerung steht zum weitaus überwiegenden Teil hinter ihrem Präsidenten Wladimir Putin. Er ist der starke Mann, auf den sie vertrauen. Die meisten Russen sind sich vollkommen im Klaren darüber, dass ohne Putin Russland in einem desolaten Zustand wäre.

Der „Westen“ hätte sich alle sieben Länder, die Ex-General Wesley Clarke mehrfach öffentlich genannt hat, per Umsturz einverleibt, würde das Gas und Öl kontrollieren und Russland aus dem Markt drängen. Die Krim wäre ein US-Stützpunkt im Schwarzen Meer. Die Ukraine wäre vollkommen und bis zur Grenze nach Russland NATO-Gebiet und Russland hätte die NATO-Truppenstützpunkte direkt vor der Tür. Estland. Lettland, Litauen wären ebenfalls bereits NATO-Mitglieder und die schon länger bestehende Umkreisung durch die NATO hätte den Boden bereitet, Russland auszuplündern, zu destabilisieren und Unruhen anzuzetteln. Von da ab ginge es weiter nach China.

Kein Wunder also, dass Iwan Normalverbraucher, der „böse Russe“, fest hinter dem bösen Präsidenten Putin steht. Dessen staatsmännisches Geschick, Einfallsreichtum, Mut und Umsicht es übrigens auch zu verdanken ist, dass die westlichen Sanktionen Russland kaum, aber der EU ordentlich Schaden zufügen.

Interessanterweise erlaubt das böse, unterdrückerische, diktatorische Russland unter seinem brutalen „Machthaber“ Putin aber der „deutschen Welle“ offenkundig seit Jahren, ihr putinfeindliches Programm ungehindert auszustrahlen.

Dem Gegreine der Deutschen Welle Russland zufolge haben nämlich ein paar ihrer Putin-kritischen und Alexej Nawalny Jubel-Sendungen auf Youtube massenhaft Dislikes bekommen. Das deucht der Deutschen Welle gar seltsam und rätselhaft und also schrieb sie auf ihrer Seite:

Die „Dislikes“ kamen wie ein Schwarm. Nur wenige Stunden war die Folge der im DW-Auftrag produzierten russischsprachigen Satire-Tricksendung „Sapowednik“ (Schutzgebiet) über die bevorstehende Präsidentenwahl in Russland auf YouTube. Quasi über Nacht standen wenigen hundert so genannten „Likes“ (Daumen hoch-Symbol) über 20.000 „Dislikes“ gegenüber. Zwei Tage später verdreifachte sich die Zahl auf über 60.000. Das rund zweieinhalbminütige Video über die erneute Kandidatur des Amtsinhabers Wladimir Putin und dessen chancenlose Konkurrenten schien bei den Zuschauern praktisch über Nacht durchgefallen zu sein. Doch ein genauer Blick auf die Statistik nährt den Verdacht, dahinter könnte eine Attacke so genannter Social Bots stecken.“

Solche so genannten Bots sind Programme, die sich unaufhörlich durch das Internet bewegen und, je nachdem, worauf sie programmiert sind, sich auf Online Foren, Facebook und Youtube stürzen und dort Votes abgeben, liken oder disliken.

Tatsächlich ist die Schnelligkeit und Menge, in denen die Dislikes hereinprasselten, auffällig. Es gibt ein Video, bei dem (zur Zeit) Dreiundvierzig Aufrufen aber 130.000 Dislikes gegenüberstehen.

Es ist natürlich durchaus möglich, dass es hier solche Bot-Attacken gibt, zumal die Deutsche Welle herausgefunden haben will, dass die meisten Dislikes gegen eine Sendung über die Sanktionen gegen Russland aus Brasilien, Peru, Mexiko, Argentinien und Kolumbien kamen. Tatsächlich ist es unwahrscheinlich, falls sich das so verhält, dass ausgerechnet Südamerikaner sich so sehr über die Sanktionen gegen Russland aufregen.

Man darf auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es solche russische „Trollfabriken“ gibt. Alle Staaten haben solche Meinungs-SWAT-Teams, die sich mehr oder weniger offen im Netz tummeln, um Meinungen zu beeinflussen oder gleich ganz zu verbieten.

Davon, dass die „Deutsche Welle“ sich über die Löschungen von der Regierung missliebigen  Youtube-Filmen und Facebook-Kommentaren in Deutschland aufregt, haben wir aber alle irgendwie noch nichts gehört. Die deutschen Regimekritiker wären froh, die Zensuragenturen würden sich mit Daumen-runter-Votes begnügen.

Gerade die regierungstreue Deutsche Welle sollte sich da bedeckt halten. In Deutschland wird der Sender „Russia Today Deutsch“ als feindlicher Agent geführt und drangsaliert. Russland dagegen erlaubt, dass sich Fremdmächte mit einer Fernseh- und Radiostation dort niederlassen und sich ungehindert und offen im Vorfeld bei Wahlen meinungsbildend einmischen und den Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, einen „Mann des Westens“, favorisieren und massivst promoten. Ein Mann,  der kein Programm vorweisen kann, außer, dass er gegen Putin ist und den nur ungefähr zwei Prozent der Russen wählen würden.

Wer ist Alexei Nawalny? Wie man in seinem offiziellen Profil lesen kann, wurde er als fellow (ausgewähltes Element) an der amerikanischen Yale Universität im “Greenberg World Fellows Program” ausgebildet, ein im Jahr 2002 gegründetes Programm, für das jedes Jahr weltweit nur 16 Leute zugelassen werden, um mit ihren besonderen Fähigkeiten “globale Leader” zu werden.“

Alexej Nawalny, globaler Leader, Mr. Saubermann und Korruptionsbekämpfer verfügt über gute, finanzielle Beziehungen zur US-Regierung. Seine Stiftung, die seinen Feldzug gegen Putin finanziert, wurde von der Washingtoner Stiftung „National Endowment for Democracy“ (NED) finanziert. Diese Stiftung erhält sowohl Gelder vom US-Kongress, als auch von der „Open Society Foundation“ des Multimilliardärs George Soros. Das NED, eine Ausgründung der CIA, hat sich schon massiv an der Finanzierung der „Farben-Revolutionen“ in der Ukraine und Georgien in den Jahren 2003/2004 beteiligt. Wie alle NGOs, die Herrn Soros gehören, stachelt das NED unter der edlen Fahne der Menschenrechte Bevölkerungen zu Unruhen und Protesten auf. So geschehen auch in Myanmar, Tibet und sogar in der chinesischen Provinz Xinjiang, die über große Erdölvorkommen verfügt.

Das NED, ein Ableger der CIA für verdeckte Operationen, war und ist in der Ukraine besonders aktiv. Sie hat dort (nach dem was es selbst schrieb) „die Revolution des Maidan unterstützt, die eine korrupte Regierung erledigt hat, die die Demokratie verhinderte.“ Mit dem Ergebnis, dass mit dem Putsch des Maidan-Platzes, in Kiew eine noch korruptere Regierung eingesetzt wurde, deren demokratischer Charakter von Neonazis vertreten wird, die dort Schlüsselpositionen einnehmen.“

Seitdem werden in Kiew NATO-freundliche Regierungen installiert. Wir wissen heute, dass die neuen, demokratischen und vom Westen unterstützten Regierungen in Kiew noch wesentlich korrupter sind, als die Regierungen je zuvor und in denen Leute wirken, gegen die die deutschen Neonazis eine Kuschelgruppe sind (wo bleibt eigentlich hier der Aufschrei der Antifaschisten?). Die Ukraine ist zerrüttet, verarmt, der Blutzoll steigt täglich und Hunderttausende Ukrainer haben das Land verlassen. Dem Westen sind all die Opfer egal. Es geht um die Umzingelung Russlands und darum, alle sein Anrainerstaaten unter Kontrolle zu bekommen, um sich dann Russland als fette Beute einzuverleiben und einen gefährlichen, unbeugsamen Gegner zu beseitigen. Die Deutsche Welle fungierte auch damals als Herold des Westens und unterstützte mit medialem Tamtam das Märchen vom tapferen Aufstand des gepeinigten Volkes gegen das zu russlandfreundliche „Regime Janukowitsch“. Schon im Dezember 2013 – also schon, bevor die Maidanunruhen begannen –  wurde das Maidan-Massaker, was dann zum endgültigen Umsturz und Chaos in der Ukraine führte, vorbereitet. Im November 2017 gestanden drei Georgier im italienischen Fernsehen, unter den Schützen gewesen zu sein, die angewiesen wurden, wahllos auf Polizisten, Demonstranten und Zivilisten zu schießen, um das „Pulverfass Maidan“ zur Explosion zu bringen.

Das ist immer wieder dieselbe Strategie der USA/NATO. Dazu instrumentalisiert der Westen/USA Mängel und Unzufriedenheiten in den Zielstaaten, sei es Korruption, soziale Ungerechtigkeit, Armut … was auch immer, und schürt Wut und Unzufriedenheit durch geschulte Leute, Agents provocateurs und bezahlte Mitkämpfer. Der Staat muss von innen heraus ausgehöhlt, zerrissen, aufgewiegelt und geschwächt werden. Zusätzlich wird von außen Druck aufgebaut: Militärisch, durch Sanktionen, durch bösartige, mediale Darstellungen und die westlich-internationalen Leitmedien.

In diesem Umfeld und unter dieser Agenda operiert der in Yale ausgebildeten Alexei Nawalny, der sich als Verteidiger der Schwachen gegen den Missbrauch und Korruption der Mächtigen geriert. Die „Deutsche Welle“ bietet diesem Mann ein Forum, protegiert und unterstützt ihn, macht im Prinzip seinen Wahlkampf und baut ihn als Volkshelden auf. Wenn man diese Hintergründe kennt, weiß man, was hier geplant wird. Eine weitere Version dessen, was wir oben in dem italienischen Fernsehbeitrag sehen, mit all seinen entsetzlichen Folgen.

Wohl wissend, welchen Hintergrund Nawalny hat und wohl wissend, wie sie selbst die blutigen Maidan-Unruhen schöngeredet hat, inszeniert die Deutsche Welle Alexej Nawalny und sich selbst als Opfer böser, russischer Trollfabriken.

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Der Beitrag erschien zuerst bei DIE UNBESTECHLICHEN

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