(David Berger) „Das gemütliche 24-Stunden-Café bietet Frühstück, Torten und internationale Speisen sowie Kunstausstellungen“, heißt es bei Google zu dem bekannten Berliner Café Berio in der Nähe des Nollendorfplatzes.

Als jemand, der um die Ecke wohnt, weiß ich um die Qualitäten des Hauses, ungezählte Male habe ich mich dort mit Kollegen, Bekannten und Freunden getroffen. Immer war die Qualität von Getränken und Speisen hervorragend, die Bedienungen zu jeder Tag- und Nachtzeit zuvorkommend und freundlich, der Chef ein intelligenter, großherziger und zurückhaltend wirkender Mann.

Alles gut soweit. Wäre da nicht noch ein kleiner Makel. Das Café liegt mitten im Homokiez, einige Meter weiter wurde vor einiger Zeit ein schwuler Bundestagsabgeordneter mit einer anständigen Portion Drogen aufgegriffen – und so wird das Berio auch von vielen homosexuellen Männern gerne besucht.

margot-schlc3b6nskeDas wäre für Berliner aber alles noch kein Makel. Der liegt ganz woanders und das „queere“ Stadtmagazin „Siegessäule“ (Foto: Der Stand des Magazins auf einem Homo-Straßenfest) hat ihn unter dem Titel „Braune Lektüre“ nun aufgedeckt. Einer der Mitarbeiter, vielleicht auch ein fleißiger Informant im Stile eines IM oder schlicht der Anzeigenverkäufer, der sich meistens als Frau verkleidet und sich als rustikale Panzersperre gegen alles Nichtlinke versucht, hat etwas Skandalöses entdeckt:

Nach Angaben des queeren Stadtmagazins, das sich meist mit genderfluiden Covermodellen schmückt, kam das so:

Einer der „Siegessäulen“-Mitarbeiter habe sich im „Berio“ zu „Tratsch und Prosecco“ verabredet. Soweit sei alles gut gewesen.

Auf dem Gang zur Toilette dann der große Schock. Nein kein Darkroom, wo ältere Herren meines Alters Ausschau nach möglichst jungen Twinks für kondomlosen Sex halten, auch keine Theke, wo man überteuertes Crystal Meth erwerben kann. Nein, viel viel schlimmer:

„Das Berio hatte für seine Gäste die als AfD- und Pegida-nah geltende Zeitschrift gekauft und ausgelegt.“

Oh Gott, nein! Ein Skandal ohne Maß und Beispiel, denn in dieser Ausgabe, so weiß das queere Werbeblatt zu berichten, fallen Begriffe wie „Kampf ums Abendland“ und „Volksaustausch“. Außerdem würde dort auch der von Berufshomos besonders gefürchtete Akif Pirincci schreiben.

Was von der emsigen rosa Stasi noch erwähnt hätte werden müssen: Das Magazin kritisiert auch die Islamisierung, die gerade für die Berliner Schwulenszene eine große „Bereicherung“ darstellt.

So bleibt der queeren Inquisitionsbehörde aus Kreuzberg nichts anderes übrig als hoch offiziell anzufragen:

„Liebes Berio, ist das Euer Ernst? Entspricht das Compact-Magazin Eurem Weltbild?  In dem Fall würden wir den Prosecco nämlich woanders trinken.“

Als ich vorhin einen guten Kenner der Szene in Berlin fragte, ob ein solches Queeriban-Pamphlet nicht eine prima kostenlose Werbung für das Berio wäre, sagte der:

„Leider nein, denn die (kostenlos ausliegende und über Werbeanzeigen finanzierte) Siegessäule liest doch eh seit Jahren keiner mehr.“

IMG_7332Schade eigentlich. Ich jedenfalls weiß, dass ich nun dort noch öfter auf einen Kaffee vorbeischaue. Und das obwohl ich dort auch die linke Tageszeitung „Junge Welt“ sah.

 

Aber wir Rechten haben damit keine Probleme, denn uns als aufrechten Demokraten ist die Meinungsfreiheit sehr wichtig …

Vielleicht sollten wir im Berio ja sogar ein monatliches Meeting der PP- und „Compact“-Leser aus Berlin und Umgebung veranstalten?

Die PP-Flugblätter bringe ich heute Abend auf einen  Prosecco schon mal vorbei … was dann noch übrig ist, werfe ich bei der „Siegessäule“ in den Briefkasten.

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18 Kommentare

  1. Daraus einen skandal zu basteln, beleidigt doch auch automatisch alle Besucher des Cafes… Man unterstellt ihnen ja, zu dämlich zu sein, sich auf die Inhalte der Compact ihre eigene Meinung zu bilden, und sich schlagartig radikalisieren, bzw AFD-i-sieren zu lassen. Ich hoffe die Zeiten des betreuten denkens enden bald.

    • PP wurde auch nicht gegründet , um jemanden schwul, bi oder sonstwie zu machen. Das wird auch so bleiben. Wie das im Cafe Berio so angeht, weiß ich nicht. Wenn Sie in meinem Alter sind, müssen Sie vermutlich keine Sorgen habe, dass sie jemand anmacht. Jedenfalls meiner Erfahrung, aber vielleicht liegt das auch an meinem schlechten ruf, dass mich keiner anmacht. Hier in berlin laufen viele Homos mit Schildern rum, auf denen steht: „Kein sex mit Nazis“ lol

  2. Als Nichtberliner hielt ich die „Siegessäule“ 1999 für völlig überbewertet, wenn überhaupt, dann nur wegen des Terminkalenders gelesen. Es gab damals ein Magazin namens blu, das diesem linken Möchtegernmonopolisten Konkurrenz machte.

    Jeder, der auf Konkurrenzprodukte umsteigt, entzieht diesem Hetzmagazin Werbeeinnahmen und das ist der richtige Weg.

    In der Szene werden sicher die Wirte von Linksaußen angefeindet, die Meinungspluralismus leben. Diese sollten dann besonders unterstützt werden. Und die anderen (in Köln die „Kein-Kölsch-für-Nazis“-Wirte) entsprechend boykottiert werden, sollen die sich doch von Nafris antanzen lassen.

    Apropos Nollendorfszene und Meth: Ist Volker Beck nach seinem Auszug aus dem Bundestag nach Köln zurückgegangen oder wühlt der noch in Berlin?

    • So viel ich weiß, hat er neben seiner Kölner Eigentumswohnung auch noch eine sehr noble Eigentumswohnung in einem der teuersten Bezirke von Berlin – der Nollendorfplatz ist von dort aus gut erreichbar. dort fanden auch die legendären Geburtstage von VB statt, bei denen ich de Freude hatte, die ganze Grünenspitze kennen zu lernen (außer Claudia Roth, keine Ahnung wo die immer war)

    • naja muss ??,,,das kann man nicht verstehen wenn man vom land ist ….das ist vermutlich Pures Irrenhaus ,wie schon ende der 70iger als ich drei jahre dort leben musst …Naja lustig fand ich z.b einen Transvestiten im bayerischen Dirndl ..im Cafe „zum anderen Ufer “ dort waren wir als Studis mal zum spass drin
      Da guckt man als Landei dann doch recht dumm

      • Dass Gerhard Hoffmann, der Chef des „Anderen Ufer“ aus Bayern war, wusste ich. er wirkte auch immer etwas „tuntig“ auf mich. Dass er aber dort mit Dirndl rumlief, war mir unbekannt. man lernt nie aus

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