Jetzt wissen die Kinder dank „Klaro“, was es mit dem Trump, mit den Israelis und den Palästinensern auf sich hat. Und dass alle beide, die Israelis und die Palästinenser, die gleiche Schuld haben, warum dort unten nichts vorwärts geht. Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

Kindersprache, ehrlich und ungeschmückt, ist kurz in der Bekanntgabe von Entscheidungen. Gibt es keine Einwände, heißt es simpel: „Klaro“. Insofern hat sich der Bayerische Rundfunk ein schlaues Motto für seine Kindernachrichten ausgesucht: „KLARO“. Will heißen:

Was hier, liebe Kinder, gesendet wird, ist glas-klaro. Nix dagegen zu sagen. Oder auch: Versteht sich doch von selbst, dass es so ist, wie ihr das von uns hört.

Wenn dem bloß so wäre! Erst mal fragt man sich als Eltern, warum die mit ihrer unmittelbaren Welt vor der eigenen Nase ausreichend mit Orientierung beschäftigten Kinder eigentlich schon mit der Welt der jenseits ihres Gesichtskreises stattfindenden nationalen und globalen Ereignisse konfrontiert werden sollen. Haben sie ein Bedürfnis nach Informationen, die außerhalb ihrer Erfahrungswelt geortet werden können?

Haben sie überhaupt einen Verständnishorizont, den man lediglich mit einfacher Sprache bedienen muss, um die große, weite Welt begreifbar zu machen? Oder steht dahinter nicht letztlich die unsinnige Vorstellung, man dürfe doch keine Zeit verlieren, wenn es um die Bildung der Kleinen geht, die nicht früh genug einsetzen kann, Beispiel Englisch im Kindergarten?

Dass Englisch in der Post-Windel-Phase ein Muss ist, ist längst wissenschaftlich erwiesen: „Die optimale Phase, in der Kinder am besten die Grammatik und die Phonologie einer Sprache aufnehmen und erlernen, liegt vermutlich zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr. Mit zehn Jahren ist es auf jeden Fall zu spät“.

Also könnte man schließen, sollten Kinder vermutlich auch in Fragen der nationalen und globalen Politik möglichst früh Bescheid wissen, weil gilt „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“

Oder ist der Verdacht erlaubt, dass in die Kinderköpfe schon möglichst früh und nachhaltig die Sicht der Welt, wie sie unsere Medien mit linkspolitischer Einhelligkeit verkörpern, implementiert werden soll?

In einfacher Sprache gesagt: Sollen sie möglichst früh lernen, „richtig“ zu denken?

Ein Blick in den unsere Demokratie sichernden, zwangsfinanzierten Bayerischen Rundfunk und seine Denkschulung für Kinder, KLARO, soll diese Fragen klären.

Um das Format attraktiv zu machen, ist das Ganze interaktiv und stellt sich so vor:

„Vierte Schulklassen aus Bayern 10-11Jährige bestimmen die Themen und stellen Fragen. Die geben wir weiter an Menschen, die sich auskennen – unsere Experten. Heraus kommt „Klaro – Nachrichten für Kinder“.“ 

Kapiert. Gehen wir also mal in das gemütliche Dörflein Flintsbach, wo sich diesmal die an Weltpolitik interessierten Medien-Heinzelmännchen und -Heinzelweiblein bemühen, allen unwissenden, vorpubertären Radiohörern den Bösewicht Donald Trump und die Nahostkrise dem auf ihre Alterskohorte beschränkten Verstand zu erklären, eben klaro-mäßig.

Da teilen die Kleinen mit niedlichen Ausspracheproblemchen mit, dass US Präsident Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen will. Stimmt. Wir erfahren, dass Juden, Christen und Moslems dort wohnen, aber nur Juden und Moslems um die Hauptstadt „streiten“, weil sie „beide Jerusalem als Hauptstadt wollen“. Warum, so die Frage, die 10-Jährige natürlicherweise beschäftigt, will Trump jetzt so „plötzlich“ die US Botschaft nach Ost-Jerusalem verlegen? (Was eine „Botschaft“ ist und warum Jerusalem ein politisches Problem ist, ist mit dem Verb “ streiten“ ausreichend erklärt. Das kennen die Kleinen ja vom Sandkasten her.).

Nun schaltet sich der Experte dazwischen. Seine Antwort belehrt sie, dass dies keine „plötzliche“ Entscheidung war. Trump, so der bayerische Medienmann namens Hammer, wollte sein Wahlkampfversprechen einhalten. Er wollte zeigen, dass er ein Mann der Taten ist. Zudem koste ihm diese Zusage „gar kein Geld“. Sie ist nämlich „ein Wahlversprechen, das er ohne großen Aufwand erfüllen kann.“ (Aufwand? Was issn das?).

Kritik an seiner Entscheidung ist ihm aber offensichtlich wurscht, er hat sie getroffen, „auch wenn er damit für große Unruhe gesorgt hat.“ Heinzelmännchen sagt:

„Die Bundeskanzlerin Merkel findet den Alleingang von Trump nicht besonders toll“

(„Alleingang“ ist ein typisches Wort in der Sprache von 10Jährigen).

Nun zeigen die Kinder aber salomonische Weisheit in ihrem natürlich von ihnen selbst ausgedachten Kommentar.

„Moslems und Juden brauchen einen Streitschlichter, der ihnen sagt, dass beide das gleiche Recht haben.“

Da gibt es keinen wirkliche Schuldigen (Jetzt muss der kindliche Hörer endlich kapieren, dass bei diesem „Streit“ beide Parteien gleich schuldig sind, die Israelis wie die Palästinenser).

Auf die Heinzelmännchen-Frage, ob es zu einem neuen Krieg kommen könnte, antwortet der Experte: „Prognosen sind hier immer sehr schwierig.“ (Ja, Prognose, wieder so ein typisches Kinderwort!)

So, und jetzt wissen die Kinder dank KLARO, was es mit dem Trump, mit den Israelis und den Palästinensern auf sich hat. Und dass alle beide, die Israelis und die Palästinenser, die gleiche Schuld haben, warum dort unten nichts vorwärts geht.

Danke, Bayerischer Rundfunk, für deine nachhaltige Indoktrination, sorry, Aufklärung zur Sicherung unserer Demokratie.

11 Kommentare

  1. Was ich noch vergessen habe:
    Am schlimmsten ist für mich wenn ich diese Kinder auf dem Bild sehe dass diesen die Zukunft genommen wird!
    Genau von solchen Typen wie der der das Mikrofon hält.
    Und für was?

  2. Ich habe Kinder in diesem Alter und Flintsbach am Inn liegt bei uns im Landkreis.
    Natürlich ist diese Art der Beeinflussung eine riesige Schweinerei.
    ABER, so einfach machen das einem die Kinder nicht, da kann ich als Vater ein Lied davon singen.
    Und egal ob es uns gefällt oder nicht, das Elternhaus ist doch immer noch wichtiger als das Fernsehen, das wissen diese Manipulatoren der Wahrnehmungsfelder genau.
    Desshalb wird auch alles getan durch, z. B. falschen Feminismus, Gleichmachung von Mann und Frau, neue Geschlechter usw. diese kleinste terroristische Einheit, genannt Familie, zu sprengen.

    „Experte“ wenn ich höre kommt mir sowieso das Kot…!
    Und nicht Vergessen: „die Medienhoheit in D haben bis 2099 die Siegermächte. Hier ist der Widerspruch in sich und die Frage welchen Rahmen man über dieses Bild legen soll.

  3. Typische „Gehirnwäsche“ gleich von klein auf.

    Wenn es um Israel geht, folgt die Berichterstattung immer dem beliebten Denkmuster: Israel ist ein Apartheidsstaat, der „palästinensisches“ Land besetzt hält und die armen Einwohner von Gaza unter unwürdigen Bedingungen gefangen hält. Bebildert werden derartige Berichte mit steinewerfenden Kindern, die israelischen Soldaten und Panzern gegenüberstehen – ein beliebtes Motiv, das von „palästinensischer“ Seite gerne immer wieder inszeniert wird. Viele Menschen hinterfragen diese Art der Berichterstattung nicht, da sie seit Jahrzehnten daran gewöhnt sind und die „palästinensische“ Propaganda die komplexe Thematik scheinbar schlüssig darstellt.

    Und die Sache ist ganz einfach: Israel ist die stärkere Partei in diesem Konflikt (Bad Guy), die Palästinenser die Underdogs (Good Guy). Nach diesem Muster biegen wir die Ereignisse vor Ort zurecht. Du wirst sehen, es geht wie von selbst.

    Es ist dies tatsächlich ein Phänomen, das inzwischen sogar im neuen Duden Einzug gehalten hat: für kein anderes Land existiert ein Wort, nur „israelkritisch“ existiert dort als Wort, nicht aber „russlandkritisch“.

    Zu den „Nahostexperten“:

    Geh sparsam mit Fakten und bestätigten Meldungen um. Saftige Gerüchte und vorschnelle Anschuldigungen sind viel aufregender. Erinnere dich an Muhammed al-Dura. Oder an das “Massaker von Jenin”.

    10 Tips dazu:
    https://www.steinhoefel.com/2010/04/so-wird-man-nahostkorrespondent-eine-anleitung.html

  4. Wir werden alle indoktriniert. Bei den Kindern merken wir das manchmal, weil zu offensichtlich. Wenn mein Sohn aus der Schule (4.Klasse) kommt und Trump, von dem er bislang noch nie etwas gehört hatte, ,,doof“ findet, bestätigt dies ein düsteres Bild.

  5. Ja, ‚KLARO‘ doch; Die Indoktrinierung kann doch nicht früh genug anfangen –

    war doch m.W. ein bewährtes System in der ex-‚DDR‘.

  6. Wenn ich schon das Wort „Experte“ bei den GEZ-Betrügern höre stelle ich mir diese immer gleichen Halunken vor, die einen mohammedanischen Terroranschlag zu einem „Unfall“ erklären. Und sehe die Fratze von Marionetta Slomka und dem klebrigen Claus

  7. Kein besonders gelungener Artikel. Die dargestellte Indoktrination ist abzulehnen. Deswegen darf man aber doch nicht 10-Jährige vollständig auf den Gesichtskreis der unmittelbaren eigenen Anschauung beschränken. Die ganze Schule beruht darauf, den Gesichtskreis über das Hier und Jetzt hinaus zu erweitern. Das unterscheidet den Menschen vom Tier. Wir mußten mit 10 Latein lernen, ganz viel über die alten Römer hören, uns mit verschiedenen Zahlensystemen beschäftigen und von afrikanischen Elefanten und der Tierwelt auf Java hören. Auch wenn man immer Lehrpläne im einzelnen kontrovers diskutieren kann, war das völlig richtig und hat mir zumindest auch Spaß gemacht. Und warum Kennedy ermordet wurde, wollte ich damals auch wissen.

    • @tanzenderberg
      Sie haben den Kern der Kritik nicht verstanden. Es geht darum, dass hochkomplexe Probleme, wie die Nahost-Frage, eine völlige Überforderung der 10jährigen bedeuten und dass man zudem mit der Überforderung ein leichtes Spiel hat, die typisch linke Version der Israel-Sicht zu transportieren. Interessant übrigens, dass Sie in der Grundschule schon ganz viel Latein gelernt haben.

      • „Interessant übrigens, dass Sie in der Grundschule schon ganz viel Latein gelernt haben.“

        Nun mit10 Jahren kann man schon a.d. Gymnasium sein und in altphilologischen Gymnasien wird schon ab der Sexta (5.Klasse) Latein gelehrt. Das nur zur Aufklärung -aber ich halte auch das schon für zu früh. Wir haben erst in der Quarta (7. Klasse) Latein als zweite Fremdsprache (neben Englisch) gehabt.

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