(David Berger) Derzeit findet wieder die Internationale Kunstausstellung Documenta (14) in Kassel statt. Dort gibt es in diesem Jahr einen „Parthenon der Bücher“: Ein Kunstwerk der argentinischen Künstlerin Marta Minujín, das Tausende an Büchern sammelt, die irgendwo auf der Welt mal verboten waren oder noch sind.

Siegfried Sonneck, Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin hat dabei eine interessante Beobachtung gemacht: „Interessanterweise finden sich sehr, sehr viele verbotene Bücher, aber kein einziges, das in einem islamisch regierten Land auf dem Index steht oder stand“, schreibt er.

Deshalb hat er folgenden kurzen Leserbrief an die „Neue Osnabrücker Zeitung“ geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

so wie vor einigen Jahrzehnten in Deutschland Bücher verbrannt wurden, wird im „Parthenon der Bücher“ kein einziges Buch präsentiert, das in einem islamisch regierten Land auf dem Index steht bzw. stand.

Ist die Freiheit der Kunst schon dem Faschismus des Islam gewichen?

Mit wenig freundlichen Grüßen, Siegfried Sonneck

Andere Besucher der Documenta hatten einen anderen Eindruck. Einer unserer Leser schreibt:

„Ich bin auf den Artikel „Fehlen im „Pantheon der Bücher“ die
vom Islam verbotenen Werke?“ gestoßen.

Der dort zitierte Leserbrief stellt die Situation aus meiner Sicht
jedoch nicht korrekt dar. Ich selber wohne in Vellmar (gleich bei Kassel
um die Ecke) und habe mehrmals das Pantheom besucht, nicht weil ich die
Documente so oft besuche, sondern weil meine Straßenbahnhaltestelle
direkt daneben ist. Ich habe dort  auch einmal das Buch „Satanische Verse“ gefunden.

Satanische VerseSo gerne ich selber auch hier eine anderen Sachverhalt vorgefunden
hätte, es entspricht eben nicht der Wahrheit, dass islamkritische Bücher
dort nicht vorhanden sind.