Ein Gastbeitrag von Dr. Udo Hildenbrand

Von meinem Schreibtisch aus sehe ich bei gutem Wetter über die Rheinebene hinweg die Silhouette der Europastadt Straßburg mit ihrem 142 m hohen Münsterturm. Bis vor kurzem hätte ich nicht erwartet, von dort massive Warnungen des katholischen Erzbischofs Luc Ravel zur Problematik der Islamisierung Frankreichs zu vernehmen. Was er für Frankreich feststellt, gilt zweifelsfrei auch für Deutschland und für ganz Europa.

Der Erzbischof sprach im Hinblick auf die derzeitige Massenzuwanderung vom „großen Austausch“ (grand remplacement) der französischen Bevölkerung, der eine Islamisierung des Landes zu Folge haben wird, ferner auch (indirekt) vom „Geburten-Dschihad“, und dem drohendem Untergang der französischen Kultur:

„Die muslimischen Gläubigen wissen sehr gut, dass ihre Geburtenrate so ist, dass es bereits jetzt zum großen Austausch kommt. Sie erzählen Ihnen in einer sehr ruhigen, sehr zufrieden selbstsicheren Art, dass eines Tages das alles, das uns gehört, ihr Eigentum sein wird.“

Die Worte des Erzbischofs waren verbunden mit schwerwiegenden Vorwürfen gegen seine Mitbrüder an der Spitze der Französischen Bischofskonferenz wegen der Masseneinwanderung und Geburtenrate und der damit zusammenhängenden demographischen Veränderungen in Frankreich. Dabei sprach er u. a. auch von „Komplizen“ des „Schweigens der Medien“ und der „politischen Korrektheit“, auch vom „Beschneiden der Pressefreiheit.“

Der Straßburger Erzbischof dürfte so unter seinen bischöflichen Kollegen in Westeuropa hinsichtlich einer kritischen Sicht auf den Islam und auf die aktuelle Massenzuwanderung von Muslimen nach Europa zu den mutigen, aber leider nur wenigen „einsamen Rufern in der Wüste“ zählen, die unter den hohen Verantwortungsträgern in den christlichen Kirchen zu finden sind. Einige weitere kritische kirchliche Stimmen, auch aus Osteuropa und dem Nahen Osten sollen in diesem Bericht noch zu Wort kommen.

Unübersehbar und nicht zu leugnen ist die Fülle ganz offener, vor allem aber auch schleichender Selbst-Islamisierungsprozesse sowohl im weltlichen als auch im kirchlichen Bereich.

Dabei ist nicht zu übersehen: Die Selbst-Islamisierung in beiden Bereichen geht einher mit einer nachweisbaren Entdemokratisierung und Entchristianisierung, ganz abgesehen von der von den islamischen Akteuren dezidiert geplanten und betriebenen Islamisierung. Die folgenden Ausführungen beschränken sich auf entsprechende Stufen der Selbst-Islamisierung im Bereich der christlichen Kirchen.

Das Ausklammern und Schönreden von Problemen mit dem Islam: Ein prototypisches Verhalten beim II. Vatikanum (1962-1965)?

Aufschlussreich kann zunächst ein Blick sein auf den problematischen „Hochachtungs-Text“ des Zweiten Vatikanischen Konzils in der „Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“ (Nostra aetate, Nr. 3, 1965): „Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, …“.

Die Problematik des Wegschauens und Ausklammerns begann offensichtlich bereits mit diesem Konzilstext. Vielsagend und verblüffend offen ist die Feststellung des Autors eines Exkurses „zum Konzilstext über die Muslim“ in einer renommierten katholischen Publikation. Darin heißt es,

„dass in einer Erklärung, die dem Beginn eines Dialogs sympathisch gegenüberstehen wollte, nicht schwerwiegende Schwächen hervorgehoben werden durften, weil damit die Gefahr entstand, dass die Gesprächspartner überhaupt kein Verlangen nach dem Dialog mehr hatten.“

(Georges C. Anawati, Exkurs zum Konzilstext über die Muslim, in: Lexikon für Theologie und Kirche, zweite Auflage, Das Zweite Vatikanische Konzil. Konstitutionen, Dekrete und Erläuterungen, Lateinisch und Deutsch, Kommentare, Teil II, Freiburg, Basel, Wien 1967, S. 486).

Mit Befremden, Kopfschütteln und Verwunderung liest man diese kaum glaubliche Feststellung und erkennt zugleich ein Zweifaches:

1. In dieser wohl wirklichkeitsnahen Beobachtung des Konzilsgeschehens könnte ein Schlüssel liegen für die seit jener Zeit bis heute weithin übliche fatale Praxis des Dialogisierens zwischen Christen der verschiedenen Konfessionen und Muslimen auf allen kirchlichen Ebenen, ebenso auch die Art des Umgangs mit Muslimen.

Denn in der Nachkonzilszeit wurden und werden bis heute die mit dem Islam zusammenhängenden Probleme auch kirchlich vielfach verharmlost, ausgeblendet, vernebelt oder relativiert, mitunter auch schlichtweg geleugnet.

Darin eingeschlossen sind: Anbiederung, Verzicht auf Gegenseitigkeit sowie falsche Rücksichtnahme auf Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten der Muslime zulasten von Recht, Gerechtigkeit und Wahrheit.

2. Nach der oben skizzierten erstaunlichen Beobachtung scheint in damaliger Zeit den Muslimen der christlich-islamische Dialog aufgedrängt worden zu sein.

Jedenfalls kann nicht belegt werden, dass den Christen in islamischen Ländern in den vergangenen über 50 Jahren gleichsam als Entgegenkommen dieser vom Konzil dem Islam gegenüber pauschal zum Ausdruck gebrachten „Hochachtung“ eine entsprechende „Hochachtung“ der Muslime entgegen gebracht wurde. Denn in den islamisch dominierten Ländern wurden den Christen seit jenem während des Konzils formulierten „Hochachtungs-Text“ keineswegs etwa größere Freiräume und bessere Lebensbedingungen als zuvor eingeräumt.

Ganz im Gegenteil. Nicht „Hochachtung“, vielmehr Drangsalierung und Benachteiligung, Bedrohung, und Verfolgung standen und stehen seitdem für Christen (und andere angeblich „Ungläubige“) auch weiterhin auf der muslimischen Agenda – und dies sogar noch weltweit in verstärktem Maße.

„Denk an die Tage der Vergangenheit“: Gegen die Geschichtsvergessenheit

Viele Probleme mit der Religion Mohammeds ergeben sich aus aktuellen Ereignissen, andere aus bedrückenden Vorgängen in der Geschichte. Dabei ist mit dem Konzil die berechtigte Frage zu stellen: Sollte nicht in unserer globalisierten Welt im Geist des Friedens und der Versöhnung ein Schlussstrich gezogen werden unter die Vielzahl der jahrhundertelangen Feindschaftsgeschichten, der historischen Dilemmata, Tragödien und Dramen im Leben Einzelner und ganzer Völker? Müssten nicht alle, gerade auch Christen und Muslime mit ihrer gegenseitig belasteten Geschichte, bemüht sein,

„das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen …“ (Nostra aetate, ebd.)?

Auch bei einer grundsätzlich positiven Beantwortung dieser Fragen, sollte man sich immer zugleich auch an die biblische Mahnung erinnern:

„Denk an die Tage der Vergangenheit, lerne aus den Jahren der Geschichte! Frag deinen Vater, er wird es dir erzählen, frag die Alten, sie werden es dir sagen“ (Deuteronomium 32,7).

Jedenfalls ist dringend zu raten, nicht blauäugig diese biblische Warnung zu vergessen angesichts der höchst problematischen geschichtlichen Vorgänge, die eins zu eins zusammen gehen mit den Ereignissen, die in unserer Zeit weltweit im Zusammenhang mit dem Islam von vielen Menschen traumatisch erlebt und von der nicht unmittelbar betroffenen Weltöffentlichkeit entsetzt beobachten werden.

Es ist die Fülle zeitaktueller bedrückender Ereignisse, die jahrhundertelange Erfahrungen mit dem Islam bestätigen.

Bewusstes Ignorieren und falsche Rücksichtsnahmen, „großzügiges“ Ausblenden sowie geschichtsvergessenes Agieren in einem mehr als fragwürdigen kirchlichen Islam-Appeasement könnten höchst gefährlich werden. Denn diese Verhaltensweisen könnten einmal die mit viel Leid verbundene Wahrheit bestätigen, dass diejenigen, „die sich nicht der Vergangenheit erinnern“, verurteilt sind, „sie erneut zu durchleben“ (George de Santayana).

Die Palette fragwürdiger Verhaltensweisen in den christlichen Kirchen

Gelegentlich kommentierend, auch fragend sollen ohne Anspruch auf Vollständigkeit in dieser „Palette fragwürdiger Verhaltensweisen“ Stufen der Selbst-Islamisierung im kirchlichen Bereich eher stichwortartig aufgezeigt werden. Stufen dieser Art sind:

1) Ignorieren, Verweigern

∞ Die Wahrnehmung der Aufgabe als kritische Instanz bei problemhaften Entwicklungen in der Gesellschaft (z. B. Immigration, Islamisierung)

∞ Die Benennung schwerwiegender Themen, die immer auch Christen betreffen (Gewalt im Koran gegen „Ungläubige“; Apostasie vom Islam mit lebensbedrohlichen Folgen)
Als Reaktion auf die islamisch motivierte Ermordung des französischen Priesters Jacques Hamel ließ Kardinal Reinhard Marx in einer DBK-Pressemeldung „die Opfer einer schrecklichen Gewalttat“ beklagen. „ Mit keinem Wort jedoch benannte Marx die Identität der beiden Mörder als Muslime. Auch die Form des islamischen Ritualmordes erwähnte er nicht. Über die Gewaltaufrufe im Koran, die Muslime zur Tötung von Ungläubigen aufstacheln, schwieg sich der Kardinal aus“ Wo erheben die Verantwortlichen der christlichen Kirchen hörbar ihre Stimme z. B. zugunsten von Exmuslimen, die zu Christentum konvertiert und wegen ihrer Abwendung vom Islam an Leib und Leben bedroht sind sowie auch anderer massiv bedrohter Islamkritiker?

∞ Die Artikulation, dass der „ gewöhnliche“ Islam die Keimlinge des gewalttätigen Islam in sich birgt und die Differenzierung Islam und Islamismus, zwischen islamischer Terrorist und Islamist/islamistischer Terrorist mehr als fragwürdig ist.
Würde man auch differenzieren bei Gewalthandlungen im Christentum zwischen Christentum und „Christentumismus“, vielleicht auch „Christenismus“ ,„Christismus“ oder auch „Christianismus“? Nein. Es würde schlicht heißen: „Gewalt im Christentum“, christliche Gewalttaten, christliche Gewalttäter u. ä.

∞ Die Klärung des fundamental unterschiedlichen Verständnisses zentraler zwischen menschlicher Werte wie z. B. Frieden, Freiheit, Recht, Barmherzigkeit:
Der Islamische Dualismus Muslim-Nichtmuslim ist die tiefste Ursache dieser Differenz.

∞ Die islamische „Taqiyya-Theologie/Taktik“:
Diese islamische Verhaltensweise des legitimierten Täuschens um des islamischen Glaubens willen lässt kein wirkliches Vertrauen, keine tragfähigen menschlichen Beziehungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen entstehen.

∞ Die islamische Intoleranz:
Das ethische Prinzip der Toleranz beruht auf Gegenseitigkeit, die im Islam im Blick auf Nichtmuslime nicht gegeben ist. Die „Goldene Regel“ ist kein islamisches Prinzip.

∞ Die warnenden islamkritischen Stimmen von Bischöfen aus dem Nahen Osten:
Ihre Erfahrungen mit totalitären, diktatorischen Regimen sollten nicht einfach in den Wind geschlagen werden.

∞ Kritische Fragenstellungen zur Gewalt im Koran Im Koran, in der islamischen Geschichte :
Landesbischof Bedfort-Strohm fühlt sich nach eigenen Angaben als Nichtmuslim nicht zu kritischen Fragestellungen legitimiert. Logischerweise dürfte er als Nichtbetroffener auch zu keiner anderen Ideologie/Religion Stellung nehmen.

∞ Die berechtigten Ängste und Sorgen der Gläubigen hinsichtlich der der Islamisierung Europas:
Es genügt wahrlich nicht, wenn kirchlicherseits nur gefordert wird, den eigenen (schwach gewordenen) christlichen Glauben zu stärken, bzw. das eigene kleingläubige Verhalten zu korrigieren.

2. Theologische Nivellierung

∞ „Wir glauben doch alle an denselben Gott“:
Christen und Muslime glauben zwar an einen einzigen Gott, keineswegs jedoch an denselben einen Gott. Wer behauptet, dass Christen und Muslime an denselben einen Gott glauben, zwingt den jeweils Andersgläubigen sein eigenes Gottesbild auf. Mit einer Behauptung dieser Art vereinnahmt ein Christ einen Muslim. Undenkbar ist es allerdings, dass ein gläubiger Muslim seinen Gott Allah mit dem Gott der Christen gleichsetzt. So dürfte es eigentlich auch keine Christen geben, die an einen Gott glauben, der sich angeblich Mohammed geoffenbart und den dieser verkündet hat. Sie wären keine Christen mehr. Denn Mohammed leugnet das zentrale christliche Glaubensbekenntnis vom dreieinen Gott, vom Erlösertod Jesu Christi am Kreuz u.a.m.

∞ „Abrahamitische Religionen“:
Theologische und anthropologische Unterschiede, Widersprüche und unüberbrückbare Gegensätze werden häufig einfach ausgeblendet, verschwiegen.

∞ EKD-Erklärung: Distanzierung von Luther /Islam

∞ „Acht Gebote für Muslime und Christen“ (Zentralkomitee der deutschen Katholiken)

∞ Falsche Analogisierung:
Gewalt im Islam und im Christentum. Die entscheidenden Unterschiede liegen in Bibel und Koran sowie im Leben und Handeln von Jesus Christus und Mohammed.

∞ Das Ausblenden zentraler theologischer und ethischer Unvereinbarkeiten
z. B. die fundamentalen Unterschiede im Gottes-und Menschenbild, die neutestamentlichen Bekenntnisaussagen über Jesu bzw. die Fülle seiner Selbstaussagen, ferner die dogmatische Disqualifikation der Juden, Christen und anderen „Nichtgläubigen“, ihre menschliche Disqualifikation als „unrein,. Schließlich: Der islamische Leitgedanke der Ungleichheit und Ungleichwertigkeit und die Dualisierung der Menschheit in Mann und Frau, Gläubige und Ungläubige, Sklaven und Freie. Im Islam sind drei verschiedenen Formen von Apartheit angelegt: Geschlechter-Apartheit, Religions-Apartheit und Menschheits-Apartheid.

Mehr als fragwürdige Aussagen

Papst Franziskus: „Es gibt einen authentischen (das soll heißen friedlichen) Islam“ Wo, wann und von wem wurde je der „authentische Islam“ gelehrt, gelebt, praktiziert?

„Ob jemand dieser oder jener Religion angehört, spielt keine Rolle; alle gemeinsam vorangehen, um zusammenzuarbeiten; sich respektieren, sich respektieren!“

In welchem Kontext spielt die Religionszugehörigkeit keine Rolle? Sorgt sich der Papst auch um den „Respekt“ der Muslime gegenüber den von Muslimen weltweit verfolgten Christen?

Hinsichtlich der Flüchtlingswelle die Aufforderungen: „Niemanden ausschließen“ – „Allen einen Platz geben“ – „Alle kommen lassen“

Peter Scholl-Latour: „Wer halb Kalkutta aufnimmt, rettet nicht Kalkutta, sondern der wird selbst Kalkutta.“

Hier geht es aber um ungleich mehr als um die Aufnahme von „halb Kalkutta“.

Parallelisierende Aussagen von christlicher und islamischer Missionierung:

„Es ist richtig: die Idee, andere Staaten zu besetzen, gehört zum Geist des Islam. Aber man könnte das Ende des Matthäusevangeliums analog interpretieren, wo Jesus seine Apostel zu allen Nationen sendet.“

Ein inakzeptabler Vergleich: Jesus hat seinen Jüngern nicht die Eroberung der Welt, sondern die Verkündigung der Frohbotschaft geboten und ihnen den Taufauftrag mit auf den Weg gegeben.

Hinsichtlich der Massenimmigration: Die „arabische Invasion“ sei eine „soziale Tatsache“, allerdings mit „neuen Chancen für Europa“ mit der „Bereicherung durch den Austausch der Kulturen“(!!!).

Zur Gewalt im Islam:

„Ich mag nicht von islamistischer Gewalt sprechen. Auch Katholiken begehen Verbrechen. Ich lese jeden Tag in den Zeitungen von Gewalttaten in Italien, und das sind getaufte Katholiken, es sind gewalttätige Katholiken. Ich glaube, es ist nicht richtig, den Islam mit Gewalt zu identifizieren.“

Damit entlastet, entschuldigt der Papst pauschal die Fülle der geschichtlichen und aktuellen Gewalt- und Gräueltaten im Islam und verhindert damit die innerislamische Auseinandersetzung mit der Gewaltproblematik im Islam.

„Alle Religionen wünschen sich Frieden.“

Der Papst sagt jedoch nicht, was die Religionen unter dem Begriff „Frieden“ verstehen, was z. B. der Islam darunter versteht. Fälschlicherweise wird hier ein einheitliches Verständnis vorausgesetzt.

Die eigenartige „Gott-ist-tot-Theologie“ von Kardinal Woelki: „Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken“. Auch seine Aussage „Wer ja zu Kirchtürmen sagt, der muss auch ja sagen zu Minaretten“:  Falsche Gleichsetzung von Kirchen und Moscheen im religiösen, rechtlichen und politischen Sinn

Arbeitshilfe der Deutschen Bischöfe: „Christentum und Islam stellen zwei verschiedene Zugänge zu demselben Gott dar.“ – Relativismus pur

Harald Lamprecht, evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsen: „Was die Gefährdung von sächsischen Jugendlichen angeht, bereiten etwa radikale Bibelgruppen viel größere Probleme als Islamisten“. Wo sind die christlichen „radikalen Bibelgruppen“, auf deren Agenda die Worte stehen: Bedrängen, Zerstören, Morden?

Der badische evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh wünscht den Muslimen eine „Stärkung im Glauben“. Wie kann sich ein christlicher Amtsträger für die Verbreitung einer ausdrücklich antichristlichen Religion einsetzen? Wie kann er die Stärkung eines Glaubens wünschen, der alle, die ihn verlassen, bedrängt, verfolgt, sogar mit dem Tod bedroht?

Der hannoversche evangelische Landesbischof Ralf Meister sprach von den Muslimen als unseren „Geschwistern“.  Kann man von Geschwistern reden bei Menschen, die alles leugnen, was für Christen heilsentscheidend ist?

Fragwürdige Gesten, Verhaltensweisen

Päpstliche Symbolhandlungen (Küssen des Koran, Mitnahme ausschließlich muslimischer Familien aus Lesbos nach Rom: Aufnahme von 12 muslimischen Flüchtlinge in den Vatikan, Papstbild auf Petersplatz: mit ausschließlich männlichen Afrikanern, Fußwaschung mit Muslimen im Rahmen der Gründonnerstagsliturgie (!!)

Der EKD-Vorsitzende Prof. Dr. Bedford-Strohm im Einsatz für eine antichristliche Religion als Mitglied eines Moscheevereins; sein Engagement für einen flächendeckenden Islamunterricht und seine Zurückweisung der „Ängste vor einer angeblichen Islamisierung Deutschlands als ‚kleingläubig´“.

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm legen auf Wunsch eines islamischen Amtsträgers bei ihrem Besuch in Jerusalem ihre Brustkreuze ab: Mit ihrem Verhalten haben die beiden höchsten Repräsentanten der Evangelischen Kirche und der Katholischen Kirche in Deutschland „1000 Predigten verbrannt“.

Mangelnde Solidarität

∞ mit den weltweit verfolgten Christen (vgl. unten)

∞ mit den christlichen Asylsuchenden/Flüchtlingen in Deutschland (vgl. unten)

Freiwilliger Verzicht auf Missionierung

∞ Mit dem Recht zum Religionswechsel verbindet sich das Recht auf Missionierung, auf das im Raum der Kirchen offensichtlich weitgehend verzichtet wird. Wo besuchen muslimische Schüler/ Erwachsene christliche Kirchen? Wo und wie werden muslimische Schüler über den christlichen Glauben informiert? Gibt es Verpflichtungen zum Kirchenbesuch für muslimische Schüler, zum Moscheebesuch für christliche Schüler?

Verzicht auf Reziprozität (Gegenseitigkeit)

Kein nachdrückliches Bestehen z. B. auf Religionsfreiheit und auf Kirchenbau in islamisch dominierten Ländern beim Bau von Moscheen bei uns. Muslimische Gemeinden laden ständig Christen zum Moscheebesuch ein. Auch die christlichen Gemeinden Muslime? Viele Christen besuchen Moscheen. Wie viele Muslime christliche Gotteshäuser?

Übernahme islamischer Parolen

Dazu zählen u. a.

∞ „ Der IS-Terror und die Terroranschläge haben nicht mit dem Islam zu tun.“ (EKD)

∞ „Im Islam gibt es keinen Zwang im Glauben.“

∞ „Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Welt.“

∞ „Der Islam ist gut, er wird nur falsch verstanden.“

∞ „Der Islam ist eine Religion des Friedens und der Toleranz.“

∞ „Islam heißt Frieden.“

∞ „Kritik am Islam ist lediglich Voreingenommenheit.“

∞ Auch Parolen zur Eroberungsgeschichte des Islam, ebenso zu den mittelalterlichen Kreuzzügen.

Nicht willkommene Islamkritik

Islam-skeptische/kritische „Boten“ der problembeladenen Islam-Botschaft werden auch kirchlicherseits attackiert, nicht aber die Botschaft selbst.

Unkenntnis in Sachen Islam bei kirchlichen Verantwortungsträgern

In den Medien und in kirchlichen Veröffentlichungen ist bei Amtsträgern und (kirchlichen) Journalisten immer wieder das mangelnde bzw. das nahezu vollständig fehlende Wissen über Theologie, Ethik und Geschichte des Islam zu konstatieren.

Der Eindruck besteht, dass die Kirchen in den christlich-islamischen Dialoggesprächen die Binsenwahrheit ignorieren, dass friedliches Zusammenleben und religiöse Gegensätze sich gegenseitig nicht ausschließen. Ebenso scheint nicht hinterfragt zu werden, inwieweit und ob überhaupt die Ergebnisse hiesiger theologischer Konsensgespräche mit den „Minderheiten-Muslimen“ auch von den letztlich alles bestimmenden „Mehrheitsmuslimen“ mit ihren politischen und religiösen Institutionen in den islamischen Ländern geteilt wird.

Warnende kirchliche Stimmen: Eher „einsame Rufer in der Wüste“

Mit dem eingangs zitierten Straßburger Erzbischof sind innerkirchlich noch einige andere − leider viel zu wenige – kritische und warnende Stimmen zu hören bzgl. kirchlicher Positionen zum Islam:

1. Ignatius Joseph III. Younan, Patriarch der syrisch–katholischen Kirche, erinnert an das Leid der Christen im Nahen Osten:

„Wir werden nicht nur vergessen, sondern betrogen von der sogenannten zivilisierten Welt, die sich weigert, die Notlage der christlichen Minderheit unter einer nicht christlichen Mehrheit anzuerkennen“. Er warf dem Westen warf vor, „seine Geschäfte mit den muslimischen Ländern höher einzustufen, als die Verteidigung und Unterstützung der bedrohten Glaubensbrüder“.

2. Auch der chaldäische Erzbischof Amel Shamon Nona hat in einem Gespräch Ende 2015 den Westen eine getrübte Wahrnehmung der islamistischen Bedrohung vorgeworfen.

„Der Westen durchlebt eine innere Krise, er verliert die Grundwerte des Lebens, das macht Euch schwach, verängstigt und – wie ich beobachten muss – völlig unfähig, auf eine äußere Krise wie den Islamischen Staat zu reagieren. Die Terroristen sind eine Minderheit, genauso sind auch die Moslems in Euren Staaten eine Minderheit, und doch machen Euch beide Angst. Solche Angst, dass Ihr geradezu in Ehrfurcht vor ihnen erstarrt. Ihr selbst aber habt sie in Eure Länder gelassen, die einen wie die anderen, denn sie gehen Hand in Hand“.

Und auf die Frage: „Was ist der Grund dafür?“ antwortet Nona: „Ihr lehnt die Werte ab, auf denen Eure Gesellschaft aufgebaut wurde und die sie groß gemacht haben. Alle wirklich soliden, tragfähigen und krisenfesten Errungenschaften, die Ihr heute genießt, sind aus diesen Werten hervorgegangen, und das sind christliche Werte. Doch dann habt Ihr an einem bestimmten Punkt der Geschichte gemeint, Ihr könnt Euch nun von diesen Werten, diesen Fundamenten verabschieden und das Gebäude bleibt trotzdem stehen. Kein Haus bleibt aber stehen, wenn man Hand an seine Fundamente legt. Das ist Hochmut, der seinen Preis fordert. Ihr habt alles auf die individuelle Freiheit gesetzt, die gewiss wichtig ist, aber ohne die Wahrheit ist sie letztlich wertlos und bricht zusammen, sobald das Erbe der christlichen Werte, von denen sie ausgegangen ist, aufgezehrt ist“.

Breitscheidplatz falscher Orthodoxer (c) David Berger

Das Bild von der islamistischen Feier auf dem Berliner Breitscheidplatz täuscht: Den als orthodoxen Bischof (!) verkleideten Herrn (l. außen) kennt keiner der wichtigsten orientalischen Geistlichen in Berlin

3. Der Erzbischof von Budapest, Gyula Marfi, stellt im Blick auf die Massenein-wanderung als Instrument der Islamisierung Europas fest:

„Wir wollen den Wölfen nichts Schlechtes, da auch sie Geschöpfe Gottes sind, aber wir lassen sie deshalb doch nicht unter die Schafe“. Es sei kein Zufall, dass es diesen „enormen Migrationsdruck“ auf Europa gibt. „Auch der Eroberungswillen von Seiten der Muslime kann dabei eine Rolle spielen, aber auch die großen Mächte unterstützen ihn“.

Der Migrationsdruck auf Europa habe nicht vordringlich die Gründe, „die man uns glauben machen will“, sondern „ganz spezifische Zwecke: Wer nur von den angeblichen Gründen spricht, der lügt. Überbevölkerung, Armut oder Krieg spielen nur eine zweit- oder drittrangige Rolle …“

„In der Scharia können wir lesen, dass die ganze Welt dem Dar al-Islam zu unterwerfen ist. Das steht so geschrieben, die Muslime haben das auswendig zu lernen, sie haben nicht darüber zu diskutieren, schon gar nicht dürfen sie diesen Auftrag in Frage stellen.

Sie haben einfach zu tun, was geschrieben steht. Derzeit ist ihr Ziel die Eroberung Europas.“ Begünstigt werde das durch die Kinderlosigkeit Europas und durch das geistige und soziologische Vakuum, das in Europa entstanden ist. „Der Islam ist nicht nur eine Religion. Er ist ein totalitäres System, ein geschlossenes politisches und ideologisches Herrschaftssystem.“ Wenn Europa Teil des Dar al-Islam werden sollte, und darauf laufe derzeit alles hinaus, dann „hört Europa auf zu existieren, dann können wir die Freiheit und die Gleichheit vergessen“. Das sollten die europäischen Regierenden bedenken und jeder einzelne Europäer.

„Die Einwanderung wird, wie man weiß, von den islamisch-arabischen Banken unterstützt. Islamisch-arabische Staaten wollen Moscheen in Europa bauen. Dieselben Staaten lassen die Migranten nicht nach Katar, Saudi-Arabien oder in die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie geben ihnen aber Geld und fordern sie auf, nach Europa, zu uns zu wandern …. Die multinationalen Unternehmen brauchen aus wirtschaftlichen Gründen Arbeits- und Konsumkraft, mit anderen Worten, sie brauchen moderne Sklaven.“

Der US-amerikanische Kardinal Raymond Burke warnt vor islamischer Dominanz:

„Es besteht kein Zweifel, dass der Islam die Welt beherrschen will. Sobald die Muslime zur Mehrheit werden, egal in welchem Land, haben sie die religiöse Pflicht, dieses Land zu beherrschen …Es ist wichtig, dass die Christen sich der radikalen Unterschiede zwischen dem Islam und dem Christentum bewusst werden, was das Gottesbild, das Gewissen usw. betrifft. Wer den Islam wirklich kennt, versteht auch, warum ihn die Kirche fürchten sollte.“

5. Kardinal Kurt Koch spricht vorsichtig die Frage der nicht vorhandenen Reziprozität (Gegenseitigkeit) an:

„Es ist richtig, dass man den Muslimen hilft, das Leben ihres Glaubens in unseren demokratischen Gesellschaften zu ermöglichen. Was ich etwas vermisse ist dies, dass man nicht ebenso klar von islamischen Ländern ein gleiches Verhalten gegenüber den Christen einfordert. Man kann sich nur glaubwürdig für die Errichtung von islamischen Institutionen in unseren westlichen Gesellschaften stark machen, wenn man sich zugleich dafür einsetzt, dass beispielsweise die griechisch-orthodoxe Hochschule auf der Insel Chalki in der Türkei wieder geöffnet werden kann. Man müsste hier noch mehr auf Gegenseitigkeit bestehen.“

6. Prof. Dr. Hubert Windisch, emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg, erhebt massive Vorwürfe an die Kirchenleitungen

Er sieht die „barbarische Kraft und Rücksichtslosigkeit des Islam und andererseits spricht von der kraftlosen Unterwürfigkeit der westlichen Kultur und ihrer christlichen Staffage …Es ist erschreckend, wie schnell sich durch vorauseilende Unterwürfigkeit gegenüber islamischen Vorstellungen unser Miteinander verändert … Die Unterwürfigkeit gegenüber dem Islam zeigt sich vor allem im Bildungsbereich, z. B. an den Universitäten und Schulen. Laut dem Medienwissenschaft-er Norbert Bolz von der TU Berlin müssen sich Wissenschaftler gut überlegen, was sie zum Islam sagen, um ihre Karriere nicht zu gefährden Bei manchen devoten Äußerungen von Kirchenleitungen zum Islam kann man nicht nur eine unpassende Naivität, sondern auch diverse Ängste und vielleicht sogar eine gewisse Glaubensschwäche vermuten … Es wird nachgebetet, was etablierte Parteien politisch korrekt vorbeten …

Viele mündige Christen halten so manche Wortmeldung oder manche Geste von Bischöfen und Kardinälen wie den Schlepperbootsaltar des Kölner Kardinals an Fronleichnam für unerträglich

Christliche Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten sind in Asylantenheimen häufig Opfer muslimischer Gewalt. Sie sind Übergriffen durch fanatische Muslime ausgesetzt. Dabei flohen sie in der Hoffnung, hier endlich ihren Glauben offen praktizieren zu können. Verfolgung mitten in Deutschland. Und die Hirten schweigen dazu.“

7. Gottfried Martens, ev-luth. Pfarrer, Berlin, zu den Drangsalierungen und Übergriffen:

„Die Stellungnahme der beiden großen Kirchen ist das Ergebnis einer offenen Gesprächsverweigerung gegenüber den Opfern“.

Sie „haben erst und nur dann auf diese Berichte reagiert, als sie Stellungnahmen aufgrund innerkirchlichen Drucks und aufgrund der öffentlichen Diskussion nicht länger vermeiden konnten.“

8. Der Verfasser dieser Ausführungen legte im Juni 2016 eine kritische Stellungnahme vor zur Broschüre: „Gemeinsames Wort der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und Islamischer Religionsgemeinschaften und Initiativen in Baden-Württemberg zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit“( März 2016).

Daraus folgende Auszüge:

„Manche Passagen dieses Papiers erwecken den Eindruck, als hätte bei den christlichen Mitverfassern bereits ein Selbst-Islamisierungsprozess stattgefunden … Im ´Vorwort´ dieses ACK-Papieres wird auf die ´Missachtung von Menschenrechten´ verwiesen … Welche der beiden Menschenrechtserklärungen erkennen jene Muslime und islamischen Organisationen an, die das ´Gemeinsame Wort´ unterschrieben haben? Wenn es die UN-Menschenrechtserklärung ist, sollten sie sich von der Kairoer Menschenrechtserklärung deutlich distanzieren und zwar ohne takiyya-Vorbehalt, nämlich ohne das vom Koran her mögliche Verschleiern und Täuschen … Man muss sich das einmal vorstellen: In einer von christlichen Gemeinschaften mitverfassten Erklärung fließt ein Segens- und Bittgebet (Eulogie) für Mohammed ein, das − quasi ritualisiert − auch sonst von Muslimen bei der Nennung Mohammeds ständig rezitiert wird und seinen Ursprung in Sure 33,56 hat … Die ´Erklärung´ … vermittelt den Eindruck, als sollte für die Religion Mohammeds der ´grüne Teppich´ ausgerollt werden … Dieses Papier des ACK in Baden-Württemberg ist unpräzise, vernebelnd, beschönigend, verfälschend.“

Auch die christlichen Kirchen bei uns haben jahrelang bis auf den heutigen Tag versäumt, die mit dem Islam verbundenen zahlreichen Problemfragen ohne Beschönigung und Leisetreterei und ohne falsches Toleranzverständnis konsequent anzugehen. Sie haben (mit anderen gesellschaftlichen Verantwortungsträgern) weithin die Erfahrung übersehen: Wer Probleme ausblendet, vertieft sie und schafft zusätzlich neue.

Viele in den Kirchen zu beobachtenden Verhaltensweisen gegenüber den Muslimen/dem Islam sind wie einzelne Stufen eines Selbst-Islamisierungsprozesses, die sich parallel bewegen zu den noch zahlreicheren Stufen der Selbst-Islamisierung im politisch-gesellschaftlichen Bereich.

Dennoch gibt es warnende Stimmen auch in den oberen Rängen der Kirchenhierarchie, insbesondere aus Ländern des Nahen Ostens sowie aus Osteuropa, die auf unterschiedliche Weise mit dem Islam bzw. mit totalitären Systemen erfahrungsgeprüft sind.

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44589735zZum Autor: Udo Hildenbrand, Dr. theol., Spiritual. Zuvor langjähriger Gemeindepfarrer, Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg im Breisgau, Referent für Priesterfortbildung, Diözesanpräses des Allgemeinen Cäcilienverbandes der Erzdiözese Freiburg, Generalpräses des deutschsprachigen Cäcilienverbandes. Dozent im Fach Liturgik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg und an anderen Ausbildungsstätten. Herausgeber einiger Bücher und Zeitschriftenartikel mit Schwerpunkt Liturgie und Kirchenmusik.

Seit etwa 20 Jahren intensive Beschäftigung mit der Islam-Problematik, verbunden mit einer Reihe themenbezogener Vorträge. (Mit-)autor verschiedener Veröffentlichungen zum Islam u.a.: Freiheit und Islam. Fakten, Fragen, Forderungen, Bad Schussenried 2016.

Buch-Hinweis: Udo Hildenbrand, Friedrich Rau, Reinhard Wenner, Freiheit und Islam. Fakten, Fragen, Forderungen. – Bad Schussenried 2016.

Das Buch kann hier bestellt werden: BÜCHER.DE

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Stefan Hartmann,

Der ISLAM aus christlich-kritischer Sicht