Ein Gastbeitrag von Kopekenstudent

Mein Vater mochte Fußball eigentlich nicht. Wenn aber Deutschland ein wichtiges Spiel hatte, schaute er durchaus einmal. Allerdings mit einer mir unverständlichen Motivation: lief es schlecht für die Deutschen, freute er sich. „Das brauchen die mal“ kommentierte er die sich anbahnende Niederlage.

Nun zieht unsere Familie um. Ein ganzer Hausstand zurück in die Heimat, zurück in die Nähe der Eltern. Problem: seit Tagen quält mich ein Hexenschuss.

Am neuen Ort haben wir noch keine Freunde. Ich rief bei Zeitarbeitsfirmen an: Vermittlung an Privat sei nicht möglich. Ich rief in der örtlichen Kirchgemeinde an: alle potenziellen Helfer seien im Urlaub. Es gäbe aber ein paar Migranten aus Afghanistan und Syrien… Und natürlich rief ich bei meinen Eltern an. Mein Vater, den ich um nichts Schweres bitten wollte, erwiderte, er müsse an dem Tag den Rasen mähen und hätte eigentlich überhaupt keine Zeit. Andere Helfer fielen ihm nicht ein. Wer jung sei, habe Arbeit und könne deshalb auch nicht helfen, sagte er. Ich meinte, man müsse mir ja nicht den ganzen Tag helfen. Zwei Stunden am Abend würden genügen. So hätten wir es früher doch auch gemacht: nach der Arbeit zu jemandem hingefahren und ihm geholfen. Mein Vater antwortete, es sei eben nicht mehr, wie früher.

Aus der Fremde zurück ziehen wollten wir schon länger. Bereits vor drei Jahren hatten wir eine schöne Wohnung gefunden. Der Besitzer der Wohnung ging bei meiner Mutter in Behandlung. Ich bat meine Mutter, einmal in unserem Sinne anzufragen. Meine Mutter wollte nicht. Mit dem Besitzer könne man schlecht reden, meinte sie. Ich bat meinen Vater, meine Mutter zu bitten, dennoch einmal mit dem Besitzer zu sprechen. Mein Vater erwiderte kühl, er glaube nicht, dass meine Mutter für mich den Bittsteller machen werde. Wir kamen nie an den Besitzer heran. Die Wohnung ging an jemand anderen. Und wir zogen nicht in diese Stadt, nicht zu meinen Eltern, nicht mit unseren Kindern zu deren Großeltern.

Als Jugendlicher wusste ich lange nicht, wozu ich auf der Welt war. Alle mir bekannten Berufe interessierten mich nicht. Die Familie sah in mir einen Ingenieur. Oder einen Beamten. Vorstellungen, vor denen mir grauste. Mit 19 hatte ich es dann. Ich wollte Musiker werden. Wollte an der Hochschule die Aufnahmeprüfung versuchen.
Als ich meinen Eltern meinen Wunsch, Musiker zu werden, unterbreitete (von dem ich fühlte, dass es weit mehr, als ein „Wunsch“ war, sondern  quasi meine Bestimmung), erwiderten sie, in diesem Fall könne ich von ihnen keinerlei Unterstützung erwarten. Das zog mir den Boden unter den Füßen weg. Nicht, weil ich es nicht ohne sie hätte schaffen können, sondern weil ich streng christlich erzogen worden war – zum unbedingten Gehorsam. Sie hatten das Evangelium missverstanden. Jeder Eigenwilligkeit, jedem Streben, das nicht mit ihrem Bild von mir korrespondierte, entzogen sie ihren Segen, weil es für sie gleichbedeutend mit Sünde war. Und das ließen sie mich spüren. Mir war, als hätten meine Eltern ausgesprochen, ich sei nicht mehr ihr Sohn.

Ich gab den Plan auf.

Natürlich nicht das Musikmachen. Zwei Jahrzehnte lang schlug ich mich mit mehr oder weniger frustrierenden Jobs durch – nur um Musik machen zu können. Ich gründete zwei Bands. Unseren allerersten Auftritt nahmen wir auf Video auf. Als ich dieses meinen Eltern zeigen wollte, stand mein Vater auf und verließ wortlos das Zimmer. Meine Mutter hatte ohnehin vorgeschlagen, zum Ausleben meines „Hobbys“ könne ich doch auch im Kirchenchor singen. Warum müsse es denn eine Band sein? Und dann Rockmusik?

Ich schrieb an die 200 Lieder und nahm mit jeder Band ein Album auf. Vom ersten Album, das mich 7000 Euro kostete, die ich ganz allein beisteuerte, schenkte ich jedem aus der Verwandtschaft ein Exemplar. Auch meinen Eltern. Diese hörten einmal kurz rein, gaben es dann meinem Schwager und meinten, er dürfe es behalten. Sie könnten ohnehin nichts damit anfangen. So wurde es mir berichtet.

Später studierte ich doch noch. Journalismus. Damit konnten meine Eltern leben. Allerdings brach ich nach acht Semestern ab, weil ich mich in einem System des totalitären Genderismus, der ideologischen Gleichmacherei immer schwerer zurecht fand und den Eindruck bekam, ich müsste, wenn ich später eine Anstellung in diesem Beruf bekommen wollte, dem Teufel meine Seele verkaufen. Keiner aus der Familie verstand meine Beweggründe. Fortan wurde darüber geschwiegen. Ich war der, der nichts auf die Reihe bekam.

Nach der Finanzkrise 2008 begann sich der radikale Umbau Deutschlands in ein ideologisches Gefängnis immer deutlicher abzuzeichnen. Ich warnte meine Eltern. Versuchte, Tendenzen aufzuzeigen und zu erklären. Sagte, es würde schlimmer werden, als in der DDR. Mein Vater, der selbst schon einen Systemwechsel und zwei Währungsumstellungen miterlebt hatte, verlachte mich. Ich hätte ja überhaupt keine Ahnung, wovon ich da rede. Er wurde richtig böse, als ich dem damaligen Deutschland eine Zukunft schlimmer als die DDR, in der er so viel gelitten haben wollte, ankündigte. Heute lacht er nicht mehr. Aber er stimmt mir auch nicht nachträglich zu, sagt nicht, dass er sich damals geirrt und ich Recht gehabt habe.

Meine Eltern sind stolz auf ihren Widerstand in der Wendezeit. Ein paar Mal gingen sie in unserer Kleinstadt mit demonstrieren. Nach sechs Wochen war alles vorbei: die DDR öffnete die Mauer. Ihr Widerstand hatte sich scheinbar ausgezahlt. Noch heute erzählen sie davon, wie das damals war. Wie gefährlich und ungewiss…

Im jetzigen Deutschland wird seit fast drei Jahren demonstriert. Wer daran teilnimmt, muss mit dem Verlust seines sozialen Ansehens und seiner wirtschaftlichen Existenz rechnen. Es findet eine beispiellose Hexenjagd gegen Systemkritiker statt.

Wohnungen werden verwüstet, Autos angezündet, Rufmordkampagnen betrieben. Doch das System wackelt nicht. Als in der Stadt meiner Eltern zum ersten Mal demonstriert wurde, fragte ich, ob sie denn hingehen würden. Meine Mutter jedoch musste an diesem Tag unbedingt Äpfel zu Marmelade verarbeiten. Keiner aus der Verwandtschaft stand an jenem Tag auf dem Marktplatz. Die Helden von ’89 hatten keine Lust für ihre Enkel zu kämpfen.

Vor einiger Zeit machte ich eine längere Abenteuerreise durch Russland. Meine Erlebnisse fand ich so erzählenswert, dass ich sie niederschrieb. Ein Jahr lang. 550 Seiten. Das Beste, was ich bis dahin geschrieben hatte. Russland kam dabei ziemlich gut weg. Trotz dieses Umstands erhielt ich einen Verlagsvertrag. Die Lektorin war begeistert. Sechzehn Monate lang motivierte sie mich, durchzuhalten, weiter zu schreiben und Geduld zu haben. Bis das Werk vollbracht war.

Zwei Wochen vor Drucklegung wurde mir der Vertrag gekündigt, weil man im Netz auf Artikel von mir gestoßen war, die ich in alternativen Medien veröffentlicht hatte.

Artikel, die sich kritisch mit der Regierungspolitik auseinandersetzten. Artikel, die den rasenden Wandel unserer Gesellschaft beleuchteten. Artikel, die angeblich eine Zusammenarbeit des Verlages mit mir unmöglich machten.

Ich erwähnte den neuerlichen Rückschlag in der Familie. Und erntete spärlich verzogene Mimiken. Keiner sprach mehr von „meinem Buch“. Es war, als hätte ich nie an irgendetwas gearbeitet.

Ich könnte noch lange so fort fahren. Doch diese Streiflichter sollen genügen. Sie zeigen exemplarisch, woran unser Lande krankt. Denn Mutter und insbesondere Vater stehen für weit mehr, als Elternschaft; sie symbolisieren insgesamt die Vorfahren und stehen für das, wovon man abstammt – für jenen ganzen Überbau an Haltungen und Wertungen, in die man unvermeidlich hineingeworfen wird, wenn man als Deutscher in diesem Land zur Welt kommt.

Die Ver- und Missachtung des Eigenen, vor allem aber der eigenen Zukunft (symbolisiert durch das Kind), scheint demnach, sollte mein Beispiele kein Einzelfall sein (wovon ich ausgehe), tief in den Deutschen verankert zu sein. Die Lossagung vom Eigenen, die von Hilfsverweigerung über Ablehnung bis hin zu offenem Hass reicht, begann folglich nicht erst mit Merkels September 2015.

Vielmehr brauchte das, was sich nun ungehemmt Bahn bricht, offenbar den Humus eines stets latent vorhandenen Widerwillens gegen das Eigene, der es vorzog, lieber gegen sich selbst zu handeln, als dafür. Als wäre es unethisch, das Eigene dem Fremden vorzuziehen. Seinen höchsten Ausdruck erreicht dieser Widerwille in millionenfacher Abtreibung und dem kinderlosen, hedonistischen Lebensentwurf der sogenannten Selbstverwirklichung.

Gleichzeitig erlebte ich ebenfalls schon als Kind die Wertschätzung des Fremden, der dem Eigenen vorgezogen wurde. Stets zu erzieherischen Zwecken hörte ich, wie weit andere Kinder mir in den Punkten Ordnung, Fleiß, Anstand und Gehorsam überlegen seien. Immer waren da die Fremden, die mir Maßstab sein sollten. Sogar für das Gitarrespielen fand mein Vater anerkennende Worte – sofern es den Sohn eines Bekannten betraf.

Diese Haltung hat meiner Ansicht nach weniger etwas mit linker oder konservativer Gesinnung zu tun. Sie ist in Wahrheit die Folge irregeleiteter Liebe und unerlösten Denkens. Eines Denkens und einer Liebe, die in übersteigerter Weise stets das Absolute suchen – sei es aus sozialer, christlicher oder sonstiger Motivation heraus. Wer aber könnte weniger vor dem Absoluten bestehen, als derjenige, den wir am besten zu kennen meinen, weil er uns am nächsten steht? Das eigene Kind? Die eigenen Landsleute?

Ich kann mich daher (bezüglich anderer Artikel) nur wiederholen: Deutschlands – das heißt des deutschen Volkes – einzige Hoffnung besteht in einer nochmaligen rückhaltlosen Hinwendung zu Christus, wie es bereits in der Reformation und der Hochphase des Pietismus zweimal geschehen ist. Allein darin liegt jene Erlösung, Liebe und Wahrheit, derer die Deutschen jetzt so dringend bedürfen. Merke: Dies ist keine billige, jenseitige Schwärmerei, sondern durchaus ernst gemeinte irdische Lebenspraxis. Denn nur der von seinem verlorenen Selbst erlöste Mensch ist überhaupt fähig, die gegenwärtig so schmerzlich vermisste Balance zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik zu finden und umzusetzen. Also so zu handeln, dass es der Einzelne, die Allgemeinheit der Landsleute aber auch der Fremden als gerecht und angemessen empfindet.

Was derzeit geschieht kann, ja muss deshalb neben anderen zutreffenden Schlussfolgerungen wie der erzwungenen Errichtung supranationaler Strukturen etc. auch als Gericht Gottes an einem geistig vollkommen verwahrlosten Westen (resp. Deutschland) verstanden werden. Zweifellos vollzieht sich, was Christus im Matthäusevangelium ankündigte:

„Die Feinde des Menschen werden seine eigenen Hausgenossen sein.“

Und: „Weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.“ Christus spricht nicht von Ungerechtigkeit allgemein. Die gab es immer. Sondern von ihrem Überhandnehmen. Einer Ungerechtigkeit also, die jedes erdenkliche und erträgliche Maß weit übersteigt. Einer Ungerechtigkeit, die dem Wahnsinn zu entspringen scheint. Ich denke, damit ist das gegenwärtige Deutschland recht gut umschrieben. Wobei der Boden der Niedertracht sicher noch nicht erreicht ist.

Kommen wir noch einmal auf mein kleines, privates Beispiel zurück. Wie verhält es sich nun in unserem familiären „Haus“?

Die Kommunikation ist auf wenige Basisfunktionen reduziert. Wirkliches (An)Erkennen des Anderen wurde schon vor vielen Jahren immer unmöglicher gemacht und war vermutlich auch nie gewollt. Echter Zusammenhalt ist praktisch nicht vorhanden. Man existiert als Name, nicht als Gemeinschaft. Die Angehörigen leben in alle Winde zerstreut. Man hat sich einander entfremdet. Diejenigen, die lange die Verantwortung hatten (und diese nie loslassen wollten), weisen jede Schuld für das geschundene Haus von sich und meiden das Thema. Ihre Ängste behandeln sie mit Blutdrucksenkern und Ernährungsumstellung.

Wenn das nicht exemplarisch für unser gesamtes Land ist, was dann?

Ich habe für mich beschlossen, dass meine Energie vor allem in meine Kinder fließen soll und nicht in sekundäre Dinge. Ich will Ihnen Zuspruch geben, Anerkennung und sie unterstützen. Lob verdirbt nicht den Charakter, wie mein Vater zu sagen pflegte. Wenn ich ihnen Grenzen setze, will ich ihnen deren Sinnhaftigkeit erklären. Ich erwarte keine blinde Unterwürfigkeit. Ich versuche, ihr Nachhaken nicht als Infragestellung meiner Autorität zu verstehen. Ich will sie stark sehen und zu freien Menschen machen. Damit unsere Familie, unser Haus auch später noch zusammen hält. Allerdings befürchte ich, dass diese Erkenntnis mindestens eine Generation zu spät kommt.

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IchMann
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IchMann

Niemand interessiert sich für Studienabbrecher oder Märchenerzähler. Sinnfreier Artikel. Möchtegern elitär geschrieben

Nyala Deva Ra
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Was für ein liebloses Elternhaus und solch eine stumpfe Mischpoke…aber das Resüme des Autoren liefert einen tollen Lichtblick und richten Sie ihm bitte von mir liebe Grüße aus – ich wünsche ihm und SEINER Familie nur das Beste!

aeskulap
Gast
aeskulap

ich möchte den Tatbestand des antrainierten Seĺbsthasses hinzufügen. Vielleicht nicht nur irregeleitete Liebe, sondern ein Selbsthass der nur vor der Selbseitlaibung zurückschreckt, dieses aber über Kinderlosigkeit letztendlich doch durchführt.
Demzufolge ist nicht nur Liebe sondern Selbst-Bewusstsein und Schuld-Losigkeit eine weitere notwendige Zutat.

Tanzender Berg
Gast
Tanzender Berg

Sie haben wieder so ein schaurig schönes Symbolbild für den Untergang. Niemand schafft die Auswahl so gut wie Sie.

Fuchs&Igel
Gast
Fuchs&Igel

Ihre Worte; ihre häusliche Erfahrung der familiären Verbindung, die sich teilweise hat spalten lassen, können abertausende Menschen aus dem neuen Deutschland bestätigen. Systemimmanent vollzogen sich die Jahre nach dem Fall der Mauer, die jubelnd, Freiheit empfindend, vom Osten her, Deutschland wiedervereinte und für impertinente Politikapparatschiks, innerlich wie auch von außen, viel zu viel Raum geboten wurde, um nicht nur unser Land weiter auszubeuten, sondern Europa zu destabilisieren. Ich mochte auch Fußball, war auch selbst am Ball aktiv. Aber mit dem erwachsen werden, dem Systemwechsel, der eigenen naiven Sicht, entwickelte sich bei mir ein immer mehr stärker werdender Gerechtigkeitssinn, der meine… Mehr lesen »

Es gibt keine Alternative zur Alternative
Gast
Es gibt keine Alternative zur Alternative

Beeindruckend! Auch ich glaube,dass nur eine erneute Hinwendung zu Christus die Rettung bringt,für den Einzelnen und unsere Nation.Auswandern ist eben leider nur flüchten und löst nix,das hab ich erkannt und bleibe bewusst hier!Bewusst als Christ leben,ohne einer Kirche mein Geld zu spenden und ihrer Politik zu folgen,sondern bibeltreu sein und dem Geist folgend,werde ich der christenverfolgung,die auch in diesem Land auf der Agenda steht,mutig entgegenstehen.Gott sei mit uns!

mariettalucia
Gast

Hat dies auf Leuchtturm Netz rebloggt und kommentierte: Ich kann den Berichtenden nur zu gut verstehen. Auch wenn ich nicht diese Zurückweisungsart von familiärer Seite erlebe, so erlebe ich sie oft genug in der Freundesseite oder bei Kollegen. Ich habe mir angewöhnt erstmal „durch die Blume“ zu reden, was aber oft schon ausreicht, missbilligende Blicke oder Kommentare zu ernten. Die Dinge klar zu benennen, da braucht es keine 5 Sekunden und schon sitzt man in einer Ecke, wo man nicht hingehört. Und wenn dann alles noch zugepackt wird von Scheinheiligkeit, dann verursacht es mir immer öfter Übelkeit und Kopfschütteln über… Mehr lesen »

Stephan Kern
Gast
Stephan Kern

Danke für den Artikel Herr Berger…glaube die Ursachen dafür liegen noch tiefer als WK2….z.B. warum erfolgte due Proklamation des Deutschen Reiches 1872 im Schloss von Versailles; warum diese Demütigung?…Preußen und alles was damit zusammenhängt wie Erziehung, Militarismus etc. war nicht gut für unsere Seelen…noch tiefer evtl. der Dreißigjährige Krieg …ein unvorstellbarer langer Zeitraum der Zerstörung, des Elends und der Sinnlosigkeit…doch Stille heilt: ob auf dem Jakobsweg, der Wüste oder im Dharmaraum

Alexander Berg
Gast

Das Verhalten der feindbildprojektion wird durch das „Ich“ seiner Träger erzeugt, um an den eigenen Denk- und Verhaltensmusters festzuhalten und gleichzeitig durch die Projektion einen realen Feind zu schaffen, um die eigene Rechtfertigungsexistenz zu gewährleisten. Der Mensch ist dabei selbst Opfer seiner eigenen Konditionierungen, weil er denkt, er sei sein „Ich“. Jedoch hat(!) er nur ein „Ich“, was er somit selbst umkonditionieren kann.

KW
Gast
KW

Vieles geschah durch das Ende des WKII, Familien wurden vertrieben und dadfurch auseinandergetrieben, dazu kam noch die Teilung unseres Landes. Das sind äußere Umstände. Dazu kam die Teilvereinigung, die die Mitteldeutschen im deindustrialisierten Teil prikäre Arbeit im Westen zu suchen. Auch das waren äußere gemachte Umstände. Dazu kam der eingepflanzte Egoismus, es mußte immer alles besser werden, höher, schneller, weiter., Wachstum auf allen Ebenen. Im Westen wurden Familienbande nicht mehr gebraucht, viele Aufgaben hat der Staat an sich gerissen, Kinder- und Altenbetreuung, der Fernseher und I-Phone übernahmen die Unterhaltung, „Freunde“ beim Fratzenbuch ersetzen wirkliche. Das ist nicht so anstrengend. Das… Mehr lesen »

Carsten Kimmel
Gast

Dich im Loslassen üben Du musst 😉

Beate Scharf
Gast
Beate Scharf

Wie es in meiner Kindheit war: Mädchen arbeiten vor der Ehe als Arbeiterin oder Bürohilfe und verdienen sich ihre Aussteuer. Abitur oder Studium sind nicht vorgesehen. So habe ich mit Anfang 40 das Abitur nachgemacht und studiert. Man sollte aber auch nicht in das andere Extrem verfallen und in jedem gelungenen Kinderbild einen küftigen Picasso sehen. Einmal sollte das Kind bedingungslos geliebt werden und die Eltern sollten es unterstützen, seine Anlagen zu entwickeln. Sollten meine Enkel mal mit brotlosen Künsten liebäugeln, würde ich ihnen raten, zu überdenken, wie sie mit zeitweiliger Arbeitslosigkeit und finanzieller Enge leben könnten. Und vielleicht einen… Mehr lesen »

Preussin
Gast
Preussin

„Trifft den Nagel auf den Kopf“. – Meine Eltern haben beide den 2. WK mitgemacht und anschließend im Wirtschaftswunder ihre chritlichen Werte für den schnöden Mammon getauscht. Das christliche Fundament bröckelte ab, war aber nie ganz weg. Schon in den 50igern wurden die Frauen aufgestachelt, das Hausarbeit schlecht ist und als Tipse im Kostümchen eingezwängt, es viel besser sei den ganzen Tag im Büro zu sitzen. Ich wollte Nur-Hausfrau und Mutter sein, aber das wurde in den 70iger Jahren schon mit Füßen getreten. Die Sexualisierung nahm ihren Lauf und aus sittsam wurde frigide – das Ergebnis sieht man heute. Die… Mehr lesen »

marion hartmannsweier
Gast
marion hartmannsweier

>>Deutschlands – das heißt des deutschen Volkes – einzige Hoffnung besteht in einer nochmaligen rückhaltlosen Hinwendung zu Christus, wie es bereits in der Reformation und der Hochphase des Pietismus zweimal geschehen ist. Allein darin liegt jene Erlösung, Liebe und Wahrheit, derer die Deutschen jetzt so dringend bedürfen. <<

Das ist die Lösung!

VERÄNDERN WIR UNSER VERHALTEN, VERÄNDERN WIR DAS LAND!

PS. Ein wunderbarer Text, der einem unter die Haut geht!

Heiner
Gast
Heiner

Es ist nie zu spät. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, allerdings im Westen Deutschlands. Auuch ich habe Kinder und ich habe versucht sie in Freiheit, Respekt und Ehrlichkeit zu erziehen. Nur ist leider die Gesellschaft in diesem Land nicht mehr so, dass man diese Werte leben kann. Selbst die Kirchen sind zu korrupten, antichristlichen Organisationen geworden. Ich glaube, die Krankheit an der unsere Gesellschaft leidet nennt sich „Dekadenz“. Diese scheint mir so tief zu sein, dass eine Heilung wohl nicht mehr möglich erscheint. Es ist traurig, aber meine kleine Familie hat sich dazu entschlossen, Europa zu verlassen. Bis es soweit… Mehr lesen »

truckeropa66
Gast

Verflixt dieser Text ging unter die Haut, denn es war wie in einen Spiegel zu schauen.
Man fängt an Dinge zu verstehen, die einem bislang unbewußt waren. Aber auch Fehler die man selbst macht. Leider auch noch einiges mehr.

Gebe was dafür, diese Diskusion kit dem Autor fort zu setzen.

Anonymous1923
Gast
Anonymous1923

Ein sehr guter Beitrag der die Realität in der BRD eindringlich aufzeigt!

Dieses Land ist unrettbar verloren, da die Gutmenschen eindeutig in der Überzahl sind (ca. 85% der Bio-Deutschen) und dieses menschenverachtende, linksfaschistische Regime durch Realitätsverweigerung bzw. Bequemlichkeit stützen.

Ich für meinen Teil werde jedenfalls diesen irren, totalitären Staat in absehbarer Zeit mit meiner Familie verlassen.
Denn ein zerbrochenes Haus stürzt sehr bald ein und wird alles unter sich begraben.

sagdiewahrheit
Gast
sagdiewahrheit

Wenn nur von einzelnen Widerstand kommt, wird man dieses System nicht ins wanken bringen. Wenn sich aber Millionen zeitgleich auflehnen, hat das System keine Chance weiter zu bestehen. Die Frage ist nur, wie bringe ich diese Millionen dazu, sich gegen das System aufzunehmen. Wenn ich sehe, was aus meinem Land gemacht wurde und ich lasse es geschehen, dann will ich offensichtlich keine Änderung herbeiführen. Das Volk, steht sich selbst am meisten im Weg.

Ossiblock
Gast

Der Artikel ist lang, aber ich habe mich durchgekämpft.

Was ich nicht verstehe: Du bist in Würzburg geboren und hast nur in der BRD gelebt und stellst trotzdem Vergleiche mit der DDR an?

Das solltest Du mal erklären.

Beste Grüße

Ingrid Jung
Gast
Ingrid Jung

Oh Herr Berger, was für ein zu Herzen gehender Bericht, er hat mich zu Tränen gerührt. Er rüttelt einen auf nicht die gleichen Fehler zu begehen. Ich habe meine Kinder immer mit Liebe und Versändnis erzogen und bin immer für sie da. Auch mein Sohn war in einer christlichen Bänd und ist Sonderschullehrer geworden. Ihre Eltern wollen nicht erkennen welchen Diamanten sie in die Welt gesetzt haben, denn gerade weil sie nicht so sind wie die Masse, sind sie viel wertvoller als der Rest vieler anderer Bürger. Schreiben sie das Ganze doch bitte als Buch, es wird sich doch ein… Mehr lesen »

Frieda Schück
Gast
Frieda Schück

Ihr Text hat mich sehr berührt, auch weil er mich an meine Herkunft erinnert und ich komme aus dem Westen… Wenn ich sang, wurde das ignoriert. Wenn ich sang und Frau H. Von neben an sagte: Ihre Tochter hat eine wunderschöne Stimme. Dann hatte ich eine wunderschöne Stimme. Für einen Moment. Das fremde Urteil wog mehr. Das Fremde ist mehr als das Eigene. Auch mir ist seit September 2015 klar, dass davon nahezu das ganze Land befallen ist. Mein Sohn wird Musik ab Oktober studieren (Jazz/Klavier). Er übt täglich 6 Stunden. Der erste in der Familie, der seine Berufung folgt.… Mehr lesen »