Der einzige jüdische Staat der Welt ist seit seiner Gründung von Außen existenzgefährdet. Doch auch von Innen droht Gefahr. Ein Gastbeitrag von Adam Elnakhal

Seit seiner Gründung im Mai 1948 ist der Staat Israel von Feinden umgeben. Noch in der Nacht seiner Gründung wurde er im judenhasserfüllten Wahn von seinen Nachbarn angegriffen und musste ums nackte Überleben kämpfen. Er hat es geschafft. Fast schon 70 Jahre hält sich das freiheitlich-demokratische Israel im unfreiheitlich-islamischen Ozean als Bollwerk der Entwicklung und der Humanität und als einziger mehrheitlich jüdischer Staat weltweit.

Als freiheitlicher Rechtsstaat gestattet Israel seinen Bürgern selbstverständlich Religionsfreiheit und eine freie Familienplanung. Wenn die jüdische Mehrheit in Israel momentan auch noch sehr stabil ist, gibt es dennoch Zahlen, die zur Besorgnis Anlass geben.

Gegenwärtig sind etwa 74,9 Prozent der Israelis Juden und 17,7 Prozent Muslime. 2011 waren es aber beispielsweise noch 75,4 Prozent Juden (mehr als 3/4) und 16,9 Prozent Muslime.

Während der Prozentsatz der Juden innerhalb eines halben Jahrzehntes um 0,5 sank, stieg jener der Muslime um 0,8 an. Die Christen machen übrigens mit nicht einmal zwei Prozent eine sehr viel kleinere Minderheit aus, die jedoch konstant bleibt. Während die jüdische Bevölkerung jährlich um 1,7 Prozent wächst, beträgt die Wachstumsrate bei der arabischen Bevölkerung 2,2 Prozent. Die muslimisch-arabische Bevölkerung ist im Durchschnitt mehr als zehn Jahre jünger und wächst schneller als die jüdische.

Orthodoxe Juden beim Al-Quds-Tag (c) David Berger.JPG

Orthodoxe Juden demonstrieren beim Al-Quds-Tag gegen den Staat Israel

Laut den israelischen Behörden hatten im vergangenen Jahr 20,6 Prozent der Neugeborenen eine muslimische Mutter, während 74,1 Prozent eine jüdische Mutter hatten. Wobei die hohen Geburtenraten bei den Juden vor allem bei den ultraorthodoxen Juden zu finden sind, die laut der israelischen Zeitung Haaretz bereits im Jahre 2028 mehr als 20 Prozent aller Juden repräsentieren könnten.

Die Probleme liegen auf der Hand: Die ultraorthodoxen Männer sind vom Wehrdienst befreit und gehen in der Mehrheit auch nicht arbeiten, sondern widmen sich ausschließlich dem religiösen Studium, während die Frauen den Lebensunterhalt aufbringen.

Viele ultraorthodoxe Juden stehen dem Staat Israel egalitaristisch über kritisch bis ablehnend gegenüber. Es liegt also schon in der innerjüdisch-israelischen Gesellschaft für die kommenden Jahre genug Spannungspotential in der Luft, die dem säkularen Staat Israel ernsthafte Probleme bereiten wird. Denn während eine jüdisch-säkulare Frau im Durchschnitt zwei Kinder zur Welt bringt, schafft es die ultraorthodoxe Frau auf im Durchschnitt mehr als sechs Kinder. Man muss kein Mathematikstudium absolviert haben, um hier ein immensens Konflikt- und Gefahrenpotential auszumachen. Momentan noch stellt das ultraorthodoxe Judentum etwa ein Zehntel der Bevölkerung. Im Jahre 1990 waren es übrigens erst fünf Prozent.

Während die ultraorthodoxe Bevölkerung rapide wächst, so wächst auch die muslimische Bevölkerung in Israel, wenngleich nicht ganz so schnell. Doch insbesondere im Norden Israels gibt es weite Gebiete, die mehrheitlich islamisch sind. Im Nordbezirk von Israel (Nazareth und Umgebung bis zu den Golanhöhen) machen Araber mit knapp 53 Prozent bereits die Bevölkerungsmehrheit der 1,3 Millionen Bewohner in diesem Bezirk aus.

Die jüdische-säkulare Prägung Israels ist also einer erheblichen demographischen Gefahr ausgesetzt.

16-04-04-Jerusalem-Straßenbahn-WAT_6246Die Situation ist festgefahren. Denn selbst wenn man es schaffen würde die Geburtenrate bei den ultraorthodoxen Juden durch Aufklärung und Werbung für ein gemäßigt-orthodoxes Judentum zu senken, würde man die Geburtenraten der Juden insgesamt senken, was wiederum das arabische Wachstum begünstigen würde.

So oder so bleiben dem Staat Israel nur sehr begrenzte Möglichkeiten, dieses demographische Drama abzuwenden. Die jungen Menschen können in Israel vor allem in der Schule und durch das Militär geprägt werden. Die Wehrpflicht gilt für Männer und Frauen, wobei der Wehrdienst für Araber und ultraorthodoxe Juden freiwillig ist. Dies könnte geändert werden. Denn schließlich genießen auch die arabischen Israelis und die Ultraorthodoxen die Vorzüge eines Lebens in einer freiheitlichen Demokratie.

Der Militärdienst wird von vielen Israelis als sehr lehrreich und prägend empfunden. Hier könnten sich junge Israelis aus den religiösen Sackgassen ihrer Elternhäuser befreien und ein gesundes Maß zur Religion finden.

Die Jugend könnte im gemeinsamen Unterricht und Wehrdienst auch Erkenntnis gewinnen, dass der Staat Israel als einzige freie Demokratie im Nahen Osten und einziger mehrheitlich jüdischer Staat der Welt die Rechte aller Einwohner sichert und er es wert ist, dass man sich gemeinsam für dieses Gemeinwesen einsetzt.

Freilich sollten auch einige Gesetzesänderungen überlegt werden. So erlaubt das Rückkehrgesetz jedem Juden seit 1950 die bedingungslose Einwanderung in den Staat Israel. Die Einwanderung könnte an Bedingungen geknüpft werden, wie zum Beispiel das Vorweisen von Hebräischkenntnissen, die Bereitschaft Militärdienst zu leisten und die schriftliche Verpflichtung Kinder zu freiheitlichen Staatsbürgern zu erziehen.

Es bleibt an der Jugend sich aus antiisraelischen Elternhäusern zu befreien und eine Gefahr von innen abzuwenden.

Israel hat schon außerhalb seiner Staatsgrenzen mehr als genug Feinde. Es kann keine Feinde innerhalb seiner Grenzen mehr gebrauchen.

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Fotos: (1) (c) http://www.flickr.com/people/45644610@N03, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (2) (c) David Berger (3) (c) Ralf Roletschek [GFDL 1.2], via Wikimedia Commons

 

7 Kommentare

  1. Einzig gut daran ist, dass es wenigstens offen diskutiert werden darf, auch wenn wie bei uns in Deutschland die verblendeten Gutmenschen mit dem üblichen degenerativen Geschwafel von „weltoffen, tolerant, bla-bla-bla“ keinerlei Peilung im Universum haben.

    Die meisten israelischen Araber wollen gern in Israel leben, denn Wohlstand und sichere Verhältnisse schätzen sie natürlich. Allerdings ist die Gefahr der terroristischen Verführung groß, durch die Israelhasser in den Nachbarländern. Braucht man bloß mal in den Gazastreifen schauen, wo die fanatische Hamas trotz vieler Milliarden Auslandsgelder nichts auf die Reihe bringt. Außer Luxus-Swimmingpools für die Bonzen. Stattdessen graben die lieber teure Tunnel, um Anschläge in Israel zu begehen. Wenn man denen dann das Baumaterial sperrt, da jammert die widerliche islamverseuchte UNO herum. Und quakt was von Apartheitsstaat.

  2. Man kann und muss sogar von Israel lernen,wie Schutz gegen Terrorismus geht.Gegen die natürliche Waffe der Geburteninvasion könnte man auch was tun,wenn das politisch als Ziel erkannt würde.In China geht Geburtenkontrolle auch und so würde in Israel die Ausbreitung des Islam in Grenzen gehalten,doch es gäbe auch Ärger mit den orthodoxen Juden.Israel braucht jedenfalls immer die Unterstützung demokratischer Kräfte aus dem Ausland und Hilfe,wenn mal wieder eine islamische NachbarArmee ausflippt,Möge Deutschland ein echter Freund Israel s werden.

  3. Ich wünsche den Juden im Staat Israel Zusammenhalt und viel Kraft! Umgeben von Todfeinden, geschützt von wehrpflichtigen Mädchen und Jungen, gelang es ihnen ihren Staat zu verteidigen. Sie zeigen uns, wie man mit islamischen Terroristen umgehen muss. Good luck, Israel!

  4. Richtig……………
    Hier in der Schweiz gibt es ja mehrere Orthodox Jüdische Gruppen.
    Man sieht sie Samstags fast immer wenn man in Zürich ins „Albisgüetli“ fährt.
    Das sind die mit den grossen Pelzhüten, den „zu kleinen“ Herrenhüten über der Kippa und ihrer schwarzen Ausgehkleidung.
    Dort gibt es auch welche bei denen die Frauen eine Perücke tragen um ihr Echthaar vor fremden Blicken zu verbergen.
    Tja, es ist sehr unterschiedlich, aber es gibt dort einige die den Staat Israel ablehnen, denn er ist nicht durch Gott erschaffen / zugelassen worden. er ist quasi nur von Menschen gemacht.
    Ich frage sie jeweils etwas aus, wenn ich mal einen treffe und fragen kann.
    Sie sind meist sehr diskret und bleiben eher unter sich.
    Ich habe sie noch nie gefragt ob sie unsere Heimat die Schweiz, auch verteidigen würden, ob sie Militärdienst leisten.

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