Ein Gastbeitrag von Miriam Shaded (Estera-Stiftung)

Jeder Syrienkenner weiß, dass Syrien vor dem Krieg das liberalste Land in der Region war, da es von einer alawitischen Minderheit, die an die Kemalistenbewegung Atatürks aus der Türkei erinnerte, regiert wurde. Das Regime hatte keine Schulden bei der Weltbank und 2010 wurden in syrischen Gewässern, in der Nähe von Latakia, die wohl größten Öl- und Gasvorkommen der Welt entdeckt. Es sollte also niemanden verwundern, dass Russland seinen grössten Militärstützpunkt ebendort errichtet hat.

Der Stützpunkt nennt sich Kheimim und wurde im Januar 2017 für 49 Jahre von Syrien an Russland verpachtet. Baschars Unwillen mit dem Westen zusammenzuarbeiten hat, wie schon früher, so auch jetzt Auswirkungen auf die Positionierung der USA und der EU gegenüber islamischen Kämpfern in Syrien.

In einem Land, in dem eine Mehrheit der Menschen aufgrund der Ideologie, zu der sie sich bekennt, den Rest der Bevölkerung ausrotten kann, gehen die Regierungen von Mehrheiten einher mit dem Risiko eines Holocausts der Minderheiten.

Trotz der flächendeckenden Euphorie amerikanischer und weltweiter Medien muss ich schweren Herzens eingestehen, dass der US-Angriff auf den Militärflughafen in Syrien allein der sunnitischen Koalition (Rebellen, ISIS) dienlich war und die Position der Christen und anderer Minderheiten weiter geschwächt hat.

Bashar_al-Assad_(cropped)Unter dem Einfluss der Propaganda von Globalisten hat der Westen es vollends vergessen, dass Baschar Al-Assad (Foto rechts) das einzige Regime repräsentiert, welches Christen und andere religiöse Minderheiten vor islamischem Extremismus schützt.

Es scheint, als würden unsere Medien gezielt die Tatsache verschweigen wollen, dass er religiöse Parteien konstitutionell verboten hat, was in einer Gesellschaft, die in der islamischen Ideologie funktioniert, ein riesiger Erfolg ist. Sich auf die Werte römischer Zivilisation besinnend, müsste theoretisch ganz Europa auf seiner Seite stehen. Eine offene Frage ist, ob die mohammedanische Zivilisation derweil nicht zu einem neuen „Wert“ für die Union geworden ist – mit dem Namen Multikulti.

Kommen wir aber zurück zu dem vermeintlichen Auslöser, nämlich dem Giftgasangriff von Idlib. Niemand hat die wahren Befehle oder Beweise vor sich und meistens werden diese von Konfliktparteien oder einzelnen Interessengruppen vorgelegt.

Die Propagandaabteilung von Reuters hat außergewöhnlich schnell und einstimmig die Schuld auf Assad gewälzt, basierend auf Aussagen eines Terroristen.

Vor dem Hintergrund des Giftgasangriffs von Ghouta im Jahre 2013, der nach aktuellen Erkenntnissen wohl durch Rebellen begangen wurde, wissen wir aber, dass es unmöglich ist in so kurzer Zeit einen Schuldigen zu finden.

Außergewöhnlich (für solch einen Giftgasangriff -Anm.Übers.) ist auch die Tatsache, dass das syrische Regime derzeit an allen Fronten gewinnt. Assad’s Truppen haben mit Hilfe Russlands weite Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Jeden Tag sterben in diesem Krieg etwa 300 Menschen.

Warum also sollte das Assad-Regime jetzt so einen Schritt gehen und etwa 80-100 Menschen mit Gas umbringen, wohl wissend, dass eine rote Linie dazu gezogen wurde?

Wohl wissend, dass er nicht mehr der Hauptfeind der USA ist und ein Machtwechsel in Damaskus laut Rex Tillerson nicht mehr auf der Agenda der USA steht. In diesen Situationen sollte man überlegen, wer von dem Gebrauch chemischer Waffen und einem Vergeltungsschlag seitens der USA profitieren würde. Leider waren es die Rebellen und der Islamische Staat, die den Angriff als großen Erfolg feierten. Eben noch im Rückzug begriffen, sind die Dschihadisten jetzt dank neuem Status Quo und weiterer Chaotisierung des Konflikts bald wieder im Anmarsch. Die Karten wurden neu gemischt und der Ausgang ist nicht abzusehen. Ein Regimewechsel steht auch wieder auf der Agenda.

Es fällt schwer zu beurteilen, was oder wer Trump letztlich zu dem Eingreifen bewegt hat. Personen, mit denen er sich während des Wahlkampfes bekriegte (Lindsey Graham, Chuck Schumer, Nancy Pelosi, John McCain, Hillary Clinton und Angela Merkel) beklatschten diesen Schritt.

Allein dies hätte bei ihm, meiner Meinung nach, ein rotes Lämpchen aufleuchten lassen sollen. Mehr als die Hälfte seiner außenpolitischen Berater sind Globalisten, die dem „Council on Foreign Relations“ entspringen, einem 1921 u.a. von David Rockefeller gegründeten amerikanischen Thinktank. Man kann mit ein wenig politischem Feingefühl die These wagen, dass Donald Trump von eben diesen Neo-Cons und Vertretern des sogenannten „deep states“ umgarnt und zu dieser schmerzhaften Entscheidung manipuliert wurde.

Eine oft wiederholte Lüge wird leider schnell zur Wahrheit und bei der Intensivität seiner Arbeit kann es das Ergebnis schlechter Beratung gewesen sein. Ich kann mir denken, dass sie ihn mit der Möglichkeit einer Demonstration der Stärke und Macht der USA, mit den verfügbar bereitstehenden Tomahawks, dazu ermutigt haben.

Diesen Angriff haben einige bemerkenswerte Aktionen und Äußerungen gegenüber China und Nordkorea begleitet und ein paar tote Menschen und ein zerstörter Flughafen sind ja kein hoher Preis dafür.

Die Berater haben anscheinend vergessen Trump zu sagen, dass aus Sicht des Kriegsverlaufes in Syrien, des schier unendlichen Leids der Christen und anderer Minderheiten, dieser Angriff der USA verheerend war.

Nicht nur, da ausgerechnet ein Militärstützpunkt angegriffen wurde, in dessen unmittelbarer Nähe das christliche Dorf Mahrdeh steht, welches täglichen Angriffen seitens der Dschihadisten ausgeliefert ist und bisher von besagtem Militärflughafen beschützt wurde. Sondern weil er neue Risse in der Stabilität schafft, die Baschar Al-Assad diesen Menschen mit seinen Rückeroberungen geben konnte.

1280px-KhandaqWir dürfen nicht vergessen, dass die syrischen Christen (Bild links: altes Christenviertel in Aleppo) und alle Minderheiten in Syrien auf der Seite von Assad stehen. Er war und ist in dem dort herrschenden Chaos der Einzige, der ihren Schutz und die Einhaltung ihrer Rechte gewährleisten kann.

Ich habe mich wohl Anfangs darin getäuscht, dass Trump die amerikanische Politik gegenüber Assad ändern würde. Es schien möglich, da er früher die Aktionen seines Vorgängers scharf kritisierte, jetzt müsste er jedoch einen gravierenden, eigenen Fehler eingestehen.

Die einzige Lösung für Syrien ist ein neuer Präsident, doch die syrische Verfassung verlangt, dass der Präsident ein Muslim ist.

Deshalb liegt meiner Ansicht nach der beste Ausweg in Verhandlungen zwischen Putin und Trump über Zusätze zur syrischen Verfassung, die jedem Bürger Syriens, unabhängig von seinem Glauben, erlauben sollten, Präsident zu werden. Umso mehr, als dass dieses Land historisch den Christen gehörte. Dies würde eine Aufstellung von zwei Kandidaten ermöglichen, unter ihnen einen Christen. Das Volk bekommt die Wahl und Assad wird keine Angst vor einem Rücktritt haben.

Christen werden sich nicht an den Alawiten rächen, also stünde das jetzige Regime nicht vor der Wahl, entweder zu gewinnen oder zu sterben.

Und auch die Rebellen würden nicht durch die Christen bedrängt werden, da sie in der Regel Gewalt verabscheuen und es vorziehen, sich auf die Nächstenliebe zu besinnen.

Mike Pence sollte als tief gläubiger Christ für so eine Lösung werben und ich denke, dass er große Chancen haben würde, sich darüber mit Putin einig zu werden, der sich seinerseits eines beachtlichen Einflusses bei den syrischen Orthodoxen erfreut.

Eine solche Lösung läge auch im Interesse Israels.

Trump würde sein Wahlversprechen über die Vernichtung des Islamischen Staates verwirklichen und dem Land ein historisches Siegel abendländischer Werte zur Freude aller Christen im Westen hinterlassen. Jene könnten sich dann endlich darauf konzentrieren den Wiederaufbau des Landes zu finanzieren, ohne sich über grundlegende Menschenrechtsverletzungen zu sorgen.

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18035750_1367107626666516_934228580_nZur Autorin: Miriam Shaded ist die Vorsitzende der Estera-Stiftung. Die Stiftung ist eine in Polen ansässige „humanitäre Organisation, die als Reaktion auf die humanitäre Krise in Syrien entstand.

Sie wurde von der Islamkritikerin Miriam Shaded in Warschau gegründet und sorgte durch ihren Einsatz für die Rettung christlicher Syrer und ihren Transport nach Polen international für medialen Aufruhr“ (Wikipedia).

Hier geht es zum deutschsprachigen Facebookprofil der Autorin: MIRIAM SHADED

Hier geht es zum Youtube-Kanal der Stiftung: Estera

Der vorliegende Beitrag wurde aus dem Polnischen übersetzt von Blazej Wieliczko.

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Fotos: (c) (1) (2) Fabio Rodrigues Pozzebom / ABr derivative work: César (Bashar_al-Assad.jpg CC BY 3.0, via Wikimedia Commons (3) Das alte christliche Viertel von Dschudaide, Aleppo (c) Kevorkmail at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (4) PR

10 Kommentare

  1. Ich glaube auch,dass der Film abläuft und manchmal kann durch viel Gebet die Pausen Taste gedrückt werden.Es geht dabei nicht um selbstsüchtige Gebete,sondern das so viele Menschen wie möglich zur Erkenntnis Gottes durch die Erlösung Jesu Christi kommen. Die Idee mit dem christlichen Präsidenten ist brillant,nur durch so ein herbeigebeteten Wunder möglich.

  2. Sehr geehrte Frau Shaded, vielen Dank für die Darlegung Ihrer Erkenntnisse. Sie decken sich zum großen Teil mit den meinigen. Allerdings frage ich mich ernsthaft, ob Sie wirklich glauben, daß die Dschihadisten die Waffen nielegten, wenn ein Christ das Amt des Präsidenten in Syrien inne hätte. Die Realität in allen islamischen Ländern lehrt uns das Gegenteil. Meiner Meinung nach würde der Konflikt noch zusätzlich befeuert. Die orthodoxe sunnitische Mehrheit verlangt doch geradezu, daß der Staat nach islamischen Recht umgebaut wird. Überall wo Wahlen abgehalten wurden, haben sich sunnitische Mehrheiten für Islamisten entschieden. Das letzte Beispiel ist Jakarta, die Hauptstadt der muslim. Vorzeigedemokratie Indonesien, die hat seinen kurzem ihren ersten demokratisch gewählten islamistischen Bürgermeister. Schön auch, daß man dort wegen Blasphemie angeklagt werden kann, weil man frecherweise behauptet, „dass sich die Wähler nicht in die Irre führen lassen sollten, wenn jemand mit einem Koranvers belegen wollte, dass Muslime keinen Nicht-Muslim als Anführer wählen dürften“. Das steht nämlich ganz anders im Koran. https://de.qantara.de/inhalt/gouverneurswahl-in-indonesien-stimmungsmesser-fuer-toleranz-und-pluralismus
    Insofern war die sozialistische Baath-Partei unter Vorherrschaft der alevitischen Muslime schon das Beste, was dem Land nach der Kolonialzeit passieren konnte. Nun gibt es Dank der militärischen Interventionen der Amerikaner und ihrer Verbündeten (u.a. die sunnit. Golfmonarchien) zum Zwecke des Pipelinebaus einen Rollback und das Problem dahinter ist der Islam selbst, der seit 1400 Jahren eigentlich nichts anderes neben sich duldet, als das Geschriebsel des angeblichen Propheten. Gäbe es keine „Dikatatur“, die Sunniten würden sich mehrheitlich eine wählen und es stolz Kalifat nennen. Bestes Beispiel ist die Türkei! Und auch der „arabische Frühling“ war für alle Idealisten ernüchternd.

  3. Ich weiß nicht ob die Welt noch zu retten ist, Syrien, die Christen dort… die verfolgt werden bis aufs Blut.
    Ich weiß nicht ob ein Land namens Deutschland das überleben wird.

    Das läuft hier alles ab wie im Film.

    Der Film ist nachzulesen in einem gewissen Buch, welches uns der Schöpfer durch Propheten und Evangelisten hinterlassen hat und das ein Großteil der Menschen, leider gerade viele Deutsche nicht zur Kenntnis nehmen wollen.
    Lest es dochmal, was allein in den Büchern der 12 Propheten, bei Ezechiel, Jesaja und Jeremia steht, bei Daniel und wie das eins zu eins im neuen Testament aufgenommen und weitergeführt wird und auch klar geworden, dass die alten Prophetien zu Christus alle eingetreten sind.

    Wieso wird in unserer ach so logischen Welt die Logik der darin gemachten nächsten Ankündigungen bestritten?
    Ganz einfach, weil viele gar nicht wollen, dass Christus wiederkommt und wer und warum die das nicht wollen, das läuft hier auch ab wie in einem Film.

    • Dann drück doch mal die Stopp-Taste in deinem Film und komm zum selbstständige Denken. Auf irgendjemanden Warten, der einen von seinem Leid befreit ist wie das warten auf Godot.

  4. Hervorragende Analyse!
    Dieses deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, denn ich kenne Syrien von vor dem Krieg und habe dort die trotz oder wegen der Diktatur erreichten säkularen und teils westlichen Situationen erlebt. Abends die Liebespaare in Homs, die wie bei uns Hand in Hand die Einkaufsmeile entlang schlenderten, junge Frauen modisch gekleidet und in bauchfrei auf den Straßen selbst in kleineren Städten. Aleppo, weil sunnitischer geprägt, hatte mehr Schwarzverhüllung, aber immer noch erträglich und nicht mehrheitlich. Damaskus dagegen locker und im Aufschwung.

    Syrien war vor dem Krieg auf gutem Weg, konnte sich mit Nahrungsmitteln selbst versorgen, die Schulbildung wurde ausgebaut, der Tourismuszweig ebenfalls. Man hatte Fotos, wo das christliche Kreuz mit dem Halbmond der Moschee nebeneinander auf einem Bild sind. Beide Gebäude renoviert und die Gläubigen in unproblematischer Nachbarschaft. Aber eben nur mit Diktatur möglich.

    Wozu der ungezügelte Islam fähig ist, das ist nun in Syrien zu sehen. Es hat auch meine eigene Einstellung zum Islam diametral geändert. Jetzt weiß ich, dass der Mohammedanismus niemals nach Deutschland gehört. Nie. Bis zum letzten Blutstropfen nicht. Denn ich hätte nie gedacht, das es dort in Syrien so umschlagen kann. Im Gegensatz zu anderen islamischen Ländern, die ich kennengelernt habe. Dort war es immer möglich. Aber in Syrien doch nicht, dachte ich und irrte mich schrecklich.

    Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Islamisierung Deutschlands zerstört werden muss.

    • Anna und Dieter, etwas Besseres habe ich in der letzten Zeit nicht gelesen. Glückwunsch für diese guten sensiblen Kommentare zu diesem guten Bericht.

      • @Veronika
        „Dann fang doch mal an, dementsprechend mitzuwirken…“

        Dann sehen wir uns also morgen, am 01. Mai 16:00 Uhr, bei PEGIDA in Dresden auf dem Schlossplatz?!

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