(David Berger) Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel, derzeit Redakteur bei der Tageszeitung „Welt“, wurde am 17. Februar 2017 in der Türkei wegen angeblicher Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verhaftet.

Begründet wurde die Inhaftierung vor allem mit einem für die linkspopulistische taz im Herbst 2015 geführten Interview mit dem PKK-Kommandanten Cemil Bayık sowie einem Artikel, in dem er die Verantwortung der Gülen-Bewegung an dem Putschversuch vom Juli 2016 in Frage stellte.

Yücel sitzt bislang noch immer im größten Gefängnis der Türkei, in Silivri, in Untersuchungshaft.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 27. Februar zum ersten mal auf die von den Medien extrem breit getretenen Vorkommnisse reagiert, die gegen Yücel verhängten juristischen Schritte als „bitter und enttäuschend“ sowie als „unverhältnismäßig hart“ bezeichnet. Die Bundesregierung erwarte,

„dass die türkische Justiz in ihrer Behandlung des Falles Yücel den hohen Wert der Pressefreiheit für jede demokratische Gesellschaft berücksichtigt“.

Dass sich ausgerechnet die gegenwärtige  Bundesregierung in diesem Punkt echauffiert, eine Koalition, die sich auch dadurch auszeichnet, dass noch nie zuvor so viel für die Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit getan wurde und wird, wie unter ihrer Verantwortung, ist bereits reichlich paradox. Und das kommt daher in der Türkei, selbst wenn es dort um die erwähnten Menschenrechte natürlich noch einmal etwas schlechter steht, als reichlich unglaubwürdig an.

Darüber hinaus stellt sich aber die Frage, ob der deutschtürkische Deniz Yücel überhaupt diplomatische Hilfe aus den deutschsprachigen Ländern erhalten sollte.

Wir haben dazu die konträren Positionen von zwei der bekanntesten deutschsprachigen Polit-Blogger – von Alexandra Bader (CEIBERWEIBER) und Geerd Burmann (TAPFER IM NIRGENDWO) in Kurzform nebeneinander gestellt.

Am Ende des Beitrags haben unsere Leser wieder die Möglichkeit abzustimmen, wofür sie sich entscheiden würden.(siehe unten)

I

Alexandra Bader: Der Fall Deniz Yücel und der Pseudojournalismus

Wenn ein sogenannter deutsch-türkischer Journalist in der Türkei eingesperrt wird, der sich zuvor auf die Zerstörung Deutschlands freute, sollte er keine Hilfe aus deutschsprachigen Ländern erwarten.

Deniz Yücel, der aktuell für die „Welt“ berichtet, steht aber für Personen mit einer Agenda weit über die Medien hinaus. Immer geht es darum, Destabilisierung zu unterstützen und die eigenen Mitmenschen unter Druck zu setzen. Es kann hier schon deswegen nicht von einer Frage der Pressefreiheit die Rede sein, weil deutsche Mainstreammedien in erster Linie der Verbreitung von Propaganda dienen.

Klar, dass andere Pseudojournalisten zur Solidarität aufrufen, aber keinen Funken an Mitgefühl für ihre Landsleute haben, die importierter Gewalt zum Opfer fallen. Geschieht dies, bleiben Opfer anonym bzw. müssen sich gleich mal „gegen Rassismus“ positionieren, um dann belehrt zu werden, dass auch Deutsche oder Österreicher manchmal zu Tätern werden.

Als Yücel für die „taz“ tätig war, bejubelte er etwa die Abschaffung Deutschlands von wegen niedrige Geburtenrate. Man kann ihn durchaus unter die Rubrik „antideutsch“ einordnen, das sind Handlanger jener Kräfte, die Nationalstaaten auflösen wollen. Indem man die Bevölkerung psychisch wie physisch angreift, provoziert und kränkt und dafür jede Bühne der Welt hat, demoralisiert man sie und unterstützt seine Herren.

II

Geerd Burmann :Angela Merkel, bring Deniz Yücel  heim!

Es ist mir scheißegal, was Deniz Yücel schon alles geschrieben und gesagt hat. Es ist auch völlig irrelevant, ob ich mit ihm übereinstimme oder völlig anderer Meinung bin. Deniz Yücel ist Deutscher! Die deutsche Regierung ist somit seine Dienerin. Sie muss sich für seine bürgerlichen Rechte einsetzen und sie verteidigen! In Deutschland gibt es Presse- und Meinungsfreiheit.

Wenn ein Deutscher im Ausland eingekerkert wird, weil dem Diktator, Präsidenten, König oder Führer des Landes nicht passt, was er sagt oder schreibt, dann erwarte ich von meiner Regierung, dass sie alles dafür tut, meinen Mitbürger frei zu bekommen. Die deutsche Regierung ist dem deutschen Volk verpflichtet.

Deniz Yücel ist Teil dieses deutschen Volks! Solange Deniz Yücel in einem türkischen Gefängnis sitzt, will ich kein türkisches Regierungsmitglied in Deutschland sehen.

Angela Merkel, bring Deniz Yücel heim!

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Journalistische Offenlegung: Der Autor dieses Bloogs hatte mehrmals mit dem inhaftierten Journalisten über soziale Netzwerke direkten Kontakt. Dieser verlief durchgehend freundlich. Meine Entlassung als Chefredakteur beimMagazin „Männer“ wegen angeblicher „Islamophobie“ bedauerte er aufrichtig – und machte daraus auch kein Geheimnis

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Foto: © blu-news.org (Deniz Yücel) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons