(David Berger) Vor einigen Tagen berichteten wir hier von einer Aktion gegen das Maritimhotel in Köln, die so gar nicht zu der Karnevalshochburg passen will – galt doch der Karneval als eine der letzten Bastionen der Meinungsfreiheit. 

Wenn längst das letzte „Trömmelche“ am Aschermittwoch verstummt ist, soll vom 22. bis 23. April in den Räumen des Kölner Maritim Hotels der Bundesparteitag der AfD stattfinden.

Stars des Kölner Karnevals wie die Höhner, Kasalla oder Brings und andere mehr oder weniger bekannte Darsteller wie Marita Köllner oder Martin Schopps, fordern vom Hotel die Absage der Veranstaltung.

Nun wird man sich fragen, was ausgerechnet diese Künstler mit dem Hotelmanagement des Maritim zu tun haben. Deren Begründung:

“Man wolle nicht auf der gleichen Bühne stehen wie die Führung der AfD“.

Wie heute üblich folgte auf diesen seltsamen offenen Brief ein Shitstorm – gegen den in den sozialen Netzwerken von unseren zahlreichen Meinungsüberwachungsstellen nichts unternommen wurde – handelte es sich dabei doch aus deren Sicht um den Kampf der Guten gegen das Böse schlechthin.

Doch nun zeigt sich: die sonst für den kölschen Frohsinn zuständigen Unterhalter haben eine Lawine des Hasses losgetreten. Das Hotel erhält am laufenden Band Gewaltdrohungen, man wolle während der AfD-Tagung „den ganzen Bau brennen lassen“. Auch Mitarbeiter des Hotels werden inzwischen mit dem Tod bedroht.

Das Hotel stellt in seiner Erklärung einen direkten Zusammenhang zu der antidemokratischen, an dunkle Zeiten unserer Geschichte erinnernde Kampagne der Kölner Karnevalskünstler her:

„Die Dimension der Bedrohungen und Diffamierungen durch soziale Medien und anonyme Anrufer ist insbesondere nach der Veröffentlichung der Kölner Karnevalskünstler in den Medien nicht akzeptabel. Unsere Kolleginnen und Kollegen werden während ihrer Arbeitszeit im Hotel mit dem Tode bedroht. Uns wird gesagt, dass wir auf keinen Fall an diesen beiden Tagen arbeiten sollten, weil „der ganze Bau brennen wird“.

Das Hotel will sich davon nicht in die Knie zwingen lassen und stellt sich mit aller Entschiedenheit hinter die Mitarbeiter – sowie die Gesetze, Regeln und verbürgten Freiheiten unseres demokratischen Rechtsstaates. So fordert die Geschäftsführung des Hotels in einer erneuten Stellungnahme, ein „sofortiges Ende dieser Hetzkampagne auf dem Rücken der Arbeitnehmer des Maritim Hotels Köln“.

Selbst der Betriebsrat stellte sich deutlich hinter die Geschäftsführung und die Direktion der Maritim Hotel Gesellschaft:

Die AfD sei ein Teil der demokratischen Landschaft Deutschlands.

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Foto: Maritimhotel Köln © Elke Wetzig (Elya) CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons