Ein Gastkommentar von A. R. Göhring

Die ehemals konservative Presse in Deutschland wird immer grüner, genderbesessener, multikultureller und linker. Wundert es da, dass Welt, Bild, FAZ und Co. am stärksten Leser verlieren?

Ein Freund von mir ist altgedienter Leser der FAZ und wunderte sich schon vor einiger Zeit darüber, dass das Blatt die radikalfeministischen Erzählungen vom „Gender gap“, also der weiblichen Gehaltslücke, wiederkäut. Er vermutete, dass dies ein taktischer Kniff sei, um mehr Leserinnen anzulocken. Mag sein, aber ist es realistisch, dass konservative Frauen feministischen Geschichten Glauben schenken?

Das Problem liegt wohl tiefer: Nicht nur die Schreiber von taz, Spiegel, SZ und Co. sind überwiegend grün-rot-rot, sondern auch die Journalisten konservativer Blätter.

Irgendwo muss man ja arbeiten. Und wenn’s Geld bringt……

Achtet der Herausgeber nicht auf seinen Tendenzschutz und kommt ein gläubiger Schreiber in eine Chefposition, kommt so etwas heraus, was Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt-Gruppe, Anfang der Woche von sich gegeben hat:

„Unser Ehrgeiz sollte geweckt sein. Die Verteilung globalen Wohlstands wird von den USA künftig aggressiv zu ihren Gunsten entschieden werden – wenn wir uns nicht wehren und besser, mutiger, fleißiger, innovativer, freier, offener, schwuler, multikultureller werden.“

Wie kann man so etwas verstehen? Dass man „besser, mutiger, fleißiger, innovativer“ werden sollte, klingt immer gut, sagt aber nichts aus.
Und „freier“? Noch mehr? kann man da nur fragen.
Und „offener“? Also, noch offener als ein Land ohne Außengrenzen kann man nicht werden.

Und „multikultureller“? Ein Irrsinn, weil wir an Silvester 2015 und 2016 in Köln gesehen haben, wo diese fixe Idee hinführt.

Schließlich „schwuler“ – was könnte Poschardt damit gemeint haben? Mehr Männer sollen sich zum eigenen Geschlechte bekennen? Geht biologisch nicht.

Oder meinte er, David Berger solle Kanzler oder Minister werden? Dem wäre unbedingt zuzustimmen – aber das hatte der schwarz gepunktete Grüne Poschardt leider bestimmt nicht gemeint.

Der Kommentar von Ulf Poschardt zeigt das ganze Elend der (konservativen) Presse in Deutschland – unsere Journalisten denken nicht nur schematisch-unprofessionell nach Reiz-Reaktions-Schema und in ideologischen Bahnen, sondern sind zudem nicht mehr in der Lage, halbwegs realistische Lösungen für Probleme zu ersinnen.

Schwul werden gegen Trump – wie entrückt muss man sein, um so etwas von sich zu geben?

***

Foto: © Twitter https://twitter.com/welt/status/820978962516103168

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Old-Man
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Old-Man

Früher habe Ich mir die Welt oft am Kiosk geholt,Sonntags dann die Welt am Sonntag.

Aber seit solche Luschen in den ehemaligen echten Qualitätsblättern hausen spare Ich das Geld und hole dafür frische Brötchen!

Mein Heimatzeitung habe Ich auch schon länger abbestellt,da ist auch so ein Spinner Chef!

Seeräuberjens
Gast
Seeräuberjens

Silvester Köln 2016/17 war fake new. Da war nichts außer eine hypernervöse Polizei.

Armin Aubin
Gast
Armin Aubin

Der hatte schon immer einen Knall und mir war imme rätselhaft wie er in solche Positionen kommt mitbseinen schlichten Ansagen, allerdings war er bisher für die FDP unterwegs

Andreas
Gast
Andreas

Das gleiche wie im anderen Beitrag. Das Absurde soll Normalität werden. Das, was zerstört soll sich ausbreiten. Sie alle sind Helfer. Das sind keine Menschen, die für Geld alles tun. Manche sicher. Aber der größte Teil ist so, weil sie eine Aufgabe haben. Und das erklärt sich nur durch einen Punkt. Gott überlässt uns seit einiger Zeit uns selbst. Das steht so geschrieben. Das muss so sein. Und deshalb habt ihr das Gefühl, als ob alle verrückt geworden sind. Nein, es ist so, weil diese Menschen, diese Seelen vorher kontrolliert wurden. Was jetzt nicht mehr passiert. Deshalb kommt das Schlechte,… Mehr lesen »

thombar
Gast
thombar

kann man, der poschardtschen logik zufolge, heterosexuell gegen dummheit werden? oder lesbisch gegen merkel? zu westberliner zeiten gab es eine durchgeknallte alte frau im umfel der gedächtnisskirche. auf deren plakaten fand sich der spruch: ficken für den frieden.

mal abgesehen davon, das dieser spruch um längen besser war als das poschardt´sche dummschwatz, sollten wir ihm und seinesgleichen nicht einen platz an der kirche, papptafeln und wachsmalkreiden zur verfügung stellen?

am besten man sammelt diese art der journalisten in kitas und schulen, um die neue deutsche dummheit an die kommenden generationen zu vermitteln.

gummibärchen gegen trump!

Jürgen Fritz
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