(David Berger) Sicher ist: Mehr als 10.000 mal innerhalb von nur 50 Stunden wurde der Artikel alleine auf Facebook gelikt und geteilt. Mehr als nahezu alle Artikel, die jemals auf Tichys Einblick erschienen sind. Unklar dagegen ist, wie viele dem geradezu penetranten Spendenaufruf, den die Seite beim Anklicken eines Artikels jedem aufdrängt, gefolgt sind.

Auf jeden Fall war die Zustimmung bei den Leserkommentaren deutlich überdimensional vertreten. Die Kommentare auf Facebook und Twitter zeigen: hier hat jemand ausgesprochen, was vielen auf dem Herzen und der Zunge liegt.

Es geht um den Artikel mit dem Titel: “Warum Sie mit psychopathologisch gestörten Gutmenschen nicht diskutieren sollten“. Autor des Beitrags, bei dem es vor allem um die Grünen geht, ist der ebenfalls auf meinem Blog regelmäßig als Gastautor tätige und geschätzte Jürgen Fritz.

Der Artikel erschien am vergangenen Freitag auf „Tichys Einblick“. Wer ihn heute versucht anzuklicken, der bekommt zwar keine Spendenanfrage mehr, aber auch der Artikel ist verschwunden. Stattdessen findet man dort ein kurzes Statement von Tichy und den Seinen:

„Der Beitrag “Warum Sie mit psychopathologisch gestörten Gutmenschen nicht diskutieren sollten“ hätte hier nicht erscheinen dürfen. Unterstellung von Pathologie ist für TE keine politische Diskussionsbasis. Davon distanzieren wir uns ausdrücklich. Roland Tichy und Redaktion bedauern das und bitten um Entschuldigung.“

Als etwas ausführlichere Rechtfertigung hat dann – wohl im Auftrag von Tichy und Redaktion – ein Alexander Wallasch die Feder ergriffen und stellt oberlehrerhaft einige Leserkommentare zu Fritzs Beitrag vor.

Ganz im Stile der von ihm betreuten Seite („Die Kolumnisten“), wo auch extrem abstruse Autoren noch Abstruseres von sich geben, übt er sich in belanglosem Wortgeklingel, das wo er etwas über die Leserkommentare hinaus Eigenes sagt, in einem seltsamen „Jein“ verbleibt.

So etwa hier:

„Denn eine Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner besteht nun mal aus beidem: aus der intellektuellen Grundfähigkeit zur dialektischen Auseinandersetzung ebenso wie aus einer gehörigen Portion Wut, die sich zwingend auseinandersetzen, keine, die nur zerstören und pathologisieren will.“

So unbestimmt im netten, keinem so richtig auf die Füße tretenden, dahinschwebenden Bereich, wie sich vieles in Tichys Blog liest, erscheint nun also auch die Rechtfertigung der ersatzlosen Löschung eines Artikels. Sollte der letzte Halbsatz nicht die Begründung sein bzw. der Vorwurf, Fritz wolle „nur zerstören und pathologisieren“.

Entscheidende Fragen bleiben unbeantwortet: Wurde der Beitrag nicht von Roland Tichy oder Fritz Görgen zuvor gelesen und redaktionell bearbeitet? Ist ihnen dabei nicht schon das aufgefallen, was sie nun bemängeln? Wenn nein, was sagt das dann über ihre redaktionellen Qualitäten? Wenn ja, warum haben sie ihn trotzdem gebracht? Und jetzt auf einmal wieder gelöscht? Woher die fast panische Angst, die häufig solche überstürzten Löschungen auslöst? Fanden sich in dem Beitrag justiziable Aussagen? Gab es eine einstweilige Verfügung und wenn ja, von wem veranlasst?

Und wenn Tichy und Görgen hinter dem Text standen, was hat sie dann bewegt, nun doch als reuige Büßer aufzutreten? Hoffnung auf eine Eintrittskarte für die hinteren Ränge im Theater des Nannyjournalismus? Hat das ein Journalist wie Tichy wirklich nötig?

Und ist solches Verhalten nicht geradezu tödlich für die Verkaufszahlen seines eben erst den Markt erobernden Druckmagazins, von dem sich viele eine Alternative zu eben jenem linksgrünen Nannyjournalismus versprochen hatten? Einen zweiten Focus braucht ja keiner wirklich. Und dass die Grünen zusammen mit Frau Merkel nun alle aus Dankbarkeit Tichys neues Magazin abonnieren, scheint doch eher unwahrscheinlich. Sind diese doch von der ARD bis zur „Süddeutschen“ und „taz“ bereits vollends eingedeckt mit Medien, die ihnen nach dem Mund reden.

Wie auch immer: Nachprüfen kann die von Wallasch indirekt erhobenen Vorwürfe der vom Blogbetreiber und den Seinen wohl nicht so recht ernst genommene Leser natürlich nicht mehr. Denn der Beitrag wurde ja einfach mal so eben gelöscht.

Von Mut oder Fairness wollen wir hier gar nicht reden. Aber auch feiner Journalismus, mit dem man sich bei Tichys Einblick sonst gerne schmückt, geht ganz anders.

⇒ Update: Der Artikel ist nun hier wieder lesbar: https://philosophia-perennis.com/2017/01/08/gruen-linke-gutmenschen/

63 Kommentare

  1. Hallo, Herr Dr. Berger! wie richtig sie doch mit Ihrer Einschätzung liegen! Danke!
    Auch TE domestiziert sich. Oder besser, wird domestiziert.

  2. Als zufällig hier gestrandeter Waldgänger fühle ich mich ermuntert, an dieser Stelle ebenfalls von der Kommentarfunktion gebrauch zu machen.

    Viel zu lange haben sich viel zu viele Menschen in den politischen Diskurs nicht eingemischt.
    Viel zu lange waren zu viele Menschen nur Zaungäste.
    Viel zu wenige von uns haben ihren Standort im politischen Koordinatensystem klar bestimmt und sich nach außen hin offen dazu bekannt.

    Wer ein Liberaler ist, soll sich dazu bekennen und dazu stehen. Wer ein Grüner ist, soll sich dazu bekennen und dazu stehen. Wer ein Konservativer ist, soll sich dazu bekennen und dazu stehen.

    Wer oder was sind Sie, Herr Tichy ?
    Es ist Zeit Farbe zu bekennen, wie der Volksmund so schön sagt.

    Es braucht ein wenig Mut aber gewiss muss man kein Held sein, um sich gegen den vermeintlichen Mainstream zu stellen.

    Der Wind hat sich schon lange gedreht. Aus allen Ecken der Republik kommen Libertäre und Konservative hervor, die Sand im Getriebe der links-grünen Eliten sind und es knirscht schon gewaltig im Gebälk.

    Keine gesellschaftliche Gegenbewegung kommt allerdings ohne Gallionsfiguren aus. Er braucht Männer und Frauen mit Einfluss und Gewicht. Ein publizistisches Sprachrohr braucht es ebenfalls.
    Seien Sie mutig und verstecken sie sich nicht hinter der eigenen Courage, Herr Tichy.

    Der von Ihnen gelöschte Beitrag hat offensichtlich diejenigen, die gemeint waren, ins Mark getroffen. Was ist daran schlimm ? Viel zu lange haben Konservative und Libertäre sich alles gefallen lassen und immer wieder auch noch die andere Wange hingehalten, wenn der politische Gegner ohne Rücksicht auf die Würde des Menschen und die guten Sitten „zugeschlagen“ hat. Begriffe wie „Rechtspopulisten“, „Wutbürger“, und „postfaktisch“ gehören dabei noch in die Kategorie der harmloseren Betitulierungen.

    Ein fairer politischer Kampf (wie z.B. ein Wahlkampf) erfordert „Waffengleichheit“. In dieser Hinsicht war der gelöschte Beitrag wohl eher noch ein Wurf mit Wattebäuschen und nichts, wofür man sich entschuldigen muss.

  3. „Sind diese doch von der ARD bis zur „Süddeutschen“ und „taz“ bereits vollends eingedeckt mit Medien, die ihnen nach dem Mund reden.“ Das stimmt zum Glück nicht so! Die taz ist eine der wenigen Zeitungen, die durchaus konträr berichten. Ich kann jedem nur raten, die Wochenendausgabe der taz zu lesen. Da redet niemand jemandem nach dem Mund. Die taz ist eine Zeitung im Gutel Alten Sinn. Sie vertritt und läßt auch konträre Ansichten zu Wort kommen. In der taz gab es zum Beisüiel am 8. Oktober 2016 einen Artikel von Paulina Unfried, einer Austauschschülerin, die statt in NY oder LA, in einem 1.500 Einwohner-Dorf im Heart of America, Minnessota landete. Und in diesem Artikel konnte man schon sehr gut ahnen, warum Donald Trump der 45. Üräsidentr der USA werden wird. Es brach natürlich ein Proteststurm üüber die taz rein. Wie könnt Ihr nur solch einen Bericht bringen. An jedem Wochenende freue ich mich auf die taz und bin bisher noch nie enttäuscht worden! Von der Süddeutrschen und der ARD etc. kann ich Entsprechendes leider nicht sagen. Die taz wenigstens redet zum Glück für alle Leser niemandem nach dem Mund!

  4. Habe mich noch nicht endgültig entschieden:
    Entweder sind „Gutmeiner“ ideologisch verbohrt oder haben ein „Helfersyndrom“ oder beides…..
    Bin selbst Arzt und hatte früher auch mal ein Helfersyndrom, daher weiss ich, wovon ich rede.
    Dieses hat tatsächlich Krankheitswert!
    Man kann es überwinden, wenn man die Realität anerkennt.
    Insofern: Gute Besserung!

    Tipp: „Die Physiker“ von Dürrenmatt lesen.

  5. Zentrale Aussage des Beitrags war oder ist, daß es keinen Sinn hat, mit Menschen zu diskutieren, die ausschließlich ihr eigenes Weltbild kennen und etwas anderes (gleichgültig aus welchen Gründen) nicht zulassen – mithin auch darüber nicht diskutieren (wollen und / oder können).

    Ob das beschriebene Symptom nun pathologisch einzuordnen ist, kann ich nicht beurteilen. Auch weiß ich nicht, ob Roland Tichy oder seine Redaktion dies kann. Ich fand jedenfalls nach Lektüre des Artikels keinen Anlass zur Empörung. Vielleicht testet die Redaktion hier das Verhalten ihrer Leser?

    Die Annahme einer pathologischen Erscheinung entbehrt m.E. schon deswegen des Wallungswerts, da die Betroffenen von sich aus ohnehin jede sachliche Auseinandersetzung derzeit politisch und „rechtlich“ zu vereiteln suchen.

    Die Abwesenheit einer parlamentarischen Opposition und weitere Umstände ermöglichen dies. Letztlich steht die daraus erwachsende Gefahr im Vordergrund. Oder möchte etwa jemand behaupten, „das mit dem Dritten Reich war ja nicht so schlimm, denn weite Teile der deutschen Bevölkerung waren damals psychopathologisch gestört“ ?

      • habe Dich ausführlich verteidigt auf einem entsprechenden Blog-Artikel bei WL/SB, natürlich mit Löschung durch einen “ MGB“
        als Folge und weiterer Hetze von „Gutmenschen“ bei WL, der Gipfel war, daß man mir unterstellte, ich würde unter anderem Namen als J.F. auftreten!

  6. Es wird noch besser… Als (bisher) begeisterte Tichy-Leserin hatte ich versucht, dort einem Leser, der den Text ob der ganzen Aufregung gern selber gelesen hätte, mitzuteilen, dass der fragliche Text hier vollständig zu finden sei… Nun ja, diese Mitteilung wurde nicht einmal veröffentlicht…

    • Ich habe das jetzt ebenfalls als Kommentar dort eingestellt, direkt unter meinem verschwundenen Artikel, der zwischenzweitlich sogar von 10.000 auf über 11.000 „gefällt mir“ gesprungen ist. 😀

  7. Scheint mir in diesen Zusammenhängen auch sehr gut zu passen – vor allem, wenn ich das Inhaltsverzeichnis betrachte.

    Habe ich auch im Regal stehen – leider – wie vieles – ungelesen noch.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8654580.html

    Alfons Silbermann: Von der Kunst der Arschkriecherei

    Inhaltsverzeichnis des Buches:

    I Zur Einstimmung: Knigges „Über den Umgang mit Menschen“
    II Begrifflichkeiten: Beliebt dem Herrn, den hintern Teil zu küssen
    III Tugend und Untugend: Menschliches, Allzumenschliches
    IV Zweckideologie: Weder gut noch böse

    V Opportunismus: Sich unterwerfen, wo es notwendig ist

    VI Interlude: Keine Frage des Charakters
    VII Lügen, Heucheln, Schmeicheln: Das Einmaleins der Täuschung
    VIII Intrige und Perfidie: Geheime Machenschaften
    IX Liebe: Mächtiger als der Mensch
    X Familienleben: Das Tor zum Glück

    XI Erziehung, Flegel und die gestattende Gesellschaft:
    Wir wollen für dich nur dein Bestes

    XII Anpassung: Freiwillige und erzwungene Konfliktvermeidung

    XIII Entsorgung: Von Tätern und Opfern

  8. Ich weis nicht ob der Autor des ursprünglichen Artikels diesen Beitrag gesehen hat, aber er untermauert seine These. Die gewollte und vollzogene Demoralisierung des Westens hat Generationen hervorgebracht, die unfähig sind, mit Information die ihre Ideologie wiedersprechen umzugehen. Hier ein Bericht von einem KGB Überläufer der gerade im Geschäft der „Demoralisierung“ tätig war, zu diesem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=zeMZGGQ0ERk

  9. Das klärt die Fronten und ist von daher zu begrüßen – man will ja nicht mit falschen Freuden zechen, von denen man anschließend gemeuchelt wird!
    Zudem kann ich mich jetzt moralisch absolutiert fühlen, dass ich immer (bis auf eine Ausnahme) »Ich unterstütze bereits« angeklickt habe. Jene eine 10-Euro-Ausnahme verzeihe ich mir und verbuche den gerollten Schein als in den Arsch geschoben. Glück auf, Herr Berger – und danke für den tiefen Einblick, Herr Tichy!

  10. Ich fand den Artikel zwar in der Bezeichnung „pathologisch“ auch schwierig, aber wenn ich mich richtig erinnere, ging dem Ganzen wieder mal eine umstrittene Argumentation von Grüner Seite aus.

    Weiß jetzt nicht mehr, ob das bereits die Polizeikritik von Frau Peter (Silvester Köln Einsätze gegen die sogen. „Nafris“ und Diskussion um diesen verkürzten internen Polizeibegriff) war.

    Ich würde solche Haltungen dann eher als ideologisch bezeichnen.
    Und klar: Man verzweifelt manchmal an solchen Argumentationslinien, weil man selbst völlig anders denkt und eher auf der Seite der Betroffenen vermeintl. Opfer dann steht.

    Andererseits muss man wohl zur Kenntnis nehmen, dass Menschen unterschiedlich die Dinge einstufen und sehen – da spielen ja viele Gründe eine Rolle mit, warum das so ist.

    Ich selbst hatte auch gut einen Tag nach dem Terroranschlag in Berlin eine schwierige Diskussion mit einer Freundin, wobei sie aus MEINER Sicht unzulässige Vergleiche mit Unfällen im Haushalt heranzog und bei mir der wohl berechtigte Eindruck entstand, es solle auch gleich ein Stück „relativiert“ werden, was mir sehr missfiel und mich verärgerte.

    Aber habe dann nicht schlecht gestaunt, als ich einer anderen Freundin davon berichtete, wie auch die mir dann sagte, dass man solche Terroranschläge inzwischen mit zur Normalität rechnen müsse.

    Da gebe ich zu, dass ich mich mit solchen Argumenten sehr schwer tue und Probleme habe, solche Sichtweisen zu akzeptieren. Pathologisch sollte man dazu aus meiner Sicht trotzdem nicht sagen, auch wenn man diese Sichtweisen schwierig bis nicht akzeptabel findet.

  11. Es gibt renommierte Psychologen, die Gutmenschentum als Sucht (pathologisch) und als sehr gefährlich für die Gesellschaft bewerten. Selbst wenn diese Aussage in einem Artikel überspitzt war/wäre, so sollte man mal vergleichen, wie die Seite der Gutmenschen „rechte“ Kritiker, Andersdenkende, Alternative und Wertkonservative regelmäßig mit schlimmen Beleidigungen überzieht und kriminalisiert.

    Roland Tichy müßte deshalb nicht als perfekter, moralischer Saubermann auftreten und auch nicht zu zimperlich. Und er muß nicht jeden Artikel bei „Tichys Einblick“ voll teilen. Er darf ihn sogar kritisieren. Aber gleich löschen??

  12. “Unklar dagegen ist, wie viele dem geradezu penetranten Spendenaufruf, den die Seite beim Anklicken eines Artikels jedem aufdrängt, gefolgt sind.“

    Bis hierher hätte ich Ihnen ein außerordentlich gutes Nervenkostüm bescheinigt. Aber wenn ein einziges, einmaliges Werbefensterchen Sie schon veranlasst, sich bedrängt zu fühlen…
    Ein wenig sehr aufgebauscht, hm? 😉

    Zur Sache selbst: Mit Gegenwind war doch zu rechnen. Freut euch über die zusätzliche Aufmerksamkeit.

  13. Herr Fritz gehört zu den ganz Wenigen, der auch in heutiger Zeit einer sich immer totalitärer entwickelnden Meinungsdiktatur öffentlich mutig gegen diese Mißstände und die sich daraus ergebenden fatalen Folgen wortgewaltig und überzeugend angeht.
    Die Reaktionen und Aktivitäten, die er infolge seines aktuellen Beitrags ausgelöst hat, sprechen für sein Vorgehen.
    Auch die Löschung seines Beitrags auf TE lassen in unheimlicher Weise erahnen, in welcher Gemengelage aus vorgenommenem Druck, Schere im Kopf und sonstigen Einflüssen, wie Veröffentlichungen in unserem „Rechtsstaat“ inzwischen selbst in vermeintlich konservativen Medien zensiert werden. In einer Demokratie heißt es aber: „Eine Zensur findet nicht statt!“
    q.e.d.!

  14. Ich sage es ganz ehrlich: Habe eben mein Abo gekündigt. meine Zugangsdaten zu XING finde ich nicht, sonst hätte ich meinen Account dort auch noch aufgelöst 😉

  15. Das Argument des Pathologischen ist ein Arguemntum ad hominem. Die alternative Blogszene beschwert sich beinah täglich, daß die Mainstreampresse solche Arguemnte verwendet, daß sie sich nicht fair mit dem politischen Gegner auseinandersetzt. Aber sich selbst setzt sie niedrigere Ansprüche?
    Ich hatte den Artikel bei Tichy gelesen und fand ihn reichlich unsubstantiiert. Das ist natürlich nicht das Problem, aber die Diagnose: die Position des Gegners oder sein Festhalten daran sei pathologisch ist einfach unsachlich und noch dazu nicht hinreichend begründet. Meines Erachtens hat Tichy recht, und das ist eben keine Frage der politischen Korrektheit, sondern der Qualität und der Fairness.

    • Die Frage, warum er dann überhaupt den Artikel gebracht hat, nachdem er durch zwei Instanzen (siehe diesen Text) geprüft wurde, bleibt dann aber unbeantwortet … spielten vielleicht doch ganz andere, sachfremde Gründe eine Rolle?

    • Ich sehe es nicht Argumentum ad hominem, denn es geht hier nicht um eine Argumentation um eine bestimmte Sache. Das Thema ist die Beschreibung der Schwierigkeiten im gesellschaftlichen Diskurs, die Jürgen Fritz als psycholgische Störung erklärt. Er bringt dazu einige Argumente, denen man folgen kann, aber nicht muss. Umgekehrt bringt die Gegenseite keine Argumente wenn sie „Phobie“ diagnostiziert.

    • Wenn beim politischen Gegner Fairness keine Rolle spielt, sollte sie ihm gegenüber nicht höchste Priorität haben.

    • Mir hat der Artikel gefallen. Auch wenn er nicht wirklich zu Tichys Einblick gepasst hat. Das hat der Ansturm an empörten Leserkommentaren auch deutlich gezeigt. Vielleicht einer der Gründe, weshalb man sich nun davon distanziert?

    • „Das Argument des Pathologischen ist ein Arguemntum ad hominem.“ – Falsch. Das Thema meines Artikels ist die psychische Störung von bestimmten Personen. Wenn ich genau diese expliziere, schreibe ich natürlich genau zum Thema. Das Problem haben wohl einige, dass sie nicht erkennen, was Gegenstand der Erörterung ist. Hier könnte man jetzt wiederum einhaken und erörtern, warum sie es nicht verstehen. Das hat nämlich Gründe. Aber das wäre dann wieder Thema für einen neuen Artikel.

  16. Die von Herrn Fritz diagnostizierte weitverbreitete Krankheit heißt „political correctness“. Hoffen wir, dass aus den USA, wo die Epedemie begann, auch das Gegenmittel kommt.

    • Übrigens: Der Erfinder der Political Correctness ist lt. dem Finnen Jurij Below, der den Gulag überlebte, der französische, jüdische Kommunistenführer Charles Rappoport.

  17. Die Geschichte mit Xing erinnert ein wenig an die Kampagne von Gerald Hensel von der Werbeagentur Scholz & Denunzianten gehen die „Achse des Guten“. Wenn ich unterstelle, dass Herr Tichy nicht die Kontakte hat wie Herr Broder und folglich nicht das entsprechende Standing, dann kann ich das Zurückziehen des Artikels verstehen.

  18. Ich habe mich vorhin schon gewundert, was das für Wutwind auf Twitter war, mit dem so viele gute Menschen auf Tichy holzten und ihn zum Nazi erklärten. Nun weiß ich es und wundere mich. Fritz hat über die Psychopathologie sich selbst als Gutmenschen meinenden Grünen & Co. philosophiert. Das ist ja sein Job. Ich selbst denke mir jeden Tag, die halbe Welt ist vom Wahnsinn befallen, wenn ich Nachrichten lese oder höre. Und die andere Hälfte, die den vorgekauten Wahnsinn wiederkäut, ist nicht minder vom Wahnsinn infiziert. Was also war an dem Artikel falsch, der empfahl, was ich seit langer Zeit so halte, mit durchgeknallten Gutmenschen sollte man nicht diskutieren. Was allein schon die laufende Twitterkampagne gegen Tichy beweist.

  19. Auch „links-grüne Gutmenschen“ unterstellen dem politischen Gegner pathologische Störungen. Die Konstruktion ist immer folgende: andere haben eine andere Meinung nicht aus Vernunftgründen, sondern aus a) „Hass“, z. B. die katholischen Polen sind „Islamhasser“, b) „denken nicht“ – z. B. Briten stimmen unüberlegt für den Brexit, c) „Dummheit, z. B. die Amerikaler sind so dumm, dass sie auch „Fake-News“ reinfallen und den bösen Trump wählen. Soll ich den Artikel schlecht finden, weil er umgekehrt den gleichen Verdacht äußert, oder soll ich ihn gerade als Retourkutsche wegen der gleichen Mittel gut finden? Auf jeden Fall ist der Artikel eine gute Anregung, die Sache mal „so“ zu betrachten..

    • Gefällt mir sehr gut Ihr Kommentar, Rohrpost. Vielleicht erlauben Sie mir darauf hinzuweisen, dass ich meine These i.G.z. politischen Gegner ausführlich über zwei Seiten expliziere und das recht schlüssig, wie ich meine.

  20. Der bekannte Blogger Hadmut Danisch hat auch schon Erfahrungen mit  Tichys Einblick (TE)  gemacht!
    Ist der Bruder von Tichy in einen Korruptionsskandal verwickelt?

    „Vor ein paar Monaten meldete sich mal ein Journalist bei mir. Er habe mein Blog gelesen und wolle ein Interview mit mir machen, wie das Blog und meine Aktivitäten und Ansichten denn zustandegekommen seien. Er schreibt häufig für Tichys Einblick und wollte das dort publizieren. Also haben wir das Interview gemacht und ich habe darin erzählt, was an der Uni Karlsruhe so alles gelaufen ist (ohne den Dekan Walter F. Tichy namentlich zu erwähnen, aber ein paar seiner Untaten dann schon).
    Der Journalist, der von der Querverbindung nichts wussste und demgegenüber ich nicht erwähnt hatte, dass der Karlsruher Dekan auch Tichy hieß, war dann völlig konsterniert, als Tichys Einblick sein Interview ohne greifbare Begründung ablehnte. Wollten die nicht publizieren.
    Ein Leser schrieb mir mal, die beiden Tichys wären Brüder.
    Weiß ich nicht. Zumindest auf den Fotos sehen sie sich schon so ähnlich, dass das gut möglich wäre.
    Ich habe bei Tichys Einblick mal Presseanfrage gestellt, ob das stimmt. Und keine Antwort bekommen.
    Ich weiß also nicht, ob sie Brüder sind. Und wenn ja, wie sie zueinander stehen.
    Offenbar äußern sie gegenteilige Standpunkte. Ob die aus unterschiedlicher Auffassung oder einfach nur aus der jeweiligen Opportunität der Situation entspringen … wer weiß das schon. Naja. Der Volksmund sagt: Seine Freunde kann man sich aussuchen…
    Aber es scheint, als sei die Begeisterung eines Roland Tichy für Meinungsfreiheit und freie Rede auch nur relativ und ende spätestens da, wo ein Walter F. Tichy anfängt.
    Womit wir wieder bei Einstein wären. Alles ist relativ. Zum jeweils Opportunen.“
    http://www.danisch.de/blog/2016/12/13/tichy-tichy/
    http://www.danisch.de/blog/

  21. „… Dass man stattdessen gleich den gesamten Artikel in orwellscher Manier aus dem Gedächtnis des Internets löscht …“ Keine Angst, das Internet vergißt nichts! Ich speichere mir so manchen Artikel in der waisen Voraussicht, daß er eines Tages verschwunden sein wird . LOL ;0)

    • Zusatz: und ich persönlich kenne Leute, die wie im Beitrag „Warum Sie mit psychopathologisch gestörten Gutmenschen nicht diskutieren sollten“ die genau in dieses Schema hineinpassen und diskussionsresistent sind! Also der Beitrag an sich ist nicht aus der Luft gegriffen!

  22. Danke Emannzer und PP, dass ihr erneut die Chance zum Lesen bietet.
    Ein Artikel mit immerhin 348 Kommentaren (das ist bei TE weit über Durchschnitt!), dabei kritische, anregende, ergänzende und zumeist zustimmende, hat dann wohl doch irgendwie in Schwarze getroffen :)))

  23. Bei Roland Tichy hat sich wohl die Schere im Kopf, die ihm sicher während seiner Tätigkeit bei der von Holtzbrinck Mediengruppe eingepflanzt worden war, auf einmal wieder schmerzhaft bemerkbar gemacht. „Qualitätsjournalismus“ muss wohl glauben, nicht auch ohne Restriktionen auskommen zu können. C’est la vie.

  24. Die Artikel von Jürgen Fritz zählen für mich zu den zeitlosen, fundierten und anspruchvollen Texten die ich hier oder bei Tichy lesen konnte. Vermutlich gehören seine Texte eben nicht in ein rein politisches Blatt, welches zudem in finanzieller Abhängigkeit befindet.

    Ken Wilber (einer der mir bekanntesten Autoren im Bereich „Philosophia perennis“) schrieb schon vor vielen Jahren, dass die Demokratie durch sich selbst vernichtet werden kann, wenn eben die Dinge/Personen nicht beim Namen genannt werden. Es gibt Stufen (und Ebenen) des Bewusstseins und wenn diese nicht erkannt und benannt werden, so wird mit den Mitteln der Demokratie (Hintertür der Demokratie) diese ausgehöhlt zerstört (ich darf niemanden diskriminieren, auch den Mörder nicht).

    Jürgen Fritz hat in meinen Augen genau dies getan. Gutmenschen (siehe auch Definition im Duden) neigen zum pathologischen Wahnsinn. Und welch Ausmaße das angenommen hat, sieht man alleine daran, daß diese Gruppe auch noch stolz darauf ist (ein weiteres Merkmal der Pathologie „Gutmensch“)…Natürlich ist das harter Tobak, aber notwendig. Das muss klar benannt werden. Jeder, der in diesen Zeit auch nur halbwegs bvei Verstand ist, merkt , daß Gutmenschen auf Zahlen und Fakten (Realität) nicht gut reagieren. Alleine die Tatsache, dass man Straftaten von Flüchtlingen zählt und gegenüberstellen muss, empfinden diese Menschen als rassistisch und man wird mit der Frage konfrontiert, wieso man solche Auflistung überhaupt durchführt, denn das alleine würde ja meine Fremdenfeindlichkeit entlarven. Genau an diesem Punkt befindet sich unsere Gesellschaft und all das wurde von klugen Menschen viele Jahre zuvor vorausgesehen.
    (Ken Wilber nennt es die Prä-Trans-Verwechslung).
    Interessant ist, dass selbst der Dalai Lama sagte im Zuge der Flüchtlingskrise , daß Deutschland kein arabisches Land ist. Dafür wurde er belächelt und gute Freunde von mir (angebliche Buddhisten) meinten läppisch „Auch seine Hoheit irrt sich mal“. Ich war erstaunt ob ihrer Hochnäsigkeit gegenüber diesem weisen Mann.

    Wir befinden uns an einem Scheideweg…kulturell, menthal, spirituell.

    Herr Jürgen Fritz, ich zähle auf Sie..

  25. So, habe meine Meinung auch bei Tichys Einblick einen Kommentar geschrieben – und bin gespannt, ob der durchkommt:

    „Pardon: Ich habe neulich erst wieder gespendet und ärgere mich gerade!

    Da redet Herr Wallasch über einen Artikel, der nun gelöscht wurde (durch ihn oder per Insistierung?) und zitiert ellenlang Leserkommentare. Letztendlich zeigt dass doch auf, was von solch einem ‚Pluralismus‘ zu halten ist.

    Alle Leserkommentare hat man stehen lassen, in dem Artikel von Herrn Fritz. Aber das, worauf diese Inhalte sich beziehen – dass findet man nun nicht mehr. Das ist letztendlich enttäuschend. Nicht für den Ursprungsartikel, sondern für eine Redaktion, die scheinbar meint, dass so eine Diskussion aussieht?

    Denn immerhin hatte TE den Beitrag zur Diskussion gestellt und diesen später gelöscht. Warum denn – sieht so ein Diskurs aus, Herr Wallasch?

    Ich denke, dass man sich mit solchen Aktionen konterkariert und meine, dass es allen Grund gibt, mal darüber nachzudenken, was sie da, aus welchem Grund auch immer, getan haben.

    Es geht mir nicht darum, den gelöschten Artikel gutzuheißen, sondern darum, die journaliste Fairness aufrecht zu erhalten. Und genau das ist nicht passiert in diesem Fall.

    Aber hier liegt die Verweigerung eines argumentativen Austauschs definitiv bei der Redaktion, nicht beim Autor, der lediglich seine abstrahierte Meinung zu vertreten schien: Dass es sich nicht lohnt, sich mit Betonköpfen auseinanderzusetzen.

    Schade!“

    Kommt wahrscheinlich nicht durch, eventuell ja doch. Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt: http://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/ich-bin-auch-nur-ein-mensch/

    Na denn …

  26. kurz gesagt, ziel aller notwendigen kritik ist keine peters, das sind trainierte affen aus dem politzirkus, die grade weil sie an den hebeln sitzen, aber auch ernstgenommen werden müssen, sondern me die frankfurter schule. ich warte auf den, der sich horkheimer zur brust nimmt, oder den, der zb eine arendt auf die heutigen verhältnisse so anwendet, dass die banalität des bösen dieser oberflächlichen leute sichtbar wird. die weltdeutung muss man an sich reissen. alles andere ist doch geplänkel und der rest folgt.

  27. Solche gestörten Dogmatiker, Gutmenschen, findet man oft in Kindergärten und Schulen die dann normal denkende Kinder als gestört erklären und die dann dahin schicken wo sie eigendlich selber hingehören. Das kommt dabei heraus wenn geistige Verwirrtheit die Staatsdoktrin bestimmt.

  28. […] Auch der von mir geschätzte David Berger hat gerade was zu den Grünen auf seinem Blog veröffentlicht. Außerdem geht es um die (bisher von mir gern gelesene) Seite von Roland Tichy. So wie es aussieht hat Tichy / Redaktion einen kritischen Beitrag über die Grünen gelöscht. Aber lest selbst bei Berger. […]

  29. Ein plötzliches Löschen dieser Art erinnert auch an die Bundeszentrale für Politische Bildung, die aufr linksgrünen Zuruf einen Artikel von Prof. Konrad Löw in ehrenabschneidender Weise aus dem Verkehr zog und dafür vom Bundesgerichtshof zur Wiedergutmachung verurteilt wurde.

  30. Ja, es war ein guter Artikel. Ähnliches hat Manfred Kleine-Hartlage über Kognitive Dissonanz und Political Correctness bravourös geschrieben. http://korrektheiten.com/2011/04/19/kognitive-dissonanz-und-political-correctness/, aber der Artikel enthielt im einzelnen noch neue oder erfrischende Aspekte, und die beanstandete Pathologisierung war aus dem Kontext gut verständlich: der Artikel beschreibt tatsächlich ein Geistesversagen, das sich zu einer Art krankhaftem Defekt steigern kann und häufig tut. Alexander Wallasch zeigt manchmal selber Anzeichen von Versagen dieser Art, wenn er etwa mit der Katenschere argumentfrei auf irgendwelche Rechten, z.B. Björn Höcke, eindreschen zu müssen glaubt, um seine Positionierung in einer Mitte zu unterstreichen, die er durch liberale Begründungen seiner Standpunkte zu verdienen glaubt. Auch hier sind Erzählungen wichtiger als Tatsachen, und das Denken ist durch diese konditioniert und verschließt sich in der Weise, in der der gelöschte Artikel es den Gutmenschen nachsagt.

  31. Schade, ist aber nicht zu ändern.
    Kotau vor Grüfris geht gar nicht. Eine Seite Pflichtlektüre weniger. Mehr Zeit für den Abwasch.

  32. Falls es gestattet ist: Der Google-Cache hat ihn noch, den Artikel. So kann sich jeder seine Meinung bilden. Ich bin ziemlich entsetzt über soviel PC bei TE. Daher hier der Inhalt mit . Hervorhebungen kamen von Kissler:

    „Für Gutmenschen sind andere böse – ein Konter
    Warum Sie mit psychopathologisch gestörten Gutmenschen nicht diskutieren sollten

    Debatte: „Schonen Sie also bitte Ihre Nerven und tun Sie es nicht. Reden Sie lieber mit denen, die geistig offen, die – abgesehen von kleinen psychischen Störungen, die wir wohl alle haben – innerlich weitgehend gesund sind. Das ist befriedigender und kann Positives bewirken.“ Ein wütender verbal Schlag mit der Moralkeule zurück.

    Normalerweise liegt es mir vollkommen fern, Menschen zu pathologisieren. Damit sollte man äußerst vorsichtig sein und wenn immer möglich davon absehen. In diesem speziellen Fall erscheint es mir aber notwendig, da ansonsten nicht verständlich wird, was in nahezu allen westlichen Gesellschaften seit einigen Jahrzehnten so gewaltig schief läuft. Und da ich hier keine Einzelpersonen anspreche respektive diagnostiziere, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, möchte ich mir heute diese Freiheit nehmen, von meinem Grundsatz ausnahmsweise abzurücken.

    Grün-linke Gutmenschen (eigentlich nur Gutmeiner, weil gute Menschen etwas anderes meint) erscheinen mir – und ich sage das nicht einfach so dahin – krank. Nicht körperlich, sondern geistig-psychisch. Daher ist es auch weder sinnvoll noch empfehlenswert, sich auf größere Diskussionen mit ihnen einzulassen. Warum nicht?

    Eine offene und ehrliche Diskussion setzt voraus, dass beide sich von besseren Argumenten und Fakten potentiell überzeugen lassen. Ansonsten hat die Diskussion ja gar keinen Sinn. Sie setzt die Bereitschaft zum Denken, zum Nachdenken, zur kritischen Überprüfung der eigenen Position und den gemeinsamen Willen zur Wahrheitsfindung voraus. Andernfalls sind es reine Machtkämpfe, in denen der Eine dem Anderen und Umstehenden seine Überlegenheit demonstrieren und sich mit allen Mitteln durchzusetzen versucht.

    Ersteres funktioniert bei psychopathologisch gestörten Gutmenschen aber nicht. Sie haben sich partiell von der Realität abgekoppelt und schweben in einer Welt der Negation jeglicher Negationen, was natürlich ein Widersprich in sich ist, dessen sie aber wiederum nicht gewahr werden, weil sie nicht kritisch denken, vor allem sich selbst nicht reflektieren können.

    Sie können Differenzierungen und Bewertungen von Menschen, die immer auch mit Negationen einhergehen, auch solche rein sachlicher Art, innerlich nicht ertragen, weil sie rein gefühlsgesteuert agieren und ihnen die Vorstellung, dass Menschen unterschiedlich, auch für die Gesellschaft unterschiedlich wertvoll, ja, viele sogar schädlich sind, unangenehme Gefühle bereitet und dies für sie der höchste und im Grunde einzige Maßstab ist, wie sich etwas anfühlt. Ganz wie beim Tier oder beim Kleinkind.

    Grün-linke Gutmenschen meinen, wenn sie die Vorstellung unterschiedlicher Bewertungen, damit auch der Wertigkeit, mithin das Negieren von etwas zulassen, dass dann das Negative in sie hineinkäme und da dies ihr Harmoniebedürfnis und ihr Bedürfnis mit allem verbunden, mit allem eins zu sein (Verschmelzungssehnsucht) und das eigene Ich aufzulösen, konterkariert, lehnen sie dies ab, was natürlich wiederum eine Negation darstellt, die ihnen aber nicht bewusst wird, da sie nicht denken, sondern primär fühlen.

    Dem liegt ein tief gestörtes Verhältnis zum eigenen Ich, welches sich allererst aus Abgrenzung konstituiert und entwickelt, dem liegen Angst vor Bewertung, vor dem Gefühl der Minderwertigkeit sowie Realitätsverlust und schwere Traumatisierungen, die nie verarbeitet wurden, sowie die völlige Unfähigkeit der kritischen Selbstreflexion zu Grunde.

    Mit derart gestörten Personen sollte man nicht großartig diskutieren. Man muss sie behandeln. Aber das müssen spezialisierte Fachärzte machen. Dies würde wiederum voraussetzen, dass die davon Betroffenen ihre Krankheit selbst erkennen und vor sich selbst eingestehen. Einem Alkoholiker kann man nur helfen, wenn er sich a) eingesteht, ein solcher zu sein, und b) die Bereitschaft und den festen Willen aufbringt, das ändern zu wollen, was alles andere als leicht ist.

    Da dies bei den psychisch gestörten Gutmenschen fast nie der Fall ist – sie halten sich ja für gesund und die anderen für böse, zeichnen sich regelrechte Feindbilder (alle, die ihre Negation aller Negationen nicht teilen) – kann ihnen wahrscheinlich nicht geholfen werden, zumal wenn sie auch noch in der Mehrheit sind und sich permanent ihrer selbst gegenseitig versichern und sich so immer tiefer in die Pathologie hineintreiben. Ein Ausbrechen aus dieser Spirale wird in den meisten Fällen kaum möglich sein.

    Mit ihnen diskutieren, ist daher sinnlos und wenn man sie argumentativ aushebelt und sie der Argumentation folgen (können), was allerdings fast nie der Fall ist, da sie das Denken a priori und per se abwerten, weil sie es nicht so gut können, dann schotten sie sich von einem ab, weil das ihr von der Realität partiell losgelöstes Konstrukt stören, sie in ein inneres Ungleichgewicht (kognitive Dissonanzen) bringen würde, was unangenehme Gefühle verursacht und genau die versuchen sie ja rund um die Uhr zu vermeiden.

    Da sie rein gefühlsgesteuert sind und angenehme Gefühle zum absoluten Maßstab ihres eigenen wie jedes anderen Daseins erheben, wollen sie dem, wenn immer möglich, aus dem Weg gehen. Dadurch stagnieren sie natürlich kognitiv und überhaupt seelisch, bleiben bis zu ihrem Tode im Grunde auf dem personal-psychisch-emotionalen Niveau von Kleinkindern.

    Und mit Kleinkindern kann man nicht auf Augenhöhe diskutieren. Man muss sich um sie kümmern und für sie sorgen, ihnen die Welt erklären, was aber voraussetzt, dass sie zuhören und lernen wollen. Bei kleinen Kindern ist das immer der Fall. Sie sind geradezu lern- und wissbegierig und dankbar für Anstöße und Erklärungen. Wenn sie auf kognitive Dissonanzen stoßen, bauen sie ihr Weltbild so lange um, bis es wieder zur Realität passt. Sie passen also ihr Inneres, ihre Vorstellungswelt immer mehr der Realität, der tatsächlichen Welt an, so dass eine innere Entwicklung stattfindet, sowohl kognitiv wie auch emotional.

    Genau das wollen die psychopathologisch gestörten Erwachsenen, die übrigens unsere Gesellschaft inzwischen weitgehend dominieren, aber nicht. Jemand, der nicht dazulernen will, der “so bleiben will, wie er ist”, ist geistig-seelisch im Grunde schon tot. Und mit so jemand diskutieren zu wollen, ist vergebliche Liebesmüh.

    Schonen Sie also bitte Ihre Nerven und tun Sie es nicht. Reden Sie lieber mit denen, die geistig offen, die – abgesehen von kleinen psychischen Störungen, die wir wohl alle haben – innerlich weitgehend gesund sind. Das ist a) befriedigender für einen selbst und b) kann man so etwas Positives bewirken, indem man selbst von dem anderen lernt und dieser von einem, so dass beide vorankommen und sich weiterentwickeln können, was vielleicht eine Sinndimension unseres Daseins darstellt.

    Quelle: http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:xeBXF52LG5oJ:www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/warum-sie-mit-psychopathologisch-gestoerten-gutmenschen-nicht-diskutieren-sollten/+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de (So., 8. Januar 2017, 15:28)

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