… oder von der Hüterin der christlichen Lehre zur größten Hure aller Zeiten. Ein Gastkommentar von Marko Wild 

Ich wurde in der DDR geboren, im äußersten Süden. Dieser Teil des Landes unterschied sich in einem Punkt völlig vom Rest des Landes: die Kirche war dort sehr stark und seine Bewohner teils äußerst fromme Leute. Hatte die DDR durchaus nicht zu Unrecht den Ruf eines vom kommunistischen Atheismus geprägten Staates, so gingen die Uhren in jenen hügeligen und gebirgigen Regionen des Vogtlandes und Erzgebirges anders. Der sonntägliche Kirchgang versammelte die halbe Ortschaft. Die Jugend wurde durch kirchliche Freizeitarbeit hervorragend betreut. Die Kirchenszene war eine behütete, liebevolle Parallelwelt mit der ganz großen Perspektive: Gott.

Verglichen mit heute gab es einen gewaltigen Unterschied: Die Kirche war das ganz klare Anti-Prinzip zum Staat. Und wo sie zu sehr opponierte, spielte der Staat mit den Muskeln. In diesem Bewusstsein wuchs man in jener frommen Gegend auf. 

Identitätsprobleme, Ängste, ausgeschlossen zu werden, kannten wir Kinder nicht, denn es gab immer genügend andere Kinder, die ebenso erzogen wurden. Von klein auf hörten wir von Großeltern, Eltern, Verwandten oder Freunden die Geschichten aus der Bibel. Vor dem Essen wurde selbstverständlich gebetet. Der „Herr Jesus“ war keine Märchenfigur, sondern der allgegenwärtige, unsichtbare gute Chef, nach dessen Worten man zu leben strebte. Jeder andere menschliche „Chef“ wurde lediglich als hinzunehmende, irdische Instanz verstanden, die einem aber im Innersten niemals erschüttern konnte, weil sie weit, weit unter der eigentlichen Instanz rangierte. Umso mehr fiel es auf, als sich die Kirche und mit ihr dieser Wertekanon veränderte. Ich konnte diese Veränderung teils wie im Zeitraffer mitverfolgen, weil über den Osten alles, was im Westen Jahrzehnte gedauert hatte, im vielfachen Tempo hereinbrach. Manches davon sah ich, begriff aber erst nach Jahren, was es bedeutete.

Zunächst verlor die Evangelische Kirche im politischen Kampf der Vorwende- und Wendezeit ihre Unschuld. 

In der Gegend um Leipzig hatte ihr der einfache lutherische Glaube schon seit den 1970er Jahren nicht mehr genügt. Sie wollte Einfluss und Mitspracherecht. Sie wollte politisch relevant sein. Deshalb wirkte sie auch stets auf kritische Künstler ohne explizit christlichen Hintergrund anziehend. Diese Symbiose war vermutlich ähnlich derer zwischen Christen und Ökobewegung im Westen: man tat sich mit den Kirchen zusammen weil man sah, diese Leute wollen etwas bewegen und sie bieten einen Schutzraum. Nicht der Glauben, sondern das Motto, der Feind meines Feindes ist mein Freund, vereinte.

Die Kirche akzeptierte damit in ihrer Mitte erstmals Menschen, die keinen eigentlichen Glauben hatten, sondern politische Ziele verfolgten.

Als dann die Mauer auf- und der Stern des Ostblocks niederging, versank die Kirche im Osten in einem kollektiven Selbstbesoffenheitstaumel. Die frommen Christen waren sich einig: es waren ihre Gebete gewesen, die die DDR nieder gerungen, es war – letztendlich – Gott selbst gewesen, der die DDR besiegt hatte. Der die Menschen aus dem Eingemauert-Sein in die Freiheit geführt hatte. Dieses Narrativ gilt unter vielen Frommen im Osten bis heute.

Die weniger Frommen, eher politisch Orientierten hingegen waren auf den köstlichen Geschmack des Siegens und der Macht gekommen. Die Kirche hatte sich als praktisches Vehikel erwiesen.

In dieser Nachwende-Konfusion war die Kirche nun im Prinzip offen für alles. Und dieses „alles“ sollte nicht lange auf sich warten lassen. Sofort nach der Wende, als hätte etwas bereits ungeduldig in den Startblöcken gestanden, brachen, mit all ihrer verführerischen Gewalt, zwei Großbewegungen über die Evangelische Kirche im Osten herein und versetzten ihr zwei Stöße, von denen u.U. jeder allein schon tödlich gewesen wäre. Doch beide zusammen sorgten für einen sich generalstabsmäßig vollziehenden Niedergang und dessen heutiges Resultat:

Den totalen moralischen Zusammenbruch einer Organisation, die wie wenig andere einst für das gestanden hatte, was einmal aus Deutschland an Gutem gekommen war.

Der eine Stoß erfolgte über die Charismatik, die im Westen schon seit mehreren Jahrzehnten ihr Unwesen trieb. Die entscheidenden Pastoren dieser Bewegung wiesen fast durchweg ein verbindendes Merkmal auf: sie alle waren irgendwann einmal in den Vereinigten Staaten oder Kanada gewesen und hatten die dortigen sogenannten „Erweckungsbewegungen“ besucht. Dabei handelte es sich bei Lichte betrachtet um Massensuggestionen und -psychosen, bei denen die Teilnehmer zu tausenden in irrsinnige Lachkrämpfe verfielen, Tierlaute von sich gaben oder ohnmächtig zusammen brachen – Phänomene, die als besonderer Nachweis göttlicher Präsenz missdeutet wurden und aus dem Schamanismus oder fernöstlichen Trancetechniken seit Jahrhunderten bekannt sind.

Nachdem man sich in Übersee dieses „Salbung“ oder „Segen“ genannte Virus einfegangen hatte, brachte man es in die Gemeinden nach Deutschland, wo sich die Infektion in rasendem Tempo ausbreitete. Der einzige wirksamen Schutz vor diesem Virus – die bibelischen Glaubensdogmen – wurde von den Verantwortlichen in manipulativer Weise aufgeweicht, umgedeutet oder gänzlich ausgeblendet.

Der fromme Deutsche – autoritätshörig und unmündig wie er in der Mehrheit leider ist – leistete dagegen wenig Widerstand oder ging in die innere Migration.

Die allegorische Bibelauslegung setzte zu ihrem großen Siegeszug an. Früher in seiner Bedeutung völlig Unstrittiges konnte auf einmal so oder auch ganz anders verstanden werden. Alles konnte alles bedeuten. Die Leute hatten „Visionen“, bekamen „Prophetien“, verkündeten im alttestamentarischen Duktus „so spricht der Herr“, verlangten Gehorsam und betrachteten sich selbst als Autoritäten. Kritik ward nicht mehr geduldet. Kritiker – meist solche, die sich noch erinnerten, wie gesittet und unaufgeregt es noch vor wenigen Jahren in der Kirche zugegangen war – wurden als von einem bösen Geist Befallene kalt gestellt.

Das Wort Jesu, wer der Größte unter Euch sein will, der sei Euer aller Diener, wurde umgekehrt in wer der Größte unter Euch sein will, der blähe sich auf, intrigiere und bedrücke seine Brüder.

Danach ging die Party erst richtig los. Kirchliche Veranstaltungen nahmen Züge von Popevents an. Der spirituelle Baukasten wurde weit geöffnet. Jeder sollte sich „angesprochen“ fühlen. „Missionare“ aus Afrika – also Schwarzafrikaner – kamen nach Deutschland und lehrten in Gemeinden, wie man beten solle: möglichst laut, möglichst alle gleichzeitig durcheinnander, möglichst nicht in Deutsch, sondern in sinnlosem Gebrabbel. Gerade so, wie man sich eine afrikanische Eingeborenen-Zeremonie vorstellt. Gott würde es schon verstehen. Man müsse einfach den Verstand ausschalten – der Verstand behindere nur.

Den Niedergang der christlichen Sitten verstärkten – wie sollte es anders sein – aus den Vereinigten Staaten stammende Gemeindewachstums-Konzepte. Denn Mitglieder bringen Geld in die Kassen. Der Kapitalismus, welcher Wachstum um jeden Preis – und ich meine um jeden Preis! – verlangt, hatte die charismatischen Gemeinden am Schlaffittchen und machte sie zu einem Experimentierfeld us-amerikanischer Management-Methoden.

In Sprache und Begrifflichkeiten zogen inhaltsleere Floskeln ein. Der Umgangston wurde weich, feminin und harmonisch. Streit und Auseinandersetzung um die richtige Position galten als „lieblos“ und wurden vermieden.

Es bildeten sich pyramidenförmige Sektenstrukturen, an deren Spitze nicht die Fähigsten, Erfahrensten oder Frömmsten standen, sondern jene, die besonders „integrativ“ und „charismatisch“ wirkten. Manipulatoren, soziopathische Charaktere, die die Gemeinden als Stellvertreter Gottes in guruhafter Manier dominierten. Um sich schaarten sie Teams aus Loyalen und Speichelleckern. Darunter sorgten durch permanenten Rechenschaftszwang sogenannte „Mentoren“ für allgegenwärtige Überwachung und dafür, dass keiner in der Pyramide nach oben gelangen konnte, der jemals eine der Führung nicht genehme Position geäußert hatte. Wie in der Politik begann auch hier das faule System sich selbst zu reproduzieren. Die darin verbliebenen Schäfchen wurden manipuliert, eingeschüchtert und entmündigt.

Wer dem Druck nicht stand hielt und – nach oft herben menschlichen Enttäuschungen – herausfinden musste, dass diese pervertierte Form des Christentums nicht durch das Leben trug, landete nicht selten als gebrochener Mensch in der Psychiatrie.

Opfer dieses emotionalisierten, subjektiven, von objektiv-dogmatischer Lehre entkernten Systems wurden oft junge Menschen ohne gefestigten Glaubenshintergrund. Vielfach Studenten, die, gerade in der neuen Stadt angekommen, ohnehin auf der Suche nach dem Sinn des Lebens alles testend, was sich ihnen bietet, das „Angebot“ gerne annahmen und in totaler sozialer Abhängigkeit entweder darin unter gingen oder, dem unwiderstehlichen Sog der Machtpyramide folgend, aufstiegen, um ihr Selbstwertgefühl in der Autoritätsanmaßung über andere zu pushen.

Ich habe diese Strukturen aus nächster Nähe kennen gelernt und weiß, wovon ich schreibe. Ich habe viele fallen und aufsteigen sehen, viele sich in den Netzen dieser klebrigen, den christlichen Glauben pervertierenden Systeme verstricken, viele dabei ihren Glauben verlieren sehen. Ich sah Freunde abdrehen und in der Psychiatrie enden. Ich weiß von Selbstmorden. Von Krebstoten, die für „geheilt“ erklärt worden waren. Ich sah Herzlosigkeit, Pfründedenken und Verrat.

Glücklicherweise hatte ich die eingangs erwähnte Vorbildung genossen und wusste, wie es eigentlich hätte sein müssen. Ich konnte das Falsche anhand des Richtigen erkennen. Freilich kam die Erkenntnis nicht über Nacht. Es dauerte, bis man erkannte, wohinein man da geraten war. Bis man die stets freundlichen Oberflächen durchschaut und die Machtgier, die Psychospielchen und das (besonders finanzielle) Ausnützen der Menschen durchschaut hatte. Zu gehen fiel mir leicht. Ich kam nie zurück. Viele andere schafften den Absprung nicht.

Wo die charismatische Umprogrammierung der Evangelischen Kirche nicht griff, leistete die Unterwanderung durch grün-linke Hardcoreideologen Verheerendes.

Ausgangspunkt der Verbindung von Grünen und Kirche dürfte die baden-württembergische Ökobewegung gewesen sein. Auch Hessen-Nassau, NRW, Bremen oder Niedersachsen wurden bald zu Hochburgen dieser Verbindung. Die Grünen gingen von Beginn an strategisch äußerst geschickt vor, indem sie das Credo der 68er Kulturrevolution – den Marsch durch die Institutionen anzutreten – perfektionierten.

Bis heute benötigten die Grünen nicht mehr als regelmäßig 5 bis 10 Prozent der Wählerstimmen, um das gesamte Land zu in ihren Würgegriff zu nehmen und sogar Parteien wie der CDU die eigenen Positionen aufzuzwingen. 

Auch die Verbindung von Sozialisten und Kirche ist schon älter. Inspirierend mochte dabei besonders die lateinamerikanische Befreiungstheologie gewirkt haben, die eine stark klassenkämpferische Komponente enthielt und den Fokus von der nachirdischen Erlösung auf das innerweltliche Heil wandte. Grüne als auch Linke verstanden, dass das Christentum nur von innen heraus zu besiegen sein würde. Stalin hatte es von außen versucht, hatte gemordet, deportiert, verbannt – und war gescheitert. Statt ihren Glauben aufzugeben, war der Glauben das, wohinein sich die Menschen umso stärker flüchteten, je stärker die Bedrückung von außen wurde. Wofür sie zu sterben bereit waren. Das Gift von Grünen und Linken jedoch wirkte anders. Ein Nervengift, das die Substanz angriff und langsam, aber sicher zersetzte. Stück für Stück zwangen beide Ideologien der „offenen“ Kirche ihre Argumentation auf und seiften die auf einen solchen Angriff Unvorbereiteten mit biblischer Allegorie und Dialektik ein.

Durch den erfolgreichen Institutionenmarsch gelang es, den Gemeinden Pastoren und Bischöfe vorzusetzen, die neue, vermeintlich „progressive“ Positonen vertraten. Die wohlstandsgesättigten Christen hatten das alte, protestantische Bonmot, dass es in der Theologie nichts Neues, es sei denn Falsches, gäbe, schlicht vergessen. Über das Grundgesetz und die Gleichberechtigung von Mann und Frau wurde den Kirchen das weibliche Pastorenamt und später das weibliche Bischofsamt abgerungen. Waren diese etabliert, folgten recht bald Forderungen, Homosexualität anzuerkennen. Daraufhin Forderungen, Homosexuelle zu segnen und sie kirchlich zu trauen. Interessanterweise jeweils zuerst unter der Ägide einer der ersten deutschen Bischöfinnen – Margot Käßmann. Wie überhaupt fast jede das Christentum konterkarrierende Änderung zuerst dort statt fand, wo – im Gegensatz zur paulinischen Gemeindeordnung – eine Frau die Leitung inne hatte.

Je mehr die Kirche den links-grün-feministischen Positionen folgte, desto weniger konnte sie den einmal eingeschlagenen Weg verlassen. Bald purzelten die alten Grundfesten des Glaubens wie Dominosteine

Die Existenz Jesu wurde von Pastor_Innen öffentlich angezweifelt, die Exklusivität des christlichen Glaubens verleugnet, der Wahrheitsanspruch der Bibel über Bord geworfen und die Bibel in durchgegenderter Sprache neu verfasst.

In der Zuwanderungsproblematik erweist sich die Evangelische Kirche als besondere Triebkraft, Gesetze zu brechen und möglichst viele Fremde ins Land zu holen.

Woran sie über ihre Hilfswerke übrigens auch sehr gut verdiente. Im „Kampf gegen Rechts“ arbeitet die Evangelische Kirche ohne Scheu mit Gewerkschaften und der militanten Linken zusammen. Und natürlich: die Erlösung des Menschen von Tod und Sünde wurde ersetzt durch die Rettung der Umwelt vor Kohlendioxid und Pestiziden. Jegliche Transzendenz ist durch die Kirche verweltlicht und banalisiert worden. Ihr Evangelium ist nurmehr ein rein irdisches, ihr Gott die eigene moralische Superiorität.

So hat sich die Evangelische Kirche zu der deutschen Lobbyinstitution für Ökoterror, aggressive Minderheitenpolitik, Feminismus und sozialtherapeutische Herlferindustrie gewandelt.

Fehlt eigentlich nur noch ihr Engagement für Pädo- und Zoophilie. Was nicht wundern würde, denn die EKD schreckt ganz offenbar vor gar nichts mehr zurück. Nicht einmal vor dem Schulterschluss mit totalitären, absolut antichristlichen Ideologien wie dem Islam; eine spirituelle Vereinigung mit ihm scheint vielmehr das langfristige Ziel der ökumenischen Bewegung zu sein. Deshalb dürfen Imame in Gottesdiensten mittlerweile sogar Allahu akbar rufen. Derweil der eigene Glaube wo es nur geht verleugnet wird, spricht man den Dalai Lama auf der Bühne vor tausenden Christen mit „Eure Heiligkeit“ an, wie 2007 auf dem Hamburger Kirchentag geschehen. Luther, der nicht einmal einem Papst gegenüber ein „Eure Heiligkeit“ gelten lies, wird sich vermutlich im Grabe umdrehen.

Jegliche theologische Substanz, jegliche moralische Relevanz ist der Evangelischen Kirche als Institution verloren gegangen. Ihre Obersten sind hahnebüchene Witzfiguren, die sich in einer Weise wichtig nehmen, dass sich im Himmel vor Lachen die Balken biegen dürften.

Die Kirche ist zu einem perversen Tollhaus verkommen, zu einer phrasenschwingenden Dauergehirnwäscheinstanz der gegenwärtigen links-grün dominierten Politik. Es gibt keinen Begriff, der derb genug wäre oder zu unangemessen, um das Versagen der Kirche und ihrer Verfehlungen zu beschreiben. 

Was immer man auch über diese Institution ausspräche – man kann mit Worten unmöglich das ganze Ausmaß ihres verrotteten Zustandes ausloten.

Was nicht bedeutet, dass alle die Kirche Vertretenden davon betroffen sind. Es gab und gibt sie immer, die Aufrechten, die sich dem Sturm der gutmenschlichen Entrüstung aussetzen, indem sie die alten Glaubenspositionen verteidigen. Wie etwa jener sächsische Jugendpastor, der seinem Bischof die geistliche Autorität absprach und sich lieber kündigen ließ, als dieser Organisation weiter zu dienen. Doch solche Streiter sind einsame Rufer in der Wüste. Und vor allem sitzen sie nicht an den Schalthebeln der Institution. Dort finden sich Parteifunktionäre wie Katrin Göring-Eckardt. Oder feministische Theologinnen wie Claudia Janssen. Oder Universal-Maskottchen wie Margot Käßmann, deren Name bereits Pate steht (Käsmannisierung) für eine besondere Art und Weise, ernste Sachverhalte faktenfrei weich zu spülen.

Die Evangelische Kirche unterscheidet sich heute weder hinsichtlich ihrer inneren Funktionsweise, noch ihrer großen Themen von anderen Institutionen aus dem Dunstkreis der globalistischen Gesellschaftsklempnerei.

Sie, die für sich in Anspruch nimmt, das Regime des real existerenden Sozialismus in die Knie gezwungen zuhaben, wurde selbst erobert und in die Knie gezwungen. Des Christlichen, ihres größten Schatzes, hat sie sich nahezu vollständig entledigt. Sie ist eine Dienerin dem Weg zur Neuen Weltordnung. Wobei ihr die Aufgabe zukommt, die Vereinheitlichung aller Religionen zu einer Einheits(brei)religion voranzutreiben. Einen Meilenstein auf diesem Weg wird sicherlich das Jahr 2017 markieren. Dann feiert Luthers Thesenanschlag sein 500. Jubiläum. Die Evangelische Kirche wird diesen Termin nutzen, um einen großen Schritt auf ihr römisch-katholisches Pendant zu zugehen, das seinerseits seit Jahrzehnten intensiv an einer Weltreligion laboriert.

Die Kirche ist unter einer attraktiv sein wollenden, weiblich-reinen Oberfläche jene christentumsfeindliche Hure geworden, von der die Bibel spricht – eine Hure, die es mit jeder noch so perversen Ideologie treibt.

Es fällt ihr immer schwerer, den Schein, christlich zu sein, aufrecht zu erhalten. Offenbar wurde das erst kürzlich, als ihr unsäglicher Oberhirte Bedford-Strohm bei einem interreligiösen Treffen in Jerusalem in vorauseilend-kriecherischer Manier sein Kreuz ablegte. Wer sich des Kreuzes schämt, dessen wird sich auch Gott schämen. So steht es sinngemäß in der Bibel.

Die christliche Maskerade eines links-internationalistischen Ideologiemonsters ist ein besonders perfider Schachzug. Denn der Kirchenferne hat keine Möglichkeit, eine Analyse wie diese hier vorzunehmen und wird sich daher schlicht nicht wird vorstellen können, wie schlimm es um die Kirche in Wahrheit bestellt ist. Er wird die Evangelische Kirche nach wie vor als organisiertes Christentum begreifen. Fatal, denn dadurch werden tatsächliche christliche Inhalte – quasi als willkommener Kollateralschaden – beschmutzt, beleidigt und gelästert.

Die Kirche ist vom Kopfe her ein blasphemisches Konstrukt ohne Gleichen geworden. Sie selbst sorgt mehr als alles andere dafür, dass das Christentum in Misskredit gerät.

Entsprechend hoch sind ihre Austrittszahlen. Über 200.000 im vergangenen Jahr. Tendenz rapide steigend. Nach Jahren der inneren Distanz, der ruhenden Mitgliedschaft hielt auch ich es nicht mehr aus und kündigte dieser Institution. Weiterhin in der Kirche zu verbleiben kann man nur mit einem einzigen, der Kirche sehr gut bekannten Begriff, zusamenfassen: weiterhin in ihr zu verbleiben ist eine Sünde.

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Bild:  Die Grünenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt, die von 2009–2015 Präses der Synode der Evangelische Kirche on deutschland war (c) Online Team http://www.ekd.de [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

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Zu dem Gastautor: Marko Wild ist ein 1975 geborener Sachse. Er wuchs bis zu seinem 15. Lebensjahr in der DDR auf, wo er nicht nur die verglichen mit heute sehr gute humanistische Bildung des damaligen Schulsystems, sondern auch eine nicht minder gute christliche Lehre der lutherischen Theologie erfahren durfte, welche ihn bisher durch alle Unbilden einer ebenso schönen wie wahnsinnigen Welt getragen hat.

Seine Eltern waren der Ansicht, dass man einen Beruf zu erlernen hätte. So wurde er zunächst zum Technischen Zeichner ausgebildet. Danach absolvierte er das Fachabitur, weigerte sich jedoch, anschließend das ihm dringend nahegelegte Bauingenieurwesen zu studieren. Statt dessen schlug er den Weg eines Musikers und Journalisten ein.

Heute lebt er mit seiner Familie in einer ländlichen Gegend im östlichen Bayern. Eines vielleicht gar nicht so fernen Tages wird er sicher wieder nach Sachsen zurück ziehen.

Marko Wild war Gebirgsjäger, Taxifahrer und Außendienstler. Er schrieb für ein lokales Printmedium und diverse Blogs. Er jobbte in der Geödäsie und schraubte Schiffsdiesel auseinander. Er fuhr mit dem Auto quer durch Russland bis in die Mongolei, bestieg den Kilimanjaro und wanderte durch das Rif-Gebirge.

Er studierte Journalismus und Kulturwissenschaften in Leipzig. Er komponiert, textet und arrangiert. Er ist Abenteurer und Künstler, Philosoph und Beobachter, Sänger, Gitarrist und Autor, Querdenker und als manifestiertes Nein fast immer dort anzutreffen, wo alle Ja sagen. Nicht aus Prinzip, aber um bestimmter Prinzipien Willen.

Marko Wild hat vier Kinder in die Welt gesetzt, drei CDs aufgenommen, zwei Romane geschrieben, eine Frau geheiratet und null Sympathie für die gegenwärtige Richtung der Bundesregierung sowie ihrer zeitgeistgeschwängerten Helfer und Klone in Politik, Medien und der Antifa.