Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

Lieber Claus Kleber, sofern dies nicht maaserabel ist, frage ich Sie:

Kann man noch dümmer fragen als Sie?

Herr Kleber, was für eine Haltung haben Sie eigentlich gegenüber den Grund- und Menschenrechten, gegenüber unserer eigenen Verfassung, gegenüber den Werten der Aufklärung: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?

Eltern haben keine völlig freie Verfügungsgewalt über ihre Kinder! Das würde nämlich in letzter Konsequenz heißen, dass sie sie jederzeit töten könnten, was Menschen übrigens über Jahrtausende taten. Kinder, die gerade nicht gewollt wurden, wurden einfach so entsorgt.

Es war die große geistig-moralische Errungenschaft des Judentums, das menschliche Leben zu heiligen, auch und gerade das der Kinder! Das ist der tiefere Sinn des Abraham-Isaak-Mythos neben dem oberflächlichen des Auf-die-Probe-Stellens des Glaubens.

Eltern dürfen selbstverständlich auch nicht über die körperliche Unversehrtheit ihrer Kinder bestimmen. Genitalverstümmelungen sind ein grober Verstoß gegen das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und somit nicht zulässig. Ähnliches gilt für die sexuelle Integrität der Kinder. Und es liegt ganz sicher nicht „im Interesse des Kindes“, genauer des Mädchens und entspricht nicht „seinen Neigungen“, einen alten Mann zu heiraten, damit dieser es beschützt (und fickt).

Haben Sie schon einmal die Ausdrücke „universale Menschenrechte“ und „sexuelles Selbstbestimmungsrecht“ gehört? Nicht universale Erwachsenen- oder Männer-, sondern Menschenrechte! Nein? Dann einfach vielleicht mal im Grundgesetz lesen (das ist so eine Art deutsche Verfassung):

Artikel 2 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit …

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich …

Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Jeder, auch Kinder, auch Mädchen!

Manchmal, nein, immer öfter, nein, eigentlich fast schon dauernd fragt man sich, was in Ihrem und dem Kopf vieler Ihrer Kollegen vorgeht, wenn es um den Themenkomplex Migranten und Islam geht. Eines steht fest: nicht viel.

P.S.: Ganz liebe Grüße an Sabatina James

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