
Während russische Raketen und Drohnen die ukrainische Hauptstadt Kiew unter Beschuss nehmen, stellt Bürgermeister Vitali Klitschko der Regierung von Wolodymyr Selenskyj eine höchst unangenehme Frage: „Wo ist die Luftabwehr der Hauptstadt? Wo ist der Schutz der Ukrenergo-Anlagen? Wo sind die Milliarden, die dafür bereitgestellt wurden?“
Mit diesen Worten wandte sich Klitschko gestern vor dem ukrainischen Parlament an die Verantwortlichen in der Zentralregierung. Hintergrund sind die schweren russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur, durch die Hunderttausende Menschen zeitweise ohne Strom waren.
Klitschkos Vorstoß verschärft den seit Langem schwelenden Konflikt zwischen dem Kiewer Bürgermeister und der politischen Führung des Landes. Denn seine Frage zielt auf einen besonders empfindlichen Punkt: Was ist aus den gewaltigen Summen geworden, die für den Schutz der ukrainischen Hauptstadt und ihrer lebenswichtigen Infrastruktur bereitgestellt wurden? Während Kiew unter Beschuss steht, verlangt Klitschko Rechenschaft über die Verwendung der Gelder.
Eigentlich müsste Merz diese Frage stellen
Und diese Frage müsste auch Bundeskanzler Friedrich Merz interessieren. Schließlich hat Deutschland seit Kriegsbeginn zivile und militärische Hilfen von insgesamt rund 100 Milliarden Euro geleistet beziehungsweise zugesagt, wobei ein erheblicher Teil der zivilen Mittel in Deutschland ausgegeben wurde. Allein für 2026 sind rund 11,5 Milliarden Euro Militärhilfe vorgesehen.
Während die Bundesregierung bei den eigenen Bürgern brutal den Rotstift ansetzt, scheint sie bei der Finanzierung der Ukraine kaum Grenzen zu kennen. Wenn schon der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt öffentlich fragt, wo die Milliarden geblieben sind, sollte Merz diese Frage im Interesse der deutschen Steuerzahler ebenfalls stellen – und auf einer Antwort bestehen.
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