Migranten für die AfD: Was deutsche Medien nicht wahrhaben wollen

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(David Berger) Der Erfolg der AfD sorgt nicht nur in Deutschland für politische Reaktionen. Während hierzulande die üblichen Warnungen vor einem angeblichen „Rechtsruck“ ertönen, kommen aus der Türkei ganz andere Töne. Die türkische Vaterlandspartei (Vatan Partisi) hat der AfD ausdrücklich gratuliert – und die in Deutschland lebenden Türken sogar dazu aufgerufen, sich in AfD und BSW politisch zu engagieren.

Der Generalsekretär der Vatan Partisi, Özgür Bursalı, erklärte die verbreitete Charakterisierung der AfD als „rechtsextrem“ und „rassistisch“ zur „US-Propaganda“. Hinter dem Erstarken der Partei sieht Bursalı einen größeren geopolitischen Wandel: Das „atlantische System“ verliere in Europa an Macht, während nationalstaatlich und souveränistisch orientierte Kräfte an Einfluss gewännen.

Noch weiter geht seine Botschaft an die Millionen Menschen türkischer Herkunft in Deutschland. Sie sollten sich nach Auffassung Bursalıs nicht länger an die etablierten „atlantischen Parteien“ halten, sondern sich aktiv in AfD und BSW engagieren. Deutscher Patriotismus und türkische Interessen erscheinen aus dieser Perspektive keineswegs als zwangsläufige Gegensätze.

Was ich selbst seit Jahren erlebe

Das widerspricht einem der hartnäckigsten Narrative über die AfD: Menschen mit Migrationshintergrund wird seit Jahren eingeredet, eine patriotische und migrationskritische Partei müsse zwangsläufig ihr Gegner sein. Meine persönlichen Erfahrungen sehen anders aus. Seit Jahren erlebe ich immer wieder, dass gut integrierte Gesprächspartner mit Migrationshintergrund sich mir gegenüber als AfD-Sympathisanten oder AfD-Wähler, seltener auch als Mitglieder der Partei „outen“. Das geschieht nicht selten erst nach längeren Gesprächen und mit einer gewissen Vorsicht – fast so, als müsse man ein politisches Geheimnis preisgeben.

Gerade Menschen, die selbst seit vielen Jahren in Deutschland leben, hier arbeiten, Steuern zahlen, Familien gegründet haben und sich als Teil dieses Landes verstehen, unterscheiden häufig sehr genau zwischen gelungener Integration und einer unkontrollierten Migrationspolitik. Manche von ihnen betrachten die Folgen der Massenzuwanderung sogar kritischer als viele Deutsche ohne Migrationsgeschichte.

Selbst- und Nächstenliebe

Darin liegt kein Widerspruch. Wer sich in Deutschland integriert und dieses Land zu seiner Heimat gemacht hat, muss kein Interesse daran haben, dass staatliche Grenzen ihre Bedeutung verlieren oder Integration durch immer neue Massenzuwanderung erschwert wird. Ganz im Gegenteil. Ebenso wenig folgt aus der Liebe zur eigenen Herkunft die Ablehnung des Patriotismus der Deutschen. Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben. Darauf weist auch ein aktueller Beitrag von Multipolar Press hin. Dort wird die Annäherung als mögliche Interessengemeinschaft deutscher und türkischer Patrioten interpretiert: Beide Seiten könnten ein Interesse an nationaler Souveränität, einer eigenständigen Außenpolitik und einer Abkehr von geopolitischer Bevormundung haben.

Die teilweise sehr weitgehenden eurasischen Vorstellungen der Vatan Partisi muss man dafür keineswegs teilen. Die politische Pointe bleibt: Während deutsche Politiker und Medien Migranten seit Jahren vor der AfD warnen, ruft eine türkische patriotische Partei ihre Landsleute dazu auf, in Deutschland ausgerechnet in AfD und BSW politisch aktiv zu werden. Und vielleicht erklärt das auch, warum die Realität, die mir in persönlichen Gesprächen seit Jahren begegnet, so wenig mit dem medial vermittelten Bild übereinstimmt: Die sogenannte Brandmauer verläuft längst nicht dort, wo ihre Erbauer sie gerne hätten.


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