Nach Exorzismus: Katholische Familie macht aus Epsteins Ranch Ort des Gebets

2

Wo Jeffrey Epstein über Jahrzehnte residierte und Frauen nach eigenen Aussagen Opfer sexuellen Missbrauchs wurden, soll künftig ein christlicher Ort der Einkehr entstehen. Die neuen katholischen Eigentümer der berüchtigten „Zorro Ranch“ ließen das riesige Anwesen zuvor drei Tage lang von einem Exorzisten reinigen.

Die Geschichte hat eine geradezu symbolische Dimension: Die Familie des katholischen US-Unternehmers Don Huffines kaufte bereits 2023 die ehemalige Ranch des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein im US-Bundesstaat New Mexico. Nun wurde bekannt, dass die neuen Eigentümer nach dem Erwerb einen katholischen Priester aus Ohio einfliegen ließen, der das gesamte Anwesen drei Tage lang exorzierte.

Epstein hatte die Ranch 1993 erworben und bis zu seinem Tod 2019 besessen. Mehrere Frauen werfen ihm vor, dort sexuell missbraucht worden zu sein. Das weitläufige Gelände im Santa Fe County umfasst rund 3.100 Hektar. Die neuen Besitzer haben die ehemalige „Zorro Ranch“ inzwischen in „San Rafael Ranch“ umbenannt.

Devin Huffines, einer der Söhne des neuen Eigentümers, machte keinen Hehl daraus, warum die Familie den ungewöhnlichen Schritt für notwendig hielt. Man sei gläubig römisch-katholisch und nehme die geistliche Wirklichkeit einschließlich der Existenz des Bösen ernst. Der eigens eingeflogene Priester zelebriere zudem die überlieferte lateinische Messe. Nach Angaben der Familie benötigte er drei Tage, um das gesamte Anwesen zu exorzieren.

„Alle sind willkommen, die im Namen des Herrn kommen.“

Dabei betonen die Huffines zugleich, dass weder das Land noch die Gebäude selbst böse seien. Schuld könne nur der Mensch auf sich laden. Gerade deshalb soll das Anwesen nun einer völlig anderen Bestimmung zugeführt werden: Geplant ist ein christliches Einkehrhaus. Die Familie spricht davon, Licht an einen Ort bringen zu wollen, der jahrzehntelang mit einem der dunkelsten Missbrauchsskandale der Vereinigten Staaten verbunden war.

Auch das geplante neue Eingangstor soll diesen Wandel sichtbar machen. Dort sollen Besucher künftig mit den Worten begrüßt werden: „Alle sind willkommen, die im Namen des Herrn kommen.“

Aus katholischer Sicht besitzt der Vorgang eine bemerkenswerte Symbolkraft. Die Kirche kennt seit ihren Anfängen Segnungen und Gebete um Befreiung von bösen Einflüssen; der Glaube an die personale Wirklichkeit des Bösen gehört keineswegs zur Folklore vergangener Jahrhunderte. Dass eine katholische Familie einen Ort, der mit schwerem menschlichem Unrecht verbunden ist, nicht einfach abreißen oder seinem Schicksal überlassen, sondern ihn bewusst Christus weihen und zu einem Ort des Gebets machen will, setzt ein starkes Zeichen.

Aus der Ranch Jeffrey Epsteins soll so ausgerechnet ein christliches Einkehrhaus werden: Wo Dunkelheit herrschte, soll künftig gebetet werden: „… wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden, …“ – Paulus (Röm 5)


Entdecke mehr von Philosophia Perennis

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.