Drohnen-Zwischenfall in Leipzig: Wieder mal die “russische Bedrohung” – ohne jeden Beweis

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Kaum ist am Flughafen Leipzig eine mutmaßliche Bombendrohne entdeckt, steht für Politik und große Teile der Medien der Schuldige bereits fest: Russland. Doch belastbare Beweise fehlen bislang völlig. Statt vorschneller Schuldzuweisungen lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Fakten – und auf die alte Frage cui bono?. Denn die Geschichte der vergangenen Jahre zeigt: Nicht jede spektakuläre Bedrohungslage hält einer späteren Überprüfung stand. Gastbeitrag

Gestern Nacht entdeckten Mitarbeiter am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit angebautem Paket und Zünder – in unmittelbarer Nähe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge. Tests wiesen die Plastiksprengstoffe PETN und Semtex nach; der Zünder war jedoch defekt und riss offenbar ab, sodass es nicht zur Explosion kam – ein erstaunlicher “Glücksfall“.  Und wie der Zufall so spielt, kollidierte dann noch ein DHL-Frachter mit einem unbekannten Objekt und landete beschädigt in Hannover, woraufhin der Flugbetrieb wie auch in Leipzig vorübergehend eingestellt wurde.

Bevor irgendwelche Ermittlungshinweise und Details über Bauart, Konstruktion der Bombe und mögliche Herkunft der unbekannten Flugkörper vorlagen, trat auch prompt CSU-Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vor die Kameras und raunte bedeutungsschwanger von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einem „hybriden Anschlagsszenario“. Medien, allen voran “Bild”, stilisierten den Vorfall zur knapp vermiedenen Großkatastrophe und lenkten den Verdacht (wohl ganz im Sinne der Urheber dieser Zwischenfälle) auf Russland.

Oleksii Makeiev, der ukrainische Botschafter in Deutschland, unkte ebenfalls sogleich: “Wer könnte es noch sein außer Russland?”. Ja, wer wohl? Nun; kritischen Zeitgenossen und unvoreingenommenen Beobachtern würde da spontan vor allem eine Alternative in den Sinn kommen – nämlich just die, die sich bei so ziemlich jeder gegen den Westen gerichteten militärischen feindlichen Handlung der letzten vier Jahre, von der NordStream-Sprengung bis zur Sabotage der Druschba-Pipeline in Ungarn, Rumänien und der Westukraine,  als tatsächlicher Urheber erwiesen hat: Die Ukraine selbst nämlich, die krampfhaft alles daran setzt, den Westen zur Kriegspartei zu machen oder wenigstens die Krisenstimmung und Russland-Panik künstlich am Köcheln zu halten, auf dass der Nachschub an Geld und Waffen für Kiew und die Akzeptanz der Bevölkerung für diese – aus Sicht mancher Juristen längst staatskriminelle und an Landesverrat grenzende – Veruntreuung deutscher Steuergelder ins Ausland nie enden möge.

Neuauflage des großen Drohnen-Sommertheaters von 2024?

So wird nun auch bei dieser neuen Drohnen-Fürchtemacherei sogleich berichtet, dass Ermittler Verbindungen zu russischen Agenten prüfen, und dass “Spuren nach Russland”. Konkrete Beweise für die Herkunft fehlen dabei bislang gänzlich. Das Schema ist inzwischen wohlbekannt: Keine zwei Jahre ist es her, dass ab Sommer 2024 Behörden über Wochen hinweg Drohnensichtungen über kritischer Infrastruktur in ganz Deutschland meldeten: Angebliche Überflüge unbekannter Flugkörper erfolgten über den ChemCoast-Park Brunsbüttel, wo Chemiefabriken, ein LNG-Terminal sowie ein stillgelegtes AKW auf engstem Raum stehen, aber auch über die BASF, Werke von Rheinmetall, die US-Airbase Ramstein und weitere Militär- sowie Industrieanlagen. Komischerweise wurde keine einzige dieser Drohnen je vom Himmel geholt oder identifiziert; in den kriegstreiberischen “Qualitätsmedien“ wurde gleichwohl der Verdacht geschürt, es handele sich russische Aufklärungsdrohnen, die möglicherweise von Schiffen in Nord- oder Ostsee gestartet wurden.

Ermittlungen wegen „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ liefen sogleich an. Doch, welch Wunder, das Thema verschwand aus den Nachrichten sogleich wieder, als die nächsten großen Hilfszusagen für die Ukraine in trockenen Tücher waren. Die Fälle blieben allesamt unaufgeklärt, als letztes stellte die Staatsanwaltschaft in Brunsbüttel 2025 die Verfahren. Rückfragen der wenigen kritischen freien Journalisten, was denn aus der angeblichen Invasion russischer Drohnen geworden sei, ergaben eine weniger als dünne Suppe: Es gab keinen Täter, in den wenigen aufgeklärten Falle habe es sich um “Verwechslungen“ gehandelt oder oder um privat gestartete Drohnen. Trotz laut Bundeskriminalamt und “Recherchen” der Propaganda-Lügenschleuder “Correctiv“ zu bundesweit hunderten Sichtungen es keine belastbaren Beweise für irgendeine russische Urheberschaft.

Cui bono? Hirn einschalten!

Und jetzt, da die Ukraine mal wieder frisches Geld und neues Gerät braucht (sind die 90 Milliarden “Kredit“ vom Frühjahr schon verbraucht?), wird es höchste Zeit, dass die von Messermorden, Gruppenvergewaltigungen, CSD-Anschlag und Ceuta-Invasion abgelenkte deutsche Öffentlichkeit allmählich wieder mal das verdrängte Thema Ukrainekrieg herangeführt wird und neben der Hitzepanik ein wenig Kriegsangst geschürt wird. Da kommt der Leipziger Zwischenfall natürlich wie gerufen. Und auch diesmal wird wieder die „russische hybride Bedrohung“ hochgehalten – auch wenn die Faktenlage äußerst dünn ist. Sicher ist nur soviel: Der Flughafen Leipzig ist Drehscheibe für ukrainische Militärlogistik und damit ein ideales Ziel, um Angst zu schüren; hier wäre es für den ukrainischen Geheimdienst auch am einfachsten, die Bedrohung mit einer zufällig dann noch im letzten Moment versagenden Bombendrohne zu inszenieren. Die Nähe zu russischen Militärflugzeugen deutet genau darauf hin.

Angesichts der schwindenden deutschen Hilfsbereitschaft und Kriegsmüdigkeit liegt jedenfalls eine “gestagte” ukrainische Aktion näher als ein russischer Terrorversuch: Ein spektakulärer, aber fehlgeschlagener Anschlag in Deutschland befeuert die Kriegsangst, so das Kalkül der Ukraine, weit wirksamer sichert die finanzielle wie militärische Unterstützung eher als die nächsten Bettelarien des Operettenpräsidenten Selenskyj vor westlichen Parlamenten und Fernsehzuschauern. Natürlich ist die Hypothese einer False-Flag-Inszenierung spekulativ – aber deutlich naheliegender als die automatische Russland-Attribution durch das politmediale Kartell. Panik und Narrative ersetzen keine Beweise. Hirn einschalten und die Frage nach dem cui bono zu stellen ist die hier einzige angebrachte Handlungsempfehlung.

Der Beitrag erschien zuerst bei ANSAGE.ORG