
Gastbeitrag von Meinrad Müller
Geht es Ihnen auch so: Kurz nach dem Erwachen die Nachrichten checken und erst kurz vor dem Einschlafen Handy Laptop zur Seite legen? Was sind die Folgen? Anfangs merkt man noch nichts, doch es hinterlässt Spuren.
Was mich/uns kaputt macht: Täglicher Horror hinterlässt Spuren. Wer sich morgens als Erstes mit Messer-Morden, Inflation, Regierungschaos, Einbrüchen und Überfällen vollstopft, der spürt das früher oder später am eigenen Körper. Die Nachrichtenflut ist wie ein schleichendes Gift. Und weil keine echten Gesprächspartner gerade in der Nähe sind, scrollen wir weiter.
Wer hat diese Erlebnisse?
- Der Magen meldet sich mit Sodbrennen. Sagt man nicht „das schlägt mir auf den Magen“ oder „da dreht sich mir der Magen um“.
- Das Herz steht unter Dauerdruck und erhöht das Risiko für Infarkt und Schlaganfall. Die Dinge gehen uns einfach zu sehr zu Herzen. Heute rasen die Dinge.
- Im Blut entstehen durch Horrornachrichten schnelle Stressimpulse. Alle paar Sekunden neue Schreckensmeldungen lösen kleine Cortisol-Ausschüttungen aus und führen schließlich zu niedriggradigen chronischen Entzündungen. Diese können die Gefäße schleichend schädigen und mit der Zeit verkalken lassen.
- Nerven und Stoffwechsel geraten durcheinander – „das raubt mir den Nerv“, Schlafstörungen und Diabetes drohen.
- Das Immunsystem gibt irgendwann auf. Dann haben sogar böse Zellen leichtes Spiel.
Der Volksmund kennt die Auswirkungen. „Das geht mir an die Nieren“ und „die Galle läuft einem über“, der ganze Ärger reizt langsam unsere Organe.
Das Gift im Blut: Wie Cortisol uns auffrisst
Ein einziger schwerer Gedanke bleibt nicht brav im Kopf. Er rast wie ein scharfer Befehl durch den ganzen Leib. Das Gehirn zieht den Abzug, Stresshormone fluten das Blut, eine winzige Botschaft im Web jagt von Organ zu Organ. Blut wird umgeleitet, Immunzellen wechseln ihren Modus, alles ändert in Sekunden seinen Kurs. Wir werden wütend, sitzen dabei aber im Sessel.
Unabhängig ob die Gefahr echt ist – Unser Gehirn nimmt „Gefahr“ wahr. Eine Schlagzeile genügt und der Körper gehorcht sofort. So vergiftet man sich selbst, ohne es zu merken. Und dieser Dauerstress macht einsam und Körperlich müde zugleich.
Der Körper vergisst keine einzige Zeile
Wir machen uns Sorgen um unser Land und suchen nach echten Fakten. Das Internet liefert sie reichlich. Das Tragische dabei: Selbst die Wahrheit wird giftig, wenn sie jeden Tag in solchen Mengen auf uns einprasselt. Das geht einem unter die Haut, wir schneiden uns ins eigene Fleisch. Wir werden unruhig und niedergeschlagen. Viele denken noch: „Mich lässt das kalt, ich bin hart im Nehmen.“ Das ist ein folgenschwerer Irrtum. Der Körper vergisst keine einzige Zeile.
Steinzeit-Programm im Sessel
Unser Körper tickt immer noch wie in der Steinzeit. Er hört Gorilla mit Messer und denkt sofort: Todesgefahr! Das Blut rast aus dem Magen in die Muskeln, damit wir fliehen oder kämpfen können. Stattdessen sitzen wir gemütlich am Tisch, trinken Kaffee und scrollen weiter. Die ganze Kampfchemie bleibt im Körper stecken. Die Organe verkrampfen im Sessel.
Der Säbelzahntiger ist seit Ewigkeiten tot. Unser Stresssystem hat diese Nachricht bis heute nicht bekommen.
Pausen für die Gesundheit
Wir dürfen nicht wegsehen. Informiert sein bleibt wichtig. Aber wir brauchen dringend eine Notbremse. Kein Handy gleich nach dem Aufwachen, keines kurz vor dem Schlafen. Feste Zeiten reichen völlig aus. Gönnt dem Körper echte Entwarnung. Nur mit gesundem Leib und klarem Kopf können wir noch etwas für unsere Heimat tun.
Oder will man uns absichtlich ermüden?
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