
(David Berger) Ein altes Foto, neue Vorwürfe und viel Spekulation: In Sachsen-Anhalt sieht sich die derzeit alle Sonntagsfragen haushoch anführende AfD mit dem Versuch konfrontiert, aus einer privaten Aufnahme einen politischen Skandal zu machen. Die Betroffenen weisen die Vorwürfe entschieden zurück und sprechen von einer gezielten Schmutzkampagne.
Wenige Monate nach parteiinternen Auseinandersetzungen starten die gleichgeschalteten Medien einen neuen Versuch die AfD Sachsen-Anhalt in Misskredit zu bringen. Hintergrund sind Medienanfragen zu einem Foto, das nach Angaben von Parteivertretern vor rund sechs Jahren auf einer privaten Feier entstanden sein soll und nun Gegenstand der journalistischen Kampagne ist.
Bundestagsabgeordneter Martin Reichardt als Ziel der Schmutzkampagne
Nach Darstellung der AfD Sachsen-Anhalt hätten mehrere führende Parteimitglieder in den vergangenen Tagen Anfragen von Journalisten erhalten. Dabei sei es um ein Bild gegangen, das auf dem Grundstück des ehemaligen Funktionärs Jan Wenzel-Schmidt aufgenommen worden sein soll. Medienvertreter hätten demnach wissen wollen, ob darauf der Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt mit einem Hitlergruß (mit dem linken Arm!) zu sehen sei.
Die Betroffenen weisen diesen Vorwurf entschieden zurück. Nach ihrer Darstellung zeige das Foto keine nationalsozialistische Geste, sondern eine scherzhafte Szene („Ritterschlag“) im Zusammenhang mit der Aufnahme des Juristen Markus Motschmann in einem parteiinternen Zusammenhang. Von einem Hitlergruß könne keine Rede sein.
Besonders kritisch sehen die Beteiligten nach eigenen Angaben die Art der Recherche. Die Journalisten hätten das betreffende Bild den Angefragten nicht vollständig zur Verfügung gestellt, sondern lediglich einen kurzen Blick darauf gewährt. Zugleich seien wiederholt Nachfragen gestellt und verschiedene Deutungen des Bildes diskutiert worden. Reichardt selbst habe das Foto einsehen können und erklärt, die darauf erkennbare Armbewegung habe keinerlei Bezug zum Nationalsozialismus.
Ehemaliger Generalssekretär: War da nicht irgendwas?
Bemerkenswert erscheint aus Sicht der AfD zudem der Entstehungskontext des Fotos. Dieses sei auf einer privaten Grillfeier aufgenommen worden, zu der ein ehemaliger Generalsekretär der Partei eingeladen habe. Gerade dieser Funktionär hatte nach Angaben von Parteikreisen Ende des vergangenen Jahres angekündigt, belastendes Material gegen frühere Weggefährten veröffentlichen zu wollen: „Das einzige Berichtenswerte an diesem Vorgang ist der Umstand, dass dieses Bild auf einer privaten Grillfeier gemacht wurde, zu der der ehemalige Generalsekretär geladen hatte, also jene Person, die Ende letzten Jahres gedroht hatte, der Partei mit einer Schmutzkampage zu schaden. „
Innerhalb der AfD wird daher die Vermutung geäußert, dass es sich um den Versuch handeln könnte, nach früheren parteiinternen Kontroversen erneut einen politischen oder medialen Skandal zu konstruieren. Die Partei verweist darauf, dass bereits frühere Vorwürfe und Kampagnen von vielen Beobachtern als überzogen oder unbelegt bewertet worden seien.: „Die sog. Vetternwirtschaftskampagne wurde als das, was sie ist, durchschaut: Der billige Versuch, aus Nichts einen Skandal zu stricken. Und jetzt wird sich nicht einmal eine Kampagne entwickeln, so lächerlich und krampfhaft nimmt sich diese Initiative aus. Um es mit Goethe zu sagen: „Man fühlt die Absicht und ist verstimmt“.
Die Geschichte kennt inzwischen zahlreiche Fälle, in denen öffentlich erhobene Vorwürfe eines angeblichen Hitlergrußes einer späteren Überprüfung nicht standhielten. Besonders bekannt wurde der Fall des AfD-Politikers Petr Bystron, dem Medien und politische Gegner wiederholt Ähnliches unterstellten, was sich aber vor Gericht als haltlose Unterstellung erwies. Diese Fälle zeigen alle eines: wie schnell in Deutschland der schwerwiegende Vorwurf einer nationalsozialistischen Symbolhandlung erhoben wird – besonders dann, wenn es um die üblichen Anti-AfD-Kampagnen geht. Die kommenden Monate vor den Landtagswahlen werden wir sicherlich noch öfter mit solchen Fakenews überschüttet werden.
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