„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“

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Dennis Riehle (Foto o.) gehört zu jenen Publizisten, die den Weg von der etablierten Öffentlichkeit in den unabhängigen Journalismus bewusst gegangen sind. Zum zehnjährigen Bestehen von Philosophia Perennis (genau heute vor 10 Jahren erschien hier der erste Artikel) würdigt er die publizistische Arbeit des Blogs, dessen Beharrlichkeit, gegen Widerstände für Meinungsfreiheit, Debattenkultur und eine unabhängige Stimme im öffentlichen Diskurs einzutreten. Wir dokumentieren hier seine persönlichen Worte, die zugleich Gratulation, Anerkennung und Ermutigung für die kommenden Jahre sind.

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Wenn man einmal von oben blickt, um die gesamte Bandbreite des Zeitstrahls zu erfassen, so ist eine Dekade in unserem Leben ein ganzer Meilenstein. Zehn Jahre nun kämpft mein Freund und Kollege David Berger für die Meinungsfreiheit in dieser Republik. Er war damit wohl ein Pionier, was die Verkörperung der Solopublizistik angeht. Ein Einzelkämpfer mit dem dezidierten Anspruch, den Finger in die Wunde zu legen, das Gegenkonzept darzustellen zu den etablierten Medien. Genau jene Themen aufzugreifen, die ansonsten unter den Tisch fallen.

Durch verschiedene Entwicklungen angetrieben, von Flüchtlingskrise über Corona bis zur Ampel, habe ich nicht nur vor diesem Abschnitt der Biografie des Theologen größten Respekt. Erstmals begegnete er mir im Zuge einer Recherche über seine Bücher, in denen er schonungslos manchen Doppelstandard in der Kirche aufdeckte. Das war etwa um 2010, daraufhin verlor ich ihn aus den Augen. Doch aus dem Sinn war er nie. Viel zu groß die Demut vor seiner Leistung, im Zweifel Kehrtwenden zu vollziehen, neue Positionen mit Rückgrat zu vertreten.

Auf X fanden wir uns wieder. Persönlich konnten wir uns bisher nicht treffen. Doch es wirkt fast, als seien wir schon immer im Geiste verbunden gewesen. Und vielleicht ist das auch so. Ich wollte einst Pfarrer werden, die Institution machte mir einen Strich durch die Rechnung. Mein #Glauben wackelte, doch er fand im Verständnis von meinem und dem Leidensweg Jesu ein Revival. Entsprechend hat sich auch das Miteinander zwischen zwei Charakteren entwickelt, die so viele Parallelen aufweisen.

Die Wege berührten und kreuzten sich. Auch ich habe mich entschieden, als Journalist frei und unabhängig zu werden. David Berger ist mir mit seinem Portal ein Vorbild gewesen. Und nun feiert es diesen Geburtstag, zu dem ich von Herzen gratuliere.

Was dort an Mühe und Arbeit investiert wird, an Leidenschaft und Engagement, lässt sich ideell kaum bemessen, schon gar nicht monetär. Wie vielen Anfeindungen war er ausgesetzt, wurde an den Pranger gestellt, zum Schwarzen Schaf erklärt. Nicht umsonst bemühe ich in diesem Zusammenhang biblische Bilder.

Ein Katholik dürfte es mir nachsehen, wenn ich für ihn Luthers Worte gebrauche: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. Unter diesem Leitmotiv dürfte die Mission fungieren, die nun in die nächste Runde geht. Mit einem Menschen im Hintergrund, der bei genauerem Hinsehen sensibel, feinfühlig und nachdenklich ist. Der eine unheimliche Tiefe besitzt, der mit sich und dem weltlichen Geschehen hadert, aber manchmal auch mit Gott selbst.

Trotzdem, oder gerade deswegen, kommt er nicht ab vom Kurs, sondern justiert ihn stets nach. Genau diese Authentizität macht den Erfolg aus. Er ist seiner Transparenz bis heute treu, hat keinen Hehl gemacht aus Brüchen oder Kurven. Das Alleinstellungsmerkmal der Haltung ist zur Eigenmarke geworden, von der ich mir wünsche, dass sie auch künftig in einem oberflächlichen, schnelllebigen und hitzigen Diskurs genau jener Anker bleibt, an dem sich die Suchenden nach Wahrheit und Weisheit orientieren können. Schließlich wankt und kippt das Schiff, das sich Deutschland nennt. Es bedarf eines Kompasses.

Alles Gute und reichlich Segen hierfür, lieber David!

Quelle:

Wenn man einmal von oben blickt, um die gesamte Bandbreite des Zeitstrahls zu erfassen, so ist eine Dekade in unserem Leben ein ganzer Meilenstein. Zehn Jahre nun kämpft mein Freund und Kollege @DrDavidBerger für die #Meinungsfreiheit in dieser Republik. Er war damit wohl ein… pic.twitter.com/FchSGXcXA3

— Dennis Riehle (@riehle_dennis) June 18, 2026

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