Italiener ersetzen das von israelischen Soldaten zerstörte Kruzifix im Libanon

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(David Berger) Die italienischen Soldaten der Friedensmission der Vereinte Nationen im Libanon (UNIFIL) haben innerhalb von nur 48 Stunden das von zwei israelischen Soldaten wütend zerstörte Kruzifix im libanesischen Ort Debel ersetzt. Damit setzten sie ein starkes Zeichen des Respekts gegenüber der lokalen christlichen Bevölkerung und ihres Glaubens. Die schnelle Reaktion erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern und sollte den durch die Entweihung entstandenen Schaden zumindest symbolisch wiedergutmachen.

Seit vergangenen  Montag kursierte ein Bild in den sozialen Medien, das zeigte wie ein israelischer Soldat mit einem Vorschlaghammer auf den Kopf einer Statue eines gekreuzigten Jesus einschlägt. Der Vorfall löste bei christlichen Gemeinden weltweit Empörung aus.

„Kein Einzelfall“

In einer offiziellen Mitteilung mahnte Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, dass es sich dabei nicht um eine Einzelfall handle, wie israelnahe Medien behauptet hatten: „Diese Tat stellt einen schweren Affront gegen den christlichen Glauben dar und reiht sich in andere gemeldete Vorfälle der Schändung christlicher Symbole durch Soldaten der israelischen Streitkräfte im Südlibanon ein“, heißt es in dem Text.

Das Kreuz ist das Zeichen der Liebe Gottes

Erzbischof Paolo Borgia, für die „stille Diplomatie“ bei der UNIFIL zuständig, segnete das Kreuz und hielt eine kurze Ansprache:

„Die Botschaft lautet, auf das Kreuz zu schauen und es als Zeichen der Hoffnung für uns alle zu betrachten. Auf dem Kreuz – wie auf einem Felsen – sind wir gerufen, standhaft zu bleiben und den Schwierigkeiten des gegenwärtigen Augenblicks zu begegnen. Das Kreuz ist das Zeichen der Liebe Gottes, der Liebe eines Gottes, der für uns gestorben ist; zugleich ist es aber auch ein Zeichen der Hoffnung. Jesus Christus starb am Kreuz, aber er ist auch auferstanden.

Auf das Kreuz zu schauen bedeutet, auf die Liebe Gottes zu blicken und zugleich in die Zukunft zu schauen – im Wissen, dass es immer Hoffnung gibt, dass es immer eine hellere Zukunft für jene gibt, die an ihn glauben. Die Menschen von Debel sollen mit dem Kreuz verbunden bleiben, wie mit einem festen Felsen; denn nur durch das Kreuz und durch den Glauben können wir die wahre Hoffnung, die Kraft und die Liebe finden, die wir brauchen, um diese Zeiten zu bestehen.“


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