Sonntag, 21. Juli 2024

Enttäuschende Kundgebung: Für Israel, aber nicht mit Steinmeier und Neubauer!

(David Berger) Eine Kundgebung am Brandenburger Tor sollte gestern öffentlich Solidarität mit Israel bekunden und den Juden in Deutschland zeigen: Wir stehen hinter euch! Sogar Bundespräsident Steinmeier war gekommen, aber deutlich weniger Bürger als erhofft. Lag es an der fehlenden Glaubwürdigkeit der Redner von Steinmeier bis Luisa Neubauer?

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin äußert heute Morgen ihre große Enttäuschung über die Teilnehmerzahl an der gestrigen Solidaritätskundgebung am Brandenburger Tor. Letztlich nicht mehr als ein hoffnungsvolles Zeichen, sei das gewesen, so der Rabbiner Jonah Sievers gegenüber dem RBB: „Es wäre schön gewesen, wenn in dieser Stadt mit ihren 3,8 Millionen Einwohnern noch mehr Menschen den Weg dorthin gefunden hätten. Denn es geht nicht nur um uns Juden, sondern um unsere Gesellschaft an sich“.

Enttäuschend wenig Interesse

Kurz vor Beginn der Veranstaltung hatte die „Bild“ gemeldet: „Doch kurz vor dem offiziellen Beginn der Solidaritäts-Veranstaltung ist die Situation am Brandenburger Tor beschämend. Keine 3000 Berliner kommen zusammen.“

😎Seltsam…

„Doch kurz vor dem offiziellen Beginn der Solidaritäts-Veranstaltung ist die Situation am Brandenburger Tor beschämend. Keine 3000 Berliner kommen zusammen.“https://t.co/r5swBm5Jxh

— Behindthescenes (@Behindt93065949) October 22, 2023

Und Iris Berben ließ wissen: „Es geht um Solidarität mit allen Opfern, die es gibt. Doch ich bin erschüttert, wie wenig Menschen hier sind. Eigentlich ging es darum, ein Bild in die Welt zu schicken. Auch nach Israel. Doch wenn das Bild so ist, wie es jetzt ist, dann ist es bitter.“

Und das obwohl auf Initiative der Deutsch-Israelischen Gesellschaft fast alle Parteien und Religionsgemeinschaften genauso wie Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände zur Teilnahme aufgerufen hatten. Obwohl?

Will to please-Verhalten gegenüber den Mächtigen

Vollends zufrieden dagegen zeigte sich der Rabbiner mit den Rednern, die am Brandenburger Tor aufgetreten seien.

So verständlich es ist, dass Sievers & andere organisierte Juden erneut – wie bereits seit vielen Jahren der umstrittene Zentralrat der Juden – das Wohlwollen der derzeit Mächtigen suchen, so naiv (oder klug?) ist es, den Zusammenhang genau zwischen diesem Aufgebot der Redner und Solidaritätskundgeber und dem fehlenden Interesse an der Veranstaltung teilzunehmen nicht zu sehen:

Denn am Brandenburger Tor war fast das gesamte Who is who des Islam-Appeasements und der Unglaubwürdigkeit in Sachen Beendigung der importierten Gewalt aufgelaufen. Von Steinmeier angefangen über Saskia Esken (Foto l., im Hintergrund l.: Volker Beck) und Omid Nouripour bis hin zu Greata Thunbergs Mitstreiterin Luisa Neubauer.

Nicht wenige der Auftretenden haben dafür gesorgt, dass sich folgende Szenen am Abend zuvor an genau der Stelle ereignen konnten, an der sie kurz darauf ihre Sonntagsreden schwangen:

Julian Reichelt bemerkte zu Steinmeier zutreffend: „Ist es nicht ziemlich absurd, dass ausgerechnet Steinmeier die Kundgebung eröffnet? Er ist der Chefarchitekt der deutschen Aufrüstungspolitik des Iran, er hat den Drahtziehern des Massakers zu ihrer islamistischen Revolution gratuliert. Als er Macht hatte, hat er alles menschenmögliche dafür getan, Israel in Gefahr zu bringen. Er hat sich am Grab Arafats verneigt. Niemand in Deutschland hat dem Iran so engagiert die Kriegs- und Terrorkassen gefüllt wie Steinmeier. Statt so ein Totalversagen gründlich aufzuarbeiten, holt er sich jetzt das Gütesiegel dieser Demo ab. Ohne Steinmeiers Politik wären Iran, Hamas und Hisbollah ärmer und Israel wäre sicherer. Er ist wirklich der falsche Mann für diese Demo und sein Amt.“

Keine Glaubwürdigkeit der „Blitzradikalisierten“

Und dann erwartet man von der Bevölkerung, die ein echtes Interesse an Israel und der Sicherheit der Juden in aller Welt hat, zum Brandenburger Tor zu kommen, um einem Steinmeier und all den anderen in Sachen Migration scheinbar Blitzradikalisierten zu applaudieren? Eine Neuorientierung, die auch aus anderen Gründen wenig glaubwürdig erscheint. So fragt mr.pip zurecht auf X:

„Daran, wie schnell unsere politisch-mediale Elite plötzlich dabei ist Ausweisungen zu fordern, sobald sich hiesige Juden bedroht fühlen, zeigt sich auch, wie scheißegal ihnen Terror-Attentate, Gruppenvergewaltigungen und regelmäßige Einzelfälle waren und sind, weil diese sich ja nur gegen Deutsche richteten und richten.“

Was wir im Ukraine-Konflikt endgültig lernen mussten, wird hier erneut deutlich: Genau so „scheißegal“ wäre ihnen auch das Schicksal der deutschen Juden, käme nicht entsprechender Druck von höheren Stellen, die unsere Politikmarionetten tanzen lassen. Daher ist mein Verständnis groß für jeden, der gestern nicht auf der Kundgebung war.

Wir sind eure menschenverachtenden Lügen einfach nur satt. Freiwillig ziehen sich diese doch nur noch die ganz Abgebrühten dieses Landes rein – und deren Zahl schrumpft derzeit bedenklich!

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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