(David Berger) Nach 14 Jahren an der Spitze des ARD-Politmagazins „Monitor“ verabschiedet sich Georg Restle Ende März von der Sendung. Künftig soll er das ARD-Studio ausgerechnet in Nairobi leiten und damit die Berichterstattung aus Afrika verantworten, was sicher keine Beförderung darstellt. Nicht wenige Kollegen Restles zeigen sich erleichtert von dessen Weg-Lobung. Doch besteht Hoffnung, dass Monitor wieder zu alter journalistischer Qualität zurückfindet?
Der Wechsel kommt nicht völlig überraschend, markiert aber dennoch einen Einschnitt: Restle prägte „Monitor“ seit 2012 als Moderator und Redaktionsleiter maßgeblich. Unter seiner Führung entwickelte sich das Format immer stärker zu einem – freundlich ausgedrückt – „meinungsbetonten Magazin“, dessen Einseitigkeit immer krasser wurde: Journalismus wich nicht selten dumpfer Propaganda mit WDR-Ausrichtung. Dass der WDR ihm „hintergründigen und kritischen Journalismus mit Rückgrat“ attestierte, bestätigt dieses Urteil.
Auch durch seine Positionierung in sozialen Netzwerken wurde Restle zu einer Symbolfigur des öffentlich-rechtlichen Journalismus, bei dem die Grenze zwischen Analyse und Haltung immer mehr verschwimmt, der auch – wie in letzter Zeit besonders deutlich beim ZDF zu sehen – vor groben Fälschungen und Verleumdungen im Correctiv-Stil nicht mehr zurückschreckt. Und sich dafür auch noch fürstlich über die Zwangsabgabe entlohnen lässt. Selbst die FAZ musste feststellen: „Unter Restle hat es [Monitor] sich vom journalistischen zum ultralinken ideologischen Projekt entwickelt.“ Wie Restle arbeite, Dinge weglasse oder verzerre, um seine These glaubwürdig erscheinen zu lassen, habe der fachlich ausgewiesene Polizeireporter Axel Spilcker an diesem Beispiel bei „Focus online“ exemplarisch dargestellt.
Als hätte Afrika nicht schon genug eigene Probleme
Ein Urteil, das Restle offensichtlich sehr verärgert hat. Der FAZ-Autor habe mit ihm zuvor nicht gesprochen, bevor er diese Kritik geäußert habe, so Restle. Seine Reaktion auf meinen Einwand, dass das bei Personen, die sich inhaltlich so exponiert hätten wie er, sei das nicht nötig, finden Sie hier.
Philipp Plickert („Merkel: Die kritische Bilanz“): „Unter Georg Restle hat Monitor sich vom journalistischen zum ultralinken ideologischen Projekt entwickelt. Wie Restle arbeitet, konnte man letztes Jahr in extremer Ausformung in der kontrafaktisch gestalteten Sendung „Volk in Angst: Wie mit Verbrechen Politik gemacht wird“ beobachten, in der er zu beweisen können glaubte, dass Ausländerkriminalität kein Problem, sondern eine Erfindung „rechter“ Politiker sei: ein Paradebeispiel für öffentlich-rechtlichen Politaktivismus, der sich als Journalismus ausgibt.“
Noch deutlicher wird der X-Account „Libertas“: „Man muss sich das mal vorstellen: Dieser Mann, der jahrelang mit dem Finger auf andere zeigte und die Welt aus seiner elfenbeinernen ARD-Festung heraus zu belehren wusste, wird nun selbst ins Ausland „entsorgt“. Und das ausgerechnet nach Nairobi, ins Herz Afrikas! Als ob die dort nicht schon genug eigene Probleme hätten, müssen sie sich nun auch noch mit den ideologischen Ergüssen eines deutschen Polit-Journalisten herumschlagen. Was steckt wirklich dahinter? Ganz einfach: Man will ihn loswerden. Er ist unbequem geworden, seine ständigen Attacken auf alles, was nicht in sein links-alternatives Weltbild passt, sind der ARD-Führung wohl zu viel geworden. Also schiebt man ihn ab, weit weg von den Kameras, weit weg von der kritischen Öffentlichkeit hierzulande. Ein klassischer Fall von „wegloben“ oder besser gesagt: „wegschicken“.“
Eleganter Abgang?
Ab Juni übernimmt Restle dann die Leitung des ARD-Studios in Nairobi, das aus rund 40 Ländern südlich der Sahara berichtet. Er selbst spricht von einer „neuen Herausforderung“ und betont, er wolle afrikanische Themen stärker ins Bewusstsein des deutschen Publikums rücken. Nach dem zunehmenden Druck, unter den der Staatsfunk wegen seiner einstigen Propagandaausrichtung immer mehr gerät, fragt man sich natürlich, ob der Wechsel nicht auch einen eleganten Abgang aus einer Debatte darstellt, in der es immer schwieriger wurde, seine Person an solch prominenter Stelle zu halten. Sein Kollege Waldemar Hartmann spricht nicht ganz unzutreffend spöttisch vom „neuen weggelobten Afrikakorrespondenten der ARD, Georg Restle“.
Unklar bleibt bislang, wer Restle bei „Monitor“ nachfolgen wird. Damit steht auch die Zukunft der Sendung zur Debatte: Wird sie sich programmatisch neu ausrichten – oder den bisherigen Kurs fortsetzen? Oder wie viel Verlust an Glaubwürdigkeit kann sich der WDR noch leisten?
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