Dienstag, 18. Juni 2024

Migrationsexperte: Für Fachkräfte ist Deutschland zu unattraktiv geworden

In einem Interview mit der Bildzeitung rechnet der Migrationsexperte Ruud Koopmanns, Professor an der Berliner Humboldt-Universität hart ab: „Für Fachkräfte sind wir deutlich zu unattraktiv“. Deutschland ziehe vor allem „bestimmte Zuwandergruppen“ an, die  schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten und so auf die hier leicht erlangbaren Sozialleistungen setzten.

Wer hierher komme, sei nicht unbedingt arbeitsunwillig: „Aber sie machen sich unrealistische Vorstellungen, wissen oft nicht, dass es eine gewisse Qualifikation benötigt. Doch sie wissen wohl, dass man – sogar wenn man keinen Job findet – eine soziale Absicherung erhält; man ein Einkommen erhält, das für syrische oder afghanische Verhältnisse sehr hoch ist.“

Eine ebenso umfassende, wissenschaftlich fundierte, wie vernichtende Analyse der europäischen, zumal der deutschen Asylpolitik bietet der Soziologieprofessor in seinem vor einigen Wochen erschienenen Buch „Die Asyl-Lotterie: Eine Bilanz der Flüchtlingspolitik von 2015 bis zum Ukraine-Krieg“:

Europäische Asyl-System als Lotteriespiel

Das europäische Asyl-System ist zum Lotteriespiel geworden: Geographische Lage, Geld, Fitness und Glück auf dem gefährlichen Land- und Seeweg bestimmen, wer es an die Grenze schafft, Asyl beantragen und einwandern kann. Ruud Koopmans zeigt, dass wir so nicht den Hilfsbedürftigsten helfen und uns zahlreiche Probleme bei der Integration einhandeln. Seine schonungslose Bilanz endet mit einem bestechenden Vorschlag, wie es auch anders ginge – wenn wir nur den Mut dazu haben.

„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“, heißt es im Grundgesetz. Ein schöner Satz, um den sich immer mehr Einschränkungen und Verordnungen ranken. Das Regelungswirrwarr ist Symptom einer fehlgeleiteten Flüchtlingspolitik, die es honoriert, wenn man sich an Europas Grenzen durchschlägt. Wer es nicht schafft, hat das Nachsehen.

Flüchtlingskrise von 2015 hausgemacht

Europa tut sich mit diesem System aber auch selbst keinen Gefallen. Ruud Koopmans beschreibt an konkreten Fällen und anhand von statistischen Daten, warum die bisherige Regelung die Integration erschwert, die innere Sicherheit bedroht, den Rechtspopulismus stärkt, Europa spaltet und abhängig macht von Autokraten, die ihre Grenzen zu Europa je nach Gusto öffnen oder schließen.

Die sogenannte Flüchtlingskrise von 2015 erweist sich als hausgemachte Krise der Asylpolitik. Die luzide, auf mehrjähriger Forschung basierende Bilanz schließt mit einem pragmatischen Vorschlag, wie wir durch großzügige humanitäre Aufnahmen in Kombination mit einer Eindämmung der irregulären Einwanderung die Kontrolle zurückgewinnen können – damit die Asylpolitik kein lebensgefährliches Lotteriespiel bleibt. – so der Verlagstext zu dem Buch.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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