Bischof Marian Eleganti: „Die Kirche ist Heilsdienerin, nicht Gesundheitspolizistin“

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Die Kirche kann nicht mit dem Staat über Zulassungsbedingungen zu ihren Sakramenten verhandeln und dann in seinem Namen an den Kirchenportalen die entsprechenden Kontrollen rigoros durchsetzen. Sie ist Heilsdienerin, nicht Gesundheitspolizistin. Die Gläubigen können selbst entscheiden, wohin sie gehen, und wie sie sich schützen.

(DB) Msgr. Marian Eleganti OSB (Foto l. © Screenshot YT) gehört zu den hohen Geistlichen der katholischen Kirche, bei denen man immer den Eindruck hatte und hat, dass sie von dem, was sie predigen zutiefst überzeugt sind, dass ihr ganzes Handeln und Leben aus diesem Glauben lebt. Einem Glauben, der konsequent Gott an die erste Stelle, die Gnade über die Natur setzt – und daher im Konkreten sehr klar sieht und die richtigen Weichenstellungen trifft.

Das hat sich von Anfang an überdeutlich in der Corona-Krise gezeigt, wo er ähnlich wie sein Mitbruder Erzbischof Vigano, aber im Unterschied zu fast allen anderen deutschsprachigen Kirchenführern – Klartext gesprochen hat; zum Ärger der Coronadiktatoren und zum Erstaunen vieler Mitbrüder, denen man offensichtlich „statt eines Rückgrats einen Gummischlauch eingezogen hat“ (Prof. Georg May)

Eleganti war von 2009 bis 2021 Weihbischof von Chur. In einem dringenden Apell fordert er nun angesichts des Einknickens mancher seiner Mitbrüder vor der neuen Corona-Religion bis hin zu menschenverachtenden Maßnahmen wie G2 die Kirche auf, damit aufzuhören, „den Gläubigen den Zugang zu den Sakramenten zu erschweren“. Der Text wurde zugleich verfasst im Hinblick auf die heute in der Schweiz stattfindende Volksabstimmung über das Covid-19-Gesetz. Wir dokumentieren ihn hier:

Die Kirche ist nicht in erster Linie eine Staatsdienerin, sondern die Braut Christi

Wo der Rückhalt im christlichen Glauben fehlt oder weggefallen ist, dominieren, wie man sieht, Angst und Irrationalität. Die Ressourcen von Liebe und Toleranz sind schnell aufgebraucht und schlagen in Aggressivität und Hass um. Die Kirche ist nicht in erster Linie eine Staatsdienerin, sondern die Braut Christi, die Mittlerin und Ausspenderin Seiner Geheimnisse (Sakramente). Sie darf den Gläubigen das sakramentale Leben nicht aufgrund rein säkularer Ausschlusskriterien schwer und unzugänglich machen.

Nach zwei Corona-Jahren bleibt zu befürchten, dass die Maßnahmen mehr geschadet als genutzt haben. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Nach zwei Corona-Jahren bleibt zu befürchten, dass die Maßnahmen mehr geschadet als genutzt haben. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Versprechen wurden nicht eingehalten; der in Aussicht gestellte Game-Changer hat die Normalität, wie wir sie kannten, nicht zurückgebracht.

Es steht fest, dass die sog. Herdenimmunität der Bevölkerung nicht mehr durch Impfung erreicht werden kann. Wir werden mit dem Virus leben müssen. Alternative, ungefährliche Behandlungswege werden immer noch boykottiert. Wir sind dabei, unsere Freiheit und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt endgültig zu verlieren. Nach zwei Corona-Jahren stehen wir schlechter da denn je.

Die Kirche muss aufhören, Gläubige auszugrenzen

Die Kirche kann nicht mit dem Staat über Zulassungsbedingungen zu ihren Sakramenten verhandeln und dann in seinem Namen an den Kirchenportalen die entsprechenden Kontrollen rigoros durchsetzen. Sie ist Heilsdienerin, nicht Gesundheitspolizistin. Die Gläubigen können selbst entscheiden, wohin sie gehen, und wie sie sich schützen.

Die Kirche muss aufhören, den Zugang zu ihren Sakramenten ihr wesenfremden, säkularen Kriterien zu unterwerfen und Gläubige entsprechend auszugrenzen. Sie darf es nicht hinnehmen, dass viele Gläubige durch recht willkürliche, politische Massnahmen draußen vor der Tür bleiben, während Christus sie alle zu Sich in die Kirchen ruft. Die Kirche kann nicht mit dem Staat über Zulassungsbedingungen zu ihren Sakramenten verhandeln und dann in seinem Namen an den Kirchenportalen die entsprechenden Kontrollen rigoros durchsetzen. Sie ist Heilsdienerin, nicht Gesundheitspolizistin. Die Gläubigen können selbst entscheiden, wohin sie gehen, und wie sie sich schützen.

Alles, was an Jesus in dieser Welt sichtbar war, ist in die Sakramente übergegangen (Leo der Große). Was aber würde der HERR zu diesem Verhalten der Kirche sagen? Gäbe Er Seine Zustimmung? Zweifel sind  angebracht!

„Wir erschweren ihnen den Weg zu IHM“

Betroffen sind viele Gläubige, die in einer existenziellen geistlichen und physischen Not sind, während JESUS durch die Sakramente mitten unter ihnen ist. Von Ihm erwarteten sie in gerechtfertigtem Glauben einen Ausweg. Aber wir erschweren ihnen den Weg zu IHM. Sie neigen nicht dazu, Gott herauszufordern, aber sie erwarten von IHM in jeder Lage Schutz und Segen. Wenn Er alle Haare auf meinem Haupt gezählt hat (Lk 12,7; Mt 10,30) und kein Spatz ohne Seinen Willen vom Ast fällt (Mt 10,29), wie Jesus lehrt, darf ich annehmen, dass ich auch während dieser Epidemie in Seiner Hand bin und nichts ohne Seinen Willen geschieht. Das verändert alles in meinem Umgang mit den damit verbundenen Herausforderungen.

Auch jener, der alle Vorsichtsmaßnahmen beobachtet, so gut er es vermag, hat keine andere Garantie und Sicherheit als jene, sich in die Hand Gottes zu geben. Was wäre geschehen, wenn die ganze Christenheit ihr sakramentales Leben (Hl. Beichte; Hl. Messe; Hl. Kommunion; Anbetung) intensiviert hätte, statt es «herunterzufahren»? Ich bin davon überzeugt: Sie wäre erhört worden. Was für ein Zeugnis für die Realpräsenz Jesu Christi in der hl. Eucharistie wäre das gewesen! Jeder Gläubige erwartet täglich ein Eingreifen Gottes, wenn er der Wandlung des Brotes in den Leib Christi durch die Worte des geweihten Priesters beiwohnt.

„Es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte“

Täglich hören wir in den Schriftlesungen Zeugnisse des Glaubens und des entsprechenden göttlichen Handelns aufgrund dieses Glaubens, aber den Glauben, der sich auf die göttlichen Interventionen bezieht, bringen wir nicht mehr auf. Ich erinnere an die Israeliten in der Wüste (vgl. Num 21,4-9), die von giftigen Schlangen gebissen, auf die von Moses erhöhte Kupferschlange in einem von Gott verlangten Akt des Glaubens aufblicken mussten (ein Sinnbild im Hinblick auf den von der Erde erhöhten, gekreuzigten und auferstandenen Herrn, vgl. Joh 3,14f), um am Leben zu bleiben. Ich erinnere an die fünf Gerstenbrote und die zwei Fische (vgl. Joh 6,9), die Jesus vermehrte, um eine riesige Menschmenge zu sättigen, damit sie auf dem Heimweg nicht vor Auszehrung zusammenbreche? Ich erinnere an die blutflüssige Frau (Mk 5,25-34), die den Saum des Gewandes Jesu berühren wollte, weil ein Kraft von IHM ausging, die alle heilte: «Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn» (Lk 6,19). Ist die Hl. Eucharistie nicht der Leib Christi?

Don Bosco: Der Stand der Gnade schützt vor Ansteckung

Ich erinnere an den hl. Don Bosco, der seinen Buben – falls sie im Stand der Gnade wären – versprochen hat, dass sie nicht angesteckt würden, obwohl sie Infizierte pflegten und es vernünftigerweise keine andere Sicherheit gab als eben jene des Vertrauens auf Gott und die Zusage des (unverantwortlichen?) Heiligen. Die Episode wurde mir erst vor kurzem erzählt. Als letztes Beispiel verweise ich auf den Bischof von Marseille, welcher die Stadt von der Pest befreite, indem er der Vision einer jungen Mystikerin (Anne Madeleine Rémusat) Glauben schenkte und die Stadt dem Heiligsten Herzen Jesu weihte, was dieser Stadt augenblicklich das Ende der Pest brachte.

Nun lesen wir in Mk 16,18, dass Jesus seinen Jüngern verheissen hat, dass sogar tödliches Gift ihnen nicht schaden kann, weil Gott über unser Schicksal, ob wir leben oder sterben, entscheidet. Allerdings hat Jesus seine Zeichen immer nur gewirkt, wo man Ihm Glauben, mindestens einen anfanghaften, entgegenbrachte. Deshalb wiederholt Er immer wieder: Dein Glaube hat Dir geholfen! Wo Er ihn nicht fand, hat er die Leute ihren eigenen Wegen überlassen und nur wenige Wunder gewirkt wie z.B. in Nazareth, seiner Heimatstadt. Vielleicht entspricht der von der Kirche unserer Tage eingeschlagene Weg tatsächlich ihrem spirituellen Zustand. Dass der »Sensus Fidelium« vieler Gläubigen sich in der Kirche dadurch befremdet sieht, gibt mir als Bischof zu denken. Die Verantwortlichen in Staat und Kirche unterschätzen das spirituelle Leiden der Gläubigen, die bis dato regelmäßig zu den Sakramenten gingen. Ihr Glaube sagt ihnen, dass wir immer in der Hand Gottes sind und nichts ohne seinen Willen bzw. seine Zulassung geschieht. Der Gedanke der Ansteckung beim Kommuniongang ist für sie deshalb – gelinde gesagt – «gewöhnungsbedürftig». Nein, sie lehnen ihn ab. Und scheint nicht der Glaube, so klein wie ein Senfkorn, das Irrationalste, was es gibt, wenn er von einem Baum verlangt, sich ins Meer zu verpflanzen? Vgl. Lk 7,5f. Trotzdem fordert uns Jesus gerade zu einem solchen, verwegenen Gottvertrauen auf.

Menschheit kann sich nicht ungestraft gegen den Willen Gottes wenden

Und noch ein Letztes. Es heißt immer wieder: Gott straft nicht! Tatsächlich? Im Munde der Propheten und im Munde Jesu aber tut Er es sehr wohl. «Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.» Mt 18,34f. Das heißt nicht, dass jeder Leidende leidet, weil er gesündigt hat (vgl. Joh 9,1-10,21. Die Heilung des Blindgeborenen). Auch das hat Jesus auf eine explizite Frage der Jünger hin klargestellt. Ich tue es auch an dieser Stelle meiner Betrachtung. Jesus hat aber auch einem anderen gesagt: «Sieh, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt.» Joh 5,14. Das sollte sich die Gesellschaft von heute merken und sagen lassen.

Ich habe von diesem Zusammenhang in meinem Video zu Beginn der Pandemie gesprochen, ohne das Wort «Strafe» in meinen Mund zu nehmen. Es ist für mich eher eine banale und selbstevidente Wahrheit, dass wir uns als Menschheit nicht «ungestraft» gegen Gottes Gesetze und Ordnung wenden können, ohne negative Konsequenzen auf uns zu ziehen. Die Sünde bringt ja – wie der Volksmund sagt – ihren «Lohn» ipso facto mit sich, ohne dass GOTT etwas tun müsste. Durch den Glauben an Jesus Christus treten wir mit IHM in Gemeinschaft. ER selbst bezeugt unserem Gewissen, dass ER die Wahrheit ist und das Leben. «Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.» (Joh 18,37).

Die Wahrheit hat es in unseren Tagen schwer. Die Antwort auf ihre Not ist Jesus Christus. Auch die Kirche muss sich neu zu Ihm bekehren und von Ihm alles erwarten! Es wird sonst für sie keine Lösung geben.

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