Wir müssen uns in Sachen Klimaschutz unbequemen Wahrheiten stellen, denn wir haben nicht mehr viel Zeit. Die Fotosynthese gibt es nämlich gar nicht und das Gesetz von der Erhaltung der Masse kann man vergessen. Dafür erlebt die Magie eine Renaissance. Ein Gastbeitrag von David Leukert

„Das ist Physik Hähnchen, davon verstehst du nichts!“ 
Physikerin Lise Meitner zu Chemiker Otto Hahn

Hirschhausen ist zweifellos der komischste ZDF-Fernseharzt seit Professor Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik. Mit Ansagen wie „Wer glaubt, Wirtschaft ist wichtiger als Gesundheit, der kann ja mal versuchen sein Geld zu zählen, während er die Luft anhält“, zeigt er eine Comedy und Hypermoral verbindende Witzischkeit, die so schmackhaft ist wie Gummibärchen mit Düsseldorfer Senf. Seit einiger Zeit gibt der Universalgelehrte -Mediziner, Showmaster, Autor, Bühnenkünstler – auch den Weltuntergangspropheten. Die europäischen Hitzetoten des vergangenen Sommers „sind auf die Klimakatastrophe zurückzuführen“ ist er sich sicher, denn „mehr als 42 Grad kann das menschliche Gehirn nicht aushalten“. Fragt sich der wissenschaftliche Laie schon, warum eine Wüstenstadt wie Ahvaz im Iran (Durchschnittstemperatur 46,8ºC, Spitzentemperaturen bis 54ºC im Schatten) trotzdem auf 1,3 Millionen Einwohner kommt.

Sollten den öffentlich-rechtlichen Medicus aber Fakten, die jeder Klima-Kuffar mit zwei Klicks ergoogeln kann, in irgendeiner Weise irritieren, dann lässt er es sich nicht anmerken. Im überzeugten Bußpredigermodus mahnt Hirschhausen: „Wir haben nur noch zehn Jahre Zeit“. Was genau passiert, wenn wir „so weiter machen wie bisher“, führt er nicht näher aus. Vermutlich verdampfen dann unsere Gehirne.

„Autos sind Phallussymbole“

Es ist erstaunlich, wie unbekümmert der Neurologe von seinem Fachgebiet auf das der Klimatologie/Geowissenschaft schließt: „Als Arzt weiß ich: ein Grad Temperatur-Unterschied entscheidet über Leben und Tod“. Was würde man von einem KfZ-Mechaniker halten, der uns erzählt: „Wenn sich das Kühlwasser zu stark erhitzt, geht Ihr Motor kaputt. Kochen Sie niemals Nudeln, sonst werden Sie alle sterben!“? Nichts. Grundsätzlich nichts. Denn „Autos sind Phallussymbole“ belehrt uns Hirschhausen, der sich anscheinend auch als Psychoanalytiker auf dem Kenntnisstand der frühen 50er Jahre versteht.

Mein Vater ist Emeritus Professor Doktor für organische Chemie. Er wäre zu aktiven Zeiten nicht wirklich auf die Idee gekommen, einen Vortrag über, sagen wir, Byzantinistik zu halten. Nicht einmal amorphe Polypropylene aus dem angrenzenden Bereich der anorganischen Chemie hätte er thematisiert. Auf fachfremdem Terrain zu wildern, gilt unter seriösen Naturwissenschaftlern als Tabu. Ein externer Forscher, der darüber hinaus noch Unfehlbarkeit beanspruchend ein wissenschaftliches Dogma aufstellte, würde nicht mal zur Fachbereichstagung schräger Koleoterologen (Käferkundler) eingeladen.

Magisches Denken

Klimaforschung gilt als die komplizierteste Lehre der Welt, gleich nach Geschlechterwissenschaft. Dem Klima wohnt ein chaotisches System inne: „The unpredictability of climate is predictable“, schreibt Marcia Baker von der NASA. Koryphäen wie die Kanzlerkandidatin von Bündnis90/Die Grünen sind allerdings nicht länger bereit, solche schwammigen Aussagen hinzunehmen. Prof. Dr. rer. nat. habil. Baerbock sagt für das Jahr 2100 einen Meeresspiegelanstieg um sieben Meter präzise voraus. Wir sollten die Gummistiefel schon mal einpacken. Über-Physiker Eckart H. wiederum kann auf der Grundlage eigener Forschung Erkenntnisse präsentieren, die sensationell zu nennen untertrieben wäre. Als alleinigen Verursacher der Erderwärmung hat er den Kohlenstoff mit den zwei Sauerstoffatomen ausgemacht. Vor allem gilt: „Wenn das CO2 einmal entwichen ist, dann ist es weg, dann kann man es nicht mehr einfangen“ (bei Illner/ZDF am 15.07.2021). Im Handumdrehen wirft der zaubernde Komiker also das Gesetz vom Erhalt der Masse über den Haufen, negiert die Fotosynthese und bemüht in einem progressiven Ansatz magisches Denken – Magie kommt in der modernen Wissenschaft ja definitiv zu kurz. Waren Ahnungslose bisher der Auffassung, die Flora wäre in der Lage, das Kohlendioxid aufzunehmen, welches Menschen und Tiere ausstoßen und man könne durch Aufforstung und Schutz des Waldes sogar proaktiven Klimaschutz betreiben, sehen sie sich nun eines Besseren belehrt.

Die Einlassungen des Spezialisten für Alles Hirschhausen bleiben natürlich nicht ungehört. Wenn eine Autorität wie der Halbgott-in-Weißclown so klare Vorgaben macht, richten Aktivisten, Journalisten und Politiker ihre Agenda entsprechend aus. Ein Herr namens Olaf Lies (SPD) etwa, Umweltminister von Niedersachsen, plant die „behutsame Öffnung des Waldes“ zugunsten von Windkraftanlagen. Denn: „Wer es ernst meint mit dem Klimaschutz, braucht Windenergie“. Pro Anlage sollen 4000 Quadratmeter Wald gekeult werden. Insgesamt will die Landesregierung 67.000 Hektar, 2,1% der Landesfläche Niedersachsens, bereit stellen. Auch im Schwarzwald in Baden-Württemberg und im Reinhardswald in Hessen verfolgt man die Politik der behutsamen Öffnung des Waldes. Stets sind es Minister von Rot oder Grün, die Forstarbeiten zu Ehren der Firma Stihl und zu Gunsten von Vestas und Nordex durchführen lassen. Der interessante Ansatz der Genossen: Um das Klima so richtig schützen zu können, muss man es erst mal durch Abholzung beschädigen. Niemand soll sagen, er hätte es nicht gewusst! Privatflieger und Mauschel-Minister Olaf Scholz ist auf den großen Plakatstellwänden schließlich „Kanzler für Klimaschutz“, nicht „Kanzler für Umweltschutz“. Wer es ernst meint mit dem Klimaschutz, kann auf die Natur einfach keine Rücksicht nehmen.

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