War der AfD-Parteitag Sachsen wirklich ein „Freudenfest für die Feinde der Alternative für Deutschland“? Dr. Wulf D. Wagner kritisiert Michael van Laacks Artikel über den Aufstellungsparteitag der AfD Sachsen.

Der vernünftigste Satz, der 2020 fiel, war jener des Rechtsanwalts Markus Haintz auf der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am 29. August in Berlin: „Wir können uns gerne irgendwann wieder demokratisch streiten, aber momentan haben wir alle das gleiche Ziel.“

Ähnliche Sätze zum Zusammenhalt und gegen eine Spaltung unserer Gesellschaft hört(e) man bei vielen Versammlungen und in vielen Diskussionen. Und selbst Linke mit Regenbogenfahnen, die etwa bei einem der Schweigemärsche gegen die Freiheitsbeschränkungen vom Straßenrand her von staatlich finanzierten Antifa-Gören beschimpft wurden, merk(t)en erstaunt, dass sie sich freundlicher mit dem an ihrer Seite mitlaufenden AfD-Wähler mit Deutschlandfahne austauschen konnten und können.

Masken-Jugend selbst am Strand

…als ich das Internet am Sonntag, einem Regentag, wieder einschaltete, war da auf Philosophia Perennis dieser Text zum AfD-Parteitag in Sachsen und ließ mich perplex und ratlos zurück.

Doch der Reihe nach. Am Samstag strömten die Menschen hinaus, es war kein Halten mehr. Die Sonne schien. Das erste wahrhaft sommerliche Wochenende, 28 Grad. Rauf aufs Fahrrad und hinaus nach Mondello, dem mondänen Badeort Palermos. Die Autos stauten sich auf der schmalen Promenadenstraße – Fahrräder sind nicht sonderlich beliebt bei Sizilianern, höchstens als Rennsport oder bei den afrikanischen Einwanderern.

Auf der Promenade ein fröhliches Hin und Her, vor einigen der geöffneten Eisdielen große Schlangen und am endlos langen Strand die ersten mit Badehose, ja einige besonders Tapfere schon im kalten kristallklaren Wasser. Überall Familien mit ihren Kindern, Freundespaare, Jugendgruppen. Und überall – Masken. Ja, selbst unter den ballspielenden Jungs einige mit Maske. Eine Freundin sagte: „Die haben wirklich Angst!“

Ich fragte mich, warum diese Jugendlichen, die doch laufend auf ihr Smartphone schauen, sich so einseitig informieren und konditionieren lassen, sich unter der Sonne, unter dem freien Himmel als freie Menschen ihre Maske nicht herunterreißen. Ich fragte mich, was aus den nach wie vor geschlossenen Strandbars und Fischrestaurants wird, die in früheren Zeiten stets bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Ich fragte mich, was ich für David Berger schreiben könnte. Auf der Heimfahrt grübelte ich, sprach im Geiste mit ihm. Doch zuhause kümmerte ich mich erst einmal um anderes – und als ich das Internet am Sonntag, einem Regentag, wieder einschaltete, war da auf Philosophia Perennis dieser Text zum AfD-Parteitag in Sachsen und ließ mich perplex und ratlos zurück. Sollte ich wirklich etwas schreiben?

Unsere freundlich-kritische Zusammenarbeit

Ich bin David Berger wirklich dafür dankbar, dass ich bei ihm seit Ende 2018 immer wieder schreiben kann. Die Zusammenarbeit zwischen uns war und ist immer freundschaftlich. Die Art seiner direkten Antworten, seiner technischen Bearbeitung, die Erfüllung meiner Wünsche, sogar bei Fußnoten, immer ging es reibungslos. Und vor allem da, wo andere meine Themen nicht interessierten, war David Berger sofort zur Publikation bereit. Unvergessen auch die schönen Salons in seiner Wohnung mit einer ganz bunten Mischung der verschiedensten Meinungen und Lebensentwürfe – und einer freien frohen Stimmung. (Foto: Empfang zum Zweijährigen von PP – Wagner links von Vera Lengsfeld)

Philosophia Perennis leistet eine bedeutende Arbeit. Und es muss auch betont werden, dass diese herausfordernde mutige Seite schon bestand, als andere noch brav in ARD/ZDF- oder FAZ-Armen schlummerten und nichts mit den alternativen Medien zu tun haben wollten.

Solche Angriffe erwarte ich auf einer Antifa-Seite, aber nicht auf einer Seite, die das Wort Philosophie in ihrem Namen trägt.

Umso weniger verstehe ich Artikel wie jenen von Michael van Laack zum AfD-Parteitag in Sachsen. Solche Angriffe erwarte ich auf einer Antifa-Seite, aber nicht auf einer Seite, die das Wort Philosophie in ihrem Namen trägt. Ich habe mich weder mit den hier an den Pranger gestellten Männern befasst, noch kenne ich sie, aber van Laacks Schreibstil überzeugt mich hier nicht. Und selbst wenn er Recht haben sollte, was will er erreichen?

Ich kenne mittlerweile zwei Haltungen potentieller AfD-Wähler. Die einen – vermeintlich Bürgerliche – sagen, sie würden ja die AfD wählen, wenn diese sich von dem und jener trennen würde. Sie sagten das schon bei Lucke, sie meinten das bei Petry und sie werden es noch behaupten, wenn nur noch CDU-ähnliche Typen in der AfD sitzen – und dann machen sie trotz ihres Zeterns ihr Kreuz doch bei einer CDU/CSU, die linke bzw. grüne Themen inzwischen in allen Lebensbereichen umsetzt.

…ich wähle die AfD auch, wenn sie einen Gartenzwerg aufstellt

Der andere Typ sagt, „ich wähle die AfD auch, wenn sie einen Gartenzwerg aufstellt“, denn es ist die einzig wirkliche Oppositionspartei, die einzige Partei, die Kehrseiten links-grüner Ideologien benennt und nach Alternativen sucht. Es ist die einzige Partei, in der sich außerordentlich mutige Menschen befinden, die sich vielen tätlichen Angriffen zum Trotz für die Wiederherstellung politischer Vielfalt, unserer Meinungsfreiheit, ja mittlerweile für weitere, uns alle betreffende Grundrechte einsetzen. Und da frage ich mich, sind es die von van Laack genannten AfD-Politiker, die seit Monaten die Bevölkerung in Panik versetzen, die Menschen an ihrer freien Berufsausübung hindern, am Besuch ihrer geliebten Verwandten, am Spiel der Kinder, am Schulunterricht, am Demonstrationsrecht etc.? Sind es diese AfD-Männer, die van Laacks freie Meinungsäußerung behindern wollen? Ich glaube nicht!

Die alternativen Medien sind angetreten, um der Einseitigkeit der Staatsmedien bei allen Themen von der EU-Politik, Migration und Einflussnahme des Islam bis hin zur Bildungs- und Geschichtspolitik ein breiteres Spektrum an Wissen, Kenntnissen, Ideen und Lösungsansätzen entgegenzustellen. Aber es ist doch auch ganz allgemein die Freiheit des Andersdenken, wofür Philosophia Perennis oder die Achse des Guten, Tichys Einblick oder die Jungen Freiheit und all die anderen alternativen Medien, politischen Grüppchen, Zeitschriften und Verlage wie ebenso die Partei AfD eintreten wollen.

Schließt einen Burgfrieden!

Und deshalb: Warum gelingt noch immer kein Burgfriede? Also eine Zeit, in der wir alle, die wir für die Wiederherstellung unserer im Grundgesetz verankerten Rechte, die nicht erst seit 2020 eingeschränkt werden, eintreten, innerpolitische Konflikte – denn als solche werden sie von außen gesehen – zurückstellen?

Nicht jeder kann in den alternativen Medien oder innerhalb der AfD mit jedem. Okay! Und Kritik, auch scharfe Kritik mag immer wieder angebracht zu sein. Doch anklagende Zusammenstellungen wie die von van Laack nützen weit mehr der Gegenseite. Der öffentliche Austrag von Streitereien, vor allem persönlichen, hat schon vor einem Jahr zu Missfallen unter den Leserinnen und Lesern hier wie dort geführt, und ist bei AfD-Parteitagen das einzige, worüber die Staatsmedien liebend gerne und einseitig berichten. Nicht nur deshalb, sondern weil es unserem Stil widersprechen muss, sollten wir untereinander wie gegenüber dem politischen Gegner niemals in den hetzerischen Jargon verfallen, den wir von ARD über CDU und Grüne bis zum ZDF als nicht hinnehmbar betrachten.

Lasst uns zusammenhalten! Lasst uns zum wirklichen demokratischen Austausch zurückfinden!

Auch Michael van Laack wird wissen, dass die Redaktionsstuben der regierungsnahen Medien ihn ohne jeden Zweifel und trotz seines sich so distanzierenden Textes in ein und denselben Topf mit denen werfen, die er in den vermeintlich rechtsradikalen Topf stoßen will. Denn in dieses Topf-Konstrukt werfen sie jeden und jede, der oder die auch nur einen Millimeter von den Glaubenssätzen der Regierung und ihrem grünen wie medialen Anhang abweicht. Da hilft die höchste Bildung nichts, da zählen Fakten nichts, da überzeugt keine noch so reiche Kenntnis oder gar eine friedlich-unpolitische Haltung – wer abweicht kommt in den Topf.

Und deshalb werden wir uns und unser Land und Europa erst befreien, ja wieder zur Weite der kulturellen, geistigen und auch politischen Vielfalt befreien, wenn wir Markus Haintz‘ Grundsatz folgen: Lasst uns zusammenhalten! Lasst uns zum wirklichen demokratischen Austausch zurückfinden! Lasst uns gebildeter, anregender, offener, fröhlicher debattieren! Dafür brauchen wir alle politischen Alternativen, alle abweichenden wie vielleicht auch abseitig-anmutenden Denker, alle Glaubensrichtungen und alles aus der Fülle europäischer Kultur und Geschichte schöpfende Wissen. Bleiben wir neugierig auf den anderen. Überlassen wir die geistige Beschränkung der alternativlosen Regierung und ihren sich selbst geistig beschränkenden Dienern.

Wiederherstellung der Meinungspluralität

Für mich wird die geistige Freiheit in Deutschland erst dann wieder hergestellt sein, wenn zum Beispiel vor aller Öffentlichkeit Prof. Sucharit Bhakdi mit Prof. Christian Drosten über Corona oder Deutschlandfunk-Redakteure mit Boris Reitschuster über politischen Journalismus diskutieren, wenn Kanzlerin Angela Merkel sich mit Jörg Meuthen oder Björn Höcke sprachlich zum Thema Regierungsstil und Demokratie duelliert, wenn sich Anetta Kahane auf großer Bühne mit Vera Lengsfeld konfrontiert sieht, wenn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich freidenkenden Historikern zur deutschen Geschichte stellen muss, wenn Benedikt Kaiser seine ersehnte Diskussion zur sozialen Frage mit Sahra Wagenknecht erhält, wenn Robert Habeck sein Vorwort zu „1984“ vor David Berger verteidigen muss; kurz, wenn endlich in den von uns allen (unfreiwillig) steuerfinanzierten Medien wieder eine wahre, demokratische Meinungspluralität existiert.

Und was wollte ich zu Mondello schreiben? Vielleicht ist schon alles gesagt. Ich hoffe, dass unser aller Arbeit dazu beiträgt, dass die Menschen wieder ohne politisch erzeugte Angst am Meer spazieren gehen, dass diese Jugendlichen eine neue Freiheit gewinnen, dass sie sich nicht weiter durch all die Medien konditionieren und digitalisieren lassen, sondern sich zu selbstdenkenden Menschen bilden, ihre unwürdigen Masken vom Gesicht reißen und ihre eigene Zukunft aufbauen. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass wir wieder als freie mündige Bürger in Deutschland und Europa leben können.

Danach schlagt euch gerne, wenn ihr es denn braucht, wieder verbal die Köpfe ein.

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Zum Autor: Dr. Wulf D. Wagner lebt als Architekturhistoriker zwischen Berlin und Palermo.

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