(David Berger) Verschiedenen Berichten der AFP, der Polizei und in sozialen Netzwerken zufolge soll in der Nähe von Paris ein Mann auf offener Straße enthauptet worden sein. Die „Hinrichtung“ soll sich in Conflans-Sainte-Honorine, einem Ort nordwestlich von Paris am späten Freitagnachmittag ereignet haben, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP.

Der Polizeieinsatz soll zur Stunde noch laufen, das Gebiet ist weiträumig abgesperrt, der Täter wurde von der Polizei angeschossen und soll schwer verletzt sein.

Die Behörden gehen offensichtlich von einem Terroranschlag aus, denn die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ist bereits eingeschaltet.

Lehrer hatte Schülern mit Mohammed-Karikaturen die Bedeutung der Meinungsfreiheit demonstrieren wollen

Unbestätigten Angaben zufolge soll das Opfer Lehrer an einer Hochschule in Conflans-Sainte-Honorine gewesen sein. Sein Name Samuel Paty (47).

Berichten zufolge soll sich eine muslimische Schülerin über ihn beschwert haben, nachdem er während eines Unterrichts Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. (Quelle)

Auch Le Parisien schreibt nun: „Nach unseren Informationen hatte das Opfer, ein Lehrer, seinen Schülern kürzlich eine Lektion über die Meinungsfreiheit erteilt und die Karikaturen Mohammeds gezeigt.“

Nach Angaben der Zeitung soll der Täter inzwischen an den Verwundungen durch die Schüsse der Polizisten verstorben sein. Während er den Lehrer mit einem großen Küchenmesser enthauptete, soll er „Allahu akbar“ gerufen haben. Kurz nach seiner Tat hat der Täter ein Foto des abgeschnittenen Kopfes des Lehrers gemacht und mit dem Text „Im Namen Allahs, des allbarmherzigen, habe ich Abdullah, ein Diener Allahs, für Dich, Macron, einen Deiner und Hund der Hölle, einen Lästerer Mohammeds hingerichtet…“

Täter: 18-jähriger Tschetschene?

Am 9. Oktober hatte sich ein Mann mit arabischem Akzent in den sozialen Netzwerken, der sich als Vater einer Schülerin des späteren Opfers ausgab, bitter über den Lehrer, Geschichtslehrer am Gymnasium Bois d’Aulne in Conflans-Ste-Honorine, beschwert:

Er habe den Schülern ein Foto eines nackten Mannes gezeigt, der Mohammed, der Prophet des Islam sein soll! Und bat die Zuschauer in einer Art „Fatwa“ um Unterstützung:

Bei dem Täter soll es sich um einen 18-jährigen Tschetschenen handeln. Die Polizei soll aus dem familiären Umfeld Täters weitere vier islamistisch-terrrorverdächtige Personen festgenommen haben, darunter sogar auch einen Minderjährigen.  Konkret ermittelt die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft wegen „Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Unternehmen“ und wegen einer „kriminellen terroristischen Vereinigung“.

Die Große Moschee von Pantin hatte auf Facebook diese Fatwa des Vaters der muslimischen Schülerin, Hajj Brahim öffentlich gemacht. Der Name des Lehrers, Samuel Paty, wurde dann in den Kommentaren bekannt gegeben.

Macron: Eindeutig islamistischer Anschlag

Begleitet von Bildungsminister Jean-Michel Blanquer und der Beigeordneten Ministerin im Innenministerium, Marlène Schiappa, ist Staatspräsident Emmanuel Macron am Abend am Tatort eingetroffen. Der französische Innenminister Gerald Darmani hat seine Marokko-Reise abgebrochen um nach Frankreich zurückzukehren. Macron sprach von einem eindeutig „islamistischen Anschlag“. Der Lehrer habe seine Schüler zutreffend gelehrt, dass man die Freiheit haben müsse, etwas zu glauben oder auch nicht zu glauben. Dafür sei er nun ermordet worden.

Die Ermordung eines Geschichtslehrers sei „ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Werte der Republik. Einen Lehrer anzugreifen bedeutet, alle französischen Bürger und die Freiheit anzugreifen“, so der Präsident der Nationalversammlung, Richard Ferrand.

Ein Land in der Geiselhaft des Islamismus

Frankreich, das in der EU den höchsten Anteil an Muslimen in seiner Gesellschaft verzeichnet, ist seit Jahren Opfer islamistischer Anschläge, die inzwischen hunderte an Menschenleben gefordert haben: Bataclan und Nizza sind seither untrennbar im Bewusstsein der Menschen mit dem Allahu akbar-Terror verbunden.

Erst vor Kurzem wurde über eine Messerattacke gegen einen Journalisten in der Nähe des ehemaligen Redaktionsgebäudes des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ berichtet. Auch hier ein ähnliches Motiv wie nun vermutlich: Der Täter habe die erneute Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen nicht „ertragen können“.

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