(David Berger) Bitter beklagt sich Christian Fuchs in einem neuen „Zeit“-Artikel über die Angst vor rechten Angriffen, in der er seit einem kritischen PP-Artikel zu seinem aktuellen Buch, angeblich lebt. Warum ich jede Gewalt zurückweise, aber trotzdem kein Mitlied mit ihm habe.

In einem bislang nach 1945 einzigartigen Vorgang veröffentlichten zwei Buchautoren u.a. die Privatadressen „rechter Publizisten“, darunter auch die von Philosophia Perennis. Weil wir die Frage stellten, wie sich die beiden Autoren fühlen würden, wenn wir ihre Privatadresse veröffentlichen, heulen sie nun auf und erklären sich zum Opfer böser Rechter.

Karte mit den Wohn- und Arbeitsorte „rechter“ Publizisten veröffentlicht

Am 12. März berichteten wir über die Autoren Christian Fuchs und Paul Mittelhof, die ihr neues Buch über die angeblich rechtsradikale Verschwörung in Deutschland dadurch interessant machen wollten, indem sie über das Modemagazin „Vice“ eine Deutschlandkarte veröffentlichten, die Wohn- und Arbeitsorte „rechter“ Publizisten veröffentlicht.

Eine Autorin wie Vera Lensgfeld, die damals in Berlin in einem Umfeld wohnte, das von linksextremen Hassaktivisten geprägt ist, hatte danach mit handfesten Drohungen zu rechnen. Aber auch ich habe danach bittere Erfahrungen machen müssen.

Nun sollte man mit einem normalen Menschenverstand denken, dass die beiden Autoren aufwachen und bemerken, dass es an der Zeit wäre, sie sich für ihre Aktionen bei den Opfern zu entschuldigen. Doch genau das Gegenteil scheint der Fall. Zumindest was Christian Fuchs angeht. Unter dem Titel „Mein Shitstorm – wie ein Reporter der Zeit beschimpft und bedroht wurde“ hat er nun in der „Zeit“ (wo sonst im Inzuchtsgeschäft der gegenwärtigen Medienwelt?) zum großen Mimimi ausgeholt.

Auf dem Weg ins Bundesjustizministerium

Er schreibt (hinter einer Bezahlschranke): „Die Karte basierte ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Daten, und es ging nicht um private Adressen.

David Berger aber, Herausgeber eines rechten Internet-Portals, drohte damit, als Replik auf diese Karte die „Wohn- und Party-Orte der beiden Buchautoren“ zu publizieren, und regte an, mir bei Lesungen einen „Besuch“ abzustatten. Ein Leser darauf: „Es müsste auch jemand zu diesen Herrschaften fahren und ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind in diesem kalten, gleichgültigen Universum.“

Seit einiger Zeit haben mein Kollege und ich die Sicherheitstechnik in unseren Privatwohnungen aufgerüstet und unsere Adressen amtlich sperren lassen. Bei öffentlichen Auftritten erhalten wir Personenschutz. Das Bundesjustizministerium hat mich – wie auch Schriftsteller, Anwälte sowie einen Rabbiner, denen Ähnliches widerfahren ist – zu Gesprächen darüber eingeladen, wie man uns durch gesetzgeberische Maßnahmen besser vor Angriffen schützen könnte.

Vor ein paar Wochen, bei einer Lesung im sächsischen Döbeln, schaffte es ein vorbestrafter Neonazi in meine Nähe. Als die Veranstalter ihn entdeckten, wurde er handgreiflich. Dann kam, zum Glück, die Polizei.“

Auch Lübckes Privatadresse war ohnehin öffentlich zugänglich

Zunächst ist die Aussage bei den Daten, die Fuchs zu den Journalisten der alternativen Medien veröffentlicht habe, handele es sich nicht um private Adressen nicht ganz richtig (wie so manch anderes missverständlich ist, was in dem kurzen Text steht – aber das ist bei der „Zeit“ nicht ungewöhnlich):

Fast alle alternativen Blogger können sich schlicht keine eigenen Redaktionsräume leisten, müssen also im Impressum ihre Privatadresse angeben. Und auch die Aussage, die Daten seinen öffentlich zugänglich gewesen, ist spätestens seit dem Mordfall Walter Lübcke mehr als fraglich: Auch seine im Kommentarteil eines extrem rechten Blogs wenige Wochen vor dem Mord veröffentlichte Privatadresse war öffentlich zugänglich.

Das Recht auf Meinungsfreiheit ist immer zuerst das Recht der Andersdenkenden und Unbequemen

Aber nun zu Ihrem Mimimi, Herr Fuchs: Unter normalen Umständen würde ich mich als Liberaler, der seit vielen Jahren energisch gegen die Einschränkung von Meinungs- und Pressefreiheit in dem im Linksrutsch befindenden Merkel-Deutschland jetzt vorbehaltlos auf ihre Seite stellen. Pro forma mache ich das auch: Ich lehne jede Hetzjagd gegen Andersdenkende und eine Einschränkung von deren Meinungsfreiheit entschieden ab; Gewalt und illegale Aktionen ohnehin. Und nach wie vor gilt für mich: Das Recht auf Meinungsfreiheit ist immer zuerst das Recht der Andersdenkenden und Unbequemen.

Auf der anderen Seite bin ich aber auch ehrlich: Das, was Ihnen da passiert ist, macht mich überhaupt nicht traurig. Denn nun spüren Sie einmal, was denen, die sie in ihrem Buch an den Pranger stellen, tagtäglich seit spätestens 2015 passiert. Ihre Türen sind inzwischen verstärkt (was man sich bei den Honoraren, die die „Zeit“ zahlt, locker leisten kann, ihr Mimimi veröffentlicht die „Zeit“, Sie erhalten Personenschutz und im Notfall ist Polizei da, die von ihren Vorgesetzen sogar die Anweisung hat, ihnen im Notfall zu helfen und Ihr Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit auch durchzusetzen. Ja sogar im Bundesjusitizministerium werden Sie zur Beratung über ein neues Gesetz eingeladen, das Sie und die Ihren (im politischen Sinn) besser schützen soll.

Aber freuen Sie sich nicht zu früh: Gerade weil die Menschen immer mehr die Unterdrückung zu hassen beginnen, mit der die derzeitig Mächtigen ihnen Angst einjagen, noch ihre Meinung zu sagen, werden Sie die politische Wende noch miterleben. Und damit hautnah das, was u.a. die Aktivisten und Publizisten, die in ihrem Buch aufgezählt werden, zu spüren bekommen.

„Es gibt kein Recht auf Linkenpropaganda!“

Geld für verstärkte Türen werden Sie dann nicht mehr haben, denn die, die dann das Geld haben, werden ihnen fast wöchentlich Unterlassungsklagen ins Haus schicken, die sie finanziell schnell ruiniert haben werden. Staatsanwaltschaften werden die Ermittlungen bei Morddrohungen gegen Sie schneller einstellen, als Sie das Anzeigenformular dazu ausgefüllt haben, denn sie sind dann ein „Linker“, der „kein Recht auf linke Propaganda“ hat.

Dir großen Buchhandelsketten werden Ihr Buch aus dem Sortiment nehmen, ehemalige Freunde werden sich peinlich berührt von Ihnen abwenden und es wird sich ein Schreiberling finden, der genüsslich in einem Schlüsselroman beschreibt, wie die Hauptperson, die große Ähnlichkeiten mit Ihnen hat, umgebracht wird. Wenn Ihre Partnerin oder Partner sich dann Sorgen um Sie und Ihre Sicherheit machen, wird man nur zynisch bemerken: „Selbst Schuld, wenn man mit solch einem Linken verheiratet ist. Sie können sich ja von ihm trennen.“ Wenn Ihr Ehemann bzw. Ihre Frau dann nicht so stark ist, wie mein Partner, wird er /sie das vielleicht spätestens dann machen, wenn er/sie in seinem Job keine Aufträge mehr bekommt und keinen Wert darauf legt, ins ökonomische Elend abzugleiten.

Und auch wenn Sie auf Versammlungen irgendwo als Linker erkannt werden, wird kein Polizist da sein, der sie schützt. Dann können Sie um Ihr Leben rennen. Die „Zeit“, bei der bis dahin Frau Weidel und Götz Kubitschek Kolumnen haben und Torsten Schulte Chefredakteur ist, wird sich für diesen Vorfall schlicht nicht interessieren, weil man lediglich mit einem Schulterzucken auf den durchgesickerten Bericht zur Hetzjagd auf Sie reagieren wird: „Selbst schuld, muss da ja nicht hingehen!“Falsches Opfer, falsche Täter: Vorfall existiert nicht!

Wenn das Gesetz, das du gemacht hast, sich auf einmal gegen Dich richtet

„Aber es gibt doch noch das Gesetz, das ich damals im Bundesjustizministerium mit geschaffen habe“, werden Sie dann vielleicht denken. Und erstaunt feststellen, dass genau dieses Gesetz nun dazu taugt, Sie in der nun in der nicht mehr linken, sondern rechten Gesinnungsdiktatur brutal zu unter drücken und für vogelfrei zu erklären.

Und Sie werden vielleicht auch Ihren derzeit aktuellsten Artikel aus der „Zeit“ hervorkramen und sich an den Kopf greifen und denken: „Wegen solchem Pipifax habe ich allen Ernstes damals so einen Aufstand gemacht?“

Zugegeben, meine Zeilen sind mit etwas Genuss geschrieben und doch ein hilfloser Versuch, linkstotalitären Bestrebungen aufzuzeigen. Ihnen klar zu machen,  dass sich das politische Klima, das sie derzeit mit-erzeugen, auch gegen sie richten könnte. Hilflos auch deswegen, weil ich befürchte, dass bei Ihnen Unbelehrbarkeit herrscht und sie erst aufwachen werden, wenn es für Sie und die Ihren zu spät ist.

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