(David Berger) Im September tauchten Videos auf, in denen sich neun junge Männer mit Migrationshintergrund über ein völlig betrunkenes, nacktes 14-jähriges Mädchen hermachen. Gestern wurden all neun freigesprochen, lediglich zwei Täter wurden wegen sexuellen Übergriffs und der Verbreitung jugendpornografischer Schriften zu jeweils acht Sozialstunden verurteilt.

Der Fall von Harsewinkel machte im September dieses Jahres noch Schlagzeilen. Die „Bild“ berichtete damals: „Es sind fünf erschütternde Videos! Ein völlig betrunkenes Mädchen (damals 14) liegt nackt in einem Partykeller. Immer wieder begrapschen und missbrauchen mehrere Männer das wehrlose Opfer.“

Ereignet hatte sich die Tat bereits am 3. November 2017 in einem Partykeller in Harsewinkel. Lediglich das Haller Kreisblatt hat es bisher gewagt, davon zu berichten, dass alle neun Männer einen Migrationshintergrund haben.

War die Tat ausführlich geplant?

Die Bild berichtete damals – fußend auf einer Aussage eines der „Täter“ – auch, dass die Täter die Tat ausführlich geplant und dann auch noch gefilmt haben. Nun hat das Landgericht Bielefeld gestern das Urteil in dem Prozess gefällt:

Alle neun Männer wurden vom Vorwurf der Vergewaltigung der 14-Jährigen freigesprochen. Lediglich zwei der Angeklagten wurden wegen sexuellen Übergriffs und der Verbreitung jugendpornografischer Schriften zu jeweils acht Sozialstunden verurteilt. Diese sollen – so OWL24 – als Gesprächstherapie durchgeführt werden.

„Während einer der beiden Verurteilten dem unbekleideten Mädchen an die Brust fasste, filmte die zweite Person das Geschehen und verschickte die Aufnahme an Freunde.“ (OWL24)

Als Begründung für das schier unglaubliche Urteil wurde angeführt, dass es sich bei den „Tätern“ auch noch um Jugendliche handelt, eine richtige Vergewaltigung auf den Videos nicht zu sehen gewesen sei und das Opfer widersprüchliche Aussagen zum Tathergang gemacht hatte. Dazu hatte die „Bild“ allerdings schon damals berichtet: „Das Mädchen kam ins Krankenhaus, hatte aber keine Erinnerung. Erst, als Monate später die Videos bei der Polizei auftauchten, wurde der Fall bekannt.“

OWL24 zu den nachgewiesenen Taten: „Während einer der beiden Verurteilten dem unbekleideten Mädchen an die Brust fasste, filmte die zweite Person das Geschehen und verschickte die Aufnahme an Freunde.“

War es wirklich nur das Alter der Jugendlichen das zu diesem Urteil führte?

Nachdem sich die widersprüchlichen Aussagen vermutlich aus den Gedächtnislücken des Mädchens erklären, fragt sich der juristische Laie, der aber viele derartige Prozesse seit 2017 verfolgt hat: War es wirklich nur das jugendliche Alter der Angeklagten (14-19 Jahre alt!), das zu diesem Urteil führte?

Ist Vergewaltigung das „typische Verhalten von Jugendlichen“?

Das Haller Kreisblatt berichtet dazu eine Aussage des Anwalts eines der Angeklagten, der das Gericht offensichtlich gefolgt ist: „Für den Bielefelder Anwalt Martin Mauntel, der den 17-jährigen D. vertritt, handelt es sich bei den mutmaßlichen Tätern um „eine typische Gruppe von Jugendlichen, eine Clique von Jungs“ und bei der Tat um einen „Lehrbuchfall der Gruppendynamik“, der nichts mit dem Kulturkreis, aus dem sie stammen, zu tun habe. „Das ist eher typisch für ihr jugendliches Alter, da wurde von der Pornografie abgeguckt“, sagt er während der Prozessunterbrechung.“

Eine Mutter hat auf Twitter dazu kommentiert: „Das macht mich alles so müde… Und ich möchte kotzen! Mein Sohn hat für ein kleines Verkehrsdelikt viel mehr bekommen; zudem wurde ihm der Autoführerschein enorm erschwert. Vielleicht hätte er besser ein Sexualdelikt begangen…“ Daraufhin hat ihr eine anderer Twitter-Account geantwortet: „Dein Sohn ist Deutscher? Dann sollte er das mit dem Sexualdelikt lieber lassen.“

Aktion „Meine Weihnachtsgabe für ‚Philosophia Perennis’“