(David Berger) Sie haben bisher Leute, die Sie nervten, bei Facebook gemeldet? Jetzt können Sie noch mehr tun: Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat ein „Hinweistelefon“ eingerichtet, mit dem sie „Nazis“ und „Reichsbürger“ melden und so etwas für die gesunde Volksgemeinschaft tun können. 

Dass Deutschland derzeit große Probleme hat, ist nicht falsch. Falsch ist aber, dass dagegen nichts unternommen wird. Bestes Beispiel für „Problem erkannt – Problem gebannt“ ist eine innovative Idee des Bundesverfassungsschutzes, die freilich auf gute alte deutsche Traditionen zurückgreift.

Hortet Ihre Schwiegermutter vielleicht Lebensmittelvorräte in ihrem Keller?

Gegen die stündlich ansteigende Bedrohungslage durch Reichsbürger und Selbstverwalter hat nun das Bundesamt ein Hinweistelefon eingerichtet. Dort können aufmerksame Bürger Auffälligkeiten melden.

  • Hortet Ihre Schwiegermutter vielleicht Lebensmittelvorräte in ihrem Keller? Rufen Sie an und halten genaue Namen, Adresse usw. bereit!
  • Haben Sie mitbekommen, dass ihr Nachbar die „Junge Freiheit“ abonniert hat? Melde Sie das! Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er auch heimlich im Internet PP liest! Deshalb müssen umgehend Schritte eingeleitet werden! Staatsanwälte sind in Deutschland dafür bekannt, dass sie zusehr die Rechte der Bürger beachten und mit dem Beantragen von Hausdurchsuchungen bei politisch unkorrekten Personen sehr zurückhaltend sind – deshalb sind unsere Hinweise so wertvoll!
  • Bemerken Sie, wie ihr Sohn sich radikalisiert? Weigert er sich zum Beispiel Freitags an dem Schulstreik FFF teilzunehmen und will lieber Fußballspielen gehen? Haben Sie bei ihm ein Foto eines SUVs entdeckt? Melden Sie das!
  • Spricht die senile Mitbewohnerin ihrer Großmutter im Pflegeheim davon, dass Deutschland keine Verfassung hat?

Sie sind nicht Denunzianten, sondern liefern Informationen!

Lassen Sie sich bitte auch nicht durch Leute einschüchtern, die uns als Denunzianten bezeichnen. Der Präsident des BfV Thomas Haldenwang hat mehr als überzeugend erklärt: „Es geht nicht um Denunziantentum, sondern wir wollen jede Möglichkeit nutzen, an Informationen zu gelangen.“ Hier geht es um „gemeinschaftliches Handeln“, wie Haldenwang fast ein wenig romantisch sagt!

Und was gibt es Schöneres als etwas für die Volksgemeinschaft zu tun?

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