(David Berger) Die nordrhein-westfälische AfD hast den mutigen Vorstoß gewagt und fordert ein „Kinderkopftuchverbot“ an nordrhein-westfälischen Schulen für alle muslimischen Mädchen bis zur Vollendung des 14. Lebensjahrs. Doch der Aachener AfD-Politiker Markus Mohr, u.a. Mitglied des Jugendverbandes der AfD, kämpft nun mit dem Schlagwort muslimische Verschleierung als Teil der „sittlichen Kleidungsweise“ dagegen an.

Geäußert hat sich Mohr in einer „persönlichen Stellungnahme“ zu dem von der AfD-NRW-Landtagsfraktion geforderten Kopftuchverbot an Schulen.

Religionsfreiheit sei für ihn ein hohes Gut, während der aktuelle Antrag der AfD-NRW-Landtagsfraktion für ein schulisches Kopftuchverbot bei Kindern bis 14 Jahren über das Ziel hinaus schieße:

„Recht auf Islam steht auch Kindern zu“

„Natürlich ist es legitim den Islam kritisch zu hinterfragen. Auch ich sehe einige Dinge mit Befremden. Gleichwohl hat jeder Mensch ein Recht auf die Herausbildung und Bewahrung seiner Identität. Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit schließt religiös motivierte Kleidungsweisen ein. Dieses Recht steht auch Kindern zu. Der Antrag der Landtagsfraktion beschneidet dieses Recht unverhältnismäßig und ist geeignet die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder zu blockieren.“

In diesem Zusammenhang beruft er sich auf das Erziehungsrecht der Eltern. Das schließe ein, Kinder in einem Glauben aufziehen zu dürfen, der nicht nur formal auf einem amtlichen Dokument vermerkt ist, sondern der auch praktisch gelebt wird:

„AfD rüttelt an den Grundfesten der Religionsfreiheit“

„Der Antrag der AfD-NRW-Landtagsfraktion verkennt dies. Er rüttelt an den Grundfesten der Religionsfreiheit und der elterlichen Erziehungsfreiheit. Er ist Ausfluss einer politischen Bewusstseinsstörung bei der staatlich verordneter Konformismus an die Stelle der freien Persönlichkeitsentwicklung gesetzt wird. Die AfD-Landtagsfraktion-NRW macht sich das paternalistische Staatsverständnis des Altparteien-Kartells zu eigen, das in den Bürgern des Landes eine unmündige und vom Staat zu erziehende Manövriermasse sieht.“

Für ihn, so Mohr, sei das Recht, die persönliche Lebensführung frei von staatlicher Einflußnahme zu gestalten, nicht verhandelbar:

„Kopftuch statt bauchfreie Tops“

„Ich habe volles Verständnis für muslimische Eltern, die ihren Töchtern aus religiöser Überzeugung lieber eine sittliche Kleidungsweise und ein Kopftuch ans Herz legen, statt bauchfreie Tops und Hotpants zu befürworten.“

Töne, wie wir sie auch aus den rechtsradikalen Kreisen rund um die „Sezession“ ausgiebig kennen. So hat vor einiger Zeit die neue Vorzeigefrau des AfD-Flügels rund um Björn Höcke und Ehefrau (?) von Björn Kubitschek, Ellen Kositza unlängst ein flammendes Plädoyer für das muslimische Kopftuch veröffentlicht. Das Islam-Appeasement neurechter Kreise verwundert inzwischen selbst andere Medien, obwohl es rein geschichtlich betrachtet, kaum verwunderlich sein dürfte.

Der Berliner AfD-Politiker Frank-Christian Hansel dazu: „Ich glaub, jetzt geht’s los! Markus Mohr macht das nur zur Beschädigung der NRW-Fraktion. Und weil die Identitären zum Teil Islam-Apppeaser sind! Eine sehr gefährliche Entwicklung! Flügelzersetzungsstrategie!“

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