Schaut man sich die heutigen Medien an, kommt man um die Feststellung nicht herum, daß es mit der Pressefreiheit auch in unserem „demokratischen“ Regime nicht gerade zum Besten steht – was zu beweisen wäre. Ein Gastbeitrag von Peter Helmes

Da jammerte schon vor Jahren (nämlich i. J. 2013) der sicher verdienstvolle und politisch gewiß korrekte Verein „Reporter ohne Grenzen“, daß die Pressefreiheit in unserem Land keinen ausreichenden Stellenwert habe. Innerhalb Europas nehme Deutschland nur einen Mittelplatz ein, weil es hierzulande noch einige Dinge gebe, „die nicht so ganz gut laufen“.

Wahrlich brav gesprochen! Zu den Hintergründen äußert sich der honorige Verein allerdings nicht. Er beklagt wie viele andere auch die abnehmende Medienvielfalt in unseren Gefilden. Es gebe „immer mehr Fusionen, immer weniger Zeitungen sind Vollredaktionen, immer mehr Reporterpools liefern immer gleiche Inhalte. Also die Bürger haben immer weniger Möglichkeiten, sich aus einer großen Masse von Zeitungen zu informieren…“

Rund 70 Prozent der Redakteure sind dem eindeutig linken Lager zuzurechnen (Grüne, SPD, Linke)

Wenn´s denn so einfach wäre! Mehreren Umfragen der letzten Jahren unter vollberuflichen Journalisten kommen zu selben Ergebnis: Rund 70 Prozent der Redakteure sind dem eindeutig linken Lager zuzurechnen (Grüne, SPD, Linke), Tendenz eher steigend. Dabei will ich gnädig darüber hinwegsehen, daß es auch immer mehr Journalisten „bürgerlicher“ Medien gibt, die gleichfalls vom Linksvirus – vulgo: political correctness – angesteckt sind (die gar nicht mehr so „altehrwürdige“ FAZ läßt grüßen). Die übrigen zerfallen auf verschiedene Bereiche: Konservative, Liberale, Neutrale und die ohne jede politische Präferenz. Zehn Prozent der deutschen Medien sind direkt in der Hand der SPD – also nicht nur „gefühlt“. Bei den anderen Parteien Fehlanzeige, weil sie keinerlei vergleichbaren Medien „besitzen“.Zeitgeistige Zensurschere

Und so schreibt ein Redakteur vom anderen ab, nachdem vorher die zeitgeistige Zensurschere die politische Korrektheit (wieder) hergestellt hat. Dem gemeinen Zeitungsleser bleibt also kaum eine Wahl, als sich die Heils- und Hiobsbotschaften der rot-grünen Herolde nahezu täglich einzuführen. Zur ganzen Wahrheit gehört auch, daß die wenigen verbliebenen „rechten“ (Igittigitt!) Journalisten ganz offen gemobbt, „enttarnt“, „demaskiert“ oder schikaniert werden – eine Praxis, die selbst vor renommierten Blättern nicht haltmacht. Und wieder grüßt die FAZ, die dieserhalb bereits zwei langjährige Herausgeber, nämlich vor Jahren Hugo Müller-Vogg und aktuell Holger Steltzner, aufgerieben und abserviert hat.

Noch düsterer ist das Kapitel Fernsehen, bei dem sich die politischen Sendungen gegenseitig an Meinungsmanipulation bzw. Eingleisigkeit zu übertreffen versuchen. Beispiele hat „conservo“ bereits zur Genüge vorgestellt. Links ist, was gefällt, rechts ist ??? – äh, gibt es gar nicht im deutschen Medienzirkus – von einigen tapferen kleinen Pflänzchen abgesehen.

Und selbst wir Bürgerlichen stolzieren „selbstbewußt“ mit den einschlägigen Montags- und Donnerstags-Gazetten unterm Arm durch die Landschaft, um auf unsere angebliche Liberalität aufmerksam zu machen und uns als (vermeintliche) „Intellektuelle“ zu zeigen..

Politik ist gerade im öffentlich-rechtlichen Rundfunk deutlich überrepräsentiert, leider weniger mit kritischer Distanz, denn eher als Hofberichtserstattung (aber nicht bei der AfD) von Parteitagen usw. Zu Talkshows werden zuverlässig mehr linke Teilnehmer präsentiert, denen – mit etwas Glück – vielleicht 1 bürgerlicher gegenübergestellt wird. „Rechte“ werden erst gar nicht zugelassen. Mit der AfD wird sich gar nicht erst kritisch befaßt, sondern sie wird unisono niedergemacht – quer durch alle Postillen.

Der Journalist von heute lügt wohl meist nicht bewusst

Sei´s drum, der Journalist von heute lügt wohl meist nicht bewußt. Ihn zwingen aber – wenn er nicht ohnehin manipulieren will – die „Umstände“: Informationen müssen immer schneller auf den Markt. Nur wer „vorne“ liegt, wird zitiert. So bleibt fast keine Zeit zur Prüfung einer Aussage.

Bei den vielen Informationsquellen, auf die ein Redakteur zugreifen kann, liegt es auf der Hand, daß er sich immer wieder seiner Vorzugsquellen bedient. Und da dreht er sich im Kreis: Es werden viel mehr Lügen verbreitet bzw. „alternative Fakten“, weil das „Original“ aus immer wieder derselben „Meldungs-Fabrik“ stammt.

Gegensteuerung/Korrektur kommt heute natürlich verstärkt durch Internetblogs und die Sozialen Medien, die aber natürlich selbst auch nicht frei von Manipulation sind. Das Problem dabei ist nicht unbedingt der Vorwurf, daß „die Medien“ lügen. Das wirkliche Problem entsteht, weil immer häufiger Meinungen mit Fakten vermischt werden. Da werden Dinge verschwiegen oder kleiner oder größer gemacht, als es ihrer wahren Bedeutung entspricht; es wird geschrieben, was man gerne hätte, und nicht, was Fakt ist.

Stark sinkende Auflagen und Reichweiten – sterbende Vielfalt

Kritische Bürger – die gibt´s ja noch, sehr zum Ärger dieser Journaille – kaufen das Zeugs nicht mehr und bestellen „ihr“ Blatt schlicht ab. Und so dreht sich das Karussell: Zeitungssterben, Fusion, Konzentration – also sterbende Vielfalt. Übrig bleiben die linksgebürsteten Gazetten. Statt zu jammern, sollten die „Reporter ohne Grenzen“ also mal ihre Grenzen im Kopp öffnen. ´Ne Schere dazu würde ich gerne liefern, falls erforderlich.

Roger Köppel, der um deutliche Worte nie verlegene Chefredakteur der konservativen Züricher „Weltwoche“ und Schweizer Nationalrat (vergl. MdB), schrieb z. B. am 14. Februar 2013 in seinem „Editorial“ u. a.:

„Intelligenz schützt vor Dummheit nicht. Künstler, Akademiker und Journalisten sind besonders anfällig für Geistestrübungen, Utopien und politische Ideologien, vor allem wenn sie in Gestalt faszinierender Denksynthesen daherkommen (… Ganz anders ist es,) wenn heutige Journalisten oder Politiker in früheren Jahren für den internationalen Sozialismus und seine mörderischen Ikonen trommelten. (…es) hat sich irgendwie eingebürgert, daß man linke Militanz als weniger schlimm empfindet als ihr rechtes Pendant…“

Die geistige Gleichschaltung unter Journalisten funktioniert. Solche vom Schlage Roger Köppels werden immer weniger.

„Hierzulande wird das Schmähwort ‚Lügenpresse‘ salonfähig, während in den sozialen Netzwerken täglich neue Wahrheiten erfunden werden. Das ist Meinungsfreiheit, gar keine Frage. Die professionellen Medienmacher stehen mehr denn je in der Verantwortung, der Beliebigkeit Glaubwürdigkeit entgegen zu setzen. Der Wahrheit verpflichtet – nur der Wahrheit, weder politischen noch wirtschaftlichen Einflüssen noch irgendeiner Leitkultur.“ (DER FRÄNKISCHE TAG, Bamberg)

Und deshalb sollten wir heute zum „Tag der Pressefreiheit) ´mal darüber nachdenken:

„Lückenpresse“, „Lügenpresse“, „Mainstreammedien“ – unabhängig oder was?

Viele Menschen sind Nachrichtenmedien gegenüber mißtrauisch. Nur eine Minderheit hält sie für tatsächlich unabhängig. Die allgemeine Meinung ist wohl, daß es in den Nachrichten zu viel um Probleme und zu wenig um Lösungen geht. Man muß sich nur mal mit kritischen Bürgern unterhalten.

Immer hartnäckiger greift – zu Recht – die Meinung um sich, Nachrichtenmedien seien gelenkt und vor allem Stützen des Establishments. (Das zeigte übrigens auch eine repräsentative Umfrage des Instituts TNS emnid für die Medienforschung des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahre 2013).

Demnach denken sechs von zehn Befragten, daß auf Nachrichtenmedien Einfluß genommen werde, worüber oder auf welche Art sie berichten sollen. Nur gut ein Drittel der Befragten (34 Prozent) hält die Berichterstattung der deutschen Nachrichtenmedien für wirklich unabhängig.

„Als Handelnde im Hintergrund gelten insbesondere Politik (Regierung und Parteien) und Wirtschaft (Lobbyismus und Druck von Werbekunden)“, heißt es.

„Teil des Systems“ – von den „Mächtigen“ gelenkt

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gab außerdem an, aus ihrer Sicht kontrollierten die „Mächtigen“ im Land – also Staat, Regierung, Wirtschaft, „einflußreiche Personen“ und Interessengruppen – die Nachrichtenmedien.

Die Studie spricht im Fazit von einem allgemeinen „Unbehagen gegenüber Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Eliten, das sich im Zuge der Krisen der vergangenen Jahre nun auch offensiv manifestiert“. Dieses Unbehagen erfasse auch die Medien, weil sie als „Teil des Systems“ wahrgenommen würden.

„Der Eindruck, daß die Medien das Establishment stützen oder gar von ihm gelenkt werden, gibt diesem Dilemma weitere Nahrung.“

Vor diesem Hintergrund sei auch die hohe Zustimmung zu der Einschätzung zu werten, daß in den Medien häufig absichtlich die Unwahrheit gesagt werde. So gab nicht einmal die Hälfte der Befragten an (49 Prozent), daß Medien Sachverhalte so wiedergeben würden, wie sie wirklich sind. Im Klartext: Nicht einmal die Hälfte der Leser/Hörer glaubt, daß die Wahrheit berichtet wird.

Zu viele Probleme, zu wenig Gegenmeinungen

Zu den größten Defiziten der Nachrichtenmedien zähle, daß aus Sicht der Befragten zu viel über Probleme und zu wenig über Lösungen berichtet wird – 76 Prozent entschieden sich für die Antwort „trifft völlig/eher zu“. Außerdem vereinfachten Medien Sachverhalte zu sehr und verbreiteten so Vorurteile (66 Prozent). Und sie gingen zu wenig auf Folgen der Entscheidungen von Politikern und Wirtschaftsführern für die Menschen ein (61 Prozent). Darüber hinaus geht eine Mehrheit (60 Prozent) der Befragten davon aus, daß Medien berechtigte Meinungen ausblendeten, die sie für unerwünscht hielten. (dpa)

Wie gesagt, die Umfrage ist mehr als sechs Jahre alt. Und sie ist schön brav in den Schubladen der Redaktionen liegengeblieben. Man will ja schließlich Leser bzw. Hörer nicht verschrecken. Und so dreht sich das Karussell aus (Neudeutsch) Fake News, Meinungs- statt Nachrichtenveröffentlichungen, erfundenen oder „aufgemotzten“ Stories weiter.

Relotius läßt grüßen

Gefälschte Fotos und gefälschte Zitate sind gang und gäbe. Die Wahrheit wird zurechtgebogen und klein gemacht, wenn diese gewissen Interessen und Gesinnungen nicht entspricht. Und/oder: Es gibt politische und wirtschaftliche Interessen von Chefredakteuren und Verlegern, die von oben nach unten durchgestellt werden. Journalisten werden gezwungen, sich diesen zu beugen.

Das „System Claas Relotius“ ist nicht nur das Problem eines bestimmten Mediums, sondern erfaßt die ganze Branche. Und solange diese Selbsterkenntnis nicht „greift“, also solange keine wirklichen Konsequenzen gezogen werden, ist die „Pressefreiheit“ auch bei uns weiterhin gefährdet.

Der Beitrag erschien zuerst bei CONSERVO

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