Südlich von Cottbus wurde eine Frau Opfer einer brutalen Sexualstraftat. Sie wurde niedergeschlagen und vergewaltigt. Die Polizei legte der Frau nahe, mit niemandem über das Verbrechen zu sprechen und veröffentlichte auch Tage später keine Meldung über die Tat.

Erst nachdem Gerüchte unter den verunsicherten Anwohnern und in den sozialen Medien immer lauter wurden und die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag mehrere Anfragen stellte, veröffentlicht die Staatsanwaltschaft Cottbus gemeinsam mit der Polizeidirektion Süd eine Medieninformation.

Ist Vergewaltigung ein Kavaliersdelikt, das man nebenbei erwähnt?

Doch sie ist nicht etwa mit „Vergewaltigung in der Nähe von Bagenz“ überschrieben, sondern mit „Verdacht des Landfriedensbruches“ und beschäftigt sich vor allem anderen damit, dass Jugendliche „pyrotechnische Erzeugnisse“ auf die Herberge warfen, wobei „niemand verletzt“ wurde. Erst danach und nur beiläufig ist von der Vergewaltigung die Rede.

Auch die Journalisten der Lausitzer Rundschau und des öffentlich-rechtlichen rbb trugen nicht zur Aufklärung in der aufgeladenen Situation bei. Für sie trat das Verbrechen in den Hintergrund. Die Reaktion darauf wurde jedoch skandalisiert.

Die Authentizität des – laut Lausitzer Rundschau – „ominösen Interviews“ muss angegriffen werden

Anders dagegen der Berliner AfD Abgeordneten Harald Laatsch. Er sprach mit dem Opfer der Vergewaltigung und veröffentlichte ein Interview auf seiner Facebook-Seite, um die Spekulationen zu beenden. Darauf reagierte nun die Staatsanwaltschaft, indem sie das Opfer erneut vernahm und den Abgeordneten vorlud, „um die Echtheit des Interviews“ zu untersuchen.

Die Intention ist klar: Die Authentizität des – laut Lausitzer Rundschau – „ominösen Interviews“ muss angegriffen werden. Nur so kann dem weiteren Vertrauensverlust etwas entgegengesetzt werden. Denn die selbst ernannten Qualitätsmedien haben die Öffentlichkeit nicht informiert und zur Aufklärung beigetragen. Aus Sorge, das Verbrechen könnte den Eindruck bestärken, dass unser Land mit der Öffnung der Grenzen für jedermann nicht bunter und fröhlicher geworden ist, sondern vor allem ungerechter und gefährlicher?

Hunderte Straftaten in einer Asylunterkunft gezielt vertuscht

Das ist keine Transparenz, sondern eine Tendenz, wie wir sie bereits nach den sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht 2015/2016 oder zuletzt im März 2019 in Boostedt erleben mussten, als hunderte Straftaten in einer Asylunterkunft, darunter der sexuelle Missbrauch eines neunjährigen Mädchens, gezielt vertuscht wurden.

Und es ist ein Skandal. Denn die Instrumentalisierung des Verbrechens durch eine Verschiebung weg von der Tat hin zur Reaktion wirkt abschreckend und trifft das Opfer ein zweites Mal in einer ohnehin schon schwierigen Situation.

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