Am gestrigen Sonntag erfolgte der siebte Sieg für Mitterechts in der süditalienischen Provinz Basilicata zwischen Neapel und Bari, in der unter anderem die diesjährige Kulturhauptstadt Europas Matera liegt. 42 % für Mitterechts gegen 33 % für Mittelinks. Damit enden hier 24 Jahre linker Regierung. Ein Gastbeitrag von Wulf D. Wagner

Auf dem Rückflug nach Palermo saß neben mir wieder einmal eines jener jungen hübschen italienischen Ehepärchen, die in der Fremde – sprich Berlin – eine Arbeit fanden: in einer italienischen Fabrik, die Mozzarella herstellt und in der die Angestellten nahezu alle aus Italien, Spanien oder Südamerika stammen sollen. Statt italienische Mozzarella aus Italien zu importieren, entwurzeln wir lieber die Menschen.

Wer nun meint, dass sei doch toll für die jungen Leute, dass sie im hippen Berlin leben können, der irrt sich gewaltig, nicht nur wegen der steigenden Mietkosten. Mag es unter meinen palermitanischen „Künstler“-Freunden einige geben, die sich gerne im kalten Norden aufhalten, die meisten Süditaliener sehnen sich in ihre Heimat zurück und warten auf die wenigen Ferien, um wenigstens kurz heimzukehren. Vergessen wir nicht, dass es auch das Sehnsuchtsland von uns Deutschen war!

Eine Region Italiens nach der anderen wird „rechts“

Die deutsche Qualitätpresse erspart dem Leser gerne – vermutlich um uns unmündige Bürger nicht zu verwirren –, was in Italien so alles vor sich geht, etwa, dass hier Region um Region – diese entsprechen etwa unseren Bundesländern – von Mitterechtsbündnissen gewonnen und von der Linken verloren werden. Seit den Wahlen in Italien im März 2018 und der Regierungsbildung von Movimento 5 stelle und Lega – man verzeihe mir, dass ich kein „populistisch“ hinzusetze – gab es in sechs Regionen des Landes, darunter der Insel Sardinien, Wahlen. Sie alle wurden von dem Mitterechtsbündnis aus Lega (Matteo Salvini), Forza Italia (Silvio Berlusconi) und Fratelli d’Italia (Giorgia Meloni) nebst kleineren Parteien gewonnen, überall verlor das Mittelinksbündnis angeführt von der Partito Democratico.

Am gestrigen Sonntag, 24. März 2019, erfolgte der siebte Sieg für Mitterechts in der süditalienischen Provinz Basilicata zwischen Neapel und Bari, in der unter anderem die diesjährige Kulturhauptstadt Europas Matera liegt. 42 % für Mitterechts gegen 33 % für Mittelinks. Damit enden hier 24 Jahre linker Regierung.

Die Lega Nord erreicht im Süden aus dem Stand 18,8 %

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Die Zahlen sprechen für sich. Die Regierunsgpartei M5s kann ihr herausragendes Ergebnis von 2018 (44,3 %) zwar nicht halten, bleibt aber stärkste Kraft mit 20,5 %. Die Regierungspartei Lega, die bei den Regionalwahlen 2013 hier noch nicht antrat und 2018 in Basilicata nur 6,2 % erreichte, erklomm nun 18,8 % und führt damit auch hier das Mitterechtsbündnis an, denn Berlusconis FI fiel leicht von 12,4 % (2018) auf 9,1 %, während die nationalkonservativen Fratelli d’Italia 5,9 % gewannen. Erneut stürzte die linke PD ab, von 24,8 % (2013) auf 16,1 % im Jahr 2018, und gestern auf 8,2 %.

So vielfältig die Gründe für den Verlust der Linken und die Siege der Rechten sein mögen, der Hauptgrund liegt im Realitätsverlust auch der italienischen Linke, die kein anderes Objekt ihres Interesses mehr kennt als den Migranten. So meinte einer ihrer Hauptvertreter und Hauptgegner Salvinis, der Schriftsteller Roberto Saviano, in einem Gesprächsband mit Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT:

„Ich möchte darauf bestehen, dass der Süden [Italiens] nur gerettet werden kann, wenn man ihn den Flüchtlingen überlässt“,

…also Afrikanern. Nun, das sehen die Menschen in der Basilicata anders. Hörte man ihre Stimmen vor der Wahl, so drückten sie stets ihre vorsichtige Hoffnung nach Veränderung (cambiamento) aus, stets mit dem größten Wunsch, dass ihre Kinder oder Enkel in der Heimat eine würdige Zukunft finden und gestalten können.

Nicht von ungefähr sagte daher der nun neu gewählte Präsident der Region, Vito Bardi, der dem Mitterechtsbündnis vorsteht:

„Die Arbeit nimmt Platz 1 meiner Agenda ein. Die Jungen müssen bleiben und ihre Möglichkeiten hier finden, in Gesetzlichkeit und Transparenz.“

Salvinis „Prima gli Italiani“ überzeugt in ganz Italien

Bei all den Wahlen der vergangenen Monate drückte sich diese Hoffnung aus, in Basilicata führte sie sogar zu einem Anstieg der Wahlbeteiligung auf 53,5 %; die größte Partei bleibt allerdings die der Nichtwähler. Ob die Hoffnungen erneut betrogen werden, wird sich zeigen.

Eines steht fest: Matteo Salvini sieht sich einmal mehr mit seiner Politik „Prima gli Italiani“ und für einen geordneten Staat bestätigt und kann seine Wahlversprechen Stück für Stück einlösen. Mit dem gestrigen Wahlergebnis können er – aber auch Luigi Di Maios M5s – gelassen auf die Europawahl zugehen.

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