Um nach den Anschlägen in Christchurch/Neuseeland mit den Muslimen in Deutschland einen interreligiösen Schulterschluss zu demonstrieren, sollen Katholiken während des Freitagsgebetes Muslime in ihrer Moschee besuchen. „Es gehe darum, Empathie und Miteinander zu zeigen“, heißt es in einer vom Domradio wiedergegeben KNA-Meldung.

Unter dem Motto „Friday’s for prayer – Besuch Deine muslimischen Nachbarn!“ hat der Bistumsbeauftragte für Islamfragen, Frank van der Velden, dazu aufgerufen, muslimische Mitbürger beim Freitagsgebet in ihrer Moschee zu besuchen. Was Christen an diesen Örtlichkeiten genau machen, sollen erklärt der Theologe wie folgt:

„Dabei muss nicht viel passieren, außer dass wir Empathie zeigen und unseren Nachbarn vermitteln, dass sie nicht alleine sind.“

„Friday’s for prayer“ statt „Fridays for Future“

Nach Meinung des Kirchenbeamten könne eine einfache Geste – jenseits aller politischen Statements – große Bedeutung für Menschen haben, die sich Sorgen machten. Die Sicherheit aller Betenden in Synagogen, Kirchen, Moscheen und anderen religiösen Stätten müsse unantastbar sein, betonte er. Bei seiner Idee knüpft van der Velden bewusst an die Demos „Fridays for Future“ an, mit denen Schüler jeweils an Freitagen für mehr Klimaschutz demonstrieren.

Der Aufruf „Friday’s for prayer“ (dt.: Der Freitag ist fürs Gebet) mutet in mehrfacher Hinsicht seltsam an, denn ein Freitagsgebet gibt es weder im Christentum noch im Judentum, bei dem der „Sabbat“ gefeiert wird. Der beginnt am Freitagabend, weil nach jüdischer Tradition der nächste Tag – also Samstag – mit der Nacht beginnt. Hauptgebetstag der Juden ist dennoch der Samstag, der mit einem Synagogenbesuch beginnt. Um sich vom Judentum abzugrenzen, haben Christen später bewusst den Sonntag als „Herrentag“ gewählt.

Vollkommene Unterwerfung unter den Islam

Der Ausdruck „der Freitag ist fürs Gebet“ stellt also eine vollkommene Unterwerfung unter den Islam da. Die Christen sollen nach dieser Aufforderung das wohl „Freitagsgebet“ und damit ein Kernstück der islamischen „Religiosität“ übernehmen. Das ist schon starker Tobak. Zumal solche Gesten der Unterwürfigkeit nach den zahlreichen Terrorattacken von Islamisten – Madrid, Paris, New York, mit hunderten, ja tausenden von Toten nie in Betracht kamen oder nur ansatzweise diskutiert wurden.

Islamreferent Van der Velden verkauft seinen Vorschlag ziemlich geschickt mit dem Hinweis, dass zum Beispiel nach Anschlägen auf die Kopten in Ägypten muslimische Nachbarn die christlichen Gemeinden besucht hätten. Aber haben sie auch am Gottesdienst teilgenommen, oder beschränkten sich die Besuche auf die Räume eines Gemeindezentrums, wo nach koptischer Tradition nach dem Sonntagsgottesdienst traditionell eine kleine Mahlzeit eingenommen wird und man die Geselligkeit pflegt? (KL)

Dirk Spaniel: Rufen Moslems nach Terrorattacken zum Kirchbesuch auf?

Dr. Dirk Spaniel fragt zurecht: Rufen solidarische Moslems nach Terrorattacken dazu auf Kirchen zu besuchen? Würden sie ein Kreuz tragen, so wie in Neuseeland Frauen aus Solidarität ein Kopftuch?

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