(David Berger)  Er gilt als einer der wichtigsten politischen Vordenker der republikanischen und pro-israelischen Eliten der USA. Er war es, der es zuerst wagte über die muslimischen Wurzeln Barack Obamas öffentlich zu sprechen. Er, der wie kein zweiter die muslimische Welt kennt, gründete das islamkritische Middle East Forum, dessen Direktor er bis heute ist: Daniel Pipes.

Umso erstaunter war ich, als ich ihn gestern zum ersten mal persönlich treffen durfte, und einem bescheidenen, ruhig-gelassen, fast ein wenig schüchtern wirkenden Mann begegnete. Collin McMahon (Foto unten, links außen) hatte das Treffen im Adlon am Brandenburger Tor arrangiert, zu dem mich Patrizia von Berlin begleitete.

Bekanntester Nahost-Experte der USA

Pipes schreibt für alle wichtigen englischsprachigen Medien, die New York Sun, The Jerusalem Post,  Washington Post, New York Times und im Wall Street Journal. Sein auch auf deutscher Sprache erscheinender Blog ist – laut Wikipedia – „einer der meistgelesenen zu den Themen Islam und Naher Osten.

Er tritt häufig als Nahost-Experte im US-amerikanischen Fernsehen auf und wird von Universitäten und Denkfabriken eingeladen.“

Den langen Fragenkatalog, den ich vorbereitet hatte, stellte ich erst einmal hintan, da sich Pipes zunächst sehr interessiert an der Arbeit bei Philosophia Perennis, das er regelmäßig lese, zeigte.

Auch nach meiner Einschätzung zur Rolle der katholischen Kirche bei der Islamisierung Europas fragte Pipes und wir sprachen über die Grundthese meines letzten Buches („Der heilige Schein“). Im Gespräch wurde deutlich, wie exzellent, fast bis ins Detail er sich nicht nur in der Kirche auskennt, sondern auch mit der politischen Lage in Deutschland und Europa vertraut ist.

Orban als wichtigster Politiker Europas

Pipes hält gegenwärtig Viktor Orban für den wichtigsten Politiker Europas, die derzeitige Regierungskoalition in Österreich sieht er als unter den derzeitigen Bedingungen bestes Model auch für eine politische Wende in Deutschland (Koalition aus Union und AfD, evtl. mit FDP). Überhaupt sieht er in den „zivilisationistischen“ Parteien, wie er die Parteien von der AfD bis zu Le Pens „Rassemblement National“ als die hoffnungsvolle Zukunft Europas.

Ganz Europa befinde sich derzeit im Umbruch: „Die Europäer wachen auf!“ Das wichtigste Thema seien nicht wirtschaftliche Fragen, sondern die mit der Migration und Islamisierung einhergehenden Probleme. Die „rechten“ Parteien in ganz Europa kommen hier seiner Meinung nach am nähsten an erfolgversprechende Lösungen heran. Die Wende hin zum Besseren würde sich überdeutlich abzeichnen. Daher war es kaum verwunderlich, dass Pipes vor uns u.a. mit den AfD-Politikern Bystron, Weidel und von Storch zusammengetroffen war.

Die Linken und Muslime als Ursache für das Wiedererstarken des Antisemitismus

Auf meine Frage, ob diese „rechtspopulistische Wende“ nicht auch die Gefahr eines Wiedererstarkens des Antisemitismus mit sich bringe, antwortete er zunächst nur mit einem Namen: „ Jeremy Corbyn“.

Corbyn gilt nicht nur als anerkannter Politiker der linken Labour-Partei, sondern auch als eklatantester Problemfall in Hinblick auf politischen Antisemitismus in Europa.

Die Rechten seien im Hinblick auf den Antisemitismus in Europa das kleinste Problem. Das eigentliche Problem seien hier die Linken und die muslimischen Immigranten. Das zeigten auch alle neueren Studien zu den Ursachen antisemitischer Gewaltverbrechen.

Liberaler Islam als Lösung

Die eigentliche Lösung im Hinblick auf den Islam weltweit sieht Pipes in der Liberalisierung des Islam. Meinen Einwand, dass die Chancen hier realistisch gesehen, sehr gering seien, dass dieser sich auch nur ansatzweise durchsetze, ließ Pipes nicht gelten.

Weltweit hätten Muslime die Nase voll vom islamistischen Terror, der sein besonders hässliches Gesicht im islamischen Staat gezeigt habe, von der Bevormundung durch Imame und der Einschränkung ihrer Freiheiten durch einen Islam, der sich aus dem Koran – wie aus einem Supermarkt – die Stellen heraussuche, die die Menschen besonders knechten. Wir hätten also durchaus Grund auf lange Zeit optimistisch zu sein. Allerdings stünden uns vorerst stürmische Zeiten mit bürgerkriegsähnlichen Szenarien bevor.

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