(David Berger) Wer Gran Canaria hört, der denkt heute allzuoft nur noch an Massentourismus, überwinternde Senioren und Swingerszenen in den Dünen von Maspalomas. Vergessen wird dabei, dass die Insel ein uraltes Territorium abendländischer Kultur ist.

Am deutlichsten nimmt man das in der Inselhauptstadt Las Palmas wahr. Davon zeugen nicht nur die Architektur und Museen der Altstadt von Las Palmas, die seit 2007 auf der nationalen Tentativliste im Hinblick auf ihre Aufnahme als UNESCO-Welterbe steht.

Festival Internacional de Cine Las Palmas de Gran Canaria

Seit dem Jahr 2000 findet hier jährlich das internationale Filmfestival „Festival Internacional de Cine Las Palmas de Gran Canaria“ statt, im November das „World Of Music, Art & Dance -Festival“.

Aber das sind nur die internationalen Highlights, mit denen man im mehr zeitgeistigen Kulturleben punkten möchte. Viel öfter kommt es vor, dass man als Besucher fast unversehens in eine Veranstaltung der einheimischen Gesellschaft gerät. Und das ganzjährig.

Heute erging es mir etwa so, als ich fluchtartig eine Sonntagsmesse in der an und für sich sehr eindrucksvollen, der hl. Anna geweihten Kathedrale von Las Palmas verlassen hatte, die mit einem „Buenas Dias“ und Wünschen für einen schönen Sonntag begann und auch im weitern Verlauf kaum von einem schlecht gemachten profanen Verwaltungsakt zu unterscheiden war, bei dem nur noch unklar ist, wer als letzter das Licht ausmacht …

Ave Maria des Renaissance-Komponisten Jakob Arcadelt

Wenige Meter von der Kathedrale entfernt stießen wir in eine wunderbares geistliches Konzert mit dem Chor der Universität in den prachtvollen Räumlichkeiten des Gabinete Literario, das in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen feiert.

Und erstaunlichweise war das hier Gebotene wesentlich erbaulicher und hoffnungsfroher als das in der Kathedralkirche Abgespulte.

Besonders fasziniert hat mich dabei das Ave Maria des Renaissance-Komponisten Jakob Arcadelt

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