In einem größeren Zusammenhang hat der bekannte Autor und langjährige Präsident einer Verfassungsschutzbehörde, Helmut Roewer zwei Bücher besprochen, deren Entstehen auch mit Philosophia Perennis eng verbunden ist: Die große „Bibel“ der freien Medien „Wir sind noch mehr“ und das erste Opus permagnum der Desiderius Erasmus Stiftung „Nachdenken für Deutschland“.

Hanno Vollenweider (Hg.): Wir sind noch mehr. Deutschland im Aufruhr. 2. Aufl., 2018. Der Titel ist missverständlich. Ich bedurfte des Interview-Hinweises der Mitautorin Vera Lengsfeld, dass das „noch“ rein zahlenmäßig gemeint sei und als Kontrapunkt zur rand- debilen Kampagne „Wir-sind-mehr“ der staatlich subventionierten sog. Kulturschaffenden.

Ich hatte zunächst unzutreffend angenommen, das „noch“ stehe für ein: heute noch, aber wie lange noch? Wie auch immer. Das Buch versammelt Beiträge von 21 Autoren, die seit Jahr und Tag als Blogger bekannt sind, und die sich nunmehr in der Vereinigung freier Medien zusammengefunden haben, um ihre Stoßkraft zu erhöhen.

Klimalüge, illegale Einwanderung, Demokratielüge

Wer sich in dieser Szenerie auskennt, wird die Texte nicht erstaunlich finden: Es handelt sich um das Anprangern der Verlogenheit von Mainstream. Die Beiträge sind gruppiert um die Hauptthemen der Empörung: Klimalüge, illegale Einwanderung, Demokratielüge sowie angebliche Berichterstattung und die elende politische Korrektheit.

Was kaum verwundert, ist die Schärfe des Tons. Er ist so unmissverständlich, dass die üblichen Verdächtigen in der Medienbeeinflussungsbranche (Amazon, Facebook et. al.) das Buch bereits vor dem Erscheinen als Hass-Literatur einsortiert haben. Den Vogel schoss Facebook ab, das ein Interview mit Vera Lengsfeld wegen Obszönität sperrte. Obszönität und Vera Lengsfeld?

Das ist ebenso absurd, wie es letztlich nützlich ist. Nicht nur ist kaum eine Reklame für das Buch wirkungsvoller, aber wichtiger noch: Hier kann sich jeder Idiot jetzt überzeugen, was die sog. Standards sind: Willkürliche Muster des globalen Geschwätzes der Marke Zuckerberg, Kahane und Konsorten. Die Mächtigen fürchten sich. Man lese also und staune.

Was soll geschehen, wenn wir dereinst an der Macht sein werden?

Wer das alles ein paar Grade wohltemperierter haben möchte, der greife zu Erika Steinbach/Max Otte (Hg.): Nachdenken für Deutschland. Wie wir die Zukunft unseres Landes sichern können. Nachdenken für Deutschland.Lüdinghausen/Berlin, Manuscriptum, 2018. Das ist der erste Band einer Schriftenreihe der Desiderus Erasmus Stiftung. Es ist ein Sammelband, in dem Mitglieder der Stiftung zu Wort kommen.

Zur Erläuterung vorweg: Die Stiftung mit dem opulenten Namen – Erasmus von Rotterdam wäre wohl zu populistisch gewesen oder so – ist der Nahesteherverein (Neudeutsch: Think Tank) der politischen Partei AfD. Das erklärt manches, aber nicht alles, was den Inhalt des Buches ausmacht. Es sind durchweg wortgewandte bis eher akademische Analysen zur Lage des Landes bis hin zu seinem seelischen Innenleben. Will man diese Beiträge halbironisch zusammenfassen, könnte man sie so beschreiben: Was soll geschehen, wenn wir dereinst an der Macht sein werden (oder muss es hier heißen: sein sollten?).

Damit ist das eigentliche Problem aus meiner Sicht benannt. Es lautet: Wie kommt das Wir aus dem Untertitel des Buches (Wie wir die Zukunft unseres Landes sichern können) dahin, also an die Macht.

Drei Beiträge haben das Problem des Machterwerbs wenigstens zum Teil im Blick. Stefan Kofner behandelt künftige Koalitionen und entwirft Modelle für deren Entstehen. Zum Glück ist er Realist genug um festzustellen, dass mit der AfD ohnehin niemand spielen möchte. Damit stellt sich der weitere gesellschaftstheoretische Aufwand eigentlich nicht, denn die Frage wer-mit- wem regelt sich nach der jeweiligen Parlamentsarithmetik, und diese wird von eigensüchtigen Motiven der Abgeordneten bestimmt. Bleiben die beiden Aufsätze von Dagen und Berger. Sie handeln vom Kampf.

Die Buchhändlerin Susanne Dagen (Buchhaus Loschwitz) ist meines Wissens die einzige in diesem hehren Gremium, die in den letzten zwei Jahren einen strengen Überlebenskampf gegen den Vernichtungsfeldzug von Mainstream geführt hat. Hierüber berichtet ihr Beitrag, der sich zugleich wie ein Aufruf zum Mittun liest.

David Berger: Gegen die islamischen Zudringlinge ist zu kämpfen

Der andere Beitrag stammt von dem Blogger David Berger (Philosophia perennis – die immerwährende Philosophie), der auch im „Wir sind noch mehr“ zu Wort kommt. Auch Berger hat einen Vernichtungsfeldzug – den der katholischen Amtskirche – hinter sich. Dass er seiner christlichen Glaubensüberzeugung treu geblieben ist, erwähne ich lediglich, um Missverständnissen vorzubeugen.

Was er zu sagen hat, klingt mit meinen Worten so: Gegen die islamischen Zudringlinge ist zu kämpfen. Dass hier wirklich Kampf im Wortsinne gemeint ist, wird deutlich im Berger’schen Ansatz: Er will die Tugenden und Organisation, einschließlich des Kämpfertums, der christlichen Ordensritter wiederbeleben. Man mag verblüfft darüber lächeln. Oder auch nicht.

Beide vorgenannten Bücher nötigen zu weiteren Überlegungen. Zum Beispiel: Wer wirkt wo mit, und wer wirkt nirgendwo mit. Die Abwesenheit von etlichen Meinungsführern aus der bunten Welt der freien Medien will ich nicht weiter kommentieren, sondern lediglich mit dem Hinweis versehen, dass ich ihre Abwesenheit lästig finde, da ich mir angewöhnt habe, täglich einen Blick auf die unter „Vereinigung der freien Medien“ versammelten Schlagzeilen zu werfen. Dort gewinnt man, ohne viel zu navigieren, einen brauchbaren ersten Einblick vom Tage.

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