(David Berger) Der Fall Magnitz beschäftigt seit der gestrigen Veröffentlichung einiger Szenen aus dem Tatvideo weiter die Öffentlichkeit. Einige neuere, plausibel erscheinende Aussagen dazu hat PP gesammelt:

Gestern hat sich der Berliner Chirurg Dr. Dieter Neuendorf zu Wort gemeldet: Die klaffende Stirnwunde von Frank Magnitz kann seiner Ansicht nach nicht nur von einem Stoß von hinten herrühren, sondern von einem gezielten Schlag von vorn.

Wurde eine Schlagkette benutzt?

Die Bilder der Überwachungskamera zeigen, so Neuendorf, dass vermutlich eine Schlagkette benutzt wurde. So der Twitteraccount der AfD:

Update 12.01.19, 11.20h: Dr. Dieter Neuendorf bittet darum, folgende Passage in Ihrem Beitrag „Faktencheck: Was wissen wir zum Fall Magnitz…“ zu überarbeiten: Neuendorf wird sinngemäß so zitiert, dass er gesagt habe, es sei vermutlich eine Schlagkette verwendet worden. Das hat er nicht gesagt oder gemeint. Er hat gesagt, dass in dem Video ein heller Gegenstand zu sehen gewesen war, der vom Täter in der linken Hand geführt worden ist.

Allerdings sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass die Kantholzdebatte zum ersten mal von der „Frankfurter Rundschau“ losgetreten wurde, um von einem unsäglichen Tweet, der von der Zeitung getwittert wurde, abzulenken.

So bemerkt Dushan Wegner: „Die Kantholz-Debatte um Magnitz wirkt fast wie Ablenkung, als wollte man davon ablenken, dass ein Abgeordneter angegriffen wurde. Unguter Eindruck, schmeckt bitter auf der Zunge.“

Was wissen wir bisher sicher?

Was wir bisher wissen, hat Dr. Malte Kaufmann kurz zusammen gefasst:

Das Video beweist:

1) Es bleibt brutaler Überfall.

2) Magnitz hätte sterben oder dauerhaften gesundheitl. Schaden davontragen können.

3) Relativierungen der letzten Tage von linker Seite sind abgrundtief daneben.

4) Nach wie vor könnte Schlaggegenstand im Spiel gewesen sein.

Manipulierte Polizei das Video?

Die zuständige Polizei ist derzeit vor allem damit beschäftigt, sich gegenüber Manipulationsvorwürfen zu wehren. Sie stellte gestern Abend fest:

„Eine Öffentlichkeitsfahndung dient dem Zweck Personen mit Hilfe der Bevölkerung zu identifizieren. Das Ziel ist die Aufklärung einer Straftat. Eine öffentliche Diskussion ist richtig und muss sein, sollte aber das Ziel nicht aus den Augen verlieren.“ Um dann zu ergänzen:

Daran ist sicher richtig, dass die Polizei von Anfang an mit offenen Karten gespielt und klar gesagt hat, dass es sich bei dem veröffentlichten Video um einige Szenen aus dem gesamten zur Verfügung stehenden Videomaterial handelt, die der Ergreifung der Täter dienen sollen.

Ob es sich dabei um einen manipulativen Zusammenschnitt handelt oder nicht, kann nur der sagen, dem das gesamte Material zur Verfügung steht. Es ist eher unwahrscheinlich, dass das bei jenen der Fall ist, die diese Beschuldigungen nun erheben.

Dass solche Theorien aber in den sozialen Netzwerken auf enorme Resonanz stoßen, zeigt einen erheblichen Glaubwürdigkeitsverlust auch der Polizeiarbeit.