(David Berger) Seit heute Morgen erreichen uns zahlreiche Zuschriften, die uns Fotos aus Berlin von Werbewänden mit einem angeblichen Propaganda-Plakat des Getränkeherstellers Coca-Cola schicken. Darauf: Plumpes Anti-AfD-Bashing.

Das Plakat zeigt einen Coca-Cola-Weihnachtsmann, eine biedere Weihnachtsbaumkugel mit dem Schriftzug „Coca Cola“ und den Slogan:

„Für eine besinnliche Zeit: Sag‘ Nein zur AfD“

Das hier veröffentlichte Foto stammt vom Lützowplatz in Berlin (wenige Meter von der CDU-Zentrale entfernt). Auch in den sozialen Netzwerken machen diese Fotos die Runde und sorgen für Empörung. Ein Twitter-User schreibt:

„Heute aus Berlin, Coca Cola der größte Getränke Hersteller weltweit, ist sich nicht zu schade die AfD zu verunglimpfen. Auch war er der Hauptsponsor des „Wir sind mehr“-Konzertes von Chemnitz. Aber man braucht sich nicht zu wundern, dieser Konzern geht über Leichen.“

Besinnliche und friedliche Zeit gibt es vielmehr mit geschlossenen Grenzen

Und eine Frau Antje aus B. macht einen Vorschlag: „Hey @CocaCola_De , ändert mal den Text: „Für eine besinnliche Zeit. Sag‘ JA zu geschlossenen Grenzen und sofortiger Abschiebung von (schutzsuchenden) Gefährdern und Kriminellen.“ Dann wird‘s vielleicht auch was mit besinnlicher Weihnacht.“

Ein anderer Twitter-User kündigt an, dass er in Zukunft keine Getränke mehr von Coca-Cola trinken wird: „Und ich zog Coca-Cola immer der Pepsi vor. Zeit mir einen Pepsi-Vorrat zuzulegen und Coca-Cola den Rücken zu kehren. @CocaCola_De: Was zum Teufel hat Ihre Firma mit Politik zu tun?! Unterlassen Sie politische Statements in Zukunft, denn das ist KEIN kleverer Schritt!“

Und die bekannte Juristin Karoline Seibt schreibt auf Facebook dazu: „Wie schön: Besser kann man sich nicht blamieren! Liebe Gutmenschen – tatataaaa:

DAS sind die Profiteure Eurer heißgeliebten GLOBALISIERUNG: Internationale Großkonzerne, die Euch krank machen und nur Profit aus sind und sich freuen, dass ihr blöd genug seid, Euch mit ihnen in ein Boot zu setzen. Lasst uns doch mal schauen, wer hier noch kommerzielle Werbung mit „Flüchtlingen“ und „gegen rechts“ macht… na, dämmerts?

Und ganz ehrlich: Wenn die AfD der größte Feind von CocaCola ist, dann machen die definitiv was richtig! Vielen Dank liebe CocaCola Company für das Outing! Ich für meinen Teil verzichte gerne auf braune, zucker- oder süßstoffhaltige Getränke unterm Weihnachtsbaum. In diesem Sinne: Merry Christmas.“

Schwer vorstellbar, dass ein so großer Konzern gegen die Demokratie agiert

Philosophia-Perennis hat heute bei der Pressestelle von Coca-Cola angerufen, weil wir uns einfach nicht vorstellen können, dass ein solch großer Konzern eine Propaganda-Aktion startet, die gegen unsere Demokratie, die auf ein Vielparteiensystem baut, untergräbt.

Und so haben wir Coca-Cola um ein Statement gebeten. Die Dame am Telefon konnte oder wollte diese nicht geben, versprach aber einen Rückruf in der Sache. Dieser bleib bisher aus. Sobald er uns erreicht, werden wir den Artikel hier ergänzen.

Unprofessionelle Propaganda-Abteilung

Update 3.12.18, 17 Uhr: Statt auf unsere Presseanfrage einzugehen, retwittert die Firma solch zweilichtige Kommentare, wie: „Nicht jedes Fake muss falsch sein“. Extrem unprofessionelle Propganda-Abteilung! Und: Durch den zumal uneindeutigen Retweet supporten sie die Aktion, ob sie wollen oder nicht.

Quelle: Twitter

Coca-Cola antwortet PP – PP hakt nach

Update 3.12.18, 19.20 h: Ich war vorhin an dem Platz, wo das Foto aufgenommen wurde, das Plakat ist bereits entfernt. Inzwischen hat die Presseabteilung von Coca-Cola Deutschland auf meine Presseanfrage geantwortet. In der Mail, die PP soeben erreichte, heißt es:

Sehr geehrter Herr Berger,

das Plakat stammt nicht von uns.

Auf der Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt.

Beste Grüße, Sarah Helm

Ich habe mir daraufhin erlaubt – auch in Anbetracht des seltsamen Retweets aus der Werbeabteilung – folgende zwei Fragen nachzuschieben:

Sehr geehrte Frau Helm, vielen Dank für diese Information, noch zwei kleine Frage dazu:

1.) Distanziert sich Ihr Konzern von der Aussage des Plakats?
2.) Werden Sie juristisch gegen diesen eindeutig strafbaren Missbrauch Ihres Labels vorgehen?

MfG Dr. Berger

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Weiterführende Infos zu Coca-Cola, die mit dem Plakat offensichtlich zumindest keine Schwierigkeiten zu haben scheinen: