Ein Gastbeitrag von Daniel Mattisek

In Chemnitz zeigt sich en miniature dasselbe Problem, das der AfD anhaftet: Ein seit Jahrzehnten als Randerscheinung existierender, von der aktuellen Migrantenkrise völlig unabhängiger rechtsradikaler Saum wittert Morgenluft, hängt sich an den wachsenden Protest der normalbürgerlichen Kräfte als Trittbrettfahrer, zieht natürlich die gesamte Aufmerksamkeit der Medien und empörten „Weiter-so“-Politiker auf sich und desavouiert so den dringend nötigen, absolut legitimen Widerstand der Mitte.

Im einen Fall ist es eine Minderheit von Glatzen, echten Neonazis und erwiesenen Fremdenfeinden, die zivile Kundgebungen kapern; im anderen Fall sind es einige wenige völkische Extremisten, die das Außenbild einer ganzen Partei prägen.

Die AfD könnte bei 30 % stehen

Dieser Effekt verhindert derzeit, dass die AfD nicht längst schon bei 30 Prozent steht. Vor allem aber hält er zuverlässig immer mehr unpolitische, völlig friedfertige Durchschnittsdeutsche davon ab, ihre Sorgen und Ängste auszudrücken, um bloß nicht mit den allgegenwärtigen Rechtspopulisten vergesellschaftet zu werden.

Die gesamte Berichterstattung über Chemnitz sendet erneut die fatale Botschaft aus: Wer über die anhaltende Perversion von Asylrecht und Zuwanderung kritisch denkt; wer sich über kriminelle Migranten beschwert und durchaus einen moralischen wie juristischen Unterschied macht zwischen hier beheimateten Straftätern und solchen, die nie hätten ins Land gelassen werden dürfen; wer sich über das dreiste, undankbare Verhalten von Menschen empört, die als angeblich Schutzsuchende unsere Gastfreundschaft beanspruchen und selbige mit Füßen treten; und wer bei all dieser Kritik sogar noch ausdrücklich klargestellt, dass er damit keinesfalls ein Pauschalurteil über alle Migranten spricht, sondern alleine über die evident auffällige Minderheit und zB mehr als 700.000 nicht abgeschobene abgelehnte Personen: Wer immer also solche Sorgen artikuliert, der gehört unisono zum braunen Bodensatz, ist dunkeldeutscher Rassist und wird mit gewalttätigen Faschisten in einen Topf geschmissen, die Jagd auf Ausländer machen.

Alles nur noch hinter vorgehaltener Hand

Kein Wunder, dass sich da keiner mehr auf die Straße traut – selbst Unmutsbezeugungen erfolgen nur noch hinter vorgehaltener Hand. Und wenn es, wie in Chemnitz, dann doch passiert, wird im Zweifel gleich ein ganzes Bundesland kollektiv verdammt, wird Sachsen als Ganzes zum Schandfleck erklärt.

Es ist wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Jeder weiß, dass er nackt ist, und sagt es auch privat – doch öffentlich schwelgt jedermann von der Farbenpracht seiner Kleidung. Dasselbe geschieht mit den Problemen, die uns die zum Selbstzweck geratene, völlig sinnfreie und planlose Einwanderung von schlecht bis gar nicht integrierbaren Menschenmassen beschert hat. Jeder kann diese Probleme tagtäglich mit eigenen Augen sehen, wenn er nicht mit Blindheit geschlagen ist:

Die fortschreitende Islamisierung und Arabisierung, die stetige Zunahme von Kopftüchern im Alltag, überhaupt die Veränderung des Straßenbildes. Und die ständigen, täglich dutzendfachen Meldugen von Verbrechen, bei denen die Täterbeschreibung meist auf „südländisch“ endet. Besonders tragisch bei alldem ist, dass die unzähligen hier längst heimisch geworden, gut integrierten, angekommenen Mitbürger mit Migrationshintergrund ebenfalls zu Leidtragenden der irregeleiteten Flüchtlingspolitik werden – genauso wie auch die Minderheit derer, die als echte, legitime Asylbewerber zu uns kommen.

Haltungsjournalisten mit allerhöchstem Fremdschäm-Faktor

Doch all diese Fehlentwicklungen zu benennen wird zunehmend unerwünschter – und damit gefährlicher. Eine Mehrheit von Haltungsjournalisten mit allerhöchstem Fremdschäm-Faktor, völlig abgehoben von der Lebenswirklichkeit in Deutschland, doziert und richtet mit dem moralischen Fallbeil, zum Wohlgefallen eine Regierung, die sich längst in ihren ideologischen Elfenbeinturm verabschiedet hat. Am allgegenwärtigen Meinungsklima verzweifeln selbst die Organe des Rechtsstaats, der angeblich erst gestern in Chemnitz versagt hat (nicht jedoch in den drei Jahren zuvor, als er Millionen gänzlich Unbekannte einreisen und etliche davon hier straffällig werden ließ, so wie etwa auch die Messertäter, die die aktuellen Unruhen erst lostraten):

Wer mit Richtern, Polizisten oder Staatsanwälten, mit Lehrern, Erziehern und selbst mit Mitarbeitern von Flüchtlingsheimen und Erstaufnahmeeinrichtungen vertraulich, unter Ausschluss der Öffentlichkeit spricht, dem kommen inzwischen fast nur mehr Erlebnisschilderungen und Einschätzungen zu Ohren, die der veröffentlichten Meinung diametral widersprechen. Es ist quasi „Faktenhetze“, denn die Realität übertrumpft alle Parolen. Und doch sitzt die Angst selbst dieser „Zeugen von Amts wegen“ zu tief, berufliche Nachteile und private Isolation zu riskieren, als dass sie die eigenen Gedanken frei aussprechen würden (aus demselben Grund übrigens trauen sich auch die wenigsten freien Unternehmer, ihre politischen Gedanken auszusprechen – eben aus Angst vor linksextremen Boykottaufrufen, vor der ubiquitären Nazikeule, vor Kunden- und Auftragsverlusten!).

Subversives Leaken von Haftbefehlen

Die Wahrheit bricht sich eher klandestin Bahn – etwa durch subversives Leaken von Tonbandmitschnitten, Sprachnachrichten, internen Behördenrundschreiben, Stützebescheiden oder sogar – wie im aktuellen Fall Chemnitz – von kompletten Haftbefehlen, die in Umlauf gebracht werden. Diese bewusst in Kauf genommenen Indiskretionen zeigen, wie sehr es auch innerhalb des Staates rumort.

Doch der Unmut lässt sich nicht endlos ignorieren, verleumden und unterdrücken. Irgendwann ist eine Schmerzgrenze erreicht. Wie lange wohl vermag eine Gesellschaft diese innere Spannung, dieses brandgefährliche Klima ohne Schaden auszuhalten? Zweimal schon hatten die Deutschen in den letzten 80 Jahren Erfahrungen mit Systemen gesammelt, die die Lüge zur Doktrin erklärten. Soweit sind wir zwar noch nicht; doch die Tendenz ist alarmierend. Und auch beim dritten Mal wird das Lügengebäude in sich zusammenbrechen.

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